Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 44 (2.11.1934)
- Date
- 1934-11-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968799-5969462--5268-4881058- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite b 2. November 10.4 Charlottcnburg 4, Dahlmannstr. 5; 2. Selbsthilfegruppc der jüdischen Körperbehinderten: Herr Hans J. Heymann, Berlin NWS7, Tile Wardcnhcrgstr. 10; i. Selbsthilfegruppc der jüdischen Gehörlosen (Taubstummen): s. u.; 4. Selbsthilfegruppc der jüdischen Schwerhörigen: Herr L. Ooldschmidt, BerUn-Charlottenburg 4, Sybekrtr. 23 (Reichsverband isr. Schwerhöriger „Rlsch"), bzw. Herr Moritz (jrieß, Berlin-Wilmersdorf, Ludwigkirchstr. IIa. Zur Selbsthilfegruppc 3 (Jüdische Gehörlose) wird bemerkt, daß das nunmehr von allen bestehenden Organisationen jüdischer Gehörloser gebildet wird und demgemäß umfaßt: 1. Verein zur Förderung der Interessen der isr. Taubstummen in Deutschland, Vors. Herr Erwin Kaiser, Berlin NO, Pilckemstr. 1; 2. Verein ehemaliger Zöglinge der isr Taubstummenanstalt in Weißensee, Vors. Herr Richard Meyer, Berlin-Wilmersdorf, Badensehe Straße 14; 3. Zweigverein zur Förderung der Interessen isr. Taubstummer in Schlesien, Breslau, Vors. Herr N. Rosenthal, Breslau, Alsenstr. 95; I. Verein isr. Gehörloser ZU Westfalen und Rheinland, Vors. Herr Leo Main/er, Düsseldorf-Gerresheim, Märkische Str. 30; 5. Verein isr. Gehörloser zu Hessen-Nassau, Vors. Herr Max Blumenthal, Frankfurt/M., Börnestr. 30. Alle Anfragen über allgemeine, insbesondere auch organisatorische f ragen sind zu richten an die Selbsthilfegemeinschaft der jüdischen Korperbeschädigten in I Deutschland, Berlin - Charlottenburg 2, Kantstr. 158 (Zentralwohlfahrtsstelle), von der Richtlinien bezogen werden können. Auskünfte, die eine der vier Selbsthilfe* gruppen betreffen, sowie Anmeldungen als Mitglieder sind an die obengenannten Adressen der Vorsitzenden der betreffenden Selbsthilfegruppen zu richten. Die Landes- und Provinzialverbande für jüdische Wohlfahrtspflege sowie die jüdischen Gemeinden und ihre Wohlfahrtsstellen werden auch bei diesem Anlaß gebeten, im Interesse der jüdischen Körperbeschädigten mit den genannten Organisationen bzw. ihren ortlichen Vertretungen zusammenzuwirken. Neue Bücher Dr. S. Kaliko: Iwrith l'chol isch. Hebräisch für Jedermann. Berlin 1Q34. (Verlag Jüdische Rundschau G m h.H.) [RM. 2.40 . Der hebräische Fernunterricht, der unter Leitung von Dr. S Kalckon in der »Jüdischen Rundschau* veröffentlicht wurde, ist hier nach neuer Durcharbeitung und Erveiterung in handlicher Buchform zusammengefaßt, veranlaßt durch das große Interesse, das diesen Unterrichtsbriefen in Deutschland und im gesamten Ausland entgegengebracht wurde. Dieses Lehrbuch für Deutschsprechende ist aus der Praxis für die Praxis entstanden und hat sich sowohl für den Unterricht in Kursen wie auch für das Selbsstudium bestens bewahrt. Es vermittelt dein Anlänger neben einem Wortschatz von etwa 1500 Wörtern die wichtigsten Grammatik-Kenntnisse und durch kurze Erzählungen, Dialoge u.s.w. eine grundlegende Einführung und Einfühlung in die hebräische Sprache. I in angefügtes Vokabularium, ein Grammatik-Index, ein Anhang über die Punktationsiehre und verschiedene Lernanweisungen ermöglichen jedem Anfänger, sich alle notwendigen Kenntnisse selbst r.iizucignen und schriltliche Aufgaben anhand der nachfolgenden Lösungen selbst zu korrigieren. Der besondere Erfolg dieser Methode beruht darin, daß sie die typischen Anfängersehl ierigkeiten anderer Lehrbücher vermeidet und — von sprach vussenschattlichem Ballast befreit — das Material in leicht faßlicher Weise dem Lernenden darbietet. Systemati-ch werden immer nach einigen Lektionen die durchgenommenen Regeln zusammengefaßt und unmerklich, ohne das gefürchtete Pauken von Regeln, wird der Lernende-auch mit der Grammatik vertraut. Die populäre Form und der niedrige Preis des Werkes machen dieses Buch wirklich zu einem „Lehrbuch für Jedermann". Jüdischer Sport Sportverein „Schild". Zu dem großen Schwimnisportfest, das die Berliner Sportgemeinschaft 1933 in Berlin am Sonntag, den 28. X . veranstaltet hatte und zu dein eine große Anzahl jüdischer Schwimmsportlcr aus dem ganzen Reiche erschienen war, hatte der Leipziger ..Schild" drei Sportkamciadcn entsandt, ihrer schweren Autgabe wohl bewußt, verhalf ihnen ihr kameradschaftliches ZusammenhaHtn und ihr unbedingter Wille, ihrem jungen Vereine Ehre zu machen, zu einem prächtigen Erfolge. Der jugendliche Sportkamerad Klaus Begach konnte gegen schwerste Konkurrenz im Knabenbrustschwimmen den 2. Platz belegen, dicht beim Sieger, und damit dokumentieren, daß er z. Zt. der zweitbeste KnabenbrustschWimmer Deutschlands im jüdischen Sport ist. Sportkamerad Rud. Michaelis belegte in seiner Spezialstrecke den 3. Platz und Weinenstein, der i;n Brustschwimmen für Herren gegen die Besten des jüdischeil Schwimmsportes startete, belegte einen sehr guten Mittelplatz. Der erzielte Erfolg ist um so größer, bedenkt man, daß unsere hiesigen SporUkaincraden fast ohne Training in die schweren Kämpfe gingen. Unsere I oßbaUKnaben gewannen in einem schönen Spiel gegen die I.sra-Knaben 2:0. Achtung! Makkabiah - Teilnehmer. Sämtliche Mitglieder des Bar Kochba, die sich zur Teilnahme an der Makkabiah angemeldet haben oder dies noch tun wollen, treffen sich zu einer allgemeinen Besprechung am Dienstag, den (>. November, pünktlich S Uhr abends im großen Saal des Jugendheims, Elsterstr. 7. Deutsche Makkabi-Meisterschaft. Am Sonntag, den 28. Oki ber, wurde das vom Deutschen Makkabikreis angesetzte PfUchtspiel Mitteldeutschland gegen Brandenburg in Berlin ausgetragen. I mitteldeutsche Mannschaft repräsentierte sich aus 0 Spielern des Bar Kochba, Leipzig und 2 Spielern des Bar Kochba, Dresden. Es w; im vollsten Sinne ein repräsentatives Spiel, wie es selten gezeigt wird. Beide Mannschaften, sowohl Berlin wie Leipzig, kämpften mit dem vollen Einsatz, ihrer Kräfte, und gestaltete sich dieses Spi. I als sehr hochwertig. Mitteldeutschland war Brandenburg taktist i und technisch überlegen. Zu einem Sieg langte es jedoch nicht, da die Entscheidungen des Schiedsrichters, welcher teilweise Konzessionsentscheidungen fällte und das Spiel wegen Dunkelheit auch 8 Minuten vor Beendigung abgebrochen wurde, Mitteldeutschlau I in Nachteil brachte. Wir können aber mit diesem 1: 1-Resultat zufrieden sein, da wir doch als moralischer Sieger aus diesem Spii I hervorgegangen sind. Der Mannschaft gebührt ein Gesamtloh un I muß man die Kritiken der einzelnen Leute unterlassen, da talsächlich jeder einzelne Zuschauer davon überzeugt war, daß jeder Spieler sich seiner Aufgabe bewußt war und sein Bestes dazu gegeben hat. Mit 80 Mann fuhren wir in zwei Omnibussen zu diesem Spiel nach Berlin. Die Schlachtenbummler haben bestimmt eines de rschönsten Spiele in der letzten Zeit zu sehen bekommen und waren über die Abwicklung und Veranstaltung der Fallit höchst zufrieden. Während unsere 1. Herren-Mannschaft in Berlin weilte, vertraten die Knaben-Mannschaften des Bar Kochba in würdiger weise Leipzig gegen Chemnitz. Im Vormittagsspiel schlug die durch einige Alte Herren verstärkte 2. Mannschaft die gleiche Mannschaft von Chemnitz überlegen b:0. Die 2. Knabenmannschaft gestaltete ihr erstes Auftreten zu einem erfolgreichen 1:0. Unsere Kleinsten waren voll bei der Sache. Im darauffolgenden Spiel der 1. Knaben mann Schäften stellte uns Chemnitz eine uns körperlich überlegen Mannschaft entgegen. Doch durch glänzende Technik sowie guten Mannschaftsgeist gelang uns auch hier, wenn auch nur knapp, s>> doch verdient mit 1:0 zu siegen, da jeder sein Bestes dazu hergab. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Schriftleitung: Oemeinderabblner Oustav Cohn, Leipzig CJ. Walter Blümel-Str. 10, III. Anzeigen : Verlag Elsa Ooldfrennd, Leipzig 05, (jcbortuistriße 3a. Anzeigenleiter: Ernst Ooldfrennd. CicborinsstraSe 2a. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plltzr i wird keine Oewihr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeinachaft, Leipzig Cl, Brflderatr. 19. F0r den Inhalt der Inserate Obernehmen Gemeinde vorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Zionistische Vereinigung Leipzig. Sonnabend, den 3. November, abends 81,2 Uhr, findet in der Aula der Höheren Israelit sehen Schule, Gustav-Adolf-Str. 7, eine öffentliche Kund gebung statt, in der das Mitglied des Präsidiums der Reichs- Vertretung der deutschen Juden, Herr Dr. Kranz Meyer, Berlin, über das Thema: „Zu neuen Ufern! — Die Leistung des Zionismt für das deutsche Judentum 1" sprechen wird. Die Mitglieder dt: Gemeinde sind hierzu ergebenst eingeladen. Besondere Einladui gen ergehen nicht. Zionistischer Gruppenverband Mitteldeutschland. Am Sonntag, den t. November .vormittags 10 Uhr, findet in den Räume i der Leipzig-Loge, Arndtstraße 1, eine Oruppenversammlung d> - Zionistischen (iruppenverbandes Mitteldeutschland statt. Bei dies r Tagung spricht Herr Dr. Franz Meyer, Berlin, über: Dio deutsch-jüdische Situation"', Herr E lies er Liebenstein, Be - lin, über: „Zionismus in Palästina und in der Oolah". Anschließeml Aussprache. Agudas-lisroel-Jugendgruppe. Schiurimplan: Mo. bis Do., 20 bis 21 Uhr (iemoroh-üittin. Di. 21—22 Uhr u. Sb. 14'/.-15'/,. Uhr (lemoroh-Kidduschim. Mi., 20—21 Uhr, Tcnach (Jeschajo). Mo. i Do. ,21 22 Uhr, Iwrith. Schabbos-Kaudesch: T'fillath-Schaeh rith Vfl Uhr, T'fillath Minchoh 155', Uhr, anschließend: Chofe Chajim (Leiter: Sr. Ehrw. Herr Rahh. Rogosnitzki). S'tidat SchuSchi. Um rege Beteiligung an allen Schiurim wird gebeten. Der Centraiverein veranstaltet im Felix-Qoldmann-Heim der Jüdischen Jugend, Llsterstr. 7, am Mittwoch, den 7. November uni 20,15 Uhr einen Vortragsabend, bei dem das Mitglied der Central- Verwaltung des C.V., Amtsgerichtsrat i. R. Dr. Fritz O o I d s c h m i d t über das Thema: „Für unseren Arbeits- und Lebensraum! Für deutschjüdische Zukunft" sprechen wird. Der Vortragende steht seit langem an führender Stelle des Ber« lincr jüdischen Lebens und dürfte seinen Vortrag besonders Interessant gestalten. An gleicher Stelle findet um 18 Uhr eine Zusammenkunft der jüdischen Angehörigen der Heilbertife (Ärzte, Zahnärzte, Dentisten und Apotheker) statt. Amtsgerichtsrat i. R. Dr. Ooldschmidt spricht hier über Rechts- und Wirtschaftsfragen für die Heilberufe. Seine Ausführungen werden ergänzt durch ein Referat von Syndikus Sabatzke über die Situation der HeUberufC in Mitteldeutschland.