Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 7 (14.2.1936)
- Date
- 1936-02-14
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ftcite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 14. Februar 1936 sichcrungsrecht, Wohlfahrt»- und Jugendrecht, Staatsangehörigkeitsrecht, Äuswanderungsrerht,' Aus1iinnVfr«'cht. Iii ihrem ersten Teil wira:ÖTe Schrift die Vitr die jüdische Arbeit wichtigen Grund/ügc und leitenden Oedanken dci gesetzlichen Bestimmungen klarlegen und diese durch praktische Beispiele veranschaulichen. Der /weite Teil wird den Andruck der gesetzlichen Bestimmungen im Wortlaut bringen und als „Loseblattausgabe'' ständig auf dem Laufenden gehalten werden können. Die Schrift soll dem jüdischen Sozialarbeiter, dem jüdischen KcchKlind AV irtschättsTieratcr," dem jüdischen Arbeitnehmer sowie dem Handel- und Gewerbetreibenden ein zuverlässiger Ratgeher sein. Für jeden, der sich mit den einschlägigen f ragen zu beschäftigen hat, wird diese neue Veröffentlichung daher unentbehrlich sein. Bestellungen' suf die Schrift /um Subskriptionspreis von broschiert je Exemplar RM. 2.—, Loseblattform je Exemplar RM.3.— nimmt entgegen die Reicftsvertrehing der Juden Iii Deutschtand, Abt. Zentralwonlfahrlssteile, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. i58. Von der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" zu Frankfurt a M. Das Sommersemester an der unter Leitung;, des Herrn Oemejnderabbiner Dr. Jakob Hoffmann stehenden Rabbinischen Lehranstalt „jeschiwa" beginnt am Donnerstag den I. Jjar f23. April)). Anmeldungen für alle vier Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Unter-, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen, müssen jedoch bis spätestens 1. April eingereicht sein. Der Unterricht erstreckt sich auf: Pcutatcuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum, Mischna, Talmud mit Kommentaren, Decisoren, Hebr. Grammatik, Neuhebräisch (Lektüre und Konversation), jüdische Oe> schichte und Palästinakunde, für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben und Tunglinge aufgenommen, die nur geringe Vorkenntnisse in den jüdischen Fächern be¬ Bitzen. Anmeldungen mit genauen Altersdaten und Zeugnissen über jüdische Vorbildung und religiöse I ehensführiing sind .-in da« Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Frankfurt a M., Theobald-Christ-Stralie (), zu richten, welches /u jeder näheren Auskunft gerne bereit ist. Nachricht des Sozialamtes. Die Rechtsberatung im Sozialamt hat der bisherige Rechtsanwalt und Notar, Hen Willi Nemann, ab 5. Februar l()'Jb übernommen. Er hält Sprechstunden ab: Montag und Donnerstag von 10—13 Uhr. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Stundenplan für die Woche vom 16. bis 22. Februar 1936. Sonntag: 9 Uhr früh Woskin- 1 - (Heim). — 20.3U Uhr Oppenheimer - 11 - (Sehulturnhalle). Monlag: IS Uhr Wartenberg -18- (Schule). — 19,30 Uhr Neumann - 19 - Anfänger A (Schule). — 21 Uhr Neumann - 19 - Fortgeschrittene A (Schule). - 20 Uhr Bieberkraut - 20a - (Schule). 20 Uhr Platzer - 22a - (Schule). — Dienstag: 20 Uhr Leopold . 15 - (Schule). - 20,30 Uhr Neumann - 19 - Fortgeschrittene B (Schule). — 19,30 Uhr Woskin - Talmud - (Ptattenuorter Str. 4). Mittwoch: 20 Uhr Notlimann - 12 - (Schule). 20 Ulu Schereschewsky - 10 - (Sozialamt). — 18 Uhr Wartenherg -17- (Schule). — 20,15 Uhi Neumann -19- Fortgeschrittene C (Schule). - 20 Uhr Bieberkraut - 20b - (Schule). — Donnerstag: 20,30 Uhr Neumann - 19 - Anfänger B (Schule). — 20 Uhr Dipl.- |/„Ln ni /C .l.,-1 .\ 01, t n i , * * .viiii. iwuii - -i - ^ouiuic), — tAt vjiii i uu/ei - .:_a - rdClIUlCj. — Sonnabend: 20 Uhr Markowic/ - 9 - (Sozialamt). Kurs 3. Der vom üemeinderabbiner Cohn angekündigte Kurs „Ethik des Talmud" muß leider in diesem Lehrabschnitt ausfallen. Die bezahlten Hörgebühren werden den Hörern wieder zugestellt. Bevorstehende Veranstaltungen Meß-Woche: Bar Kochba: Groß-Boxabcnd. ri'iirnar« Schlltl**" V crjnststtiing V!! ,|.ir> '/nrrttncT^n.. ."^ ~" iTi.I 1WJ Wurzburg und „Hcivetia", Berlin ruß- und Handball ecgen den Leipziger ..Schild". 26. Februar: Jüdischer Kulturblind: Dcla Lipiuskaja. 22. März: Collegium musicum: Synagogen-Konzert. Neue Bücher Philo-Lexikon, Handbuch des jüdischen Wissens. 3. Auflage (22, bis 26. Tausend). Berlin 1936 (Philo-Verlag.)?<«■■»!n jedem Monat der 3. Auflage des Phdo-Lcxikou». Als der Philo-Verlag im Frühling vorigen Jahres als Nachdruck das 15. bis 21. Tausend seines Lexikons ankündigte, konnte er bereits darauf hinweisen, daß dieser Nachdruck vermehrt und verbessert worden sei. Nun erscheint ein Jahr nach der Auslieferung des ersten Exemplares das 22. his 2f> Tausend als um 10 Spalten vermehrte Neuauflage. Drei Dinge waren es vor allem, die für die Neuauflage berücksichtigt wurden; Der Hebräische teil wurde entsprechend der immer größeren Bedeutung, die dieses Gebiet für das europäische Judentum erhält, erweitert. — Der statistisch-geographische I eil wurde um die bisher noch fehlenden Hauptstädte und Staaten der Welt, um mehrere Tabellen und eine Karte erweitert. So findet man z. B. jetzt neu den Zwergstaat Liechtenstein und den jüngsten Staat Mandschukuo. Die Palästinakai le wurde neu gezeichnet und im Vielfarbeudruck, der auch die Höhenunterschiede erkennen läßt, eingefügt. — Die SamtncIstichworte, die eine Gesamtschau jüdischer Leistung auf bestimmten Gebieten ermöglichen sollen, winden erweitert: Sozialpolitiker, Sprachwissenschaftler und die Dozenten der Universität Jerusalem stehen neu neben den neu bearbeiteten Abschnitten Astronomen, Botaniker, Chemiker, Physiker. Die Liste der Mediziner, die Tabelle zum Stichwort Film, der Artikel Sport wurden nach diesen Gesichtspunkten der Zusammenschau völlig umgestaltet. Große Artikel § w,.\, ,.UiUi ,..,.!,.. t>... völlig ', .(Mlutoxdieust' würden in neue Forin. ii gebracht. — In zahlreichen Fällen wurden die Jahrcsdaicr. um die genauen T a g e s daten ergänzt. Die neuen Illustrationen sollen da* Ziel, durch sie einen Überblick über das jüdische Kunstschaffen von den Anfängen, bjs zur Gegenwart ■/» geben, weiterhin fördern. Porträts der Sängerin Pauline Lucca, des Malers Max Fabian, des Dichters Franz Kafka, wechseln mit dem Bild einer dänischjüdischen Familie aus dem 19. Jahrhundert oder dem Gemälde „Synagoge" von Rybak, dem Blatt, das -K) Karikaturen auf Disraeli vereinigt. Im Vorwort zu dieser 3. Auflage sagen die Herausgeber, sie sei „durchgesehen, ergänzt und erweitert". Nur wer sich die Mühe macht, diese Auflage mit der ersten zu vergleichen, wird ermessen können, welche Unsumme von Neuarbeit von allen Mitarbeitern geleistet wurde, um ohne Sprengung des gezogenen Rahmens doch vieles von dein neu aufzunehmen, was die Leser aus aller Herren Länder vermißt hatten. Ober 1000 Zuschritten zeigen, wie sehr sich die Besitzer des Handbuches mit ihm verbunden fühlen. Keiner von denen, die die erste Auflage besitzen, wird es bereuen, wenn er auch die dritte erwirbt. Camilla Spira: Kennen Sie Peter? Berlin 1936 (Vortrupp-Verlag). Einige anziehende Plaudereien, in denen die bekannte Schauspielerin in temperamentvoller Form von den „Heldenstückchen" ihres Sohnchens berichtet. Es sind Beispiele jener belustigenden Äußerungen junger Menschenkinder, die in ihrer echten Kindlichkeit und Unbekummertheit bisweilen den Erwachsenen nachdenklich machen, immer aber gerade wegen ihrer Natürlichkeit reines Lachen hervorrufen. Was hier erzählt wird, ist gewiß nichts Außergewöhnliches; Ähnliche, haben wohl fast alle Eltern aii lluctl Kiudcrn beobachtet. Und doch freut man sich des Büchleins, weil halbvergessene Frlebnisse wieder erwachen. C. Max Samter: Das Erdbeben. Abenteuer einer Liebe. Eine Erzählung. Berlin 1936 (Vortrupp-Verlag). Der Untertitel ist doch etwas irreführend. Erzählt wird, wie zwei junge Menschen, noch Kinder, einer erwachenden Neigung kaum bewußt, das grausige Erlebnis eines Erdbebens zusammenschließt: was ahnendes Gefühl war, gestaltet das Schicksal zum festen Bande. Abenteuer einer Liebe? Ach nein, weit Tieferes: wie im Traume, in naiver Selbstverständlichkeit folgen beide einer Bestimmung, die sie verbindet, ohne daß sie das Ungeheure, das da in ihr Leben getreten ist, in seiner ganzen Tragweite verstehen. Mit dichterischem Schwung wird das gezeichnet. Fast benimmt den Atem die ans Unwirkliche grenzende Sicherheit, mit der der Junge in den Trümmern das Madchen sucht, sie an die Hand nimmt und mit sich ins Freie führt. Diese jungen Menschen — symbolhaft für unsere heutige Lage — werden ihre Zukunft mit der gleichen Sicherheit bauen, mit der sie unbekümmert den Weg aus dem Zusammenbruch her niw betreten haben. —n. Konzerte Konzert Collegium musicum. Im Konzert des Collegium musicum am 22. mäiz wirken mit die bekannte Pianistin Tanja ZUnser- U r y und die Opernsängerin Edit Maerker. Orchesterwerke von Locatelli, Pergolese, Bach und Händel. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter D e k a.) (Wegen Raummangel verspätet. Bericht vom 2. Februar.) w/:;»..-..„.i - »• Hill V Ii V. — 1,4.*... P. III iv t. JU mfa? die ..ältere" Generation am «Jen ■ .all LiKt *. ttdMtt —! mt*m idca.eu LHÄiMkYintdHutääe, weutgsicua uie jugeuu etwas nervor, um diese freien Stunden doch nicht so ganz, „sang- und klanglos" ohne Sport vorbeigehen zu lassen. Für Tic „Schild"-Knaberi lag die Bedeutung ihrer Begegnung mit „Esra" in dem Beginn des mit diesem Treffen beginnenden Fiißballturniers, in dem sieh acht Mannschaften nunmehr für einige Zeit allwöchentlich gegenüberstehen, um durch Punktwertung schließlich die beste Elf zu ermitteln. Der Anfang war allerdings für sie wenig verheißungsvoll, da sich „Esra" mit 3:0 die ersten beiden Punkte holte. Vorher mühten sieh zwei Jugend-Handbaiimannsciiaiten auf dem bereits ooen geschilderten Spielfeld redlich I ab, hierbei gelang „Schild" gegen den sehr aufopfernd spielenden I „Misrachi" ein 4:0, beinahe wäre es ein 4:1 geworden, aber der 2 Ball nimmt oft einen anderen Weg als den ihm „leise" zugeflüsterten. I „Bar Kochba" entsandte eine ziemlich starke Expedition zu den | „Makkabi- -Tischtennis-Meisterschaften nach Berlin; leider fehlte ihm | dabei weh! seine stärkste Stütze, da Schnieder für seine „Harb | scharah" seit einiger Zeit Leipzig verlassen hat. Mit ihm wäre vielleicht der große Wurf im gemischten Doppel geglückt, Goldstaub- Chajutin schaffte es dennoch gegen die Berliner Schatzow-Vorschirni auf den zweiten Platz. Der hiesige üoldstaub holte sich in einem wunderbaren Spiel den Sieg der Klasse B, und Frau Baum belegte im Damen-Einzel den zweiten Platz. Bei dieser Meisterschaft um den kleinen weißen Ball ging dieses Mal „Bai Kochba" Frankfurt vor „Hagibor" Berlin als Mannschaftssieger hervor. (Bericht vom 9. Februar.) Warum soll man einen Sportbericht nicht auch einmai mit dem beliebten und gerade nicht unbekannten Thema über das Wetter beginnen! Sie beide passen doch so schön zusammen- und für die