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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-09-27 · 39 (27.9.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
39 (27.9.1935)
Date
1935-09-27
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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27. September 1935 Gerhard Scholem: Geheimnisse der Schöpfung. Ein Kapitel aus dem Sohar. Beschuwa wanachat. (In Freude und Behagen.) Erzählungen. 196 S. Oktav, Band 6 der Gesamtausgabe der erzählenden Schriften Agnons, in Ballonleinen Mk. 3,50, Volksausgabe (Leinenhand) Mk. 2,75. (Schocken-Verlag.) Mosche Ibn Esra aus Granada. Weltliehe Dichtungen. Ilerausgeg. von Dr. Heinrich Brody. 440 S. Quart, in Halbpergament Mk. 28, . (Schocken-Verlag.) Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Mit dem letzten Sonntag verabschiedete sich die an so großen sportlichen Ereignissen überaus reiche Sominersaison; vier Wochen Pause treten jetzt ein, um dann schon den „Winterfahrplan" in Kraft treten zu lassen. Und dieser letzte, noch bei herrlichem Sonnenschein, zur Verfügung stehende Leichtathletiktag brachte darum auch noch einmal eine äußerst reichhaltige Auswahl dieses Gebietes. „Bar Kochba" wie auch „Schild" widmete die Abschiedsstunde dieses Sommers der Jugend, für die erstere waren sie darum ein noch besonderer Lrfolg, weil es dem erst 16jährigen Rolf C i s i n s k y gelang, sich den Vereinsmeistertitel im Tennis für das Jahr 1935 zu holen. Die Leichtathletik brachte natürlich viel Betrieb; die großen Vorbilder und Könner der letzten Zeit scheinen recht befruchtend gewirkt zu haben, dem' einige recht gute Leistungen brachte dieser Sonntag hervor. Es ist recht interessant ZU beobachten, daß sich besonders im Weitsprung die Leistungskurve mit jedem älteren Jahrgang steigert, angefangen mit dem kleinen Rauch w e r k der mit 10 Jahren 3,30 in erreichte, bis zu „Bubi" Brauns (1921) recht respektabler Weite von 5,36m. Der Ballweitwurf von Klinger mit fast 60 m ist dabei nicht minder bemerkenswert, wie die von einigen erzielten Laufzeiten. Dieser letzteren Sportart wird doch immer die größte Beachtung geschenkt; schade, dal! Erl bäum keine Konkurrenz niederzukämpfen hatte, bei seinem Laufstil wäre sonst eine noch bessere Zeit für 800 m als 2,20,6 gestoppt worden. Kür die Jugend bestand der Abschluß des Tages in dem Knabenfußballspiel gegen „K.-K."-Dresden, und das verdient mit 2:0 gewonnen wurde. Die zahlreichen Zuschauer erfreute besonders seine erste Hälfte und manche Spieler des nachfolgenden Treffens konnte sich von dieser herzerfrischenden Art „eine Scheibe abschneiden", denn Meiningens I. Herrenelf zeigte dann ein zum Teil recht primitives Spiel, allerdings konnte sie auch nicht mit der Aufstellung, wie vor einiger Zeit gegen den hiesigen „Schild" antreten, so daß neben diesem 7:0-Sieg des „Bar Kochba", auch die II. Mannschaft der Thüringer mit 1:7 gegen die hiesige Gleiche unter die Räder kam. Die Jugend „Bar Kochbas" kann und muß Herrn P a r n a s s für diesen Tag stets dankbar sein. Nicht minder von Bedeutung, vielleicht noch wichtiger, weil es zum ersten Male durchgeführt wurde, war das Treffen des „Bund deutsch-jüdischer Jugend" auf dem „Schild"-Platz. Im Verein mit dem Letzteren wurden der Jugend und den sehr zahlreich anwesenden Freunden herrliche Stunden geboten, nachdem durch hingebungsvolle Arbeit auch der Platz für eine solche Veranstaltung den würdigen und notwendigen Rahmen erhielt. Jugend geht eben mit viel mehr Intensität und Ernst an ihre sportliche Aufgabe heran! Die Mühe hat sich gelohnt, denn in manchem sehr guten Resultat zeigte sich der Lohn für die Vorarbeit, die in Hans weißenstein und rlerbert F a b e r ihre Verantwortlichen sah. Am Vormittag waren es die Mannschaftskämpfe, auf die besonderer Wert gelegt wurde, weil damit dem Gedanken der Kameradschaft und der Gemeinschaft gedient werden sollte; der Nachmittag war den Einzelkämpfen und Spielen vorbehalten. Auch das wenig beachtete Völkerballspiel ': an zu seinem Recht, da dieses gerade nur in der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit erfolgreich durchgeführt werden kann. Von allen Ergebnissen seien nur die wichtigsten hier angeführt. So der I lochsprung des 18jährigen Hans Nathan von 1,61 m, der auch als der beste Linzelkönner besonders ausgezeichnet werden konnte. Auch Georg Fabers Weitsprung von i,78 m kann sich sehen lassen, wie der von Inge Cohn (Jahrgang 1921) mit 1,78 m, auch sie durfte als beste Finzelkämpfcrin der „Damen" eine besondere Anerkennung entgegennehmen. Von den außer Konkurrenz gestarteten Dresdnern sei der 16jährige Biermann nicht vergessen, ein fabelhaft veranlagter Junge, der die Kugel 10,22 m stieß. An Spielen gab es zwei Handballkampfe gegen den Hallenser „R. j. F."; bei den Damen mußte dieses Mal etwas mehr Dampf dahinter gesetzt werden, um ein 5:4 herauszuholen. Die Kritik der II. Herrenmannschaft gegen die I. aus Halle ist im Großen und Ganzen dieselbe wie heim Vorspiel, viel eigenmächtiges Handeln Einzelner; nur reichte es dieses Mal schon zu einem Unentschieden von 1:1. An diesem „Ausgleich" seien auch unsere Wünsche und Hoffnungen für den Leipziger Sport im kommenden Jahre angeknüpft, daß die Arbeit der beiden Vereine für unsere jüdische Jugend sich in Harmonie und Frieden vollziehen möge, eine Aufgabe, die als die größte Leistimg dann^uige^_ Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Kcligionsgcnicinde /u Leipzig. Schriftleitung: Oemeinderabbiner (iustav Cohn, Leipzig C 1. Walter-Blüntel-Str. 10,10. Anzeigen: Vertag Elsa GoMfreund, Leipzig O 5, Cichoriusstraße 2a. Anzeigen eiter: Emst Qoldfreund, CiclioriusstraBe 2 a. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen wird keine OcwShr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig Cl, Brüdcrctr. 19. D. A. II. 35. 4150 Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Staatszionistische Organisation. Wichtig für alle Mitglieder! Zur Vervollständigung unserer Karthothek ersuchen wir hierdurch alle Mitglieder, unserem Büro, Brühl '37 '3'), sofort ihre genauen Personalien (Vor- und Zuname, Geburtsort und Geburtstag, Beruf und genaue Anschrift) genauestens und in deutlich leserlicher Schrift mitzuteilen. Nichterfüllung dieser Anordnung bis zum 30.9.35 hat den sofortigen Ausschluß aus unserer Organisation zur Folge. Zionistische Vereinigung Leipzig. Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbelt. Unsere Mitglieder machen wir hiermit auf den Vortrag der Frau Dr. Jettka Levy-Stein, Berlin, über: „Der Zukunftsweg der jüdischen Jugend" aufmerksam, der am Mittwoch, den 2. Oktober, abends 81 ., Uhr, in der Turnhalle der Höheren Israelitischen Schule, stattfindet. Die Rednerin, die in der jüdischen Jugendarbeit an hervorragender Stelle wirkt, wird vor allem die Probleme der Jugend-Alijah nach Erez Israel behandeln. Gäste willkommen. Näheres s. Inserat in dieser Nummer. Bund Deutsch-Jüdischer Jugend. Beginn des „Wettkampfes geistiger Gemeinschaftsarbeit" am S.Oktober. Ausschreibungen ab 8.10. im Heim. Gesellige Vereinigung jüdischer Berufstätiger (G. V.). Am Mittwoch, den 2. Oktober, 21 Uhr, spricht in den Logenräumen, Arndtstr. la, Dr. Fritz Grübel über: „Die soziale Schichtung der jüdischen Gemeinde Leipzig". Gäste willkommen! Verein polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender e. V. Leipzig. Sämtliche polnische Staatsangehörigen vom 18. bis zum 50. Lebensjahr sind verpflichtet, sich bis zum 15. Oktober 1935 zu registrieren. Diejenigen polnischen Staatsangehörigen, die sich bereits früher registriert haben und auch solche, die nicht im Besitze eines polnischen Pass?c sind und Anspruch auf die polnische Staatsangehörigkeit erheben, sind ebenfalls registrierpflichtig. Die Registrierung erfolgt in der Geschäftsstelle des Vereins Polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender e. V., Ritterstr. 44/48. *UH*e*e

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