Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-11-27 · 48 (27.11.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
48 (27.11.1936)
Date
1936-11-27
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4876568-5968812-5985774--6173-4882325
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 27. November 1936 gekündigte intensivwoche, welche der Auftakt zui diesjährigen Winterarbeit im Bunde sein sollte. Sie wurde durch einen eindrucksvollen ßundesappell eröffnet, der unter dem Zeichen der Festlegung unserer inneren und äußeren hündischen I laltung stand. In vier Referaten versuchten die Chawerim Dr. j. Schereschewski, Heini Weiser, M Pprlmann nnil Simrhe Frit><lmniui einen Ausschnitt aus der umfassenden und vielschichtigen Problematik unseres Bundeslebens ZU gebui. GL. «.o *'.J., nun handelt«? ,,r" die Fragen <ier Geeenüber- Stellung jüdischer und nichtjüdischer Geisteswelt, des Gemeinschaftslebens im Bund und Hachscharah oder unserer religiös-nationalen Erziehung, aus allen Referaten sowie aus ihrer Aufnahme, die sie bei unseren Chawerim fanden, war deutlich zu spüren, dal$ der Wille zur jüdischen üeistigkeit und zu konsequenter jüdischer Haltung in übeiaus großem Maße vorhanden ist. Gekrönt wurde die arbeitsreiche Woche durch einen ebenso erfolg reichen, öffentlichen „Oneg Schabbath", an dem zahlreiche Persönlichkeiten des Leipziger öffentlichen jüdischen Lebens sowie eine grobe Reihe der Eltern und Freunde unseres Bundes in dem Bewußtsein teilnahmen, daß der „Oneg Schabbath" ihnen wirklich jenes „Schabbathvergnügeiv" bereitet hat, das dem Schabbath seinen besonderen Charakter verleiht. Oneg Schabbat des Hcchaluz.. Der Hechaluz veranstaltete am Freitag abend den 13.11.36 einen Oneg Schabbat, in dem VOI den Chawerim des Hechaluz und vor einigen geladenen Güsten Baruch Eisenstadt über das Thema: „Die deutsche Alija im Kibbuz" sprach. Er erwähnte dabei seine Eindrücke, die er bei der Begleitung der letzten groben Alija in das Land und bei seinein dortigen Aufenthalt gewonnen hatte. Dabei widmete ei sich insbesondere drei <iesichtspunkten: 1. Der Vorstellung vom Kibbuz bei den deutschen Chawerim, 2. der Auffassung über die Bedeutung des Kibbuz für den gesamten Aufbau, J. den Notwendigkeiten, die sich für eine erzieherische Arbeit bereits schon auf der Hachscharah und überhaupt in der Golah ergeben. Bemerkenswert waren seine Ausführungen, die er über die verschiedenen Voistellungsweisen inachte, die dem Kibbuz gegenüber möglich sind. Insbesondere der Begriff der Gemeinschaft und das Suchen nach einem Kulturideal und ilie Verwirklichung von beiden im Kibbuz führen hier zu Illusionen, die im Laude sich in Enttäuschungen verwandeln können. Das sei nicht das Be- Judische Ufinferhilfe Postscheckkonto Nr. 20516 Israel. Religionsgemeinde. Abt. Winterhilfe). Schuhbesohlungi Die Anträge auf ^'•huhhesohiuiiK smu senrut- Hctl an Jfldlsrhe Winterhilfe Walter-Bliimel-Straße 10. zu richten. Nach Prüfung des Antrages erfolgt die Bearbeitung in der Reihenfolge, wie die Anträge eingegangen sind. Die Betreuten erhalten schriftlichen Bescheid, wann sie die Schuhe zur Besohlung bei uns abzugeben haben. Lebensmittelausgabe! Am Donnerstag, den 3. Dezember findet in unserer Ausgabestelle, Brühl 47, eine Verteilung von Lebensmitteln statt und zwar: für die Gruppe 1 bis 2 von 1 .10 b'S 1 ,1 Uhr. Bevorzugt abzufertigende leidende Personen dieser Gruppen nur in der Zeit von l/tl2 bis \ .,\ Uhr. Gruppe 3—10 von 2 bis 1 ,5 Uhr. Bevorzugt abzufertigende leidende Personen dieser Gruppen nur von 1 A bis 1 .5 Uhr. Die angegebenen Zeiten müssen unbedingt innegehalten werden, eine nachträgliche Ausgabe findet nicht statt. Delegiertentagung des C.V. Der Landesverband Mitteldeutschland veranstaltete in Halle eine Delegiertentagung, die sich eines außerordentlich guten Besuches erfreute und einen eindrucksvollen Verlauf nahm. Nach Begrülkmgsworten von Rabbiner Dr. Kahlberg (Halle) hielt der Laudesverbandsvorsitzende, Rudolf Apt (Dresden) eine Gedenkrede auf die verstorbenen führenden Persönlichkeiten des C.V. Über die Tätigkeit des Landesverbandes Mitteldeutschland berichteten Syndikus Kurt Sabatzky (Leipzig) und der geschäftsführende Landcsverbandsvorsitzendc. Landgerichtsrat i. R. Dr. Kurt Cohn (Chemnitz), während der Syndikus des C.V., Dr. Hans Reich mann (Berlin) ein eindrucksvolles Blid über die Arbeit des C.V. im Reiche vermittelte. Ober das Thema „Jüdisches Schicksal Jüdische Aufgabe" sprach Syndikus Kurt Sabatzky tum Gedenken an Rabbiner Dr. Ephraim Carlebadi s. n. Cphrüittl'LQrkbüCh'Xüiit der hraellttsdien Xellglonsgemelnde Leipzig Jeder Mnm kostet KTU 6.—. Einzahlungen können erfolgen mit der Angabe „für den Ephraim-Carlebach-Hain": 1. an die Gemeindekasse, Walter-Blümel-Str. 10II, werktäglich v. 9—1 Uhr. bei dem Bankhaus Kroch jr. Kommanditgesellschaft a. A., Goethestr. 2, 2. auf das Postscheckkonto der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig bei der Handelsbank Iwria, e. G. m. b. H.( Ritterstrabe 23—29, Nr. 50533 Leipzig. bei der Commerz- und Privatbank A.-G., Filiale Leipzig, IrondiinringS, bei der Stadt- und Girobank Leipzig. Schillerstraße 4. ^■^^M^^^^^HH^^^^^H^^^^MH^^^^^^^^^^^^^^^^H^^^HMHM« (Leipzig) in Gemeindeversammlungen, die vom C. V. einberufen waren, in den Orten Suhl und Nordhausen. In Nordhausen referierte gleichzeitig auch über dasselbe Thema der geschältsluhrendc Vorsitzende des Landesverbandes, Landgerichtsi at i. R. Dr. Kurt Cohn (Chemnitz). Heiterer Teenachmittag des Frauenverein „Ruth". Am 10. November hatte der Frauenverein „Ruth" zu einem Teenachmittag geladen. Nach langer Zeit kamen die Mitglieder dieses in den weitesten Kreisen der jüdischen Öffentlichkeit bekannten Vereins in geselliger Weise im Saale des Kim'*tWh»U8efi zusammen. Diese Veranstaltung entsprach, wie sich zeigte, einem tatsächlichen Bedürfnis, denn bald ••nach llcjftan worder Saal .bis »uf.dch |e(4^» PkU gpfwtt. Durch humoristische DarbitUUiiicn des bekannten Fred W'.-skt. sow?* 'däreh 3. auf die Konten der Gemeinde sondere des Kibbuz, dab er Gelegenheit gibt, eine Idealvorstellung der Gemeinschaft und des menschlichen Zusammenlebens zu verwirklichen. Gemeinschaft liebe sich auch denken in jeder anderen Lebenslage außerhalb Palästinas und außerhalb des Arbeiterlebens, insbes. die Lebensgemeinschaft, die durch das" gemeinsame Wirken au einein Orte auf irgendeinem Arbeitsgebiet bereits schon geschaffen werden konnte. Ebenso führen wir sehr oft Kulturvorstelluugen in das Land ein, die von vornherein uns die Stimmung von Missionaren geben, und uns verhindern, einen Zusammenklang der sich dort nestuitcüuCii Kuiiur «.u finden. Du Wmuch i'.'.::vr dort 211 sein, M'.' . uwh . mo beginnt,;;:;;! WO C12fl Seinen vertrauten Mcu- »cheukreis hr>rt schaff! Trennung von den ..Einafi'iiiireneit . doli Watikim. Er verhindert die gemeinsame Entwicklung und ein« Hier leitete er zu dem zweiten Gesichtspunkt über, der die Bedeutung und Funktion dei Kibbuzbewegung berührte. Ei vertrat dabei die Auffassung, daß der Kibbuz zunächst die Grundlage für eine grobe Alija für die Haltung der jüdischen Positionen und für die Vergrößerung der jüdischen Arbeit in Erez Israel zu schaffen habe. Gerecht werden kann einer solchen jüdischen Pionieraufgabe nur ein Kibbuz, der auch unter vorläufiger Zurückstellung gewisser „Verschönerungsarbeiten" (Illusionen von Gemeinschaft, Kulturmission) bereit ist, dauernd den jüdischen Notwendigkeiten entsprechend Einwanderung aufzunehmen, in die schwerste Stellung des Landes zu gehen und das Vorrecht des Aufbaues zu vertreten (Hafenarbeit, Steinbruch, Polizei usw.). Die Durchführung dieser Forderung nimmt den Einzelnen vollkommen in Anspruch. Sein Anschluß an das Kulturleben wird nur dann möglich sein, wenn er vor seiner Alijah bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Die wichtigste Forderung, die überhaupt an eine Hachscharah in Deutschland zu stellen ist, ist somit die des hebräisch Lernens. Wer die Sprache nicht kann, besitzt nicht den Schlüssel, mit dem er sich das Leben in Palästina aufschließt und verpaßt er diese Voraussetzung heute, sn verpaßt er sie für ein ganzes Leben. Er wird nur plaudern können, aber all' das bleibt unausgesprochen und erzeugt in ihm untragbare Spannungen, was er vorher in seiner Heimatsprache zum Ausdruck bringen konnte. Wir geben diese interessanten Ausführungen deswegen im kurzen Ahriß wieder, weil wir glauben, daß es Fragen sind, die für eine Entillusionierung und für ein Verständnis der erzieherischen Probleme von Bedeutung sind. einige!(i*(i^e Vortragt von Herrn Dr. Rablrtowitr der sich aus .utr-r Verbundenheit dem Verein freundlicherweise zur Verfügung gesteiil hatte, wurde jene vergnügte Atmosphäre erzeugt, die den ganzen Der Privaikindergarfern, Leibnitzsfraße 30 p. begi nnt am 1. Dez em ber 1936. Es können noch einige Kinder aufgenommen werden. Touristen-Fahrten nach l •JN.A.» Landgangsgeld bis 840 RM. Bordgeld, Eisenbahnfähren Für Januar sind noch tteisekredUbrlefe nach Palästina zu haben. Anmeldungen nur bis 1. Dezember 1936 JBeisedien«t für jüdische Touristik u. Auswanderung Zeitschriftenverlag Elsa Goldfreund BtiliMtr. lft, Tel. HV723

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.