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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-05-31 · 22 (31.5.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
22 (31.5.1935)
Date
1935-05-31
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 31. Mai 1935 ai» M.m„/>r t^tnnn Owirt, ttü. Xüse, Weißkäse, Sahne, Her, Mtermildi JardieSdimuos-Jesttagem £um^er fm£ ZeL '235^ M Xau5 Drei Zimmer mit Küche od. zwei Zi. an Kurgäste zu vermieten. (Oarten) Haus Edelweiß, Bad Dürrenberg. Gut möbl. Zimmer Bad, l.-KI., Telef, per sofort zu verm. Thomasiusstr. 18, I, lks. Schon möbl. sonn. Zimmer m. all. Komf. Nähe Hptbhf. bill. z. verm. Off. u. 22C. an Kaufmann. Gufmöbliert. Zimmer an berufst. Herrn zu vermieten. Kohlgartenstraße 29, I, lks. Schön möbl., tonn, Zimmer i. gepfl. Haush. per 1. Juli zu vermieten. Funkenburgstr. 7 a, pt. Kontoristin m. allen votk. Arb. vertr. selbst, arb. sucht Stetig. Rauch w. bevorz. Off. u. 21 T. Kaufmann, Brühl 8. I großes, sonn., zweifenstriges Zimmer, leer, ev. möbl. sehr preisw. an Berufstät. zu verm. WettinerStr. 10, II, Ecke Waldstr. Jüngere Xontoristin m. Stenogrammu. Schrcibmasch.- Kenntn. t. leichte Kontoraib. ges. Schriftl. Bewerb. m. Qehaltsanspr. erb. Off. u. E. O. 150 an die Anz.-Verw , Cichoriusstr. 2 a. Leeres Zimmer, neu vorgerichtet, zu vermieten. Thomasiusstraße 18. I, r. Am Sonntag, 2. Juni 1935, I Uhr nachm., Fräulein Lina Kern, Berliner Strallc 13, mit Herrn Josef Lotrowsky, Leipzig, im Krystall-Palast. Am Dienstag, 4. Juni 1955, I Uhr mittags, Fräulein Dr. Sophie Cassel, Fregcstr. 22, mit Herrn Dr. Hermann Blumenthal, Breslau, in der Wohnung des Herrn Rabbiner Dr. Carlebach. Am Sonntag, 9. Juni 1935, I1 , Uhr nachmittags, Fräulein Johanna Schiein, Philipp-Rosenthal-Straße 231, mit Herrn Haus Tischler, Breslau, in der Leipzig-Loge, Arndtstraße 1. Todesfälle: 20. Mai 1935 Weite Schlechter, Ranstädter Steinweg 33. 22. Mai 1935 Josef Brecher, Michaelisstraße 3. Aus dem Gemeindeamt Rabbiner Friedmann hat, wie uns mitgeteilt wird, seine Wohnung nach der Frankfurter Str. 18,11, verlegt. Das Minjan wird vorübergehend ausgesetzt. Die jüdischen Schulen (Volks- und Realschule) brauchen Schulbücher für unbemittelte Schüler. Es ergeht an alle Eltern die Ritte, Schulbücher, die sie für ihre Kinder nicht mehr benötigen, der Schulleitung zur Weitergabe an unbemittelte Kinder schnellstens zur Verfügung zu stellen. Es wird gebeten, die Bücher bei der Schul- Verwaltung, Humboldtstr. 13, pt., abzugeben. Auf Wunsch erfolgt Abholung. Bildungskursc der Gemeinde. Dienstag, 4. Juni 1935, 19,30 Uhr: Kurs Dr. Woskin „Maimonides" in der Hebräischen Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4. Jedes Gemeindemitglied muß Mitglied des Schulvereins werden. I )er Vorstand des Israelitischen Schulvereins Leipzig hat den Jahresbeitrag auf RM. 12.— ermäßigt. Dieser Beitrag kann auch in Teilzahlungen entrichtet werden. Mit Rücksicht auf die Lebenswichtigkeit des jüdischen Schulwerkes wird erwartet, daß jedes verantwortungsbewußte Mitglied unserer Gemeinde dem Schulverein beitritt. Die Beitrittserklärung ist zu richten an den Vorstand des Israelitisehen Schulvereins Leipzig e.V., Walter-Blümel-Str. 10. Gründung eines handwerklichen Ausbildungszcntrums für deutsche Juden in Palästina. Der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau teilt mit: Zur Förderung der handwerklichen Berufsausbildung der jüdischen lugend Deutschlands soll in aller Kürze in Palästina eine handwerkliche Lehrstätte gegründet werden. Diese Lehrwerkstätte wird c> slttl zur Aufgabe machen, besonders qualifizierte Handwerker heranzubilden und zwar ist vorerst in Aussicht Benommen die Errichtung einer Lehrwerkstätte für Schlosserei, Tischlerei und die Nebenberufe des liauhaudWerks. Die Vorbereitungen sind bereits soweit getroffen, dali in Kurze mit der Einrichtung des handwerklichen Lehrzentrums in der Nähe von Ilaifa begonnen wird. Für die Verwaltung des handwerklichen l.chrzentrums hat sich ein Kuratorium gebildet, das in Deutschland vorerst aus Herrn Rabbiner Dr. Leo Baeck, den Herren Friedrich Borchardt, Ministerialrat LR. Dr. Otto Hirsch, Dr. Max Kreut/berger, Dr. Siegfried Moses und einem Vertreter der Jüdischen Jugendhilfe bestellt, in Palästina aus einigen Persönlichkeiten. (die der Zentralstelle für die Ansiedluug deutscher Juden nahestehen. Das handwerkliche l.ehrausbildungszentrum wird gegründet in Erinnerung an Dr. Ludwig Tietz, dem ersten Generalsekretär des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau. Jüdische Badeärzte in Schlesien. Mehrfachen Anregungen entsprechend, geben wir bekannt, dali in schlesischen Badeorten nachstehende jüdische Arzte praktizieren: Dr. Hirschherg in Altheide, Dr. Schafer in Eliiiihcrg, Dr. Mareuse, I Vau Dr. Ziegler-Wolpe, San.-Rat Dr. Preiss und Dr. Triest in Kildowa, Dr. Salinger in Landeck, Dr. Rlumcnthal in Salzbrunn und Dr. Mansbacher in Schwarzbach. Neue Bücher „Palästina-Nachrichten". Das einjährige Bestehen der Palästina- Nachrichten, Zeitschrift für Wirtschaftscntwieklung im vorderen Orient (Verlag Ernst Köstenhaum, Berlin), gibt uns Veranlassung, auf dieses wertvolle Informationsorgan über die Wirtschaftsverhältnisse in Palastina hinzuweisen. Die Palästina-Nachrichten haben bewiesen, daß sie einem bestehenden Bedürfnis tatsächlich entsprechen. Die objektiven, unpolitischen Informationsberichte des Blattes ergeben ein wahrheitsgetreues Bild über die wirtschaftlichen Möglichkeiten und Aussichten Palästinas. Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik. Vor kurzem ist das 1. lieft des Jahrgangs 1935 der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" erschienen. In einem grundsätzlichen Artikel „1935 — Zu den Aufgaben der jüdischen Sozialarbeit" werden die Richtlinien für die zukünftige Arbeit entwickelt. Mit den Problemen der Wohlfahrtspflege befassen sich die Aufsätze von Siddy Wronsky Über „Wege der Wohlfahrtspflege in Palästina" und Dr. Adelheid Lew „Aus der Praxis der jüdischen Wohlfahrtsarbeit". Dem Spezialgebiet der Erziehungsfürsorge ist ein Beitrag von Dr. Hilde Ottenheim er über „Entstehung und Entwicklung der jüdischen Erziehungsfürsorge in Deutschland" gewidmet. Die historisch-soziologische Studie „Aus der Berufsgeschichte der Juden" von Professor Heinrich l.oewe ist auch für die Probleme der modernen Berufspolitik von besonderem Interesse. Zur Lage der Auswanderer bietet der Artikel „Ausweisung und Asylschutz der Ausländer in Frankreich" einen interessanten Beitrag. Die Artikelreihe wird durch eine Umschau, in der die Bevölkerungsverhältnisse der Juden besonders berücksichtigt werden, und durch eine Bucherschau ergänzt. Konzerte „Der bunte Karren". Wir sind noch im Stadiuni der Versuche, sowohl in der „Kleinkunst" wie auch in der „grollen Kunst". Die Notwendigkeit, sich mit vorwiegend jüdisch betonten Programmen auf ein geschlossen jüdisches Publikum umzustellen, das aus verschiedenartigen Kulturkreisen herkommt, stellte Aufgaben, die noch nicht bewältigt sind. Zumal die Kleinkunst, das Kabarett, von dem noch dazu verlangt wird, das heitere Element zu unterstreichen, tastete bisher sehr unsicher herum und konnte sich mit unseren eigenen, hiesigen Kräften kaum durchsetzen. „Der bunte Karren" ist ein neuer Versuch. Der beschränkte Raum, der uns zur Besprechung zur Verfügung stellt, zwingt zu etwas summarischer Betrachtung. Darum sei das Entscheidende hervorgehoben, die Einzelheit zurückgestellt. „Der bunte Karren" ist ein wohlgeluugener Versuch: sozusagen ein ernsthafter Versuch zu heiterer Kunst. Es ist unverständlich, wie mau in Leipzig bisher au Fred Wald vorübergehen konnte. Er ist ein echter Kabarettist: einfallsreich, witzig, ein recht begabter Charakterkomiker, der auch das geistreiche witzige Couplet meistert. Er hat in Gemeinschaft mit Kapellmeister Sehöubach, der das Musikalische betreute, und unserem wohlbekannten Kunstmaler Eduard Einschlag, der die Ausstattung mit sicherem Geschmack und künstlerischer Kraft schuf, einen genußreichen und wertvollen Abend geschaffen. Unsrc Leipziger jüdischen Kräfte, vor allein Santo Sonnini, vor neue interessante Aufgaben gestellt, wuchsen mit ihren größeren Zwecken. Daß auch der „Bunte Karren" geschmacklich noch nicht ganz sicher steht, daß er mit Einbeziehung des Sakralen oder jeder Art von Politik gewiß Fehler gemacht hat, wollen wir zwar kritisch bemerken, ohne es allzu ubel zu nehmen. Wir möchten die Arbeitsgemeinschaft um Fred Wald gei n zu frischer Weiterarbeit ermuntern. Jaffe. Herausgegeben vom Voritand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Schriftleitung: Clemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C 1, Walter Blümel-Slr. 10, III. Anzeigen : Vertu Ein Ooldlreund, Leipzig OS, QcborlusstraBe 3 a. Anzeigenleiter: Ernst Ooldlreund- Clchor!s>iira5e 'Ja. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plitzen wird keine Gewähr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeinichart, Leipzig Cl, Brflderttr.19. D. A. I. 35. 4250. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeinde vorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Staatszionistische Organisation. Sonnabend, 1. Juni, 17 Uhr, Oneg Schabbath im Heim. Agudas Jisroel, Orts- und Jugendgruppe, Esra-Pirchc Agudas Jisroel, Noar Agudathi. Hierdurch laden wir unsere verehrten Mitglieder, freunde und (iönner, zu unserem am Donnerstag, den b. Juni 1935, um 2'i Uhr, im Heim, Eärberstr. 6, stattfindenden gemeinsamen Schowuaus - Nacht - Lernen mit anschließendem 1 'iiilas Schacharis ein. Jüdischer Sportverein „Bar-Kochba". Alle Bar Kochbanerinnen und Uar-Kochbaner treffen sich am Sonntag vormittag 11 Uhr in der Alberlhalle zum Palästina-hilm.

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