Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 40a (9.10.1934)
- Date
- 1934-10-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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0.10. 34 Sonderausgabe 2 J ■> Auflage 4250 Stück (Semcinö cblatt DER ISRAELITISCHE-N RELIGION SGEMEIN DE ZV I f-|D7|^L AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT LLIl AlW DER GEMEINDEVERWALTUNG» Schrlftlelhingt Oemelnderabblner Oustav Cohn Leipzig Walter Blümel-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 40a - Jahrgang 10 9. Oktober 1934 Anzelgenannahmei E. Qoldfreund, Leipzig 05, CichoriusstraBe 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C 1. N Am 7. d. M. ist unser Gemeinderabbiner Herr Dr. Felix («oUliiiami "IVpi Vt/o? N im Alter von 52 Jahren nach schmerzensreicher Krankheit in die Ewigkeit abberufen worden. Mit dieser Kunde ist Trauer eingezogen in jedes Haus in unserer Gemeinde. Der Entschlafene war der Bannerträger des Judentums in unserer Stadt. Um ihn scharten sich die Männer und Frauen aus allen Lagern, er war uns geistiges Oberhaupt. Freund und Berater. Er war der Vater der Armen, der unermüdliche Sachwalter aller Bedrückten, ein Trostspender den Bekümmerten. Er verkündete mit flammenden Worten die ewigen Wahrheiten unseres Glaubens. Als Lehrer und Mensch gestaltete er Geschichte und Lehre des Judentums der Jugend zum unvergeßlichen Erlebnis und wies ihr den Weg zur tätigen Menschenliebe als deren Inbegriff. Seine Schüler und Schülerinnen erzog er zu stolzen Juden und aufrechten Menschen. Unerschrocken und seine Person nicht achtend stand er stets an vorderster Stelle im Kampf für des Judentums Ehre. Er starb früh, weil er sich in rastloser Tätigkeit verzehrte. Unerschöpflich schien seine Arbeitskraft; davon zeugen die zahllosen kleinen und großen Werke, die er neben den vielerlei Amtsgeschäften verfaßte. Erzählen seine wissenschaftlichen Schriften von der Klarheit seines Geistes, so offenbarte sieh die Größe seines Herzens in der nie versagenden Fürsorge für alle Notleidenden, die seiner Hilfe zu jeder Stunde des Tages und der Nacht sicher waren. Sein Name wird uns leuchten zur Nacheiferung, so lange wir sind. Leipzig, den 8. Oktober 1934 Wer Vorstand und die Verordneten der Israel. Religionsgemeinde %u Leipzig.