Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 14 (7.4.1933)
- Date
- 1933-04-07
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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7. April 1933 ' 'KMKIM »EBLATT DER ISRAELITISCHEN KELKIIONSOEMEINDE VA) LEII'ZIC Seite 5 ■ I ■! Bücher bei mm Buchhandlung ■ M.W. Kaufmann ■ Brühl 8. m ■ I ■ Die Zahl der .luden in der Türkei. Laut der neuesten Mitteilung es staatlichen statistischen Amtes der Türkei widmen in der heutigen 'ürkei 81872 .Inden. I'ie größte jüdische Gemeinde in der Türkei, die n Konstantinopcl, ziihlt Mi (198 Seelen, die zweitgrößte.- die in Smyma 16 501, die drittgrößte, die in Adriiinopel (i()9t( Seelen. In Konstnniin>|iel machen die .luden 6,76%, in Smyma iü,">3% iler Geeamtein- Aohnerechaft aua. In der Türkei gibt es heute 22 jüdische Schulen nii; nsgesaml .">74i; Schülern. (JTA.) Neue Bücher. Jacob Benaya. Ein Lebensbild in Briefen. Herausgegeben von Michael l'raciikl-1. Breslau l!t.»2. Verlag von M. & II. Marcus. — 172 Seiten. — Preis Reh. HM. t.sn. Der Kampf um die Gleichberechtigung der Juden hat eine objektive und eine subjektive Seite. Nach dem Grundaatae der Gleichheit .iiier, die Menachönantliti tragen, muß auch den Juden die volle Kcehtssmanoipation gewahrt werden, mögen sie sein, wie sie wollen. Der Jude selber freilich wird diesen selbstverständlichen Anspruch durah den Nachweis seiner seelischen und kulturellen Gleichstrebigi.eit zu untermauern trachten. Im Kampf um die Freiheit und Gleichheit wird es darum immer zwei Richtungen geben; Die Forderung der iu&erUehen Anerkennung durch Verfassung und Gesetz sowie die stille Kulturarbeit im (leiste innerlicher Stärkung und Einfügung. Es ist nur allzu natürlich, da Ii den Kämpfern der letzteren Art, deren Lebensweg fernab von der lauten Welt der Politik führt, jene \uerkcnnung nicht zu teil wird, die ihre Leistungen verdienen. I hink -(•duldet darum die Welt des Geistes «lern Breslauer Forschet Michael Eracnkel, daß er da.- Andenken von Jacob Ber ayfl wieder erweckt bat. der in seinem Lebenswerk in geradezu klassischer Form den Kampf der Juden des neun sehnten Jahrhunderts darstellt. Bin Hauch der Reinheit und der Würde geht von diesen iilfittera aus, mal auch unseren Tagen sollte ihre unaufdringliche aber nabweisbare Lehre eingeprägt werden, daß an dem inneren Adel der '•islung und der Gesinnung auch wildester Haß, gemeinstes Unrecht lind verbohrte Hückschrittlirhkeit zerschellen müssen. Fraenke] bat einen würdigen und wirkungsvollen Weg der Dar- '•llung gewählt. Nach einein kurzen und packenden Lcbcnsumriß ler besonders der Entwicklung des Gelehrten und Menschen gerecht ird, hißt er Bernaya und -einen Freundeskreis in ihren Briefen Iber sprechen. Briefe sind aus dem Leben heraus empfunden undi •rfnßl. sie atmen wahres Leben wieder. Zumal wenn sie aus der stilleren und weniger von Hast und Unruhe erfüllten Zeit der Mitte iles neunsehnten Jahrhunderts stammen! Damals — noch galt es die ilie nivellier'Ilde und gefühllose Schreibmaschine nicht — legten di<» Menschen noch etwas von ihrem wahren Wesen in ihre Briefe. Und iis diesen Schreiben ersteht vor uns das Bild einer echten Jüdischen •rsünlichkeit, eines streng gläubigen Juden, der trotzdem milde und rständnisvoll auch anderen Religionen und Anschauungen gerecht ird, eines Gelehrten, dem wegen seines Judentums grausames Unreel l ■ •Uni wird, und der noch mit würdigem Proteste im Vertrauen auf len Sieg der Vernunft auszuharren verstand. Es sind die besten deutelten Männer, die wahrhaften Vertreter deutscher Kultur, mit denen lernayS in Briefwechsel stand, und man braucht nur die Namen Paul Heyne, Theodor M o m m s e n . R11Se h ei, B u n,s e n , Cur- Ina zu nennen, um jene Zeit vor seinem geistigen Auge auferstehen : lassen, da noch die besten Geister I >eutschlands den Idealen deusgleieh- und «ler Nächstenliebe, der Schätzung der Persönlichkeit nhne Ansehen der Abstammung und des Glaubens dienten. Gemeinde-Versammlung Sonntag, den 9. April 1933, vormittags 1O.30 Uhr pünktlich im großen Saal des „KÜnstlerhaUS" am Nikisdiplatz Thema: „Die Schicksalsfunde des deutschen Judentums" Referent: Dr. Alfred Jacoby Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Ortsgruppe Leipzig. Der ungestörte Verlauf der Versammlung ist gewährleistet. Jacob Bernays Lebensschicksal ähnelt dem e inos Zeitgenossen Gabriel Rießer. Beide wurzelten in Judischem Hoden, beide empfanden In ihrer Art die (Iröße des Judentums, beide litten in ihrer Jugend wegen ihres Glaubens, beiden gab eine spStere Zeit Genugtuung für die Unbill, die sie erlitten hatten. Beide aber wirkten aus Bewußtsein ihrer engen Verbundenheit mit deutschem (leiste und deutscher Kultur. Rießers Lebenswerk, der In der großen Politik stand und den Kampf um dat~ äußere Hecht führte, ist naturgemäß im Andenken der Welt lebendiger geblieben als das des klassischen Philologen Jacob Bernays, dessen wissenschaftliche Arbeiten die Interessen weiterer Kreise nicht berührten, dessen zurückhaltende Gulehrtennatur den Lärm der Politik nicht lieble. Cm so dankbarer muß man Michael Fraenkel sein, daß er ihm ein SO schönes Denkmal setzte. lud dem Buche, das weil über dem Rahmen einer bloßen Lebensbeschreibung hinausgeht und ein Stück deutscher und jüdischer EntwicklungS' geschiente im neunzehnten Jahrhundert wiederspiegelt, sei weiteste Verbreitung gewünscht. Dr. Felix Colomann. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Keligionsgemeinde zu Leipzig. Schriftleitung: Oemeinder.bbiner Gustav Cohn. Leipzig C 1, Löhrstraße 10,111. Anzeigen: Verlag Elsa Ooldfreund, Leipzig O 5, CichoriusstraBe 2a. Druck: Gebr. Oerhardt, Leipzig S 3, Bayrische Straße 63. Anzeigen-Vertretung in Berlin : M. Badasch, Neukölln, Sanderstr. 24. Tel. F. 2. 1925. Wichtige Mitteilung. Verschiedene Einzelhandelsgeschtfte, besonders solche, die auch noch an Schabbos ei Jontow schließen, sind ihrer Art nach fast ausschließlich auf jüdische Kundschaft angewiesen. — Zu diesen gehört die B u 0 h h a n d I u u g M. W. Kaufmann. Brühl s. Tel. 28009, die bekanntlich neben jüdischer Literatur und Ritualien auch allgemeine Literatur (schöngeistige und wissenschaftliche) in großer und reichhaltiger Auswahl unterhält, nicht Vorrätiges rasch, oft innerhalb weniger Stunden, besorgt und gern frei Haus liefert. Zur heutigen, besonders schweren Zeit ist es - abgesehen, daß es im Interesse jedes einzelnen Livers des Gemeindeblailes selbst liegt. — Pflicht, eine jüdische leistungsfähige Firma wie die or- Wähnte zu bevorzugen und seinen gesamten Hüchel bedarf daselbst IU decken. Kraftfahrer! Tankt beim Großtank Meßplatz am Frankfurter Torhaus. lenstrigea freuudl. Zimmer; er sofort zu vermieten. Grftnberg, Albertstr. 8 III L Jung. Maurermeister fühlt le Maurerarbeiten aus. Über- Mhme von Hausverwaltungen. Offerten unter Ghiffrc L. 14 b< i M.W. Kaufmann, Brühl 8. Tätiger Teilhaber n;it Kapitaleinlage für Ix'bcnsniittclgroßhandcl gesucht,Kundnnkms und besten Gewinnchancen vorhanden. Off. unter K.14M.W.Kaufmann.Brühls Bucha junges Madchen per ■ofatt für Kontor und Schreibmaschine. "Herten unter Chiffre K 14 •fi M. W. Kaufmann, Brühl 8. * Sonder-Angebot! —C Ausgesuchte große Landeier St. 9 Pfg. *u(fÄ Extra große Enteneier St 8 Pfg. U\ Auslandseier von 6 Pfg. an Eler-Sp eiialg eschäft A. 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