Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 15 (13.4.1934)
- Date
- 1934-04-13
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 13. April 1931 großen Saal des Jüdischen Jugendheims, Elsteratr. 7, einen Vortrau des Herrn Dr. Neuburger, früher Arbeitsamtsdirektor in München (delegiert von der Zentralstelle f. jüd. Wirtschaftshilfe, Berlin), mit dem Thema Was geschieht mit unseren schulentlassenen Kindern? Alle Eltern der jetzt schulentlassenen Kinder werden zu dieser Veranstaltung eingeladen. Im Anschluß an den Vortrag soll auch eine Einzelberatung der Litern organisiert werden. Da Herr Dr. Neuburger einer der besten Kenner in Berufsberatungsangelegenheiten ist, wird diese Veranstaltung dem Besuche aller interessierten Eltern empfohlen. Personenstandsnachrichten. B a r m i z w a: Am Sonnabend, 21. April, Hein/ QembHz, Sohn des Herrn Max QembHz und Frau Marta geb. Qimkiewicz, Antonienstraße 14, in der Oemeindesynagoge. Am Sonnabend, 21. April, STegmund Braun, Sohn des Herrn Josef Braun und Trau Minna geh. W'andstein, Waltcr-Blümcl-Str. 23, in der Talmud-Thora-Synagoge. Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft: Nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt! aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum; nach unserer Friedhofsverordnung hat der Austritt aus dein Judentum den Verlust des Anrechtes auf Beisetzung und auf eine etw a früher erworbene Grabstelle auf unseren Friedhöfen zur Folge. Lisa Lina Mann geb. Heitmann, geb. 26.11. 1903. Leutzscher Str. 5»). Veranstaltungen. Das Gottlieb-Streichquartett bringt gemeinsam mit der Pianistin Frieda Gottlieb am 22. April im Ürotrian-Steinweg-Saal /ur Aufführung das reizvolle Klaviertrio B-Dur 11 von Beethoven, das melodienselige Streichquartett Es-Dur op. 12 von Mendelssohn und das berühmte Klavierquartett A-Dur von Brahma, dessen ein/eine S.a/e uns mit ihren ebenso schwermütigen wie glühend-feurigen Weisen fesseln. Frieda Gottlieb und Musia Qottlieb, der Primgeiger des Streichquartetts, sind aus den bisherigen Konzerten dem Leipziger Publikum hinreichend bekannt. Die Presse hat ihnen bislang glanzende Kritiken gegeben. Sie haben sich nun mit ebenso nuten Kräften zusammengeschlossen und konzertieren in dieser Form zum erstenmal vor dem Leipziger jüdischen Publikum. — Man besorge sich rechtzeitig Karten im Vorverkauf. Siehe Inserat. Von Heine /.um Okkultismus., von Verdi bis /um Schifferklavier oder jüdisches Kabarett. Walter Mcyerstcin stellte uns diesmal vor: Willy Lebach, Rezitator mit enormem Temperament, ein Kunstler von ganz besonderer Eigenart der Erscheinung und des Vortrags; Lisa Koch-Stabinsky, Soubrette, von der Oper kommend, mit denkbar suliem und angenehmem Koloratursopran. Mit seiner Art des Confericrcns hob Egon Jacobsohn, 2(1 Jahre am l'llstein-Verlag, den Abend über das Niveau eines gewöhnlichen Kabaretts hinaus. Man merkt all diesen Kunstlern deutlich an, dali sie nicht vom Fach sind: der verkleinerte Kähmen bedruckt. Ebenfalls aus einer ganz anderen Brauche kommt der Oraphiker Jaks, der zum Zauberer und Hellseher avanciert ist. Sein sympathisches Aultreten, etwas Magie und sehr viel Bluff waren dein überfüllten Haus kostliche Unterhaltung. Jolly Arro, hier schon bekannt und gelobt würzte mit ihren Matrosenliedern (bitte, bitte mal was Neues!) das recht geistvolle Programm. Ein Kabarett ist eine Zusammenstellung verschiedenartigster < ienüsse. Na ja. E. Ostjüdischer Liederabend Rahel Ermolnikoff. Der Jüd. Ausschuß für Kunstpflege war bei der Wahl der Solistin für sein letztes Konzert entschieden schlecht beraten, denn die Darbietungen der Dame mögen stimmlich, mimisch und deklamatorisch für den trauten Familienkreis ausreichen, nicht aber für eine öffentliche Darbietung. Das karge und eintönige Programm enthielt drei Lieder in der ,,Bearbeitung" von Darius Milhaud, einem in seinen eigenen Wirken sehr interessanten modernen Franzosen. Hierzu ein Wort: Volkslieder, die meist einstimmig überliefert sind, müssen für den Vortrag bearbeitet und mit Klavierbegleitung versehen werden. Daii dies pietätvoll und doch tonschön gemacht werden kann, beweisen die Ausgaben von Roskin und Nadel, Man ^ol! sich aber an melodischem Volksgut nicht vergreifen, um ZU experimentieren und atonalen Gelüsten ZU frönen. Was dabei herauskommt, zeigen die drei „Bearbeitungen", und solche Scheußlichkeiten auf ein Programm jüdischer Volkslieder /u setzen, ist stilwidrig und geschmacklos. Die vorzügliche Begleitung von Alfred Simon und die bei Simon dutter gut aufgehobene obligate Violinstimme vermochten nichts retten. Dem Ausschuß für Kunstpflege sollte das Ergebnis dieses Abends zu denken geben. Denn es ist doch bedauerlich, wenn die gute Absicht, einem breiten Kreis jüdische kulturelle Wirte nahezubringen, sich ins Gegenteil verkehrt. Dr. R. Vereinsnachrichten. Staats/.ionistisehe Organisation. Am Sonnabend, den LI. d. M. findet um 10' , Uhr im Hause des Herrn R.A. Dr. (ioldwasser, PEPI DODEL KARL FALEK Leipzig grüßen als Verlobte April 1034 Herloßsohnstr. Ulli ein Oneg Schabbath statt, zu dem auch di< neuangemeldetcn Mitglieder eingeladen sind. Habonim noar Chalu/.i. Samstag, den 14. 4., abends */,9 Diu beginnt die Führertagung der Habonim Gau Sachsen. Sonntag, den Ii. L, nachmittags 3 Uhr, findet im Rahmen der Gauführertagung eine Assefah ClalHtl des gesamten Leipziger Bundes statt, die mit Nadel- und Kordelverteilung verbunden ist. Große Kundgebung! Die Zionistische Vereinigung veranstaltet zusammen mit dem Jüd. Sportverein Bar-Kochba am Sonnabend, abend, den 14. April, abends 1 ,9 Uhr, im Städtischen Kaufhaus. Eingang Kupfergasse, eine große Kundgebung. Es sprechen: Dr. Lehrfreund: Jüdische Entscheidung; Dr. Rabatt, der Präsident des Deutschen Makkabikreises: Der Weg des Makkabi. Dr. Friedenthal, der Vorsitzende des Berliner Bar-Kochba: Sport und Nation. Jugendchöre und turnerische Darbietungen werden die Ansprachen umrahmen. Alle (ieineindeniitglieder sind /u dieser Veranstaltung herzlich willkommen. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Ortsgruppe Leipzig. Am Sonntag, den 15. April, 15' , Uhr findet in Magdeburg im grollen Saal des Kaiserhofs eine Kundgebung aulälllich des zehnjährigen Bestehens der Ortsgruppe statt. Wir bitten ilie Kameraden, sich hieran recht /ahlreich ZU beteiligen. I)ie betreffenden Kameraden und solche, die ein Auto zu dieser Fahrt zur Verfügung stellen können, wollen sich bei Kam. Dr. Alfred Jacoby schnellstens melden. Deutsch-jüdischer Jugendkreis. Sonntag, den 15. April, 1(> Uhr. findet in den Räumen der (i.V., Karoliucustr. II, unser allmonatlicher Elternnachmittag statu. Alle an der deutschjüdischen Jugendbewegung interessierten Damen und Herren sind eingeladen. Achtung: Weinvertreter! Sonntag, den Ii. April, In Uhr, pünktlich in der Bochnacr-Schul, Qcrberstr. IS 50, Hinterh., I.Treppe. Zusammenkunft sämtlicher Weinvertreter. Um voll/ahliges Erscheinen aller W'einvcrtreter Leipzigs wird gebeten. Mitteldeutsche Makkabi-Tagung. Sonntag, den 15. April, findet im Saale des jüdischen Jugendheims eine mitteldeutsche Makkabi-Tagung statt, an der die Bar-Kochba-Vereine Dresden. Chemnitz. Halle, Magdeburg sowie Delegierte aus Plauen, Zwickau. Weißenfels teilnehmen. Die Tagung beginnt vorm. 1 „10 Uhr mit folgenden Referaten: Dr. Rabau: „Makkabi im Vormarsch", Dr. Friedenthal: „Die Erziehungsaufgabe der Makkabibewegung, Paul Lewinsohn: „Die Organisation des Deutschen Makkabikreises. Anschließend Generaldebatte. Alle erwachsenen Bar-Kochhaner und Bar-Kochbanerinnen haben zu dieser Tagung zu erscheinen. Fachausschuß der ambulanten Gewerbetreibenden im Central verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.V. Am Montag, den Iii. April, findet um 20.30 Uhr im Saal des jüdischen Jugendheims, Elsterstralte 7, eine Versammlung der Angehörigen des ambulanten (iewerbes statt, zu der jeder jüdische Berufs - angehörige dieser (iruppe eingeladen ist. Auf der Tagesordnung stillen folgende Punkte: 1. Aussprache über die Zulassung bei einer Reihe von Markten; 2. Verfolgung der Rechtsansprüche bei den Braunschweiger Vorgängen. Schwesternbund der Leipzig-Loge. Montag, d. 17. da,, finde' ein Bridgen ach mittag zugunsten der Kinderspeisung in den Klubräumen der Oesellschaft der Freunde, Humboldtstr. I, statt (laste herzlich willkommen. C. V.-Frauengruppe Leipzig. I )er nächste Vortragsnaclunitt.if findet am Dienstag, Jeu 17. April, nachmittags 4V« Uhr im Saal dejüdischen Jugendheims, Llsterstralle 7, statt. Dr. (irete Lull sprich! Über „Hausfrau und Hausangestellte im Arbeitsrecht". Jede auf deutsch-jüdischem Boden stehende Frau ist zu diesem Vortrag herzlich willkommen. J. S.V. Bar-Kochba. Die Generalversammlung findet am Mon tag, den 23. Apr'l, 211.111 Uhr im lugendheim statt. Erscheinen ist Pflicht. Im Vorspiel des Kiiabenturuiers siegte Bar-Kothb' Knaben gegen Brit. Habonim 3: I. Am Sonntag vorm. 10 Uhr spielt Bar-Kochba Knaben gegen J. P. I). Jüdische Handelsvertreter! Sämtliche jüdischen Handelsvertreter werden gebeten, ihre Anschrift unverzüglich der hiesigen Geschäftsstelle des Landesverbandes Mitteldeutschland des Ccntralvercins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Leipzig C!, Köni;; Johann-Str. 17 1 (Tel. 120 38) an/ugeben. Keren Hajischuw Leipzig (Färberstr. b). Die alljährlich stattfindende Adar-Aktion ist auch in diesem Jahre mit einem erfreulichen Ergebnis beendet worden. Es sei daher allen Spendern und auch unseren jugendlichen Helfern auf diesem Wege unser herzlichster Dank ausgesprochen. (ileich/eitig richten wir an jeden die Bitte: Verhelft der heiligen Sache weiter /um Erfolg, indem ihr