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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-01-03 · 2 (3.1.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
2 (3.1.1937)
Date
1937-01-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 OEMEIN DEBLATT DER ISRAEL iTiSCHEN R EL i GiGNSGEM EIN DE ZU LEIPZIG 8. Januar 1037 persönliche Beziehungen oder durch Zeitungsanzeigen erfolgt. In Anbetracht der Notlage der jüdischen Arbeitsuchenden und namentlich der älteren erwerbslosen Angestellten darf erwartet werden, daß die jüdischen Betriebsinhaber, die sich infolge der gesetzlichen Neuregelung künftig an das zuständige Arbeitsamt wenden, in einem Hen Betriehsverhältnissen entsprechenden Umfange jüdische Mitarbeiter ., „t,___i____ BtiiOi uv.1 II. . Ii irllC^koC I akrkoi io I nimm — -*m m w w w — — %0 mit « - M *— w I vf Winter 1936/37- Wiederbeginn der Lehrhauskursc nach den Ferien. Es wird darauf hingewiesen, dali die Lehrgänge, die bereits vor den Ferien begonnen haben, in dieser Woche wieder im gesamten Umfang stattfinden. Zeit und Ort der Lehrgänge sind dieselben wie früher. Lehrgang Rabbiner Dr. Ochs findet i» der kommenden Woche a u s n a h m s w e i s e Donnerstag, den 14, Januar 1937, 2(J Uhr im Sozialamt, Humboldtstr. 13, statt. Übernächste Kursstunde ist dann wieder am Dienstag, den 19. Januar 1937. Neubeginn von Lehrgängen. In der nächsten Nummer des Gemeindeblattes wird bekannt gegeben, welche Lehrgänge von den in Nr. 1 des (iemeindeblattes aufgeführten in der kommenden Woche heginnen können und welche ausfallen. Bevorstehende Veranstaltungen 12. Jan.: Jüd. Kulturbund: Gastspiel des Reiseorchesters der jüdischen Kulturbünde in Deutschland unter Leitung von Herrn t ieneralniusikdirektor Prof. Julius Pruwcr. 16. Jan.: Verein noln Kaufleute und Gewerbetreibender, Leipzig. Kultur- und Geseilschaftsabend im CT. 25. Jan.: Jüdischer Kulturbund: „Menschen in Weih", Schauspiel von Sidnev Kingsley. 26. Jan.: Jüdischer Frauenbund: Nachinittags-Veranstaltung. 15. Febr.: Jüdischer Kulturbund: Lieder- und Duettabend von Susanne Locwcustein und Wilhelm Guttmann, am Flöget: Erna Klein. Neue Bücher. Philo Zitaten Lexikon. Worte von Juden, Worte für Juden. Von Dr. Lugen Tannenbaum. Herausgegeben und beendet von Dr. Linst I raenkel. Bei lin 1936 (Philo-Verlag). Der QeÜanke eines jüdischen Zitateu-Lcxikons ist neu. So neu, dali mau im eisten Augenblick denken möchte: überflüssig. 1 lat man is aber erst durchgeblättert, dann weiß man, es ist nützlich. Ls hat seine Daseinsberechtigung, seitdem die „Geflügelten Worte", die von Juden Stammen, in den neueren Ausgaben des Büchmann fehlen. Ihnen sind hier volkstümlich gewordene Sätze und Gedanken aus .•dien Zweigen des jüdischen Schrifttums angeschlossen; auch eine bescheidene Auswahl at::; der großen Fülle jüdischer Sprichwörter und Redensarten, die im Volksmunde umgehen Die Meinungen darüber, welche Gesichtspunkte tur die Auswahl maßgebend sein sollen, können geteilt sein: ob nur Worte zu berücksichtigen sind, die schon den weg in eine größere Gesamtheit gefunden haben, oder auch solche, die e^ wert sind, aus dem Zusammenhang, in dem sie zum ersten Male gesprochen wurden, herausgelöst und zum Gemeingut gemacht zu werden; ob der Rahmen der Sammlung in enger Abgrenzung gewählt sein oder möglichst weit gesteckt werden soll. Diese Abweichungen in den Grundgedanken haben zur naturgemäßen Folge, daß man eile Leser „Zitate" vermissen, die sie hier suchen, manche andere Aussprüche, die aufgenommen wurden, als wenig geeignet erachten werden. Bedenken Solcher Art sollten zurückgestellt werden angesichts der Tatsache, daß dieses Buch als das nicht abgeschlossene Werk eines Lrühvollcndcten Lugen Tannen- Daum, der c$ Dvi^oiiiicii Lulle, ncii Co iüeiit y^rgojipt, seinen Plan ganz zu verwirklichen — seine letzte Peilung nicht von seinem Urheber selbst erhallen konnte. Die späteren Ausgaben werden die Erfahrungen der ersten nützen, werden ergänren »••••' beschrank«-«, .............!....... he technischen Unebenheiten ausgleichen. Die Erwähnung solcher Verbesserungsmöglichkeiten soll jedoch keineswegs den Wert des vorliegenden Bandes herabsetzen. Er wird wie das PhUo-Lexikon dankbar begrüßt werden: als Nachschlagewerk wie als Quelle reicher Anregung und Belehrung. c. Rachel, Lieder. Hebräisch und Deutsch. Ausgewählt und übersetzt von Ruth Ollendorff. 1 leehaluz-Verlag, Berlin 1936. Ein kleines Bändchen mit Rachels Gedichten ist erschienen. Ich öffne es gespannt, ein wenig zaghaft. Es ist ganz still. Ich lese ein Gedieht, dann noch eins. Perle auf Perle reiht sich zur Kette.. . Und jedes dieser Gedichte klingt wie ein Geigenlied. Es sind zarte, feine Klänge, die von einer Üb erzarten Seele stammen: die Gedichte Rachels. So wie ihre Lieder war sie selbst. Sie hatte einen schwachen, von Krankheit geplagten Körper. Da konnte sie nicht — wie sie es so gern getan hätte — mit den jungen, jüdischen Arbeitern zusammen arbeiten. Nein, sie mußte abseits stehen; aber mit aller Kraft ihres Herzens sucht sie dieses Abseitsstehen zu bezwingen. Erst in den letzten Jahren hat sie uns hebräische (iedichtc geschenkt. Von „otunii und Stille, Jubel und Weinen, Wunde und Balsam, Dunkel und Licht" singt sie: vom Leben. So gibt sie sich auch ganz hin und als sie dann viel zu früh, am lb. April PH1 stirbt, erst -iOjährig, da lunterl ißt sie drei (iedichthäude, aus denen wir hier eine kleine Auswahl haben: hebräisch und deutsch, mit einem kurzen Lebenslauf. Es ist ein feines Büchlein; für stille Stunden. „Mein Abendrot sank. Rein ist mein Morgen. Und Blumen lächeln am Weg mir zur Seite, Wenn ich hinüberschreite." ch. c. Habetari. Heran? geben von der Bundesleiftmg der jüdisch-nationalen Jugend „Herzlia" (Betar), Berlin. II„J„_. I . .__" |l |' ,vr■ i , m ......... ukimi. Uli im-w uiiiei saon. Die beiden Hefte sind anläßlich des 1. Kinus-Arzi (Landestreff.-n«) Ptüfcchlmd, 20.—22. Nvvciuuw i«*jo, ersefvienen Htabetari bringt el...... Bericht über dss! treffen :—^ besondere die Rede des Naciw Georg Kareski, des Rosch Betar im Institut für Nationalitätenforschung in Warschau, sowie anderer führender Mitglieder der staatszionistischen Organisation, bladar betari ist ein für die siaatszionistisehe Jugend bestimmtes Heft in sehr anregender technischer Gestaltung. Neben einem Bericht über ein I reffen der Bctari-Jungen und Mädel bilden den Inhalt: (icdanktn eines Jungen der Plugah Tei-chaj, Eine Volksversammlung vuü Rosch Betar Jahotinski, Ein Lied des Betar Oesterreich, Jiskor, sowie einige Hinweise auf die Arbeit in den Betar-üruppen. Beide Hefte werden von all denen mit reichem Nutzen gelesen werden, die sich mit den (iedanken und Zielen der staatszionistischen Bewegung vertraut«- machen möchten. „Der Morgen". Dezemberheft 1936 (Philo-Verlag Berlin). Die zentrale Bedeutung des „Morgen"-Dezemberhefts liegt in einem Aufs.it/ von Arthur Prinz: „Thesen zur Wanderungsfrage". Lr hebt die Frage Palästina- oder Oberseewanderung aus den aktuellen Schlagworten heraus und behandelt sie vorurteilsfrei nach ihren sachlichen und politischen Erfordernissen. Er legt den größten Nachdruck darauf, der Palältina Wanderung einen überlegenen Rang innerhalb der Wanderungshewegung der Gegenwart zuzuweisen und kommt trotzdem zu dem ScnhiB, daß der Obcrseewanderung rückhaltlose Bejahung und Förderung in jüdischen Kreisen gebühre. Allerdings verhehlt er nicht, daß diese Sicht eine grundsätzliche Umstellung der zionistischen Ideologie und Praxis mit sieh bringen müßte. Dein religiösen Charakter der Chanukkazeit entsprechen eine von den Klängen des Hiob-Buehes durchzogene Betrachtung „Warum?" von Ilse B 1 Ii in e n t Ii a 1 - We i ß und ein warmes Gedicht von Sehnlom Ben-Chorin „Hawdala". Auf eine feine und I ranz. Rosenzweigs allein würdige Art gedenkt Eduard Strauß dessen 50. Geburtstags, indem er nicht den Schöpfer, sondern die Schöpfung darstellt, „Das Lehrhaus". — Heinz Berggrüns Novelle „Die Stadt" schließt ebenso überraschend wie wirkungsvoll ab. Ein reizendes Kindermärchen von Ludwig Strauß ist „mal was anderes". Zwischen Buchbesprechungen und Presseschau heben sich eine interessante Darstellung des Antisemitismus in der palästinensischen Beamtenschaft Kurz — die Sportler tun das ihre, — Sportfreunde, iut das eure! Sport vom Sonntag Wettrüst e n war die Parole des Sonntags. Wertrüsten für den Großkampf am 17. Januar. Auf beiden Feldern, in beiden Lagern waren die Ausci wählten vcrsäinnicli, um sieh nach der kurzen Winterpause wieder etwas in Schwung zu bringen. Beim Bar Kochba gab es außerdem ein kleines Match zwischen den „Alten Herren" und der zweiten Fußballmannschaft. Die stellenweise etwas verjüngten „Alten" waren energischer in der Abwehr und sicherer vor dem Tor; sie siegten 4:3 (1:1). Auf den Nebenfeldern tummelten sich alle Klassen Handballer, übten Wurf, Fang, Bewegung usw. — Und ähnlich ging's in Thekla zu. Der Scbild hat außerdem die Aufgabe, seinen Platz bis zu dem wichtigen Termin in Form ZU bringen. Kurz, — die Sportler tun das ihre, - Sportfreunde, tut das eure! Am 17. beginnt der langeutbehrte Wettstreit mit den beiden Jiandhailspielen. Mehrere Jahre sind vergangen, seitdem die beiden stärken Mannschaften aufotnandertralcu. Inzwischen haben sie sich in die vorderste Reihe ihrer Verbände gespielt und sind allerorten in gefßrchteter Gegner. An Spannung wird es also keinesfalls kürzlich beim Hallensportfest in Frankfurt ihre Klasse unter Beweis gestellt. Das vorjährige Endspiel um die Makkabimeisterschaft dürfte auch noch in Erinnerung sein. Schild dagegen kann den Bombensieg gegen Breslau aufweisen. Außerdem kommt ihm der Vorteil des eigenen Platzes zugute. Morgen wird es ebenfalls bei internen Übungsspielen bleiben. Das Publikum kann also nicht von Überfütterung sprechen. Um so mehr gilt es: D e n k t a n d e n S i e h z e h n t e n!_e. I1ci ausgegeben vom Vorstand der isi aeimschen Religionsgememde zu Leipzig' Schriftleituni;: Oemeinderahhiner Onstav Cohn, Leipzig C l, Walter-Blümel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Goldfreund Leipzig Gl, HainstriBe 16, Zimmer 303. Tel. 16722 Anzeigenleiter: Ernst Ooldfreund, CichoriusstraSe 2a. Tel. 607 71 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch autgegebene Anzeigen wird keine Gewähr übei iiommen. Druck: Jordan8c Gramberg vorm Druckerei der Werkgemeinschart, Leipzig, Brüderstr. 19 ü. A. IV. Vj 36. 3433. Pr. L. Nr. 6. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung k e 1 n e Verantwortung. Vercinsnächrichteri. Staatszionistische Organisation Leipzig. Mitglieder, die seit mehr als einen Vierteljahr mit ihrem Beitrag -im Rückstand sind, werden aufgefordert, sich zwecks Vermeidung ih/es« Ausschlusses spätestens bis 11. d. M. in der Geschäftsstelle Brühl 37 39 zu melden.

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