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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-09-07 · 36 (7.9.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
36 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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September 1934 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSQEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 7 i indes fortgeführt wird. In voller Einmütigkeit ging die Tagung auseinander, nachdem über die Stellung des Bundes zu den jüdiiu ii Ol ob- und Jugendorganisationen Beschlüsse gefallt worden waren. Aus sächsischen Gemeinden Planen I. V. Hindenburg-Gedenkfeier. Im Rahmen des Freitag- \bend-Oottesdienstes fand am 24. August 1934 in der Hauptsynagoge eine Gedenkfeier zu Ehren des verstorbenen Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Zu der Veranstaltung hatte die Gemeinde gemeinschaftlich mit der Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Front- Idaten eingeladen. Nach dem „Largo" von Händel und dem Chor- •.:>rtrag des Psalms 39 hielt Herr Kantor Wormser die Ansprache, in welcher er die Persönlichkeit des Verewigten im Lichte seiner Gottesinrcht darstellte. Nach dem Sologesang von Frau Russak „Sei getreu bis in den Tod" zeigte in kernigen Worten der Vorsitzende des Front- ,mies Herr Dr. Löwenthal, wie sich der Herr Reichspräsident allezeit mit jedem Frontkameraden verbunden gefühlt habe. Die Feier klang mit einem Gebet für den Verstorbenen und mit dem durch den Chor gesungenen Psalm 16 aus. Unsere Gemeinde. Das goldene Ehejubiläum begehen am Sonntag, den 9. September der Staatslotterieeinnehmer Leopold Müller und seine Ehefrau Emma ^eb. Wallach in Frische und voller Gesundheit. Herr Müller versieht seit Jahrzehnten in der Oemeindesynagoge mit größter Pflichttreue das Amt eines Synagogenkommissars. Der Jubilar ist in seinem Geschäft, unterstützt durch seinen Sohn, Herrn Adolf Müller, noch immer von früh bis abend tätig und hat sich trotz schweren Schicksalsschlags — die Eheleute haben ihren zweiten Sohn im Krieg dem Vaterlande zum ()pfer bringen müssen — seinen Humor bewahrt. Auch an dieser Stelle wünschen wir dem Jubelpaar noch eine stattliche Reihe gesegneter Jahre in gleicher geistiger und körperlicher Frische. Seelenfeier des Hilfsvereins der israelitischen Qewerbetreibenden. Der llilfsverein veranstaltet auch in diesem Jahre keinen Gottesdienst und wird daher, wie im vorigen Jahre der verstorbenen Stifter und Mitglieder bei der Seelenfeier am Versöhnungstage in der Talmud-Thora- Svnagoge, Keilstr. 4, gedenken. Den Angehörigen der Verstorbenen wird zur Seelenfeier der Eintritt gern gewährt. Der Hilfsverein spricht d.iher die Bitte aus, daß diese zahlreich in der Synagoge erscheinen mögen. Die Höhere Israelitische Schale — Jüdische Volksschule Leipzig übergibt uns folgenden Aufruf: Wie alljährlich wollen wir auch in diesem Jahre unser Schulfest feiern. Wir beabsichtigen die Aufführung des großen jüdischen Oratoriums „Licht und Volk", welches die Erling der Juden durch Makkabi zum Inhalt hat und durch eine großartige moderne Tonsprache gestaltet. Zur Schaffung eines wirkungsvollen Klangkörpers bedarf es außer der durch die Schulen gestellten Kinderchöre für Oesang und Deklamation noch einer größeren Anzahl v<>n Erwachsenen für einen gemischten Sing- und Sprechchor. Wir uenden uns zu diesem Zwecke an alle Freunde des jüdischen Schul- » rks, die sich im obigen Sinne uns zur Verfügung stellen und damit d.'m Schulwerk einen Dienst erweisen wollen. Da die Zeit drängt, bitten wir herzlich um umgehende Meldung mit der Angabe, ob als S nger oder Sprecher, bei den Herren j äff e, Funkenburgstr. 15 (Tel. 77) oder Felix Carlebach, Funkenburgstr. 10 (Tel. 29735). Der \ rstand der Isr. Rel. Gemeinde hat freundlicherweise das Protektorat der Aufführung übernommen. 1. Gesangsprobe: Donnerstag, 13. Sept. 21) Ijhr. 1. Sprechprobe: Donnerstag, 13. Sept. 21 Uhr im Musikzimmer d r Höh. Isr. Schule, Oustav Adolfstr. 7, Hofeingang. Der Direktor: Dr. Carlebach. Berichtigung. Bei der Aufstellung über die Einnahmen und -gaben unterlief ein Fehler. Das Defizit beläuft sich nicht auf I l. 510,21, sondern auf RM. 410,21. Amtliche Bekanntmachungen Aufrechterhaltung der Ordnung anläßlich der Gottesdienste. In dankenswerter Weise hat sich auch in diesem Jahre der I Itshuud jüdischer Frontsoldaten ZUX Betreuung der Leipziger s iatrogen an den hohen Feiertagen zur Verfügung gestellt. Damit hal dieser die Verantwortung für Ruhe und Ordnung in und vor den ÜUsern übernommen. Wir erwarten von allen üemeindemitgliedern, daß sie den An- » is IUI gen der an der Plakette erkenntlichen Ordner des Frontales unbedingt Folge leisten. Wir weisen noch besonders darauf hin, daß der Ordnungsdienst Seiten des Reichshundes jüdischer Frontsoldaten ehrenamtlich Und im Interesse eines jeden Synagogenbesuchers erfolgt. Es ist daher Pflicht eines jeden Gomeindemitgliedes, diejenigen Herren, welche diesen Dienst ausüben, in jeder Weise verständnisvoll zu Unterstützen und Disziplin zu halten. Leipzig, den 1. September 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Wegfall des Zweiggottesdienstes. In diesem Jahre findet zu den hohen Feiertagen aus Ersparnisgründen ein Zweiggottesdienst nicht statt. Leipzig, den 3. September 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Zigarrenhaus Rosen Nachf. t OdlStf _IVi<TSHt<>inwpg IQ - Ti-I. g;ty«H_ Unserer merkn Kundsdiali und Hettannhn henlldie Heujahnmilnsdie Zweiggeschäfte: Windmühlen-tcke turnerstr. :: Coliiiiaden-lcke Alcxamlerstr. Größte Auswahl - Geschenkpackungen aller Art - Lieferune frei Haus Fre.tag letzter Einkaufstag! uTSSS^.j IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH« an Uhren, Gold- und Silberwaren und Optik, in I Reparaturen e'gener Werkstatt gewissenh. und besonders billig. | iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiii Krlhanm & €o., Hainstr. 16, gegr. 19111 Vermeidet Ansammlungen vor den Gotteshäusern! Es wird von allen maßgebenden Seiten besonderer Wert darauf gelegt, daß an den hohen Feiertagen alle Ansammlungen vor den Gotteshäusern unterbleiben. Wir fordern die jüdische Bevölkerung Leipzigs auf, den Weisungen der bei den Gottesdiensten tätigen Ordner des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten stengstens Folge zu leisten, vor allem keine Verabredungen vor oder nach dem Gottesdienst auf den Straßen und Plätzen, die vor den Gotteshäusern liegen, zu treffen, damit Ansammlungen vermieden werden. Wahrung der Würde des Gottesdienstes. Es ist seit Jahren häufig die Klage laut geworden, daß die Würde der Gottesdienste vielfach durch Unterhaltungen gestört wird. Wir nehmen deshalb Veranlassung, anläßlich der bevorstehenden Festtage darauf hinzuweisen, daß solche Störungen unter allen Umständen vermieden werden müssen. Es sei besonders betont, daß der Jugend nur durch ein der Weihe des Gotteshauses angemessenes Verhalten ein Beispiel würdigen, /.ur Andacht stimmenden Gottesdienstes gegeben werden kann. Die Aufseher sind streng augewiesen, gegen jegliche Störung einzugreifen. Kleiderablage in der Gemcindcsynagogc. Die in der Kleiderablage der üeineindsynagoge abgegebenen Kleidungsstücke werden sorgfältig bewahrt und an den Berechtigten gegen Rückgabe der ihm ausgehändigten Marke ausgefolgt. Es wird daher strengstens untersagt, Kleidungsstücke eigenmächtig selbst zu entnehmen. Die den Dienst versehenden Personen sind streng angewiesen, gemäß dieser Bestimmung zu verfahren. Indessen müssen wir ablehnen, für das Abhandenkommen von Kleidungsstücken irgendwelche Haftung zu übernehmen. Dem Bedienungspersonal der Kleiderablagen ist strengstens verboten, Zylinderhüte zur Aufbewahrung anzunehmen. Leipzig, den 3. September 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag,7.September, Abendgebet 18,45 Uhr; Sonnabend, 8. September, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 18,50 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn): Abendgebet 19,24 Uhr. Sonntag Morgen 7,15 Uhr Neujahrsgottesdienst. Gemeindesynagoge (Gottschcdstr. 28). Sonntag, 9. September, Abendgottesdienst 18,45 Uhr, Predigt (Rabbiner Gustav Cohn); Montag, 10. September, Morgengottesdienst 8,30 Uhr, Thoravorlesung 9,30 Uhr, Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann) 10 Uhr; Abendgottesdienst 18,45 Uhr; Dienstag, 11. September, .Morgengottesdienst 8,30 Uhr, Thoravorlesung 9,30 Uhr. Predigt (Rabbiner Cohn) 10 Uhr; Nachmittagsgebet 18,45 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rah. Dr. Goldmann); Abendgebet 19,IS Uhr. — Es wird darauf hingewiesen, daß die Predigten pünktlich beginnen und daß während der Predigten die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. - Die Herren, die bei den Vormittagsgottesdiensteu aufgerufen werden wollen, müssen bis 8,45 Uhr anwesend sein. Gemeindesynagoge. Sahbatgottesdienst: Freitag, den 14. September: Abendgebet 18,30 Uhr: Sonnabend, den 15. September: Morgeugebet 9 Uhr; Jugcudgottesdicnst 15,!5 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmami); Nachmittagsgebet 15,35 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 19,07 Uhr. Versöhnungstag. Gemeindesynagoge (Qottschedstr. 28). Dienstag, den 18. September: Nachinittagsgottesdienst 14 Uhr; Abendgottesdienst 18, itl 1 Ihr, Predigt (Rabbiner Dr. Qoldmann). Mittwoch, den 19. September: Morgengottesdienst 9 Uhr, Thoravorlesung 11,45 Uhr, Predigt (Rabbiner Cohn) 12 Uhr, anschließend Seelenfeier; Neilah-I'redigt (Rabbiner Dr. Goldmann) 17 Uhr, Schluß 18,57 Uhr. — Es wird darauf hingewiesen, daß die Predigten pünktlich beginnen und daß während der Predigten die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind! — Die Herren, die aufgerufen werden wollen, müssen bis 10 Uhr anwesend sein.

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