Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 18 (4.5.1934)
- Date
- 1934-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite Ii 4. Mai 1934 Die Verlobung ihrer Tochter Grete mit Herrn HailS GältllLT .ms Bernburg geben hierdurch bekannt Dr. med. G. Rosenthal ii. Fiau Sophie geb. Baer Leipzig - Lindenau Mer<eburgerstr.l)4 Grete Rosenthal Hans Gärtner Leipzig- Bernburg Lindenau a.d. Saale Zu Hause: Sonntag, d. 6. Mai Die am 20. April erfolgte glückliche Geburt eines Töchterchens Lotte Adolfine zeigen hocherfreut an Fritzschcsir. 13, I Leon Dattner u. Frau Eva drohung der Grundlagen des jüdischen Lebens und glaubt, dafi nur eine aktive jüdische Politik dieser Gefahr steuern kann. Da die Führung der /.. O. infolge ihrer parteimäßigen Bindung und inneren Abhängigkeit von einem unjüdischen Internationalismus unfähig ist, die gesetzesmäßigen Zusammenhänge zwischen Klassenkampf, Bürgerkrieg und politischer Ohnmacht einerseits und nationaler Selbstbesinnung und politischem Erfolg andererseits zu begreifen und sieh 'ii einer das jüdische Volk einigenden politischen Aktion aufzuraffen, hat der Staatszionismus die Aufgabe übernommen, das jüdische Volk in einer von Parteigegensätzen gereinigten, auf einer jüdisch-weltanschaulichen Orundlage beruhenden Organisation zu einigen. Den Verzichtsparolen des offiziellen Zionismus: Qeistiges Zentrum, binationaler Staat, Kantonisierung Palästinas, großarabische Föderation setzt er die Parole entgegen: „Der St.-Z. erstrebt die Schaffung eines Judenstaates zu beulen Seiten des Jordan." Dieses nächstliegende Ziel jüdischer Politik bleibt stets und überall der Leitstern seines politischen Handelns, ohne die praktische Kolonisktionsarbeil in Palästina zu vernachlässigen, ordnet sie der Staats- Zionismus dem Primat einer seiner Zielsetzung dienenden Politik unter. Der St.-Z. halt eine Oberwindung des englischen Widerstandes gegen die jüdische Einwanderung in Palästina mit friedliehen .Wittein nicht nur für möglich, sondern sogar für sicher. Er weiß, daii das englische Volk als solches mit der jüdischen Staatsidee nicht weniger sympathisiert als andere an der Lösung der Judenfrage interessierten Nationen. Dagegen hält er eine Einigung mit den Arabern anders als auf der Grundlage vollzogener Tatsachen nicht für möglich; denn noch nie hat ein kolonisierendes Volk /ii seinem Werke die Zustimmung der eingeborenen Bevölkerung ZU erlangen vermocht. Da es jüdischem Wesen fernliegt, Angehörige einer anderen Nation zu unterdrücken, haben die Araber im künftigen Judenstaat eine Gefährdung ihrer bürgerlichen Rechte nicht zu besorgen. Hiervon die Araber zu überzeugen, ist aber erst k!:. wenn die jüdische Majorität in Palästina eine geschichtliche Tatsache geworden ist. Mit diesem moralisch und ethisch gerechtfertigten Programm verbindet der Staats/ionisnius eine konkrete Vorstellung von der künftigen Beschaffenheit des Judenstaates. Er vertritt die Auffassung, dal! dem nach Einheit strebenden jüdischen (leiste nur eine monistische Staatsform entsprechen kann. Lr bekämpft daher die die Einheit des jüdischen Volkes zersetzende marxistische Klassenkampfdoktrin ebenso wie die Assimilation als widernatürlich und unjüdisch. Dabei weicht er der Lösung der sozialen Frage keineswegs aus. hin Staat, in dem das biblische Gebot sozialer Gerechtigkeit nicht verwirklicht ist, ist für ihn ebensowenig ein Judenstaat wie es keinen Judenstaat geben kann, in welchem jüdische Menschen von der legitimen Nutzung ihres durch ehrliche Arbeit erworbenen Besitzes ausgeschlossen werden. Aus der monistischen Staats- und \\ irtsehattslelu e, die er als logische Konsequenz der jüdischen Glaubenslehre empfindet, leitet der St.-Z. seinen Totalitätsanspruch als Organisation und den lies Judeustaates als der künftigen Lebensform des judischen Volkes her. Dieser Anspruch trägt ihm die leidenschaftliche Ablehnung aller derjenigen Kreise ein, die sieh ein Leben ohne Parteipolitik und weltanschauliche Differenzierungen nicht vorstellen können und das siegreiche Vordringen dieser ihrem innersten Vi esen nach hundertprozentig jüdischen Bewegung durch eine gehässige, die Tatsachen fälschende Berichterstattung und durch tätliche Angriffe auf den Staats zionistischen Arbeiter und sein Recht auf freie Einwanderung nach Palästina aufhalten zu können vermeinen. Dal! der St.-Z. aus diesem Kampfe als Sieger hervorgehen wird, beweist sein wachsender Einfluß auf die Jugend und das traditionstreue Judentum. L. (i. Amtliche Bekanntmachung. Gebühren für die Friechofsßärtncrei. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dall die Fricdhofsvcrwaltung unseres neuen Friedhofes die strenge Anweisung erhalten hat, die Grabpflege für die Gräber auf dem neuen Friedhof nur dann auszuführen, wenn die Kosten vorher bezahlt worden sind. Leipzig, den 27. April 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Sparkonto für Synagogenplätze. Zum Zwecke der Erleichterung der Einlösung der Synagogcnnlätze haben wir die Einrichtung geschaffen, dal) die Einzahlung für die Platzkarten schon jetzt ratenweise erfolgen kann. Für jede bis zum 3. August 1934 geleistete Zahlung wird zum Ausgleich für die frühere Einzahlung eine Vergütung von Klo» gewährt, d. Ii. für jede eingezahlte Reichsmark wird ein Gutschein in Höhe von RM. 1.10 verabfolgt. Die Einzahlungen können in beliebiger Höhe erfolgen, müssen jedoch auf volle Markbeträge abgerundet sein. Wir möchten unseren (iemeindemitgliedern dringend empfehlen, von dieser Einrichtung, die ihnen die Aufrechterhaltung ihrer Anrechte auf einen Synagogenplatz erleichtert, lebhaften Gebrauch zu machen. Mittagsu.Abendfisdi s. pieisw. streng 1153. Ref. 0. otth. Rab.H'ichmann, Katliarinenstr.21. IWiener Damensdinelderel ■ JENNY DEUTSCH! O S, KohlcartenstraBe 27,1 Telefon 2144»! 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