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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-11-04 · 25 (4.11.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
25 (4.11.1932)
Date
1932-11-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG I. November 1912 ^BmA Über 25 gab« altbewährte«?* -■P^-An Qau8« unb einreibemittet bei ■ JFjk*Ar «•«»■«. s««?'««. »•»»■• 9 S^"\ m Wajj ««rS.n. n. «ru7t.«8»f(»»«l«« ■ l^AJ ■ armUtm«. C«T«>«)•*• «»»rt- I \j*afj| »otmeltt«j«lft«»»UoBen«n»ttj.u.©t»s. 1 PetersstraBe I, Dr. Alfred Jacoby, Markt s, D. Rosen Naclif., Peterssteinweg 10, Max Jaffe, PonlatowsklstraBe 10, Verein jüdischer Handler und Reisender zu Leipzig. Achtung! Die Ziehung der Lose zur Kohlenlotterie, welche am 30. Oktober stattfinden sollte, wial endgültig auf den 27. November 1M2 verlegt. Deshalb ergehl die dringende Bitte an unsere Mitglieder, im Interesse der Wohltat sieh mit Losen einzudecken, welche bei unseren Vorstandsmitgliedern und Gönnern des Vereins zum Preise von l M. erhältlich sind. — Jüdischer Gesangverein „Hasainir". Regelmäßige P rohe n : Sonntag vormittag II Uhr. Donnerstag abend s Uhr im „Krystallpalast", WlntergartenstraBe. Agudas Jisrael. Frauengruppe. Nachdem wir kurz vor den Kroßen Perlen unsere Arbeit unterbrochen hatten, versammelten sich unsere Mitglieder in den lo Bußtagen zu einem größeren Vortrag seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Rogosnitzky, der in beredten und zu Herzen •gehenden W orten über die Bedeutung dieser Tage sprach. In der nächsten Woche beginnen wir unser Wintersemester. Ks ist uns gelungen, den allseitig bekannten und geschätzten Leiter des Keren Hathora, Herrn Wolf S. J a c o b siiii. Herlin. als Redner für den ersten Abend. Dienstag, den S. November, abends SJ-s Uhr (Höhere Israelitische Schule), zu gewinnen. Herr Dr. M. Lipschütz hat sich liebenswürdigerweise bereit erklärt, aller 14 Tage einen Dinimschiur zu übernehmen (Beginn: Dienstag, den 15. November 1932, abends X'/a Uhr, Schule). Ferner wird Frau H. M e r k i n einmal in vier Wochen Koheleth vortragen. Am letzten Dienstag des Monats findet ein freier Ausspracheabend statt. Zusagen seitens mehrerer Redner für größere Vortrage im Laufe des Wintersemesters liegen ebenfalls bereits vor. Wir hoffen, daß unsere Abende auch in diesem Winter recht zahlreich besucht werden. Gäste (Damen) sind zu allen unseren Veranstaltungen herzlich willkommen. Agudas-Jisroel-Jugendgruppe Leipzig. Sch turimplan: Schabbos B.30 Uhr: Schacharis: 12.45 Uhr: Minchoh-Gedauloh; 15.30 Uhr: Minchoh. anseht Chale Odoin, Leiter: Se. Ehrw, Herr Rabbiner Rogosnitzky: anschl. Scholausch Sudans, anseht. Maariw. Am Mcnzoc Schabbos: Gemütliches Beisammensein. Sonntag, IN Uhr, und Montag Donnerstag, 20 Uhr: (iemoro K'suwaus. Leiter: Max Weitz. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Jüdischer Sportverein Bar Kochba e. V., Leipzig. (Heiin und Geschäftsstelle: ElsterstraBe 7. Eigener Sportpark: Dübener Landstraße: Straßenbahn 14 und 16, Turnhalle: Qustav-Adolf-Straße 7. Tischtennis: Europa-Hochaus, Augustusplatz, Schach: Künstlerhaus, Nikischplatz. Leichtathletikabteilun g: Im Rahmen unseres Hallentrainings findet jeden Montag von 6 bis 'As Uhr abends unter der bewährten Leitung des Herrn Sportlehrer Schilde das Training der neu gegründeten Frauenriege statt. Interessentinnen, die an den regelmäßigen Uebungen teilnehmen wollen, bitten wir. sich zur angegebenen Zeit in der Turnhalle, Gustav-Adolf-StraBe 7. heim Obmann zu melden. Schwimmabteilung: Jeden Dienstag nach dem Training Findel wieder unser Heimabend regelmäßig in unserem Heim. Fisterstraße 7. statt. Tischtennis: Spielsaal im Europa-Hochhaus, Trainlnigszeiten: Sonntags 15 2n Uhr, Montags 20 24 Uhr. Mittwochs 2o 24 Uhr: Knaben (Gruppe A): Dienstags 17 19.3o Uhr. Jüdischer Arbeiter-Turn- und -Sportverein. Das so lange ersehnte Eigenheim wird endlich geschaffen. In der Ritterstraße 7 werden wir bald unseren Einzug halten. Wir hoffen, daß es ein Zentrum der kulturellen Arbeit für unsere Mitglieder werden wird. Zum Ausbau und zur Erhaltung unseres Heimes fehlt noch sehr viel. Ein Teil aktiver Vereinsgenossen ist bereits dabei, in freiwilliger Arbeit die Renovierungsarbeilen auszuführen. Um die Ausgestaltung einheitlich vornehmen zu können, brauchen wir Geld. W ir appellieren deshalb an alle Mitglieder, miizuhelfen, unsere Grundlagen zu stärken und unsere Organisation auszubauen. Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationalionds e. V.), Leipzig. KcilstraBc 4. Telelon 11211, Postscheckkonto B334I. Neue Buchsenleer ung am 6. und 13. November 1W2. Jugendbünde, haltet euch für diesen Tag bereit! Büehseniiihabcr, denkt an die Büchse! Unsere Helier sind mit auf Dalum ausgestelltem Ausweis, der mit Stempel und Unterschritt Fritz Fraenkel versehen ist, ausgestattet. Die Helfer sind verpflichtet, den Ausweis ohne Aufforderung vorzuzeigen. Gebt dem Keren Kajemeth die Möglichkeit. Hoden zu kaufen! Der größte Teil der 4500 Chaluzim, die jetzt Zertifikate erhalten, sind Landwirte. Der Keren Kajemeth braucht Bodea! Achtung! Neuer Keren-Kaieineth-Filmstreifen! Die Jugcndbündc und jüdischen Vereine, die auf Vorführung Wert legen, werden gebeten, sich im Bttro zu melden. Denkt an die Büchse! Keine Büchse ohne Betrag! Theater und Konzerte Dreittig Jahre Neues Operettentheater. In einer ungemein geschickt vorbereiteten Morgenfeier, zu der aus Anlaß des 30jährigen Hestehens das Neue Operettentheater eingeladen hatte, fand die volkstümliche Beliebtheit dieses Instituts einen ganz spontanen Ausdruck in dein ungewöhnlich warmen Beifall, der sich mit jeder einzelnen Darbietung Ins zur höchsten Begeisterung steigerte. Nach der Ouvertüre „Das SpitzentUCfa der Königin", mit der das Haus vor 30 Jahren eröffnet wurde, sprach Dr. Eckert, unter dessen erfolgreicher Direktion die Operette sich Ansehen und Freunde in Leipzig gesichert hat, von den Absichten, mit denen er an seine Arbeit ging, und die er dank der wohlwollenden Förderung durch die Presse, den Rat der Stadt Leipzig und ein neues, dtiii Theater immer enger verbundenes Publikum hat verwirklichen können. Der Verein „Deutsche Bühne", als ein Teil dieser Theatergemeinde, brachte Direktor Eckert herzliche Glück wünsche dar, die in dankbarer Würdigung der in" diesem Hause gebotenen Aufführungen auch für die Zukunft treue Förderung zusagten. Und nun folg e in zwei Teilen (der erste angesagt durch Arthur Klaproth, der zweite durch Herrn Flow) ein Querschnitt durch die Aufführungsarbeii unserer Operettenbühne. Aus der früheren Zeit boten die charmante Margarethe R ö ß n e r , der lustig-bewegliche Rudi Qf aller und seine nie versagende Partnerin Therese WI e t wirksamsie Proben aus Operelten von l.ehar, Fall, Millöcker: das neue Repertoire vertrau i der Liebling der Leipziger. Hermann VV o 1 d e r , Frau Edith d'Amara, die sich ungewöhnlich schnell in die Herzen des Operettenpubllkunis hineingespielt hat. der unverwüstliche Hanns Pol scher und der in Charaktertypen unübertreffliche Franz Kochel in den beliebtesten Stücken aus dem „Land des Lächelns", „'Tango um Mitternacht" ui d dem Jubiläumserfolg „Freut euch des Lebens". Mit den Solisien wet eiferte das Orchester, das in seiner Begleitung wie in mehreren Ouveituren der festlichen Stimmung gerecht wurde und besonders Ansprechet des leistete. Finige besondere Worte noch der Strauß-Operette: „Freut euch des Lebens". Eigentlich ist es gar keine Strauß- Operette: ihr Vater ist der uns durch seine ..Böhmischen Musikanten in guter Erinnerung gebliebene Dr. Bernard Grün. Und doch ist es eine Strauß-Operelte: denn die Musik geht durchaus auf Johann und Josef Strauß zurück: Grün hat sie aus Manuskripten, Skizzenbüchern usw. ans 'Tageslicht gezogen, hat die melodisch oder rhythmisch besonders hervorragenden Einfälle, in denen er dramatisches Leben spürte, zu einem Ganzen vereinigt, und so cnisaud, mit Texten von Peter Herz und Julius Wilhelm, diese „Strauß-Operette", in der jauchzende Wiener Lebensfreude echt Straußischeu Niederschlag findet. Die an amüsanten Einlagen reiche, flotte Inszenierung Eckerts tut das ihre, um wirbelnde Lustigkeit aufleben zu lassen: rechte Jubiläumsstimmung beschwingt die Aufführung. Als übermütig tolle Genossen suchen der eben zum Milchcf ernannte Werkmeister (Hermann Wolder) und der zum Cotnmis beförderte Lehrling (Edith d'Amara) ein Abenteuer; einmal darin, kosten sie es bis zur Neige aus, jagen aufsteigende Skrupel zum Teufel, iinden sich in unangenehmster Situation leicht zurecht und lassen schließlich die Zeche ihren Chef bezahlen. Die beiden lebensdurstigen, befreundeten Witwen (Wally Abel und Trade Col Iin) finden immerhin dabei ebenso glücklich ihre Männer, wie die Nichte Gundl (Erna Orth) und ihr beharrlicher Verehrer Fduard (Hanns Pol sc her) schließlich den Segen des Onkels erhalten. Das verdanken sie nicht zum wenigsten dem pfiffigen steirischtn Diener (Franz Kochel), der in seiner „Schlauheit" die Dinge andertreibt, als er vermeint. Ausgezeichnete Bühnenbilder, Chor und Ballett, ein dem Dirigenten folgendes Orchester geben der Aufführung einen Schwung, der den Titel der Operette ganz verkörpert: Freut euch des Lebens! G. C. Kammerspiele: Ouadratur des Kreises. Wir bereuen es nicht, einet Einladung der Kammerspiele gefolgt zu sein: Die Aufführung der Katajewschen Komödie „Ouadratur des Kreises" hat gezeigt, daß in diesem kleinen Theater beste Kunst geboten wird. Abgerundet, flott und siclu f gespielt, rollt da vor uns dieses Bild sowjetrussischer Ehen ab, in denen das Schlagwort bolschewistischer Theorie höher geschätzt wird als d:is Persönlichste am Leben: die Liebesbeziehung. Die Angst, als kleinbürgerlich" angesehen zu werden, kann schließlich doch nicht über de Tatsache hinwegtäuschen, daß die Natur stärker ist als die Phrase: Liebe und Hunger vermögen Ehen zu sprengen, denen wohl die „Herei - schaft zur Arbeitsteilung", nicht aber die bindende Liebe zugrunde hu. Herbert Fink (Wassia) und Fritz Chr. B o e h in e (Ahrain) verkörpern vortrefflich die beiden in Ihrem Wesen recht verschiedenen ..Genossen' : Wassia. dem die Abneigung gegen das Kleinbürgerliche selbstverständlicher ist. der aber ebenso spontan die Stimme des Herzens in sich vernimmt; Abrain, der mehr über die Forderungen der Theorie klügelt un I daher dem Rufe des Magens und Herzens folgt, nachdem ihm bestätig! wird, daß es ..moralisch" ist. Ebenso überzeugend sind die Partnerinnen vertreten: Petra Held rieh (Ludmilla) zeigt eine junge Frau, die sich von den veraltet scheinenden Bindungen an die Familie nicht losmachen kann und möchte und auch die naiven Formen der Verliebtheit nicht überwinden will: Ingeborg Werzlau (Tonja) ist der andere Mädchentyp, bei dein Bücherweisheit die persönlichen EmpfindungC!1 überwuchert, sie aber nicht abtüten kann, ausgezeichnet gelungen. Der warme und ehrliche Beifall, der mit Recht den Darstellern gezollt wurde, galt auch der Inszenierung durch Dr. Siegmund S k r a u p. Wir freuen uns dieses großen Erfolges, den die Kammerspieic errungen haben, noch aus einem besonderen Grunde. Die neue Leitung d! I heaters lälit sich bei der Gestaltung des Repertoires wie bei Ausle-e der Künstler allein von sachlichen Gesichtspunkten leiten, weist jedes Vorurteil zurück, das etwa auf Stand, Herkunft, Nationalität oder ähnlichem beruht. Sie fragt ausschließlich nach Qualität, nach menschlichem Rang und Wert. Das sollen wir gerade im Kreise unserer Leser beachten in einer Zeit, in der an den verschiedensten Bühnen der politische Boykott so viel Juden verdrängt. Um so mehr sollen wir dem neuon Unternehmen unser lebhattes Interesse zuwenden. C. Konzerte. Die Saison eröffneten zwei Mirag-Konzerte unter Schuricht. Im ersten (Alberthalle) gab Elly Ney eine vollkommene und ungemein poetische Ausdeutung des 2. Klavierkonzerts von Brahma (B-Dur), vorbildlich schön verschmolzen mit dem symphonischen Orchesterpart. Schurichts Darstellung der 1. Symphonie von Braams befremdete im letzten Satz durch eine Sprunghaftigkeit im Rhythmischen, die uns übertrieben erscheint. Dagegen brachte er im 2. Konzert (ABL Gewandhaus) die gewaltige „Achte" von Bruckner ganz groß, ohne Sirich. glühend und hinströmend. Daß dieses Riesenwerk vollkommen programmfüllend ist und andere Nummern erdrückt, haben wir schon wiederholt betont. Uebrigens geriet das 5. Beethoven-Klavierkonzert (Franz Wagner) in Solo wie Orchester ziemlich matt. — Auch da* Gewandhaus eröffnete mit einer wunderschönen Brahms-Symphonie SIE SPAREN GEL Dt Lassen Sie Ihre Steuersachen nur durch Spezialisten erledigen. Ich bin Spezlalls'-' Kommen Sie betreffs Steuer und Buchhaltung in Ihrem eigensten IrfteresM verrauensvoll zu mir. Steuerberater Habernntnn Fernruf 53521

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