Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 10 (4.3.1932)
- Date
- 1932-03-04
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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[An I9W QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 7 Wochen-Zeittafel 4. bis 10. März 1932 — 2(>. Adar I bis 2. Adar II 5692 1932 März Adar I 5692 . citag 4. 2ö. ninabcnd 5. 27 S.Wajak'hel Schekalim! onntag 6. 2«. Neumondsweihe Montag 7. 29. Di nstag 8. 30. 1. Neumondstag Adar II Mittwoch 9. 1. 2. Neumondstag Donnerstag 10. 2. Gemeindesynagoge, Gottschedstraüe 28. Sabbatgottesdienst: Freitag, 4. März Abendgebet 18,00 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend, 5. Marz Morgengebet 9,00 Uhr, Nachmittagsgebet 18,05 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann): Erklärungen zu den Haftarot; Abendgebet 18,3!) Uhr. Morgengottesdienst an Sonn-und bürgerlichen Feiertagen 8,00 Uhr, werktags 7,30 Uhr, Abendgottesdienst 18,00 Uhr. Synagoge Ez-Chalm, Otto-Schill-Str. 4; Talmud-Thora-Synagoge, Kellstr. 4; Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorter Str. 4; Kolomea- Synagoge, Berliner Straße 4: Freitag, 4. Marz, abends 18,oo Uhr; Sonnabend, 5. Marz, früh 8,30 Uhr, nachmittags 17,00 Uhr, Ausgang 18,39 Uhr. Wochentags früh 7,00 Uhr, abends 18,00 Uhr. Solinger Stahlwaren ÄClltUllg! eigener Fabrikation in Galalith U.Neusilber, kaufen Händ- I ler und Wiederverkäufer zu billigsten Preisen nur bei HB Levy, Kellstraße 4m, Hof Garnituren 24teilig M. Messer restgeschUtst 3.90 3.25! Der Weg lohnt sich i in Werken „K. u. k. Landsturm" und „Dollardämmerung" zu „K. ii. k. Landsturm" ist eine ungemein bündige und Beerende Widerlegung der böswilligen Verleumdung von der Drückegerel iler .luilen im Kriege und darüber hinaus eine mitreißende dage gegen Unsinn und Bsrbarel des Krieges Oberhaupt, „Dollarrnerung", das neueste Werk Grübeln, handelt von Bchlckaalen und uneben, die mit dem (leid einen GOtsendienst treiben. Deber das esse an Milieu Und Typen der Handlung hinaus ist das Werk itarker Wirkung als dichterische Prophezeiung kommender wirl rtlicher Ereignisse, eine Propheseiung, die groUenteils schon in iiung gegangen Ist. Pessimisten sprechen gern vom „Tod des Her»". Aber solange dem Theater neue Stoffe dienstbar gemscht len können, solange es „Spiegel und SDgekOrSte Chronik der Zeit" kann, wird man seine unvergleichlichen Möglichkeiten der Men dsrsteUung nicht missen wollen. Und als Zeichen dafür wollen die drnmalisehe Arbeit Crühols dankbar begrüßen. „Dollsrdäming", das neueste Stfiek unseres üemeindem!tgIiedi B. Gräbel, geuin Sonnabend, den ä. Mär/, in:!'-', im Leipziger Komödienhaui ■ luier StraUe ü'-'i zur Uraufflibrung. Anton Seifert. irett junger jüdischer Künstler im Komödienhaus. Wir verfehlen . unsere Loser auf die obenstellende Veranstaltung hinzuweisen, da annehmen, daU dieselbe sieberlieb ein groUes Interesse bei der z.iger jüdischen Bevölkerung linden wird. (Siehe aueh Anseige in r Nummer.) iii (;«ider" im Film. Der bekannte uml erfolgreiche Roman der lirigen Irene Nemirowsky (deutsch l>ei S. Kiselieri ist ein grau- -. unerbittliches Much von einer ganz unmittelbaren Kindriiiglicli Ks ist ilie Kabel vom Leben und Sterben des armen Reichen, uralte „Jederinaiin"-Motiv ins tIstjüdisehe abgewandelt. Der Tatch, der unermüdliche Haffer. zerbricht au seiner Kamilic. der iiinewer Jude, der die Welt des Celdes eroberte, stirbt einsam einem Schiff im Schwarzen Moor, betreut von einem jüdischen Yanderer, der Coldors Weg mit hungrigen Augen erst antritt. So e|it sich symbolisch der Killt: dieses Lehens, welches sich auf eil und Konferenzen auf den Schauplätzen des grollen Lebens ieite. Ks ist klar, daU diese starke Handlung große Anreize für Pitm bietet, und in der Tat hat nach den Presseberichten die zosisohe Verfilmung einen ganz ungewöhnlichen Kiudriick hinterin. Wir werden über den Kilin. den die l'fii für Leipzig herausigt, berichten. ues Theater. Die Arbeltslinie unserer Oper, ältere Werke von Qrund neu tufsusrbelten, ist mit der Wiederaufnahme von Auben ' i u m m o v o n 1* orti e i" um ein gutes Stück weitergekommen. Der "Ik ist geradezu sensationell und gibt Gelegenheit, die etwas herab ende Beurteilung der „Großen Oper" grundlegend zu ändern. Mochte Entwicklung der nervösen Heizsainkeit die alte „Große Oper", die 'ler hcwuUtoui Versieht auf psychologische Tiefenwirkung mit allen äußerlichen akustischen und optischen Mitteln das Publikum ansprang, als nicht mehr seitgemäß zum alten Bisen werfen wollen, so teigt unsere Gegenwert wieder Verständnis für die artistischen Heize der mit allen Möglichkeiten arbeitenden bunten Spielfreude dieser Werke. Voraussetzung Ist natürlich, dnü ein Kitgemäßer Formwille das sehn bkmenhaft Erstarrte auflockert und das Werk mit Leben erfüllt. Dieser Forderung wird die Leipziger Aufführung restlos gerecht, und es kommt eine Aufführung zustande, die in jeder Hinsicht glänzend ist. Unter Brechers Leitung spielt «las Orchester hinreißend, schon die in Biergartenkonserten verschlampte Ouvertüre enthüllt ihr dramatisches Gesicht, dem man die revolutionäre Wirkung wohl glaubt Brügmsnni Bühnenbilder sind von leuchtender Schönheit, seine Massenregie in «len Krollen Volksssenen ist bewunderungswürdig, ohne toten Punkt. Don gewaltigsten Bindruck hinterläßt aber, wie diese bewegten Gruppen singen. Der Opernchor. früher gesanglich und darstellerisch peinlich wie der steinerne Galt, paradiert hier, gleichsam als Held einer Hauptrolle, mit Stimmlichen wie spielerischen Spitzenleistungen und legt lieredtes Zeugnis ab für die künstlerische Arbeit Brügmanna und des Chordirektors Neuger. Die Solopartien sind bis in die kleinste Vorzüglich besetzt. So rollen sieh drei Stunden handfestes und bestes Theater ungetrübt ab, und die Begeisterung, mit der das Publikum mitgeht, erhärtet, ilaU vor dieser rospektheisclieiulon Arbeit im Dienste der Kunst die pessimistischen Unkenrufe von Opornkriso uml Zeil krise zu schänden werden. Im 5. Konscrvntoriumskonzcrt unter Walter Davisson machten wir wieder lohnende Bekanntschaft mit jungen Künstlern. Die Geigerin Myriam Zunser (Klasse Davisson) ist eine künstlerische Persönlichkeit voll BrUSt imtt Kultur. Sie spielte das C-Dur-Violinkonzert von Haydn mit vorzüglicher Technik und schönem Ton. musikalisch prachtvoll reif und außerordentlich Stilsicher in seiner helläugigen Heiterkeit. Dem IS-jährigen Cellisten William I'leeth (Klasse .1. Klengel) glauben wir eine außergewöhnliche Laufbahn voraussagen zu können. Kl zeigte in dein schönen D-Dur-Cellokonzert von Haydn -- trotz, seiner einfachen Lieblichkeit eines der schwersten seiner Gattung eine Stupende Technik und einen besonders in der Kantilone wunderschönen satten Ton, der in allen Stärkegradeii gleich bezaubernd klingt. Dazu kommt eine iirgesunde frisch,. Musikalität, deren jugendlicher UebeP schwang den jungen Künstler zwar noch manchmal zu rhythmischen Exzessen hinrciUt. die aber Cowiuiioit gibt. daU liier mit Abklärung und Erfahrung eine unmittelbare Begabung zur Reife gelangt, von der die schönsten Krüchto zu erwarten sind. Dr. H. Herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Heligionsgoineinde zu Leipzig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Gemeinderabblner Cohn. AnzeigenverwaltunK: August Pries. Leipzig, Stadtvertreter .1. Kühne. Leipzig. Bauhofstraße ö, durch Fernruf 20:12.1. Sclilull der Anzeigen annähme: Dienstag abends. Platzvorsciirifteii werden nach Möglichkeit berücksichtigt. „Kleine Anzeigen" und Kamilieiianz.eigen zu ermäßigtem l'reistarif. Annahme für kleine Anzeigen bis Dienstag mittags: Buchhandlung M. w. Kaufmann, Leipzig 0 1, Brühl B. E. Neumüller Leipzig C i Tröndlinring I z 2 Min. vom Hauptbahnhof / Gegr. 1S77 z Ruf 2 2107 Wandersport-Wochenend-Zelte / Faltbootstoffe, Jutegewebe / Rohleben I Segeltuche / Bindfaden, Scheuertücher / Pferdedecken / Bindegarne Schlafdecken I wasserdichte Planen, Budenplanen Für Messen und Märkte Leihplanen zu günstigen Bedingungen.