Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 3 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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v 15. lanuar 1937 W Denkt an die Jüdiseii^n Handwerker! Adressen vermittelt die Geschäftsstelle: Max Singer, Uhrmacher, Plauensche Straße 2, Telefon 27327 turbund oder bei Wohltätijfkertsfesten vertraut find wert, »nt^mthm Ende iy3o eine Tournee durch Holland! große Städte. wir wissen, wie musikbebend und musikverständig der Holländer ist — man braucht ja nur an das weltberühmte Conzertgebouw-Orchester mit Mengelberg ZU denken —, um so schwerer ist es für eine ausländische, bis dahin doli mihi kannte Künstlerin, sieh in diesem Milieu durchzusetzen. Desto höher sind die durchweg begeisterten Kritiken zu schätzen, die sieh mit Frau Urys Kunst beschäftigen. Eine so bekannte Zeitung wie „De Tel cur aal" schreibt: „Ein grnft>« Klaviertalent, diese Tanja Ury-Zunscr, und eine sehr suggestive und starke Künstlererscheinung. . . . Eine Persönlichkeit, die gleich In ihren ersten Takten den Hörer die Sicherheit gibt, dafl das ganze Konzert etwas von einem Ereignis haben wird, etwas Positives und Eindrucksvolles . . . Höhepunkte in Mach, in Scriabiue ..., wo die Künstlerin wundervoll Piano spielt und die Stücke mit vollendeter Meisterschaft neugestaltet, in einer Bewegung, die von der wütendsten Energie his zur zartesten Lyrik reicht und mit einem Talent, welches jeder Note die wirkliche Spannung und das wahre Lehen gibt ... So ergab sich dann wieder das Resultat, dafl mau nach der letzten Nummer des Konzertes regungslos sitzen blieb. ..." „Hed Vad-erland" berichtet: ..... Tanja Ury-Zunscr ist eine bedeutende Erscheinung in unserem Konzertleben. Sie i>t eine Persönlichkeit, und eine besonders begabte. Sie spielt für die Musik, und nicht au erster Stelle ... für den Saal .. . Ihre Phantasie ist voll großer Lebenskraft, steigt schnell und verinnerlirhl sich lief ... Im Prokofieff kommen ihre mich stark interessierenden Eigenschaften von viel (ieisl und Herz, ihre vollständige spontane Hingebung ohne Untertauchen an die aufzurufende Muse wohl besonders gut tum Ausdruck..." — Der Kritiker von „De Aveudpost Haag" schreibt: ,,... ich wage es zu prophezeien, dafl diese Unbekanntheit von sehr kurzer Dauer sein wird, und daß Tanja Ury-Zunscr bald zu den Auserkorenen des Haager Publikums gehören wird. Denn diese Klavierspielerin ist eine rassige Künstlerin und eine Pianistin von großem Formal ..." In ähnlichen Tönen sind die Kritiken des „Haaggehe Courant", des „De Residentie" usw. gehalten ein ganz ungewöhnliches Sich-Durchsetzen. Das 1 eipziger jüdische kulturell interessierte Publikum freut sich mit der Künstlerin des großen Erfolges, ist aber egoistisch genug, zu hoffen, daß Tanja Urv vor allem eine Leipziger jüdische Künstlerin bleiben möge, a n. „Menschen in Weiß". Am 23. Januar bringt der jüdische Kultur!>uiid I eipzig das Schauspiel des jüdisch-amerikanischen Arztes Sidney Kingsley „Mensehen in weiß" („Men in White") zur Aufführung, do.s hrrfifs in den Jüdischen Kulturbünden Breslau, I!;;;; bürg und neuerdings auch in Berlin einen großen Erfolg zu veizeich nen hatte. Wie der Titel erkennen läßt, ist das ärztliche Milieu der Schauplatz der Handlung und die Helden des Stückes jene Männer, von denen der Berufden ganzen Menschen verlangt, denen er kein Privatleben gönnt. Dieser Konflikt /wischen Bends- und Privatlehen, Pflicht und Liehe, wird am Schicksal eines jungen Arztes aufgezeigt. In der chirurgischen Klinik von Professor Pen ins sind die verschiedensten I vpcu von Ärzten vertreten. Dr. Pen ins seihst, der berühmte Chirurg, der geistig seiner Umgebung überlegen ist, ältere, ausgediente Kollegen, denen Beruf und Lehen nichts mehr zu bieten vermögen, da/wischen jüngere Praktikanten, die neben dem Beruf noch ihren Vergnügungen nachgehen. Dr. bergusson ist der junge ntwi hrtchlseffÄhte Assistent -von!\*rrin^ »!,-*■ ... .".«fr man I iit»f\o„» . -.1 Iii l. Ul.1 iNaClU i-iui (-> im lim keine Kuli-., |UI Dienste der Menschheit darf er sich keine freien Abende, kein Zusammensein mit der geliebten Frau gönnen. Schließlich tritt seine Braut, eine verwöhnte und lehenshungrige Amerikanerin, mit der Forderung an ihn heran, der zermürbenden Arbeit ZQ entsagen oder auf sie Verzicht zu leisten. In diesem Augenblick schwerster Entscheidung und menschlicher Verlassenheit wird die Losung des Konfliktes durch die Begegnung mit einer jungen Krankenschwester herbeigeführt, mit der iim der Rausch einer Stunde zusammenführt. Sie bezahlt diese Nacht mit ihrem Leben, Dr. lergusson findet aus der inneren Krisis zurück zu seiner Berufung. Dies alles spielt in der Atmosphäre des modernen Krankenhauses mit seinen vielfachen Spannungen Und Erregungen. Der ganze klinische Apparat ist aufgeboten, um dieses Milieu so naturgetreu wie möglich /u schildern. Unter der Regie von Dr. Buxbaum brachte das Hamburger Ensemble eine ausgezeichnete Aufführung zustande, die das Publikum drei Stunden laug in Spannung hielt. Ls steht also auch hier in Leipzig ein anregender und interessanter Abend zu erwarten. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Dclca.) Nun ist's endlich nach langer langer Zeit erreicht; morgen sieht der „Schild"-Platz die von vielen erwartete und ersehnte Regcgnur.g der beiden hiesigen Sportvereine, deren Bedeutung nicht nur in dem j| LJaü £Z Mode-Tleuheiten rein Spielerischen, in noch höherem Maße in dem Zusammentreffen an sich liegt. Die Bemühung um dieses Zustandekommen erstreckte sich schon auf manche Monate, und oft erschien es vergebliches Mühen zu sein, aber nunmehr darf der 17. Januar, trotz mancher Hindernisse, als ein große« .Aktivum für die V'creinsvei<uilwörtlichen gebucht werden. Hier in Leipzig hat diese Aussöhnimg gewiß etwas viel Zeit erfordert, in anderen Hegenden arbeitet man sportlieh schon lange Hand in Hand; hoffen wir, daß sich dafür das jetzt allen auf der Zunge liegende Sprichwort desto stärker bewahrheitet, „was lange währt, wird endlich gut". ... Es ist nun so weit, stellen wir dies mit Freude und Genugtuung fest und hoffen und wünschen wir, daß nach dem morgigen Treffen ein wirklich reger, ersprießlicher und freundschaftlicher Spielverkehr für die hiesige Jugend erstehen möge. Auch deshalb schon wird morgen der Schild-Platz einen außergewöhnlichen Tag erleben, nicht nur wegen des Interesses, das diese Kämpfe verständlicherweise auslösen, sind doch seit der letzten und auch eisten Begegnung beider Vereine schon über zwei Jahre vergangen Diese Vorspiele können natürlich jetzt kein Maßstab mein sein für die Beurteilung der morgen kämpfenden Handballer. Damals steckte die Schild-Elf noch zu sehr in den ersten Kinderschuhen, die ihr auch >. Zt. vom hiesigen „Bar Kocliba" gleich ganz gehörig zertreteu wurden. Inzwischen hat sie ebenso viel Kampferfahrung gesammelt, an einen Sieg aber wird auch sie selbst morgen kaum glauben. Sie wird jedenfalls nicht so leicht unterzukriegen sein, wie es manche gern glauben wollen, und wie es die „B.K."- Mannschafl selbst gar nicht wünscht. Es wäre ja auch zu schade, wenn ihr, die eine noch großen „Praxis" ihr Ligen nennen kann, d.as Siegen zu leicht gemacht würde. Wir alle w olle n Kampf scheu, fairen, ritterlichen Kampf, das ist trotz aller persönlichen und parteilichen Einstellung des Einzelnen seine Qrundforderung für den morgigen Tag. . . Und für wen tippen Sie am Handball-Tag der beiden Vereine? . . . Die Routine spricht für einen glatten Sieg der II ..Bai Kochba"-Elf und auch für einen, aber nicht leicht erkämpften der I. Mannschaft, . . . aber wer kann wissen! Im Sport ist bekanntlich alles möglich. Aber nicht der Sieg ist das Entscheidende, die vielen Zuschauer werden vor allem morgen ihrer Freude darüber Ausdruck verleihen, daß wiederum ein weiteres Stuck jüdischer Zusammenarbeit erreicht worden ist!! l'nd der 21. Januar bringt abermals ein großes Lreignis; im Rahmen des vom Deutschen Makkabi-Kicis \om 2J. 27 Januar durchgeführten Vorturnerkurs, das große Wetturnen der besten Makkabiturner Deutschlands in der Turnhalle der Höh. Israelitischen Schule. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen keligionsgemeinde zu Leipzig Schriftleitung: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, LeipzigC 1, Walter-Blümel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Goldfreund Leipzig Cl, Hainstraße 16, Zimmer 303. Tel. 167» Anzeigenleiter: Ernst Ooldfreund, CichoriusstraBe 2a. Tel. 60771 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch aufgegebene Anzeigen wird keine Oewähr übernommen. Druck : Jordan fit Oramberg vorm Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig, Ei üderstr. 19 D. A. IV. Vj 36. 3433. Pr. L. Nr. 6. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vert^iiisnaGhrichror». Keren Kajcmcth Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) e.V., Leipzig, Keilstr. I. Morgen, Sonntag, den 17. Januar, findet unsere 1. Büchsenlecrung im Jahre 5097 statt. Da diese durch verschiedene äußere Einflüsse mit einer fast zweimonatlichen Verspätung durchgeführt wird, hoffen wir, da6 das Ergebnis ein um so besseres sein wird. Wir bitten freundlichst, unseren Helfern, die im Laufe des Vormittags vorsprechen werden, durch Bereitstellung der Büchse möglichst behilflich zu sein. Agudas Jisroel jugendgruppe, I ärberstr. 6. Nachdem Sr. Ehrw. Herr Kabb. Kogosnitz7<i den Schiur Sefer Chofez Cliajim bei uns beendet hat, beginnt am kommenden Sehabbos. den 16. Januar, ein Schiur Sefer Mizwas Haschein ttnil erwarten wir zahlreiche Beteiligung unserci- Mitglieder. Der Ciemoro-Schiur Ksuwaus unter Leitung Sr. Lhrw. Herrn Rabb. Dr. David Ochs findet regelmäßig Sonntag früh *) hl Uhr, Montag und Mittwoch 20,30 21,30 Uhr statt. Wir verweisen auf die heutige Veröffentlichung unserer Keren Haiiscliuw -Leitung. Keren Hajisrhuw. hürberstr. 6. Unsere Palästina-Zeuürale in Frankfurt a. Main bringt zweimal wöchentlich die neuesten Berichte aus Lrez Jisroel zum Versand. Interessenten können diese /um Preise von Mk. L— pro Monat erhalten und bitten wir um umgehende Bestellung. Telefonischer Anruf genügt (Tel.-Nr. 15249 (Spiegel). — Am Kommenden Sonntag fuhren wir unsere fällige Buchsenleerung der Keren Hajischuw-Büchsen zu Ende. Wir bitten die vereinten Buchseninhabcr, die Betrage nach oben abzurunden.