Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 33 (14.8.1936)
- Date
- 1936-08-14
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 14. August 1936 B. Kohn G. Lew in H. Löwy M. Maiachovcski P. Niederland K. Peckel M. Podolanskl H <;rliA.ifo1j L. Schüler A. Secemski S. Steinberg S. Steinberg Dienstag 11,10-11,50 Donnerstag 11,10—11,50 Donnerstag 11,10 11.50 Donnerstag 10,10- 0,50 Donnerstag 8,20— 9,00 Montag 11,10—11,50 Mitteoch 12,00-12,45 o,zv v,uu n 20 ]010 Donnerstag «',20 9^0 Montag 8,20 - 0,00 Montag 9,00— 0,30 fc>Oi*liCi Montau Gustav-Adolf-Str.7 Lessingstr. 23 27 G;istav-Adolf-Str.7 Lessingstr!' 23—27 ÜUStav-Adolf-Str 7 Lessingstr. 23—27 Gustav-Adolt-Str.7 Lessingstr. 23—27 Gustav-Adolf-Str 7 Es wird dringend gebeten, diese Zeiten einzuhalten1: keinesfalls ist es statthaft, die Lehrer während der Unterrichtsstunden oder während der Pausen auf/usuehen. Leipzig, den 3.7.1936. Die Schulleitung: Direktor hr. Weikersheimur. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst. Freitag, 14. Atigu.st, Abendgebet 19 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 15. August, Morgengebet 9 Uhr. Nachmittagsgebet 19,45 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 20,19 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaini-Synagoge. Gemeindcsynagogc. Sabbatgottesdienst: Freitag, 21. August. Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 22. August, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst mit Predigt, 15,15 Uhr, Nachmittagsgebet 19,30 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 2t>,l)3 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chairn-Synagogc, Otto-Schili-Str. Freitag, 14. August, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 15. August, Morgengebet 8)30 »Jhr, Mincha!S Uhr, Ausgang 2ü,i9 ühr. Wochentag: Morgcngcbet 7 Uhr, Abendgebet 19,15 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag. 21. August, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 22. August, Morgengebet 8,30 Uhr, Mincha 18 Uhr, Ausgang 20,03 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19,15 Uhr. Talmuü-lhora-Synagoge, Keilstr. 1. Freitag, 14. August, abends 19 Uhr. Sonnabend, 15. August, früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,19 Uhr. — Wochentags früh 7 Uhr. abends IQ Uhr. Tsfinud-Thofa-Sjrnagoge, Keilstr. 4. Freitag, 21. August, abends 1') Uhr. Sonnabend, 22. August, früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,03 Uhr. — Wochentags früh 7 Uhr, abends 19 Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorf er Straße 4. Freitag, 14. August, Abendgebet 19 Uhr. Sabbat, 15. August, Morgengebet 8,30 Uhr. Minchagebet 17 Uhr, Abendgebet 20,19 Uhr. Wochentags: Morgengebet i Uhr, Abendgebet 19 Uhr. Synagoge" „Obel Jakob", Pfaffendorfer StraBc 4. Freitag, 21. August Abendg. 19 Uhr. Sabbat, 22. August, Morgeng. 8,30 Uhr. Minchag. 17 Uhr, Abendg. 20.04 Uhr. Wochentags: Morgan Uhr, Abendg. 19 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: Donnerstag, 23. Juli 1930, Isaak Goldinann und Frau Rywkä Lea geb. Schwarzbard, Karl-Heine-Straße 45, eine Tochter „Melanie Malka". B a r m i z w a : Soaaabend, 22. August 1936, Hein/ Mann, Sohn lies Herrn Einanuel Mann und Frau Fclla geb. Waldinanii, Lutherstraße 22, in der Ez-Chaim-Synagoge. Sonnabend, 22. August 1936, Elieser Czaczkes, Sohn des Herrn An selm C/;i.-/K-es und Frau Sophie geh Färb, HuinholdtRtr. 2, in da Synagoge Ohe! Jakob. " " I o il e s t a I i e : 31. Juli 1936 Rosa Schäfer, Reudnitzer Straße 18. 8. August 1936 Hanns Joachim Begach, Floßplatz 26. Neue Bücher Paul Stefan: Bruno Walter. Mit Beiträgen von Lotte Lehmann. Thomas Mann, Stefan Zweig. W ien—Leipzig -Zürich 193b. (Herbert Reichner Verlag). Mit diesem Buche bereitet der Verlag all denen, die Bruno Walter unvergessene Musikerlebnisse danken, eine wahrhafte Freude. Paul Stefan begnügt sich nicht damit, alle wesentlichen Stationen auf dem Wege dieses genialen Dirigenten, der jetzt sein 60. Lebensjahr vollendet, zu schildern, seine Kämpfe, seine Triumphe, er sU'lll ihn hinein in ein ganzes Stück Musikgeschichte. Er schildert Walters tiefe Verbundenheit mit Osterreich, mit Wien, läßt uns die bestimmende Begegnung seines Lebens — Qustav Mahler —, dem er Vollstrecker seines Kunstlerwillens wird, erleben. Wir sehen Walter als Operndirigenten vor immer größeren Aufgaben stehen, ihn sich in großen Konzerten und Oratorien entfalten, begegnen dem vollendeten Kammermusikspielei und Liedbegleiter, Und der Schildern dieses Lebensweges wird über dem Erzählen zum Schwärmer, gefangen von dem Adel des M e n s c h e n Walter, seiner Größe, seiner Güte, dem er die Offenbarung des Schönen, Erhabenen und Anmutigen in einer oft verdunkelten Welt dankt, — Lotte L e h m a n n huldigt dem unvergleichlichen Begleiter ins Reich der Harmonie; Thomas Mann, Sihmeidler Neu — Karlsbader Oblaten ein. Herstellung Nordstr. 25, frankfurter Str. 11, Tel. Nr. 2SS 68 der gleichaltrige Freund, verrät ein gut Teil seiner selbst und seiner Hf/'fhtmg zur?,iu»ik, während er w/-«it«>r« ,„;; jL( LUualuj auizuuecken sucht. Stefan Zweig endlich, der Meister di s Wortes, zeigt in seinem Beitrag „Kunst der Mingabe" mit tiefem Verstehen die innersten Triebfedern von Walters Wirken und Wirkung auf, seine Bereitschaft zu selbstlosestem Dienst an fremdem Vv erk, rühmt die universalische Bildung, die Aufgeschlossenheit für die Kunst schlechthin, und bekennt seine warme Liebe zu diesem Manne, dessen Oesicht „in Gegenwart der Musik zu strahlen beginnt, wie der Lngel Antlitz, wenn Gort sie anblickt". Schöne Bildtafeln sind dem Buche beigegeben. ea. Jccheskel Kotik: Das Haus meiner Großeltern. Aus Kotiks jiddisch verfaßten Lebenserinnerungen übersetzt von Leo Hirsch, ßu- .....eherei des Schocken-Verlages Nr. 64. Vor dem Kriege erschien bereits der erste Band der Lebenserinneningen Kotiks, eines einfachen russischen Juden, der sich in verschiedenen Gegenden des heutigen Polens und Rußlands in verschiedenartigsten Berufen versucht hat und als Cafetier in Warschau 1021 starb. In diesem Bändchen ist die besonders reizvolle Schilderung des großelterlichen Hauses gebracht, in dem die Menschlichkeit einer überlegen-gütigen Großmutter der Despotie des üemeinde- und Familienoberhauptes die Waage zu halten wußte. Der Leser erfährt überraschende Einblicke in das öffentliche und private Leben der Zeit. Bevorstehende Veranstaltungen lü. August: Einladungssportfest für mitteldeutsche RJF.-Sportvereine auf dem Scnildplatz. 22. August: Gcscllschaftsabend anl. 2jähr. Bestehen des Sportverein Schild im Schloßkeller, Dresdner Straße. 23. August: J. S. V. Bar Kochba: Leichtathl. Jugendmeisterschaften des Deutschen Makkabikreiscs auf dem B. K.-Platze. 23. August: Jubiiaumsspiele auf dein Sportplatz Thekla. 27. August: Jüd. Kulturbund: Kammermusikabend des Mcndelssahn- Trios Leipzig. 29. August: Lastmann: Messc-Gesellschaftsabend mit buntem Künstlerprogramm. 30. August: J. S. V. Bar Kochba: Sportfest der jüdischen Jugendbünde Leipzigs auf dem B. K.-Platze. 30. August: K. A. E.: Kacarett. Der schiefe Spiegel, Berlin. 31. August: Reichsbund jüd. Frontsoldaten: Messeabend. i. Septbr.: Jüd. Kulturbund: Gastspiel des Hamburger Kulturbund- Theaters: 1 ageszeiten der Liebe. 21. Septbr; Jüd. Kulturbund: Dr. Max Osborn, Berlin: Judendarstellungen in der Kunst. 10. Oktober: Jüd. Kulturbund: Schubert-Abend des Leipziger Mendelssohn-Trios, u. a. Forellen-Quintett. 22. Oktober: Jüd. Kulturbund: Gastspiel des Hamburger Kulturbund- Theaters: Dame Kobold. 9 Konzert und Theater Jüdischer Kulturbund: Biedermeier Abend um Meyerbeer. Wer gefürchtet hatte, auf dei Juli-Veranstaltung des Kulturbundes allzu salzarme Sonunerkost vorgesetzt zu bekommen, wurde angenehm enttäuscht. Wir sahen eine hübsche geschmackvolle Bild-Montage, und wir verstehen, daß solch künstlerische Unbekümmertncit, die Wörde und prätentiöse Zopfigkeit des „seriösen" Piugramms frisch in "den" Wind"'schlägt, aus der Not unserer Zeit geboren ist. So darf der Chronist Beckmessers Tafel getrost au die Wand lehnen und mit Fassung ertragen, daß das eine oder andere Bild nicht recht in den Rahmen paßte. Diesen Rahmen hielt Camilla Spira. gleich charmant in Erscheinung und Gcslc, in Wort und I on, und half ihn da und dort mit Gesprochenem und Gesungenem füllen. In ihm bewegten sich Elsa Koch-Stabinski (Sopran), vorzüglich in Technik und Vortrag, und Wilhelm Guttmann, ein nicht nur in allen Sätteln gerechter Bühnenbariton, sondern auch ein Liedgestalter großen Formats. So überstieg die Wirkung seines edel gesungenen] „Königs in Thüle" (Zelter) die seiner mit höchster Virtuosität gegebenen Arien (Figaro aus Rossinis „Barbier" und die allerdings kaum mehr erträglichen Arien Meyerbeers) um ein Tiefes. Und als ruhender Pol saß am Flügel Erna Klein und barg die Gaben der Säuger in ihren behutsamen Händen. — Auf dem Programmzettel gibt der Kulturbund bekannt, was er für die kommende Spielzeit plant, und man muß zugestehen, daß diese Aufzählung, die sehr viel an guter Musik, Theater, Unterhaltung und etwas schüchtern noch an Jüdischem verspricht, imposant ist. Man kann nur wünschen, daß all diese Blütenträume reifen und daß ein Zustrom neuer Mitglieder die hierfür notige (trundlage des Bundes festigen hilft Dr. R. Sport vom Sonntag' Das war ein mageres Programm, — obwohl das Wette.mannchen sich alle Mühe gegeben hatte. Ruhe vor dem Sturm-; denn morgen geht die Zeit der großen Ereignisse an. An». ü«r seht