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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-01-04 · 1 (4.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
1 (4.1.1935)
Date
1935-01-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 4. Januar 193'> Aufsicht zu Pessach. Kolonialwarengeschäfte, die zu Peuach 1934 nicht unter Aufsicht des Qemeinderabbinats gestanden haben, aber zu Pessach 1935 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis /um 1. Februar 1035 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Spätere Anmeldungen wer den keinesfalls mehr berücksichtigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekanntgegeben. Nur diejenigen I innen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Geschäfte, das am 23. Februar 1935 in unserem Gemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum 2. Februar 1015 einen entsprechenden Antrag gestellt haben und denen unser Rahhinat die Aufsicht erteilt. Leipzig, den 12. Dezember 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Barmi/wa-Vorbereitung. Zur Barmizwa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Inr die in der Zeit vom I. Juli 1022 bis 30. September 1022 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am I. Januar 1015. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Barmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 31. Dezember 1934 im Gemeindeamt, Waltcr-Blümcl- Stralle 101. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 12. Dezember 1934. Der Vorstand der israelitischen Kcligionsgemcinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 4. Januar 1935, Abendgebet 16.30; Sonnabend, 5. Januar, Morgengebet 0 Uhr; Nachmittagsgebet 16,35, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 17.07. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdlens't: Freitag, II. Januar, Abendgebet 10,10 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 12. Januar, Morgengebet 0 Uhr, Jugendgottesdienst mit Predigt 15,15 Uhr, Nachmittagsgebet 10,45 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 17,15 Uhr. Gottesdienst au Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge ((Mto-Schill-Str.). Freitag, den I.Januar: Abendgebet 16,30 Uhr. Sabbat, den 5. Januar: Morgengebet 8,30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 17,07 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7,00 Uhr, Abendgebet 17,00 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.). Freitag, den II. Januar: Abendgebet 10,10 Uhr. Sabbat, den 12. Januar: Morgengebet B,30 Uhr; Mincha 10 Uhr; Ausgang 17,15 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7,00 Uhr, Abendgebet 17,00 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Kellstr. I. Freitag abend 16.30 Uhr. Sonnabend früh 8.30 Uhr; Mincha Ii) Uhr; Ausgang 17,07 Uhr. Sonntag früh 7,30 Uhr. Wochentags: Früh 7,15 Uhr, abends 10,10 Uhr. Personenstandsnachrichten Barmlzwas: Am Sonnabend, 12. Januar, Ulrich Cohn, Sohn des Herrn Dr. med. Ludwig Golm und Frau Charlotte geb. Seelenfreund, Markkleeberg, Hauptstraße 68, in der Gemeindesynagoge, Qottscheditraße. Am Sonnabend, 12. Januar, Roll Dienstfrei, Sohn des Herrn Max Dienstfrei und Iran Sophie geb. Jonas, Jonasstralte 7, in der (lemcindesynagogc, (lotuKhedstraße, Sonnabend, 12. Januar, Alfred Israel, Sohn des Herrn Jonas Israel und I rau Bucha geb. Stern, Idastralie 17, im üethaus „Bikur Cholim", Eisenhahnstralie 0. Trauungen: Am Sonntag, 30. Dezember, Fräulein Charlotte Rimalower, Mendelssohnstr. 1, mit Herrn Leo Fischbein, Nürnberger Str. 27 b. Todesfälle: 13. Dezember 1011 Sarah Flinke!. Gera. 14. Dezember lon (Caroline Dasch, König-Johann-Str. 24. 17. Dezember 1014 Ghaim Leib Ostersetzer, Berliner Str. 60. 10. Dezember 1014 Max Doernherg, Kantstr. 12. 19. Dezember 1014 ( ritz Messer, Vorkstr. 13. 21. Dezember 1011 I va Knoblauch, Rosentalgassc 8 10. 24. Dezember 1011 Nathan Brod, l.cibnizstralic 11. 25. Dezember 1034 Alexander llerzenberg, Uviastraßc 5,1. 25 Dezember 1014 Siegfried Kcrkut, ScHageterstraBe 170. 20. Dezember 1011 Dipl.-Ing. Willy Kaufmann, UviastraBc 5,11. 28. Dezember 1011 David Stern, Listerstraße 13,111. Aus dem Gemeindeamt. Bildungskurse der Gemeinde. Der Kurs Dr. Markowic/ kann aus gesundheitlichen Gründen erst wieder am Montag, den 14. 1., punktlich 8 Uhr, im Saale des I clix-Goldmanii-Heimcs, Elsterstr. 7, abgehalten werden. Die Lerngemeinschaft (Einführung in die jüd. l ehre) der Herren Dr. Brande u. Dr. I ipsehütz findet ihre Fortsetzung am Montag, den H.Jan. 1025, 1 .0 Uhr (Sozialamt Humboldtstr. 11). -— Mittwoch, 0. Januar 1015: Lerngemeinsehaft Dr. Woskin: „Sid dur" (Hebr. Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4). — Donnerstag, 10. Januar 1015: Vortragsreihe Geiueindeiabbintr Cohn (Sozialamt Humboldtstr. Ii). Donnerstag, lo. Januar 1035: Lerngemeinschalt Dr. Woskin: „Malmonides" (Hebr. Sprachschule, Pfaffen dorfer Str. 4.). Neue Bücher Das Judentum der beginnenden Eman/ipationszeit wird viel fach als eine Verfallserscheinung hingestellt. Dali diese Kritik dii positiven aufbauenden Klüfte dieser Zeit Übersieht, beweist ein Aul satz von Hilde Ottenheimer über Baruch Auerbach, eine typisch« Erscheinung jener Zeit, der nicht nur als Gründer des heute noch bestehenden Aiierbachschen Waisenhauses, sondern überhaupt al Begründer der jüdischen Anstaltsfursorge seine hohen Verdienst! hat. Der Aufsatz erschien im Oktober lieft der „Monatsschrift für Geschieht c U n d W i s s e n Schaft des Judentums", das auch sonst Aufsitze enthält, die auch über den Kreis der Fachmänner hinaus von Belang sind. Insbesondere darf der Aufsatz von Gerhard Scholem über den Begriff der Kawwana ( etwa Andacht) in der Kabbala die Aufmerksamkeit eines jeden religiös interessierten Menschen beanspruchen. Nach anderer Rieh tung wichtig ist die tibersieht über neue Schriften zur Wirtschafrskunde der Ostjuden, die B. Weinryb beisteuert. So bietet die fast 80 Jahre bestehende MGWJ jedem Leser Anregungen, die seinem Interesse entsprechen. Trotz der Schwere der Zeit ist es ihr gelungen, die Gesamtstärke des Jahrgangs aufrechtzuerhalten, ja den Jahrgang 1033 zu überbieten. Man erhält die 0 Hefte von im ganzen etwa 600 Seiten, indem man den Mitgliedsbeitrag von Mk. 10.- an die Gesellschaft (Postscheckkonto Berlin Nr. 7030) sendet. Dr. E. Grünthal u. G. Kutschuk, Wer? Was? Warum? 613 Fragen und Antworten. Ein Querschnitt durch das Judentum. Berlin 1035 (im Kommissionsverlag der Varia-Verlagsauslieferung). Tausende von Juden bedauern heute lebhaft und aufrichtig, dal. ihnen ilie jüdischen Werte und die „Reichhaltigkeit unseres Mensch tums" unbekannt geblieben sind. Hillen Anregung zu geben, wie si< sich in der jüdischen „Landschaft-' zurechtfinden können, wende! das vorliegende Büchlein die immer w irksame, mehr spielende Mithode von Frage und Antwort an. Um die Tausende von t ragen zunächst zu begrenzen, haben die kenntnisreichen Verfasser die Zahl auf 01 1 begrenzt und beginnen ihre Belehrung sogleich damit, diese Zahl zu begründen: nach Maimonidcs' Anordnung kennt unsere Lehre Ol l Ge- und Verbote. In buntem Wechsel wirbeln die Fragen durcheinander: Bibel, Geschichte, Literatur und jüdische Gegenwart in allen Verzweigungen geben den Stoff. Hie und da hätte mau wohl gerne Fernliegendes und als unwesentlich Erscheinendes durch B< - deutsameres ersetzt gesehen. Dennoch wird das Büchlein im „( u - brauch bei Heimabenden oder gar zu einem Uiiterhaltungsspiel bei Gcsellschaftsabendcn" ein anlegender Führer sein. n Konzerte Vor einem gutbesuchten Hause gaben Ilse Markise und Walter LtCWCDI einen Arien-, Lieder- und Duette-Abend. Die Altstimme von Else Markise neigt mehr zum Mezzosopran und ist gut ausgebildet; zu raten wäre ihr nur, auf eine klarere Aussprache zu achten. Von den Arien gelangen ihr am besten die aus dl I Oper „Carmen" V. Bizet, hier vereinten sich ihr Temperament und ihre Musikalität aufs glücklichste. Walter Lccwcns' strahlender Tenor eignet sich ganz besonders gut für die italienischen Opern, das bew ies er mit den beiden Arien aus „Aldi" von Verdi und „II >- heme" von Puccini. In den drei Liedern dagegen konnte er sich Stimmlich nicht so entwickeln, da sie ihm nicht gut lagen; r sollte sich mehr den dramatischen Liedern zuwenden, sie werd n seiner grollen Stimme sicher besser liegen. Beide Künstler bracht n die Opern-Duette mit Schneid zu Gehör und fanden reich n Beifall. Else Markise beschlol) das Konzert mit drei jüdisches Liedern, die sie volkstümlich gestaltete. Walter Meyeistcin watti t sicher seines Amtes am Klavier. tt. Veranstaltungen. Bunter Abend. Der von der Konzertdirektioa E h r I i i Ii am Silvester im Künstlerhaus veranstaltete „Bunte Abend" stand auf einem sehr beaciuensweilen Niveau. Vor allem ist die Conference von Elow-Bcrlin rühmend zu erwähnen. Elow verstand et, durch seine ungewöhnlich geistreiche und geschmackvolle Art auch verwöhnten Geschmack zu befriedigen. Mit Recht betonte er, dal es eine deutsch-jüdische Kleinkunst noch nicht gibt und daß man alles tun sollte, um die ernsten Versuche in dieser Richtung, auf diesem Gebiete Neues und Gutes zu schaffen, zu fördern. Ffil die erkrankte Else Markise sang Anni l'omeranz einige Lieder und Chansons, mit denen sie lebhaften Beifall erntete. Kate Julius zeigte in drei Tänzen außergewöhnliches Können und grolk' Ausdruckskraft. Die jungen Geschwister Ereilich verblüfften durch ihre musikalische Reife. Es ist bedauerlich, daß der gelungene Abend nur von einein verhältnismäßig kleinen Kreis genossen wurde. Dr. A. Jüdischer Sport Sensationeller Sieg der 1. Tischtennis - Mannschaft des ß*r Kochba-Leipzig über J. S. C. Hagibor Berlin. Das am 2. Weih-

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