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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-01-01 · 1 (1.1.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
1 (1.1.1937)
Date
1937-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Sej' f GEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 1. Januar 1937 / J^S \lenkt an die jüdischen Handwerker! Adressen vermittelt die Geschäftsstelle: Max Singer. Uhrrriaeher, Planensche Straße 2, Telefon 27327 .ctbÜc'lCi ... dbUiSciici o|jiai_n<. ciauucucu. cm war vor drei Jattr- .ehnten fast zum Brauch geworden, daß jede jüdische Frau eine „Maimah" oder „Stunden der Andacht" von Fanny Neuda mit in ihre Ehe bekam, Es mag heute auch noch eine Anzahl Frauen geben, die das Verlangen nach einem Gebetbuch besitzen, das seihst Bei außerpersönlichsten Anlässen ihre Empfindungen zum Ausdruck bringt. Darum ist es zu begrüßen, daB Dr. Martha Wertheimer, die eine so hervorragende Stilistin ist, diesen allen Gebeten ein modernes Äußere gegeben hat. Die Jugend allerdingt wird schwer den W eg zu diesen in teste Form gefaßten persönlichen Gebeten finden, zumal ja auch die Tendenz unserer Zeit glücklicherweise wieder dahin zielt, auch uii jüdischen Frau so viei Kenntnis von unserer hebräischen Liturgie zu geben, daß sie dem Gottesdienst verständnisvoll folgen kann. Für die persönliche Zwiesprache zwischen Mensch und lott werden Menschen, die eine innere Beziehung zum Göttlichen haben, einen eigenen Ausdruck linden, wenn er auch nicht immer so formvollendet ist, wie die hier vorliegenden Gebete. I iü ergreifendes Denkmal hat der jüdische i rauenbund mit der Herausgabe dej Gebete von Bert!;:! Pappenheim seiner Gründerin gesetat. Diese Gebete gehen einen Einblick in ihre Seele, sie zeigen das hohe Lthos, das sie stets erfüllt hat, ihr ständiges Ringen um das Rechte und Wahre. Sie zeigen aber auch die tiefe Einsamkeit eines die Anileren überragenden t""1 von sieh und Anderen das Letzte fordernden Menschen. Versöhnlieh wirkt das „Dankgebet", in dem sie schreibt: „ich bin so froh, dem Meiischenkeimehen ein Schutzdach geschaffen zu haben; vielleicht wäre es sonst im Schmutz zertreten worden und wir wären um eine Hoffnung ärmer. Wie gut, daß das Meuschenkeinichen und ich uns im Weltall getroffen haben". Es kommt in ihm eine Frfülltheit mit der Isenhurger Arbeit, in der sie „Stiefkindern des Schicksals" eine Heimat und mütterliche Liebe gegeben hat, zum Ausdruck. Es erschüttert, wenn man sieht, daß diese (lebete, die sie im letzten Jahrzehnt ihres Lebens geschrieben hat, immer wieder sich an den Gedanken klammern, dal! ihr die Kraft erhalten bleibe, sich selbst, ihrer streng-fordernden Art treu zu bleiben, obgleich diese sie von den Menschen entfernt. Die „Qebete" von Hertha Pappenheim sind kein Gebetbuch für die Masse, sind durchaus individuell, nur von ihr gefühlt und gedacht, aus ihrem Lebensschicksal und ihrer Lebensarbeit erklärbar. Das vom jüdischen Frauenbund kürzlich erschienene Hertha Pappenheim-Heft der Blätter des Jüdischen Frauenbundes, das vervielfältigte Bild, das ihre herben, geistvollen Züge trägt, und diese Gebete geben als geschlossenes Ganzes eine so starke Charakteristik, daß selbst diejenigen, die diese bedeutende Frau nicht selbst gekannt haben, einen Eindruck von der eigenartigen Persönlichkeit gewinnen. ec. Jerus< haiajim, den... Briefe junger Mensehen schildern Erez Jisr.iel. Gesammelt und herausgegeben von Rudolf Melitz, Berlin 1936 Verlag Atid. Oft ist in jüngster Zeit darauf hingewiesen worden, welche bedeutsame Quelle für die Erkenntnis des Geschehens einer Zeit die Briefe sind, die, ohne jeden Gedanken an eine Veröffentlichung, als geistige Mittler zwischen Mensch und Mensch geschrieben wurden. Als ein solches Zeugnis für das, was uns Juden in diesen Jahren bewegt, ist die Sammlung zu weiten, zu der in diesem Buche eine stafrHchc. Reihe von Hrlh-iüe^l' jugendlicher "Menschen' vereinig! sind, die von ihrem neuen Leben in Erez Israel berichten. Mit der ganzen Ursprünglichkeit, mit der die Jugend zu erleben und davon zu sprechen vermag, sind hier die großen Eindrücke geschildert;! -!•..! :•..:.■*. Ankunft, St;'..!?.\ Siedlungen, Arbeit, Feste. Quer durchs Land und Gedankliches bilden den Inhalt dieser Briefe. Alle vuu einer erfrischenden, ungekünstelten, nicht selten ganz naiven Natürlichkeit. Um so echter ist gerade darum der starke Eindruck, der von ihnen ausgeht. In der Reihe der Darstellungen, die über das neue Leben Palästinas Kenntnis verbreiten wollen, wird diese Hriefsamnilnng ihren Platz, erringen. c. Alberto Alhertino: Zwei Jahre. Roman aus dem Italienische::. (-IM S.) Im vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, also in der ersten freien Morgenröte des sich aushi eilenden Clui»tciiluiu*, ei bittet und erhält Muzins, ein rauhgutiger Mönch, der im Rufe eines Heiligen und Wundertäters steht, von üott zwei Jahre Aufschub für seinen todkranken Schüler Maximus, einen Jüngling, der seinem Herzen teuer ist, a's er noch zwischen Zweifeln und Versuchungen, Sehnsucht nach Reinheit und Sehnsucht nach Genuß schwankt. Doch Maximus klammert sich zunächst gierig-angstvoll an das Leben, m ie es ihm 111 Qestaii der schönen, launisch-zarteu Witwe Monica entgegentritt, um sich nach dramatisch bewegten Monaten schwerster innerer Seelenkämpfe erst kurz vor Ablauf der Schicksalsfrist aus der ■> ,*i™i.i-',-: ,,j„« ,i„„ ,..Mii........v..- f.. .i..~..i. vauudl^nvn «.um i ik.uv.ii ... . Wimmln, ........ n i. 11 vew.ieiito ..nun- 'Illingen. (Erschienen im Herbert Reichuer Verlag, Wien—Leipzig— Rurich.) Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Herlin (Philo Verlag und Ruchhandlung G. m. b. H.). Die Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland Sthmeidler Karlsbader Oblaten u. Grah. Zwtebatk f. Zmkirkr. Monistr. 25, Frankfurter Str. 11, Tel. Nr. 1S5 M (Philo Verlag, Herlin W 15) kann in diesen Tagen ihren b. Jahrgang abschließen. Diese Vierteljahrsschrift leistet wissenschaftliche Forschungsarbeit im gesamten deutschen Sprachgebiet. Dem Senior unter den Mitherausgebern, Professor Dr. Alfred Stern, Zürich, der im 90. Lebensjahr verstorben ist, und der die Zeitschrift bei ihrem Beginn als Fortsetzung der gleichnamigen Zeitschrift seines Freundes Ludwig (ieiger begrübt hatte, widmet Dr. Arnold Berney Worte dankbarer und respektvoller Verehrung: „... auf der lebendigen Vernunft und Scharfsicht, auf der Gediegenheit und Rechtschaffenheit international bedeutsamer forscherlicher Arbeitsergebnisse wird Sterns Andenken auch künftig beruhen". Dr. Wilhelm Orau setzt sich mit Raphael Straus' Kritik seines Buches „Antisemitismus im späten Mittelalter (Das Ende der Regensburger Judengeiueinde LISI) 15F))" auseinander. Neue archivalische H< iträge zur Geschichte der Juden in Zürich im lj. Jahrhundert, die über den Rahmen der Stadtgeschichte aneii allgemein wirtschafte- und kulturhistorisch bemerkensweit sind, liefert Rabbiner Di. Chone-Kbnstenz. Die Persönlichkeit des getauften Juden Johannes Pfefferkorn, der zum leidenschaftlichen Hasser seiner ehemaligen Glaubensgenossen wurde, beleuchtet Dr. Meier Spanier namentlich unter dem Gesichtswinkel der umstrittenen Originalität seiner zahlreichen Schriften. Die Kämpfe der unterfränkisenen Juden um ihre Emanzipation in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts schildert Dr. Wilhelm Stern. Professor Dr. Guido Kisch gibt einen wertvollen Abriß von der ins Hebräische übersetzten deutschen Literatur; war das Mittelalter arm an solchen Werken, so beginnt mit dem 1°. Jahrhundert eine lebhafte Jbcrsetzungstätigkeit; eine jüngst erschienene „Bibliography of Hebrew Translations of German Works" enthält die Belege dafür. Der Literaturteü enthält Besprechungen zahlreicher Neuerscheinungen aus dem engeren und weiteren Aufgabengebiet der Zeitschrift. Neuerschienenc Bücher: Jakob Picard: Der Gezeichnete. Jüdische Geschichten aus einem Jahrhundert. Berlin IQ3b. Jüdische Buchvereinigung. Bevorstehende Veranstaltungen 10!< e,.|. —:„i CJaolSpilt lüdL jüd. Kulturbünde in Deutschland unter Leitung von Herrn Geneialmusikdirektor Prof. Julius Prüwer. Ib. Januar: Verein poln. Kauflcute und Gewerbetreibender, Leipzig: IZ..H..- /-...«"11-~U-i4.~-1---.J ......... in... > . . v . 1 - . 1 I .1 1 l - .1 l I . I I . . . I(). Januar: Wiederholung der Feier der jüdischen Schulen. Sport vom Sonntag Dicke milchige Schwaden hatten sich am Sonntag unbarmherzig über den Eutritzscher Rasen gelegt und aus war's mit den Hoffnungen auf die langersehnten schönen Spiele der Jüngsten. Und dabei hatte es so verheißungsvoll angefangen: Prächtiger Sonnenschein begrüßte die 14 Herliner J. S. K.-Sehüler, die sich ungestüm /eigen, wie man es machen soll. Aber unsere kleinen Bar Kochbaner wußten das ebenso gut und nahmen sogleich den Allerjüngsteu (3. Knaben) ein 2:0 ab. Dafür schössen die „zweiten" der Gäste im nächsten Spiel doppelt so viel und erkämpften sieh, ein überlegenes i'ü fc*"T+ aber besamten die grauen Wolken ihr tückisches ■<••!•:! und verschleierten alles mir dem düsteren Puch. Wer draußen stand, der hörte ab und zu einen Zuruf oder einen Schiedsrichterpfiff, ohne zu wissen, woher er kam. Nur plötzlich tauchte dann und wann ein ra8ender Schatten auf, heftete sieh an tiie ebenso unerwartet erscheinende schwarze Kugel und jagte mit ihr einem unsichtbaren Ziele zu. Für die . Zuschauer, die sieh trotz des „gräulichen" Wetters zur Jugend gewagt hatten, war es nur gut, daß sich das Spiel der Junioren restlos vor dem Tor der wesentlich jüngeren und unerfahreneren berliner Mannschaft abspielte, so dall man wenigsten:, ein paar Spielphasen erhaschen konnte. Alle Achtung, dall trotzdem sechs Sehiisse den Weg zwischen die Pfosten fanden. Leipzig gewann also 0:0. Vernünftigerweise ließ man die ersten Knabenmannschaften dann nicht mehr spielen. Am nächsten Sonntag erwartet Har Kochba die Chemnitzer Makkabim ZU Gast, um ein noch fälliges Rückspiel auszutragen. Lieber Sportfreund, liebe Sportfreundin! Tausendmal haben wir dich gebeten, mit uns hinauszuziehen auf den Platz, der Jugend, — es sei vergessen! Audi daß du den ganzen Sommer über "lieber zuhause ais am grünen Käsen sitzen wolltest, — es sei verziehen! Aber eins darfst du nicht mehr verweigern: denk an den 17. Januar! An diesem Tage .vereinen sich alle Leipziger Sportler zu einem Werk, um dir zu gefallen. Bar Kochba gegen Schild im freundschaftlichen, ■ gemeinsamen Wettstreit, — wer darf da fehlen? Merkt euch den »len?.chtU««l Januar! .'.

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