Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 37/38 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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U. September 193b GEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 11 kCUvluvi. isl U1VJ r+SnrIicrr r~i ■' —0 - ligion keineswegs abpellt und Halt er mit der Kabbala insofern zusammenlebt, als auch er die Lücken der mystischen Tradition durch Nachdenken auszufüllen sucht; was ihn von den Kabhalisten .eiiung tun Problem des bösen, dem er eine «elbuicht zusprechen Kann. Da? gleiche Heft enthält eine lehrreiche Untersuchung über die literarische Form des Gebets (Arthur Spanier), in welcher auf die gemeinsamen Gründe des jüdischen und des christlichen Gebets hingewiesen wird. Man abonniert die „Monatsschrift", indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jahrlichen Mindestbeitrag von 10.— RM. an die Gesellschaft (Postscheckkonto: Berlin Nr. 7030) sendet. Konzert und Theater Zum Kulturbund-Konzert am 15. September. Neben der sprühenden Mozartsinfonie D-Dur, Kochel 504 kommt Beethovens Sinfonie Es-dur Ni.3 zu Gehör. Diese „Froica (Helden) Sinfonie" wurde im Jahre 1804 vollendet. Sie war ursprünglich Napoleon gewidmit; als jedoch Beethoven erfuhr, daß sich Bonaparte zum Kaiser habe ausrufen lassen, vernichtete er die Widmung. Trotzdem trägt die im Jahre 180b erschienene Erstausgabe die Titelbezeichnung: ..tleldensinfonie, komponiert, um das Andenken eines großen Mannes zu verherrlichen." Die Erstaufführung der Sinfonie fand im Theater an der Wien am 7. April 1805 statt und wurde von Beethoven selbst dirigiert. — Gleich im ersten Satz „Allegro con brio" tritt der Heldengedanke in den Cellos auf, den dann die Klarinetten und Horner übernehmen und den das Orchester zu höchster Steigerung bringt. Es erklingt eine freudige Musik, die zum Kampf aufruft. Trotzdem gesellt «irli gufih ein wchoiulauiouv dazu, uas schon die kommenden Opfer beklagt. Beethoven schildert den harten Kampf mit wuchtigem, vollem Orchester bis zum Schluß. Der zweite Satz, „Marche funebre" (Trauermarsch), wird von den Streichinstrumenten eingesetzt und die Oboen übernehmen das Trauermotiv, das in schreitenden Rhythmen den Gang der Weinenden über die Opfer darstellt. In diese ernste Stimmung fällt ein Hoffnungsstrahl zu neuem Leben. Oboe, Flöte und Fagott bringen ein Trostmotiv, das zum Triumphgesang steigt. Doch die Trauer will so schnell noch keinen Trost zulassen und findet noch ein Thema, das Beethoven dramatisch entwickelt und dann leise verklingen läßt. Der dritte Satz „Allegro vivace" hält sich in Scherzoform. Die Streicher setzen ein und es beginnt im ganzen Orchester eine starke Lebhaftigkeit. Im Trio mahnt Hörnerruf zur Heimkehr, wodurch in den Instrumenten ein munteres Durcheinander entsteht. Der letzte Satz „Allegro molto" baut sich auf Variationen, in denen verschiedene volkstümliche Motive erklingen, doch etwas Wehmut schleicht sich auch hier mit ein. In immei mächtigerer Steigerung klingt das gewaltige Werk aus. tt. Kulturbund-Veranstaltung — Tageszeiten der Liebe. Das Werk verdient nicht die geringste Fürsprache. Die I lauptdarsteller waren wenig geeignet Sympathien zu erwecken, gesanglich versagten sie vollkommen. Man wundert sich nur, daß Dr. Buxbaum überhaupt sich die Mühe gemacht hat ein solches Stück ohne Handlung, ohne Humor dem Repertoir seines Theaters einzureihen. „Singe, wem Gesang gegeben", gut, dann aber muß man tadellose Kräfte herausstellen, die fähig sind Schlager und Chansons stimmlich zu beherrschen und damit solch ein Stück wenigstens mit Schneid durchzuhalten. Außerdem kennt Dr. Buxbaurn mehr oder weniger das Leipziger Publikum, er dürfte den Verantwortlichen des hiesigen Kulturbundes solche Stücke gar nicht anbieten, denn der Leipziger Kulturbund verliert dadurch nur das Vertrauen seiner Mitglieder. Der Kulturbund steht noch immer im Aufbau und Fehlgriffe '- >mn..... weh üi größeren und alten Instituten vor, durum sei den hiesigen Anrechtlern ans iierz. gelegt, nicht gleich ihrem Kreis untreu zu werden und dem Kulturbund den Rinken zu kehren, sondern fest zusammenzuhalten und am Aufbau durch gute Vorschläge weiter mitzuhelfen. — Wie ich erfahre, haben dem niesigen Kulturbund vor der Verpflichtung des Ensembles ausgezeichnete Kritiken der großen jüdischen Zeitungen und die Nachrichten von häufigen Wiederholungen des Stückes vorgelegen. Wie die Kulturbund-Mitglieder aus der heutigen Ausgabe ersehen, gibt der Kulturbund für den völlig mißlungenen Abend eine Ersatzveranstaltung, und zwar ein Symphonie-Konzert des Berliner Kulturbund-Orchesters. tt. Sport vom Sonntaq (.Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Beide Vereine waren mit viel Hoffnung nach auswärts gestartet, „Bar Kochba" zur Leichtathletik-Meisterschaft des Deutschen Makkabikreises und „Schild" glaubte in Breslau recht zahlreiche Plustore präsentiert zu bekommen, wie man es ja eigentlich als Gast erwarten müßte. Aber die Tore erzielten die Andern, etliche Leipziger schienen ihr Pulver schon beim Morgcnskat verschossen zu haben, und so dampfte man mit t Niederlagen wieder ab, die in dem wahrend der Spiele niederg! gangenen starken Regen und den Reise Strapazen ein kleines Pflaster finden. Diese verlorene Tour schadet aber gar nichts, man kann nicht immer gegen Breslau gewinnen, Freundespflicht fordert auch mal „Opfer", mit dieser Spazierfahrt sollte einer schon lange vorliegenden Einladung nachgekommen werden, um den Breslaner ,Schild" auf seinen heimischen Gefilden Gelegenheit zur Revanche für seine zweifache Niederlage in Thekla zu geben. „Bar Kochba" erging es nicht viel besser, dieses Los traf allerdings last alle beteiligten Deutschen Makkabivereine, da ihnen die meisten Siege von den ausländischen Gästen wetfjreeorwnppt ll'llr*»..». J y .)."- .....'*'- Off ibafliiig dieses i ages war der Wiener HIMriv ilUlCfl „i lUIMMIl uer in uer 15(10- und 5000 m Strecke Erstci wurde, wobei er den auch hier als Läufer sehr geschätzten Werthen mit 250 m Vorsprung abhing. Die beiden Mittelstrecken (100 und 800 in) blieben weiterhin in altbewährten Händen bzw. rußen, natürlich bei Orgler, Wuppertal, über 100 und 200 m gab es ebenfalls einen Doppelsieg durch den Berliner Schattmann, der damit zum zweitenmal Makkabi-Meister wurde. Mit einem hervorragenden 40 m-Wurf siegt Freund von .,Hagibor"-Prag im Diskus, sein Klubkamerad Petzschau holte sich ganz eindeutig den Fünfkampf-Sieg Von den Hiesigen wurde Sternheim im Weitsprung Zweiter und Sieradzky Dritter, für den letzteren muß die starke Inanspruchnahme bei den diversen Konkurrenzen in Anrechnung gebracht werden, leider steht zur Abwicklung einer solchen Meisterschaft nur ein Tag zur Verfügung. Im Fünfkampf rangierten diese beiden in gleicher Reihenfolge an dritter und vierter Stelle. In der Herzl-Staffel glückte ein zweiter Platz, was wäre mit einem guien 200 m-Mann geworden! Rosengarten kam von 23 Gestarteten im 5000 m-Lauf als Achter aus Ziel und hei den 4 < 100 in für Trauen hätte es mit etwas Glück beinahe zum zweiten Platz gelangt. Viel „Bar Kochba"-Jugend war Zeugt dieser Meisterschaft in Berlin, deren Abwicklung im vorigen Jahre hier in Leipzig um etliche Grad vollkommener gewesen ist. Morgen sieht der „Bar Kochba"-Platz das für viele bedeutendste Ereignis, das Sportfest aller Leipziger Jugendbünde. Endlich steigt das schon lange in Aussicht genommen? gemeinsame Treffer., Lei dem der zu erwartende Sport eigentlich nur untergeordnete Bedeutung hat, viel wichtiger ist die gemeinsame Absicht zur gemeinsamen Arbeit. Freuen wir uns dessen, daß auch hier in Leipzig endlich de; A.i'ang gemacht wird in der Zusammenarbeit aller Richtungen für unsere Jugend. In den letzten Tagen des jüdischen Jahres tritt sie auf den Plan zu dem, was das Wünschen und Sehnen aller derer ist, denen die Arbeit für die Jugend heiliger Ernst ist, hoffen wir, daß der tiefe Sinn dieses Sportfestes hinüberragt in das kommende Jahr, das wäre für die sporttreibende Jugend Leipzigs das schönste Geschenk, die morgen darum viel mehr Zuschauer als sonst auf dem „Bar Kochba"-Platz erwartet als Anerkennung und Beweis dieser seit langem ersten gemeinsamen Tat! Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Schriftleitung: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C 1, Walter-Blümel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlng Elsa Goldfreund Leipzig Cl, Hainstraöe 16, Zimmer 304 Tel. 16772 Anzeigenleiter: Ernst Ooldfreund, CichoriusstraBe 2a. Tel. 60771 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch aufgegebene Anzeigen wird keine Gewahr übernommen. Druck: JordantVOramberg vorm. Druckerei der Wcikgeiiu>insclmft, Leipzig. BrüdcrstrW. D. A. II. 36. 3600. Pr. L. Nr. 5. Für den Inhalt der Inserate fibernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Jüdischer Kulturbund. Dm einen Ersatz für die mißlungene letzte Veranstaltung (Tageszeiten der Liebe) zu bieten, haben wir noch für diesen Monat, und zwar für den 15. September, das Berliner Kulturbundorchester unter Leitung von Herrn Generalmusikdirektor Hans Wilhelm Steinberg verpflichtet. Das Orchester steht sonst außerhalb Berlins nicht zur Verfügung. Das Konzert beginnt pünktlich 8 Uhr. — Wir nehmen an, daß diese langersehnte Veranstaltung noch außenstehende Gemeindemitglieder veranlassen wird, in den Kulturbund ........treten * ldunccn „,,,;,„ ,,, „„»,.. Uoethc&U. ». üi, täglich 10—Ii! Uhr (außer sonnabends und Feier tags) unter Vorlage eines kleinen Lichtbildes entgegengenommen. Jüdischer Kulturbund. Aus technischen Gründen muß unsere angesagte Veranstaltung vom 21. September auf den 28. September verlegt werden. Agudas - Jisroei - Jugendgruppe. Allen Freunden und Gönnern unserer Bewegung wünschen wir auf diesem Wege ein kessiwoh wachassimo tauwoh. Keren Hajischuw. Dem Aufbau des Keren Hajischuw, dem Fonds für die Siedlung g'ttdienender jüd. Arbeiter auf heiligem Boden, gilt in diesem Jahre die Sekundenaktion. Sie soll der Verbundenheit der Diaspora mit dem heil. Lande neuen Auftrieb verleihen. Die Verlosung findet wie alljährlich, am 29. EUul, dem Rüsttag des Rausch Haschono statt. Sekundenscheine sind zu Ii iben im Agudah-I leim, Färberstr. 0, I, und bei Einzelwerbcrn der Agudah und des Esra, bei denen Sie gleichzeitig auf Wunsch nähere Erläuterung über die Aktion erfahren können. Jüdischer Sportverein Bar Kochba Leipzig e. V. Eigener Sport« park: L.-Eutritzsch, Dübcner Luudsliaße. Turnhalle: Leipzig C 1, Gustav-Adolf-Str. \m Sonntag, den 20. September, finden auf unse rem Platz die Icichtathlctisclicn Vcrciu»mCistcfSChaft£ii MjilaaM u:.. ...... i A ..Ii. - ii .-iimiv.-tit. uis /.tllll lu. Ol II- MeldungCn mmtsui .-.j in der Geschäftsstelle oder bei Frau Queck a statt, tember gegeben werden. Am Donnerstag, den 24. September i;: findet im Rabm/an <'in._-r >n ganz Deutschland stattfindenden Werbewoche für den Makkabi eine wcrbcvcranstaltung mit dem Motto „Makkuui um /ui uuuicti Näheres wird noch bekanntgegeben. statt.