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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-03-06 · 10 (6.3.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
10 (6.3.1936)
Date
1936-03-06
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOFMEINDE ZU LEIPZIG 6. März 1^36 reiches Leben: jähre einer durch das Alter auferlegten Untätigkeit können durch diese innere Schau einen so schönen Reichtum be sit/en, daß auch sie als wertvoller Lehensabschnitt empfunden und genossen werden können. Dieser Gedanke, der aus dem Buche ZU uns spricht, hat ihm wohl auch in England und Amcnka seinen beispiellosen Erfolg verschafft. Morgenstern, Sorna: Der Sohn des verlorenen Sohnes. Ein jüdischer Roman. Berlin |1935J (Erich Reil! Verlag). Unter dem nicht sehr glücklichen Tjte! „Der Sohn des verloreucn Sohnes" behandelt Morgenstern ein Thema, das in der Romanliteratur schon viele Variationen erfahren hat und das für uns Juden heute von besonderer Bedeutung ist: die Rückkehr des Abtrünnigen /um Glauben der Vater. Aus einer streng ge^etrestreuen Gutsbesit/erfamiüe in Podolien löst sich Jo?se!e, der cfnr c..---• Ins, um auf- Gymnasium zu geben und zu studieren. „Mit »lern Gymnasium beginnt es, mit der Schmad endet es". Dieser Sohn aus frommem Hause, der sich taufen läßt und im Weltkrieg als Oberleutnant fällt, ist der verlorene Sohn Der Vater getauj£. die.. Mutter getauft, er seihs«. k.o!ifescior.3{os,-d. rrdef Sohn"des verlorenen Sohnes! Zu zeigen, wie dieser junge Mensch zum Judentum zurück kehrt, ist die Absieht des Romans. Liebevoll schildert er die Welt, der der verlorene Sohn entstammt, die Welt der Kaftanjuden, verkörpert durch Welwel, den Gutsbesitzer aus Dobronolie. den Bruder Josseles, diese Welt, die sich imponierend manifestiert im Kongreß der gesetzestreuen Juden in Wien. Daneben die Welt der assimilierten Juden, Fritzi Peschek, Josseles Frau, und Dr. Frankl, ihr Freund und zugleich der Vormund ihres Sohnes Alfred. Alfred, der Sohn des verlorenen Sohnes, der bei einem Berliner Aufenthalt stark zionistisch beeinflußt wurden ist und der assimilierten Umgebung entfremdet ist, fühlt sich sofort zu dem frommen Onkel Welwel hingezogen, mit dein ihn der Zufall in Wien zusammenführt. Schnell entschlossen begleitet er ihn nach Dobropoijc. Li kehrt heim auf das Gut der Väter, er kehrt heim zur Religion seiner Väter, und er legt, um «Jen Bruch mit uci Vergangenheit recht deutlich zu bekunden, seinen deutschen Vornamen ab. Der Weg dieses liebenswürdigen, etwas farblosen jungen Menschen ist ohne psychologische Vertiefung geschildert. Wir erleben seine innere Wandlung nicht mit. Ist die Heimkehr so leicht, wie es in dem Roman erscheint? Muli sie nicht erstritten und erlitten sein? In diesem wichtigen Punkt befriedigt der Roman nichi. Plastisch dagegen sind die Charaktere Welwels, des inbrünstigen Beters und des mehr den irdischen Dingen zugewandten Verwalters Jankel gestaltet. Wenige Striche genügen, und eine Nebenfigur wie die treue Haushälterin, die „versorgte Pesje", steht lebenswahr vor uns. Eindrucksvoll und farbig ist die Landschaft geschildert, Welwels sonntägliche Fahrt durch die Dörfer Podoliens, entlang an blühenden Kleefeldern, die wehmütig-süße Kindheitserinnerungeti in ihm wecken. In einzelnen besonders gut gelungenen Szenen steigert sich der ruhige Rhythmus des Buches zu dramatische! Lebendigkeit; die Winternacht im Hause des Rabbi Abba, die Sitzung des Kongresses der gesetzestreuen Juden sind solche Höhepunkte der Darstellung Aber troti all dieser Verzüge Vviiü man bei dem Buche nicht recht warm. Unwillkürlich drängt sich der Vergleich mit Gerson Sterns „Weg ohne Ende" auf, und man möchte meinen,' dieser Roman sei mehr mit dem Herzen, , der von Morgenstern mehr mit dem Kopfe geschrieben. Er interessiert, er ist lesenswert, aber er hat nichts Bezwingendes, nicht Hie aufrüttelnde Kraft Hie wir bei einem jüdischen Roman besonders wünschten. Dr. Helene Nathan, Berlin. Sport-Vorschau. (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Wenn alles in den letzten Tagen von der Frühjahrsmesse beherrscht wurde und noch wird, und das erste dieser beiden Zauberworte vor allein unsere Gedankt»!! etwas hoffnungsficudigei stimmt-, warum xoiiten sich da nicht auch mit dem Anfang des Lenzmonates die Sportvereine mit vollen Segeln in die Frühjührwaison stürzen! Nur «rh^int für den muigigen;>onntag schon etwas „zu viel des Guten" los zu sein, aber man soll ja bekanntlich seine Mitmenschen am Purim mit zwei Arten „Genießbarem" erfreuen und Harum gibt's weh! auch Fuß- und Handhallspiele in Hülle und Fülle. „Bar Kochba" fährt gar mit 7 Mannschaften auf, nach »einer und des Platzes langer Ruhepause ist's fast noch zu wenig. Fünfmal geht's gegen „Hagihor" Berlin, die beiden restlichen Treffen steigen gegen „B.K." Dresden. Im Fußball treten die I. Herrenelf, die Alten. Herren" und die Knaben gegen Berlin in Aktion, im Handball spielen die I. Mannschaft und die Damen gegen Dresden, während die II. Handballer und die Mauels schwierigere Aufgaben zu lösen haben, da sie gegen die 1. Mannschaft und die Damen der Hauptstädter anzutreten haben. „Schilds" Spieltag gilt der jüdischen Winterhilfe, wozu er für drei Mannschaften besonders spielstarke Gegner verpflichtet hat, die man insgesamt zu den besten jüdischen Einheiten Deutschlands zählen kann. Die I. Fußballelf empfängt „Itus" Würzburg, aus dessen Reihe vor allem Herscn 1, der Mittelläufer der deutschen „Makkahiah"-Expedition, hervorragt. Die I. Handballmannschaft und die Damen erwarten „J.S. G. 33" (früher „B. S. ü.") Berlin, jenen sie ja noch aus früheren Treffen manche Tore schuldig «ind. Hoffentiien wissen die Leipziger all das Gebotene' zu schätzen, die Mühe und die Opfer die hinter ihm stehen, indem auch sie mit dem Einsetzen des Frühjahrsbctriebes von einem neuen und stärkeren „Besuchergeist" getrieben werdpn, morgen schon „en tnasse" auf den SjMM Heiden zu erscheinen. Auf dem „B. K."-Platz geht's um Meisterschaft und Punkte, in Thekla für die Armen der Gemeinde!!! Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Schriftleitung: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C 1, walter-BIflmel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa GoMfreund Leipzig Cl, HainstraBe 16, Zimmer 304 Tel. 167 22. Anzeigen eiter: Ernst Ooldfreund, Cichorlnsstrafle?a Tel. 607 Ti rür die Aufnahme vor. Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch aufgegebene Anzeigen wird keine Oewihr übernommen. Druck: Jordan8tOramberg vorm. Druckerei rtcr Werkgemeinschaft, Leipzig, Brüderstr. 19 D. A. IV. 35. 3725. Pr. L. Nr. 5. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeinde* vorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Agudas Jisroel lutfrodgrüppc. Wie in jedem jähre findet auch diesmal" am Purim Minjan mit Krias Megillah im Heim statt und /war: Mauzoe Schahbos um 18,13 Uhr und am Purim um 8 Uhr früh. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Am Montag, d e n 0. März, abends 81/» I ftlf. spricht irr. Saal des r eiix-t joldmann-Heims, Elsterstr. 7, Frau Cäcilie Safran-Lehrfreund, Leipzig, Wiesenstr. 21, über das Thema „Die arbeitende Frau in Palästina" (a n Hand von Lichtbilder n). Sämtliche Mitglieder der Zionistischen Vereinigung sind hierzu ergebenst eingeladen. jüdischer Frauenbund Ortsgruppe Leipzig. Da die Zeitverhältnisse es ergeben, daß unsere Veranstaltungen nur in grollen Zwischenräumen stattfinden, haben wir besonderen Wert darauf gelegt, unseren Mitgliedern einen wertvollen Abend zu bieten. Fräulein Dr. Hildegard Böhme, Berlin w 15, Emser Str. 42, spricht am 18. Mär/, 20* ._. Uhr, im Jugendheim, Elsterstr. 7, über „Die jüdische Frau in Beruf und Hei m". Frl. Dr. Böhme, die in interkonfessionellen Organisationen an führender Stelle gestanden hat, ist eines der fähigsten Mitglieder des Hauptvorstandes im Jüd. Frauenbund. Sie leitet die Gruppe der berufstätigen Frauen und ist Fürsorgerin des Provinzialverbandes für Jüdische Wohlfahrtspflege in der Provinz Brandenburg. Wir hoffen auf recht zahlreiches Erscheinen unserer Mitglieder; Gäste willkommen! Keren Hajischuw Leipzig. Die diesjährige Adar-Aktion für Erez Jisroel hat bereits begonnen. Wie alljährlich hat die Palästina- Zentrale ein Preisausschreiben vorgesehen, an welchem diejenigen, die mindestens RM. 25,— sammeln, beteiligt sind. Der 1. Preis bei einem Sainmelergebnis von RM. 100,— ist eine Reise nach trez jisroel ( Sehiffskarte für Hin- und Rückfahrt inkl. Bett und Verpflegung). Die Verlosung der Preise findet am 7. Nissan 30. Mär/ in Frankfurt a. M Aü: nähet tut Deiaiis über die Verlosung sowie auch die zu gewinnenden Preise sind im Heim der Agudas Jisroel, Färberstr. 0, ersichtlich. Wir bitten, unseren Helfern die Tätigkeit zu erleichtern und verweisen insbesondere auf unseren heutigen Aufruf an anderer Stelle dieses Blattes. Sportverein . Schild" Leipzig. Geschäftsstelle: Kleine Fleischerrrj;n|j=i gasseSAII. Tel. 14368. >r0KT Am Sonntag, den 8. März, wird die abgesagte I DJ C Winterhilfsveranstaltung nachgeholt und die bereits vor v^M *) 14 Tagen gelösten Eintrittskarten haben Gültigkeit. Allen \z unseren Sportkameraden und -Wameradinnen machen wll es zur Pflicht, den Spielen auf unserem Sportplatz in Thekla beizuwohnen. Vormittags: Spiele des Knaben-Fußball-Turnierr«. o I Ih i Hi Ij.ji) Uhr: j.S. G. Damen — Schild Damen. Ii) Uhr- J.S.Q. I. Häiidbalimannschaft — Schild 1. \t Uhr: „Itus" Würzburg — Schild I.Fußballmannschaft. Das Handballsniel der ersten Handballmannschaften leitet unser Sportkamerad Leo Schmitfewftz, die Leitung des Fuüuaiispieics hat der bekannte internationale Schiedsrichter Moritz Fuchs, Kot-Weiß, Leipzig, übernommen, Jüdischer Sportverein Bar Kochba Leipzig e.V. Eigener Sportpark: Leipzig-Eutritzsch, Dübener I andstraße. I urnamf^r^m halle: Leipzig Cl, Gustav-Adolf-Straße i Achtung Keilbertrfahrt! Die Fahrt findet am Fieitag, den!J. Mär/ statt. Sämtliche Teilnehmer treffen ^^^J^sieii Dienstag, den 10.3.36 pünktlich um 8 Uhr in dci Geschäftsstelle. Einladungen ergehen nicht. Am Sonntag, den 8.3.36, finden auf dem Platze mehrere Fußball- und Handballspiele stall. Zu Gaste sind Hagibor-Berlin mit 5 Mannschaften und Bar Kochba-Dresden mit zwei Handballmannschaften. Die Spiele beginnen um 10 Uhr vormittags, Hauptspiele um 14,30 Uhr. Ein besonders interessantes Spiel verspricht das Spiel der I. Fußballmannsch. gegen Hagibor I ZU werden. Makkabi Chug im Hechaluz. Unsere Sichah findet am nächsten Montag l/fi Uhr im B. K.-Bino statt. Der Iwritkursus beginnt am Mittwoch, den 11.3. Ort wiid noch bekanntgegeßen. Schachabteilung. Morgen, Sonntag, den S.März, I4*/| bis 18*/| Uhr Wettkampf Dresden — Leipzig an 10 Brettern im Felix- Goldmann-Heim, Elsterstraße 7. Gäste herzlich willkommen. oeiiiiei Ii.

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