Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 29 (2.12.1932)
- Date
- 1932-12-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 0 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REL10IONSOEMEINDE ZU LEIPZIG 2. Dezember 1932 angesetzt. Die Tagesordnung wird noch durch Anschlag Im Helm bekanntgegeben. Mitgliedsbücher sind zwecks Buchkontrolle mitzubringen. Jüdischer Jugendhund ..Franz Rosenzweig", Leipzig. Mittwoch, den 7. Dezember, spricht Herr cand. phll. Burgk über „Die Entstehung des Talmuds". — Donnerstag, den 8. Dezember, Heimabend: „Französische Konversation". — Freitag, den 9. Dezember. Freltagabendfeier. Leitung: Herr Oberkantor S. Lampel. — Sonnabend, den 10. Dezember. Vortrag unseres Landesverbandsvorsitzenden Ephraim Gansberg. — Die Veranstaltungen beginnen pünktlich 20.45 Uhr. Zu sämtlichen Veranstaltungen sind Qäste herzlichst willkommen. Jüdischer Sportverein Bar Kochba e.V. Heim und Geschäftsstelle: F.lsterstr. 7. Eigener Sportpark: Dübener Landstraße, Straßenbahn 14 und 16. T i s c h t e n n i s a b t e 11 u n g. Da der Tschechenstart für Leipzig leider in letzter Minute abgesagt wurde, veranstalten wir am Mittwoch, dem 7. Dezember, 20 Uhr, im Künstlerhaus, Nikischplatz, einige internationale Einladungskämpfe der Deutschen Nationalmannschaft mit Madjaroglou, Nickelsburg und Bauer. Ferner beteiligen sich noch der üesterreichische Meister Feher und der Exweltmeister Szabados. — Die Fahrt nach Dresden findet am Sonntag, dem 11. Dezember, statt. Näheres hierüber siehe Aushang im Klubsaal. Der Verband Jüdischer Frauen fUr Palästina-Arbelt plant für dieses Frühjahr eine gemeinsame Palästinareise mit einem Aufenthalt von ca. 20 Tagen im Lande. Die Teilnehmer der Reise werden die Möglichkeit haben, das ganze Land zu sehen und besonderen Einblick in die von den Frauen im Lande geschaffenen Institutionen zu bekommen. Dabei wird kein unbedingter Zwang zur Teilnahme an den einzelnen Besichtigungen ausgeübt werden, so daß die Reise auch für Männer und alle, die Freunde oder Verwandte im Lande besuchen wollen, geeignet ist. Da der ganze Plan der Reise und der Preis von der Zahl der Teilnehmer abhängt, bitten wir um möglichst baldige — wenn auch unverbindliche — Anmeldung zu der Reise an unseren Verband. Berlin W 15, Meinekestr. 10. — Es besteht die Möglichkeit, die Wizo-Mltglieder privat unterzubringen. Wir bitten alle diejenigen, die darauf reflektieren, dies bei ihrer Anmeldung anzugeben. Dienstag, den 13. Dezember, nachmittags 16.30 Uhr, spricht im jüdischen Jugendheim, Elsterstr. 7, Frau Recha Carlebach über das Thema „Wie bete ich un dwie feiere ich die jüdischen Feste mit meinem Thema: „Wie bete ich und wie feiere ich die jüdischen Feste mit meinem Kinde". Gaste willkommen! Mlsrachi-Ortsgruppe. Die Misrachi-Ortsgruppe ist in den letzten Wochen neu organisiert worden. Es ist Waad Hapoel bestimmt worden, der eine aktive Winterarbeit organisieren wird. Es werden regelmäßige Vortragsabende stattfinden. Wir beginnen unsere Winterarbeit mit einem Referat von Herrn Dr. Chononcwicz, Berlin. Der Vortrag findet am Sonnabend, dem 10. Dezember, im Saale des Jugendheimes statt. Verein jüdischer Händler und Reisender zu Leipzig. Der Verein jüdischer Händler und Reisender veranstaltet am 31. Dezember sein diesjähriges Chanuka-Fest im Krystallpalast. Die Festleitung hat keine Mühen gescheut, einen Abend zu gestalten, der in Jeder Hinsicht allen Kreisen gerecht werden soll. Die weit über Deutschlands Grenzen bekannte Berliner Sängerin Maria Rapp-Janowskaja hat ihre Mitwirkung zugesagt. Das hervorragende Tanzorchester steht unter der Leitung des Kapellmeisters Musia Gottlieb. Der Frauenverein Ruth macht schon heute darauf aufmerksam, daß er auch in diesem Winter den seit Jahren so beliebten Tee-Nachmittag mit künstlerischen Darbietungen aller Art am 24. Januar 1933 im Krystallpalast veranstaltet. Alle anderen Organisationen werden gebeten, bei Festlegung eigener Veranstaltungen darauf Rücksicht nehmen zu wollen. Interessengemeinschaft Jüdischer Erwerbsloser, Hierdurch wird bekanntgegeben, daß die Interessengemeinschaft jüdischer Erwerbsloser aufgelöst worden ist. Infolge der schlechten Verhältnisse war es nicht mehr möglich, die Kosten zur Erhaltung des Erwerbslosenheims zu tragen, anderseits war der letztbestehende Ausschuß nicht in der Lage, eine ordnungsmäßige Führung für die Interessen der jüdischen Erwerbslosen einzuhalten. Theater und Konzerte Kammerspiele: Der Geisterzug. Mit diesem geschickt gewählten, ausgezeichnet inszenierten, schaurig-belustigenden Dreiakter von Arnold R i d 1 e y hat die Direktion der Kammerspiele erneut den Nachweis erbracht, daß sie aus dem Kleinen Theater etwas zu machen weiß. Ungemein spannend rollt sich ein rätselhafter Vorgang ab: ein Geisterzug rast in der Gespensterstunde an dem kleinen verlassenen, kanadischen Grenzbahnhof vorbei: wer ihn sieht, muß sterben. Alles trifft ein, so wie der Spuk in den Bewohnern der Gegend geglaubt wird, bis--. Das muß man selber sehen, und man wird bestimmt die Stunden nicht als verloren betrachten, in denen man diesen im Dialog und im Spiel gleich köstlichen Einfall genießt. Günther B o e h n e r t und Ingeborg VV erzlau zeigen erstaunliches Können. Er: ein simpler Amerikaner mit einer launigen Ruhe, die ihn die aufgeregte Gesellschaft langsame Stunden im primitiven Wartesaal mit seinen schlagfertigen Bemerkungen außer sich geraten läßt. Sie: hervorragend in der Darstellung des Wahnsinns, mit dem sie da herumgeistert: und nicht minder echt und überzeugend, als sie im Spiel das Spiel aufgibt und sich als das zeigt, was sie in Wahrheit ist — doch wir wollen nichts verraten, das muß man sehen. Neben ihnen verdienen auch Fritz Christian Boehme und Richard Ungelenk als Ehemänner und ihre Frauen Gertrud Boll und Lore Förster und Fritz F1 enbork als Stationsvorstand alle Anerkennung. Des letzteren Inszenierung und Max Kadens technische Einrichtung dürfen ein gut Teil des lebhaften Beifalls auf sich beziehen. C. ABI.: Gesellschalt der Menschenrechte (Altes Theater). Die Kunststeile der in ihrer kulturellen Arbeit so anerkennenswerten Organisation bot ihren Mitgliedern mit diesem Büchnerstück einen packenden Einblick in das Ringen zwischen Revolution und Reaktion. Leichte Entflammbarkeit, aber ebenso leichtes Zusammenknicken auf der einen, Intrigen und Verrat auf der anderen Seite. Aber hinter dem Fortschritt der Geist der Gerechtigkeit, der wohl vom Ehrgeiz niedergetreten werden kann, aber doch unverkennbar seine Siegesbahn durchlaufen wird. Büchner kann entfachen, aber nicht führen; daran geht er zugrunde; seine Gegner sind stark im Ränkeschmieden, aber ihr Qewlssen kann nur in der Betäubung beruhigt werden. Das Stück Ist in mehr aphoristischen als ineinander verbundenen Szenen aufgebaut und erschwort dadurch das leichte Mitgehen. Dennoch sind eindringliche Teile, die starke Wirkung vermitteln. Alexander G o 11 i n g. ein auf Karriere bedachter Hofgerichtsrat. Peter E1 s h o I z als der Jugendlich stürmende Büchner und Max N o a c k als Spitzel zwischen beiden zeigen bemerkenswerte Gestalten: Holling vorzüglich in Maske, Haltung und Ton; Eisholz, vielleicht das Unreife in Büchner zu stark betonend. Noack wiederum ausgezeichnet im hinterhältigen Doppelspiel. Daneben sind auch die anderen Rollen gut vertreten; der starke Beifall war durchaus verdient. G. C. Neues Theater: Tristan und Isolde. Die Neueinstudierung dieses gewaltigen Werkes (Gastregisseur Otto Erhardt) bedeutete wiederum einen Ehrentag für die Leipziger Oper: sie trägt durchaus Festspiel- Charakter. Festlich die subtile Durchleuchtung des Orchesterparts, wundervoll wie Brecher den ersten Akt abdämpft, um mit dem Fortschreiten des Geschehens die Partitur aufglühen zu lassen. Festlich auch die Besetzung, vor allem in den beiden Frauenrollen; neben der vorzüglichen Isolde von Marga Dannenberg und neben der stimmlich wie darstellerisch gewaltigen Brangäne Lotte DörwaIds hatte Neuberts Tristan stellenweise einen schweren Stand. Packend wie immer Zimmers Kurwenal. und herrlich im Gesang Osterkamps Marke in ergreifender Maske. Das Orchester spielte betörend schön. Dr. R. Herausgegeben vom Voraland der Israelitischen Rellgionagemelnde an Leipzig. Schrift leltung: Oemelnderabblner Gustav Cohn, Leipzig Cl, LehrstraBe 10. III. Anaeigen: Verlas Ernst Ooldfreund, Lelpxl«r O 5. CIchortusstraBe 2 a. Druck: Gebr. JunghanB, Leipzig 0 B, Taubchenwec M. Anaelgen-Vertretung In Berlin: M. Badaach. Neukölln, Sanderatr. 24. Tel. F.». 1025 Neues Möbelhaus In der inneren Stadt Am gestrigen 1. Dezember ist in dem alten Ahlemannschen Grundstück in der Thomasgasse II ein neues Möbelgeschäft eröffnet worden. Neu ist es aller dings nur für die innere Stadt, denn die Firma Möbel-Wachs besteht schon seit Jahren in der Johannisgasse 19/21, wo sie sich bereits einen sehr guten Ruf und eine treue Kundschaft erworben hat. Wer die alten Ahlemannschen Räume in der Thomasgasse gekannt und sie noch vor ganz kurzer Zeit gesehen hat, wird sie Oberhaupt nicht mehr wiedererkennen, denn aus diesem fast ver fallenen Lokal ist in kaum 4 Wochen ein Schmuckkästchen erstanden, wie man es sich schöner kaum denken kann. Heute macht es einen vollkommen modernen Eindruck, und die dort ausgestellten Möbel zieren den wirklich schönen Raum. Die Firma Möbel-Wachs hat stets darauf gehalten. Qualitätsware zn fahren, und bewußt darauf verzichtet, minderwertige Ware ihrer Kundschaft anzubieten. Es ist kein Kunststück, schlechte Ware zu billigen Preisen zu verkaufen, der Erfolg wird höchstens sein, daß die hereingefallene Kundschaft nie mehr wiederkommt. Qerade das gegenteilige Prinzip h?t sich die Firma stets zum ersten Qeschiftsgrundsatz gemacht und sich damit Vertrauen bei ihrer Kundschaft erworben: Zu Kassepreisen eine prima Qualitätsware zu verkaufen und trotz dieser billigen Preise dem augenblicklichen Notstand entgegenzukom men und auch Zahlungserleichterung zu gestatten. Dadurch hat sich die Firma ihre große Kundschaft erhalten, und mit diesem Prinzip will sie sich eine neue zahlreiche Kundschaft in den neuen Räumen erwerben. In 10 Schaufenstern sind ganz moderne neue Oualitätszimmcr. zur Ausstellung gekommen, die kein Interessent vergessen darf, sich anzusehen. Wir wünschen der altbewährten Firma in ihren neuen Räumen recht viel Gluck! Weihnachtsglocken über Leipzig! Diesmal gibt's in den Panorama Künstlerspielen ein echtes, rechtes VolksstOck: „Weihnachts glocken über Leipzig!" von Carl Bretschneider, In dem Leipziger Humor und Leipziger QemUt gleichcrmaScn zu ihrem Recht kommen. Die Direk tion Rudi Gialler. die ia immer den Nagel auf den Kopf trifft und mit dem letzten Operettenschwank „3 von der Zelle" so Uberaus großen Erfolg ernten konnte, macht unserer Stadt mit der neuen großen Weihnachts-Revue quasi ein Weihnachtsgeschenk. In sechs wechselnden Bildern, die uns unter anderm auch auf den Christmarkt führen, rollt eine aus dem pulsierenden Leben gegriffene Handlung ab. in der Scherz und Leid gemischt sind. Aber der geschickte Mixer hat doch verstanden, die kleine Dosis Lebensernst mit einer so großen Dosis sprudelnden Humors zu mischen, daß die Fröhlichkeit bei weitem Ober wiegt und ein befreiendes Lachen alle Dissonanzen des Lebens in einem har monischen Schlußakkord auflöst. Die Hauptrollen sind besetzt mit Rudolf Mälzer der hier schon Heimatrechte erworben hat. und Annemarie de Bruyn, der beliebten Künstlerin vom Leipziger Schauspielhaus, und eine neue Sensation ist die Verpflichtung von Hans Polschcr vom Neuen Operetten-Theater sowie Agnes Delsarto. ehemaliges Mitglied der Städtischen Theater.___ Auf Herrn Architekt Wilhelm Beyer, von dem Sie eine Anzeige in det vorliegenden Ausgabe finden, machen wir noch besonders aufmerksam. Wir möchten nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß Herr Architekt Beyer als verpflichteter Bausachverständiger auch Gutachten in Beleihungs-, Bau- und Mietangelegenheiten erstattet. ACHTUNG! Feinste Wlnterkartoffeln (Industrie), sowie Zwiebeln und Obst liefert billigst Hchard ttora. Pfiffeadert«.' Itr. M C9kOLUiU.t/±lM.I)L(. lOlMiitlllAÄfrMr l\JLliL AAAAHAXMAA. MM%tt/L «/Vr» rrrr«tI^VVt*VxTrrTxIrrrr'lr Irin 'TrrVrrrwrr imnrWTf fifHfft smfo**w** «o» <^$f»<0i>tt*) ') Nettmarkt 9 (Inh. Fl. Jakobtohn — S. Fron*.) Kaufen Sie bei unseren Inserenten Neu-Er Öffnung! Hierdurch eri.ubm w.r u« di, h6n mittei^ung. BOStanrant und Caf6, Original Wiener Küche das wir am Dienatag. dem 6. Dezember a. c, i unter Aufsicht des hiesi Nllrnl «a,laa4a»s»Ra *fttt Tal 19.7A1 eröffnen. Es wird unser eifrigstes Bestreben sein, den uns beehrenden Olsten mit erstklassigem Ken orthodoxen Rsbbinsts WlZsMIlOlBiralUC * »31. ■ 4% M U* Mittags- und Abtndtisch In behaglichen Räumen m dienen. Gleichzeitig empfehlen wir unser Caf< mit eigener Konditorei, Frühstück sowie Schnell Imbie zu Jeder Tageszeit — Mit der ergebenen Bitte um Unterstützung unseres Unternehmens zeichnen wir hochachtungsvoll PS. Wir übernehmen zu samtlichen Festlichkelten die Speisen-Belieferung. Jeden Individuellen Wunsche angepaßt, zu zeitgemäßem Preise. J. ManeUs und Frau