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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-01-01 · 1 (1.1.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
1 (1.1.1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite ti GEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIüNSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 1 Kursus weitergegeben werden können. Bchwiinmsparte. Vom Hund sind jetzt Kroischwiminerbricfe herausgegeben worden. Au einem der nächiten Schwimmabende wird die Prüfung aller Bchwimmschttler und Maatigor Genossen, die diesen Frolschwiwuiorbrlef orhaltua wollon, vorgenommen. Jngendabend. Am Bonnabend! dem 2. ,lanuar wird ein deutscher Arbeiter, der kürzlich ans der Sowjetunion lurttckgekebrl Ist, Ober seine Eindrücke und Erlebnisse berichton. Bekanntlich wird dem Problem Sowjet ruBland heute aus allen Kreisen der jüdischen Jugend stärkstes Interesse entgegengebracht. Wir erwarten deshalb neben unseren Jugendmitgliedern auch Gäste ans anderen Organisationen. Gelegenheil zur Fragestellung ist gegeben. Jüdischer Bportvereia Bar Koehbn, e.V., Leipzig. T i s c h - T c n n i s - Abteil u u g. Neben den noch ausstellenden Verbandsspielen ist ftlr den IT. 1. iii:t2 das Rückspiel gegen Vflj-Altenburg und für Mitte Februar die Rückspiele gegen Blau-WeiB und Blau-Gold (Dresden» vorgesehen. Für den 2-1. Januar planen wir eine größere Veranstaltung, in deren Rahmen wir nochmals den Deutschen Meister Madjaroglou hier haben werden. Schließlich linden noch vom 29.—IL Januar ilie Leipziger Stndttneisterschaften statt. Die genaue Ausschreibung dieser werden wir in den nächsten Tagen in unseren Kliibräumen zum Aushang bringen. Im Verbandsspiel standen sich Hat- Kochba I und Mar Kochba II gegenüber, ErwartungagemäB siegte die l. Mannschaft mit 14 :1 Bpielen und 4:! : 24 Sätzen. Den Khrcnnunkt sicherte K. Iliinigsberg gegen den sehr mäßig spielenden Pohorylle 11. Am ersten Weihnachtstag trug unsre Knabengruppe ein Blitzturnier aus. Als knapper Sieger ging Kerkut hervor. Den 2. l'latz belegte Kachwalsky. dem Sieradsky mit dem :t. l'latz folgte. Krauein erein „Ruth". B ü C h S 0 D I e 0 r U n g, Dr. Löbenstein 4.16, Hirschkorn 2..VI. Löb MO, Btraus 4.SO, Bergmann 3.43. Grünberg 11.06. Ope S.BO, J. Hepner Bcherbel 14.0». R. Fuchs 12. Frl. Scheinin 1. Goldrel 4.04, Bromberg L0O, LifschQta 2. Schwarz 2. Simon 8.17, Bromberg l .">7. Goldrei 14 50, M. Rotter MS, KreierF. Hepner fi.fiK. M. Hepner B.W, Kallmann Hlndel Bit, Gelberg 10.24. Kirschner 1">. K. Buslik 10, Vogel :t. Siinson 3, Kabinowitz 4..">. Woißmann 11.2(1. Schmeidler. Nordstr. MO, Ellend l. Garfunkel .">. PfeSerblüth MO, Bartfeld. Yorkitraße MO, Mendel MB, Burachtyn :t.sj. Lehrfreund 7. Ardel I.BS. Keren Knjemeth Lpjisrncl (Judischer Natiunalfonds, p. V.), Leipzig. Keil- RtraBe 4, Telefon 10211, Postacheckkonto BBS 4L Gratuliert durch den Keren Kajemeth! Preis für 1 lieft von in Telegrammen B Mk. - Allgemeine Spenden: Ks gratulieren Dr. L. Gohlw.tsser zur Verlobung (Teilausweis) RA. Dr. Walter Lippmahn 7. RA. Karl Karger. Chemnitz 6, .1. B. Sachs B, M. PfeSerblüth 7. Vermahlung 1). Rappaport/ L. Ruachnewsky B> .Möbelhaus am Neumarkt anl. QeschJLftseröffnung r>. -- Büchsen: Dr. Loebenstein 10. Krau Dr. Löbl LOS, Ormann LBB, Reichenbach 1.40. Bpiebnann, Dr. Bosen. Gräber, Sachs Je L A. Bcha- Piro 2. Wirschubsky LfiO, unter 1: 4.13. Mendels Wüschchaus ß.24. D. Adler fi.04. Ch. Nadelreich 4. Bobolewiti 1.60, Einhorn 2. Bprung, Ferner fe 1. Bender 0.86, Landau 0.70. Kupfer 0.08, Zierler 0.00, Krau K. Blelawaky 0.56, Wühl o.üo. — Heaekiel Kreistmann-Garten: M. Pfefferblüth kondoliert herzlichst Herrn Kreistmann zum Ableben seiner Lieben Mutter (!. T c I e g r I in in e : 5. - - Isaak Hep n e r - Stiftung (Teilausweis): Der JungjDdische Klub gratuliert zur Vermlhlnng Hepner/Ginaburg 12. Dr. Loebenstein gratuliert ">. Jüdische Lesehalle und Bibliothek. Leipzig. Keilstr. 4. Wir wenden uns an die jüdische <teffentlichkeil mit der Bitte, jüdische Bücher unterhaltender wie waaenachaftlicher Art. sowie gute ('iitcrlialtungshüchcr der allgemeinen Literatur freundlich unserer Lesehalle geschenkweise zur Verfügung zu stellen. Kn,- auf unser neues l'ostscheckkonto (WS 1K überwiesene Beitrüge und Bpenden sagen wir im Interesseunserer Leser den besten Dank. Jüdische Hauspflegerinnen sind zu erfragen durch das Gemeindeamt (Tel. 21882), Krau Anna Schleli (Tel. B04 OH). Krau Leni Emmerich (Tel. 12298). Theater und Konzert Zehntes Ce»«ndhiiuskiinzert. Die Bpielfolge des 10. Konzertes, das als letzt.-s der JubiUtumskonierte nur Werke lebender Komponisten brachte, zeigte recht sinnfällig che Unergiebigkeil der zeitgenössischen Musik an großen Werken von bleibendem Wert. Teils Kklektik. diese allerdings in den artistischen Mitteln gewattig gesteigert und differenziert, teils Tasten und Suchen nacil Neuland, das wohl für kurze Zeit interessieren mag, aber noch nichts Bleibendes, Endgültiges hervorbringt, ist die Signatur unserer musikalischen Gegenwart, Ks ist bezeichnend, daß Versicherungen oller Art Slcfjmund Colin Elaterstraße 24 — Fernsprecher 18008 DI ID A reinigt und larüi sehnen und preiswert l'lJKil Teppich«, Portleren ■ ■ m Herren- und Oamsngarderobe Pirnruf IISI1 u. asoiT Ko.unh.l» Abholung und Wlmtouuttelluno Flltaleni Wlt«<nb«r(tr Str. SS / ••lig»Ooh«n e, Fernruf «4a04 selbst Bichard Strauß', des grüßten und erfolgreichsten Zeitgenossen Musik weniger packt durch das. was er zu sagen hat. sondern dadurch, wie er das sagt. So waren weder l'litzners verworrene Kmnantik (Ouvertüre zu ..Käthchen von Heilbronn"), noch des frühen Schünbergs verwaschene Tristnnwolt in der endlosen „Verklärten Nacht" für Streichorchester, noch endlich die freche, wenn auch nicht witzlose „epater-le-bourgeois-Musik" Hindemiths, die Ouvertüre „Neues vom Tage", deren einzige Würze die Kürze ist, Dinge, bei denen man gern verweilen möchte. Krst bei Bichard Strauß wurde man warm. Rudolf Berkin, einer unserer ganz großen Pianisten, spielte die außerordentlich frische, witzige, ungeheuer schwere „Burleske" mit glänzendster Bravour und zeigte in der Zugabe, Rondo capriccioso von Mendelssohn, Milche Summe an (icschmack und musikalischer wie technischer Feinheit, daß er mit vollem Recht mit einer ungewöhnlich und spontan losbrechenden Herslichkeil gefeiert wurde. Und dann schenkte Walter den Hörern, gleichsam als Knischädigung für die bei Pfltaner, Schönberg und Hindeniith ausgestandenen Leiden, einen Don Juan, wie wir ihn in solch atemraubender Intensität, in solch unerhörter Leuchtkraft und Verve noch nicht gehört haben. Dr. B. Dritte Gewandhaus-Kammermusik. Als Uraufführung brachte das Qewandhausquartett ilie ihm gewidmeten Neun Stücke für Streichquartett von Adolf Busch, ein äußerst interessantes Werk, welches den Versuch macht, kleine Können in Qiiartettbesetzung zu einer Art von Suite zusammenzuschließen. Sind auch die neun Stücke inhaltlich nicht gleichwertig, so ist doch die Satztechnik so meisterhaft und die Mischung der klanglichen Effekte so apart, daß das Werk bis zum letzten Takte fesselt. Ks ist allerdings technisch so mit Schwierigkeilen gespickt, daß nur ein ganz erstklassiges Quartett sich an die Wiedergabe wagen kann. Die Aufführung war prachtvoll, wie überhaupt das Quartett au diesem Abend ganz Vorzüglich in Korin war und die schwierige Spielfolge - Bsdur-Qusrtett von Keger und Klavierquartett Adur von Brahma — blendend in Spiel und Ton brachte. Im Klavierquartett betreute Walther Lampe den Klavierpart in feinster Einfühlung in die noch gnni Schumann isch gefärbte romantische Stimmung. Dr. U. Die Toni aus Wien (Operettentheater). Dieses Körner-Singspiel (Text von Kmsl Steffen und I'anl Kneplerl sucht eine Kpisodo aus dein Leben <les Dichters zu tieferer Gestaltung zu bringen, ohne doch den Charakter der Operette zu vernachlässigen. Bin zufälliges Zusammentreffen des Studenten Theodor Körner mit der berühmten Schauspielerin Toni Adambeiger von der Wiener Hofburg im Gastsimmer des Leipziger „Gasthof zur l'ust" läßt eine ernste Neigung des sonst leicht entflammten Lyrikers zu der ihm noch l'lllH'kaillltcn entstehen. Der inzwischen schon anerkannte Bühnendichter begegnet ihr ein zweites Mal in Wien, und sogleich brennt das Feuer in beiden auf. Kino Intrige sucht das sich knüpfende Band zu zerreißen, noch ehe es recht binden konnte: aber „Toni" wendet die C-faiir ab: es kommt zu einem seligen Liebesglück. das aber durch den Marsch der Lützowschar jäh abgebrochen wird. Klotte Bilder. Studi nteiiszemui im ersten Akt, wechselnde Momente eines Cesellschaftsabends in einem reichen Wiener Mause, lustige Auftritte der Schauspielkameraden in Tonis Landhaus bei Wien umrahmen die Entwicklung dieser seelischen Beziehungen und lassen auch den Uuglückstag. an dem Toni vom Tode des geliebten Dichters hört, frei von sentimentalem Bah schlag. Paul Borge Ita Regie (er selbst gab auch den Hofschauspieler Koberwein in wirkungsvoller Charakteristik) schuf geschlossene, spannende Szenen, die den Chor zu guter Geltung kommen ließen, ohne ihn. nur um des Chores willen, in den Vordergrund zu drängen. In ausgezeichneter Maske spielt und singt Hermann Wolder den liebenden und doch die vaterländische l'Hicht über alles setzenden Dichter in gewohnter Sicherheit, Neben ihm steht, in der Darstellung ebenbürtig. Martha Stirn als Toni: sie überzeugt durchaus als die allen bisherigen Lockungen entgangene, nun aber von einer reinen Liebe ergriflene Künstlerin: vortrefflich gelingt ihr im letzten Akte die glückliche Freude til.ci den ungewöhnlichen Krfolg, wie über den langersehnten Brief Körners, und dann der plötzliche Umschlag in tiefsten Schmerz über die Todesnachricht. Ilse Thormann (als Nichte des reichen Baron Welliehausen) ist eine geschickte Intrigantin, ob es sich darum handelt, den Mann, eleu sie besitzen möchte, ins Netz zu locken, oder die Freundin vor Unannehmlichkeiten zu schützen. Leo W a n n u s, der sich in mannigfachen Bollen bewährt hat. stellt diesmal einen verteufelt flotten Studenten hin. Auch Kranzi Kols (als Baronin Wallishausen), besonders aber Klli Reinhard (als Waschmüdei), Walter Leopold (als Intendant I'alffyi und Karl Walers(radt (als Hofrat) verdienen besonders genannt zu werden. Walter Kttl brachte die melodienreiche Musik Krnst Steffens mit seinem sauber arbeitenden Orchester zu sicherer Geltung. Der Abend gehört, wie der besonders am Schluß brausende Beifall zeigte, zu den erfolgreichsten für den Intendanten Dr. Kriedmann. G. C.

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