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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-03-09 · 10 (9.3.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
10 (9.3.1934)
Date
1934-03-09
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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9. März 1934 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Jüdischer Ausschuß für Kunstpflege Sonntag, den 11. Marz 1934, 20 Uhr Im Saale der Alten Handelsbörse, Naschmarkt LUDWIG HARDT ■■^■MHH s p r C t: a^am^B^a^sHsMlM Aus der Bibel, Heinrich Heine, Thomas Mann, Scholem Alejchem, Perez u. a. Karten zu RM. 2 50; 2,- and 1,50 bei: Kaufhaus Brühl, Bücherkreis Neumann, Königshaus Passage, Buchhandlung W. M.Kaufmann, Zigarren-Haus D. Rosen Nachf, Peterssteinweg 10 und an der Abendkasse Anrechte werden vorläufig nicht ausgegeben. Hl. Es wird noch der Wunsch ausgesprochen, dall eine Herabsetzung der Qebühren für die Synagogenplütze erfolgt. Die Sitzung wird um 22.05 Uhr geschlossen. Di* Gemeindevertretung besteht aus folgenden Mitgliedern: Carl Goldschmidt, Gemeindevorsteher, Samuel Hodes, stellvertr. Gemeindevorsteher, Wilhelm Breslauer, Dr. Conrad (ioldschmidt, Dr. Fritz Loebenstein, Dr. Heinrich Fleiß, Justizrat Dr. Löwensteiii, Vorsitzender der Verordneten, Dr. Ludwig Lehrfreund, stellv. Vorsitzender der Verordneten, I'.rithold Lew, Schriftführer der Verordneten, Jukob Badt, stellv. Schriftführer der Verordneten. Vorstandsmitglieder Hans Baum, Dr. Jacob Brande, Wilhelm Dubiner, Willy Fein, Paul Oelberg, Dr. Leo Goldhaber, S. B. Goldrei, Direktor Siegfried Jacob, Erich Kaufmann, Willi Löwy, Julius Lustig, Georg Markendorf, Dr. Willy Michaelis, Hermann Pell, Dr. Otto Plaut, Max Rosenfelder, Frau Fanny Rosenthal, J. B. Sachs, Rudolf Schick, Max Schloß, Israel Stein, Benno Stern, Dr. Paul Zander. In Vertretung des Gemeindevorstandes verwaltet Herr Walter M etZn e r die Fürsorgeabteilung der Gemeinde. Herr Dr. G o I d h a b e r nimmt als Vertreter der Jugend an den Sitzungen des Vorstandes mit beratender Stimme teil. Unsere Gemeinde. Zur Beachtung! Mit Rücksicht auf den am 12. März d.J. stattfindenden Gemeindeabend, an welchem Herr Rabbiner Dr. Leo Baeck, Berlin, spricht, verlegen wir unsere für diesen Tag vorüeschene Mitgliederversammlung auf Montag, den 19. März, M Uhr, Künstlerhaus am Nikischplatz. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig. Moaus Chitin. Auch in diesem Jahre wendet sich der Moaus Chitin-AusschuB an unsere QeraeindemitgUeder mit der her/liehen Bitte, durch Gewährung von Spenden dazu beizutragen, die Bedürftigen unserer Gemeinde in die Lage zu versetzen, die I'es- I a c htage i n Ü bereinstimmung mit den alten ü borlieferten Vorschriften zu begehen. Ganz besonders groll ist die Zahl der Unterstützungsbedürftigen iu diesem lahre. Da die Israelitische Religionsgemeinde infolge ihrer eigenen schwierigen Lage nur in ganz bescheidenem Umfange helfen kann, sind wil auf fi ei willige Zuwendungen angewiesen. Spenden bitten wir an: Herrn I. Felsen stein (Postscheckkonto 550 77) oder Herren I. B. Sachs & Co. (Postscheckkonto 551 27) zu überweisen oder an einen der Unterzeichneten abzuführen. G e s u c h e sind bis zum 18. Marz d. J. an die Herren I. B. Sachs, Humboldstralie 23 oder M. Tager, Walter-Blümel-Str. 13, zu richten. Leipzig, im März 1934. Das Rabbinat: Der Vorstand: Kabb. Dr. Carlebach. Wabh. Cohn. I. B. Sachs. I. I elsenstein, Meer Rabb. Feldmann, Rabb. Dr. Gold- Tager, E. Kesteuhaum, Moses mann, Rabb. Rogosnitzky. Jassenowsky, Dr. G. Nobel, G. Nathansen Das jüdische Fachgeschäft S. Erlbaum $ Co., rlainstr. 16 empfiehlt Juwelen - Uhren - Goldnnd Silberwaren - Tafelgerite | und Bestecke in echt Silber und Silberauflage. Gravierungen urd Reparaturen gut und billig._ Neuorganisation des Jüdischen Handwerkervereins. Einen ernsthaften Versuch, durch Sammlung aller jüdischen Handwerker im Jüdischen I landwerkerverem Leipzig und durch eigene Kraftanstrengung eine Werbetätigkeit zu entfalten, die das jüdische Publikum au fdie Notwendigkeit, den jüdischen Handwerkerstand zu unterstützen, hinweist, unternimmt z. Zt. der Jüdische Handwerkervereiii Leipzig. In einer am Montag, den 26. Februar, stattgefundenen Mitgliederversammlung, bei der etwa 40 Mitglieder anwesend waren, und in der der Gemeindevorstand durch den Dezernenten des Sozialamtes, Herrn Dr. Fleiß, vertreten war, kamen Vertreter aller Handwerkerberufe zu Wort, die ihre Nöte und Schwierigkeiten darlegten. Aus ihren Ausfuhrungen ging u. a. hervor, dall etwa 35 jüdische Kürschner in Leipzig vorhanden sind, die trotz der grollen Zahl jüdischer Rauchwarenhändler über aulierordentlich mangelhafte Beschäftigung klagen. Ähnliche Klagen führten die Vertreter des Schneider- und Schulimacherhandwerks. Die ursprüngliche Bereitschaft des jüdischen Publikums, das jüdische Handwerk zu unterstützen, hat in den letzten Monaten erheblich nachgelassen. Dies sei um so bedauerlicher, als nur ein gutheschäftigter Handwerkerstand in der Lage ist, die Bestrebungen zur Bcrufsumschichtung durch Aufnahme von Lehrlingen und Praktikanten zu fördern. Auch sei erste Bedingung für das Gelingen dieser Bestrebungen, dall zunickst die vorhandenen Handwerker ausreichend beschäftigt seien. Mit Rücksicht auf die geringe Zahl jüdischer Handwerker in Leipzig, etwa 80 100, der eine Bevölkerung von etwa 13000 Seelen gegenüberstünde, sei es als eine verhältnismäßig leichte Aufgabe anzusehen, alle diese Handwerker in Brot zu setzen und der Gemeinde dadurch neue Steuerträger zuzuführen, wenn das Qc wissen und das Solidaritätsgefühl des j ü d i s C e n Publikums genügend wach sei, und jeder es als eine Ehrenpflicht ansehen würde, bei Vergebung von Aufträgen diese Kreise mit zu berücksichtigen. Herr Dr. Fleill wies darauf hin, dall in erster Linie der Zulammenschluß sämtlicher jüdischer Handwerker, auch der dem Verein noch nicht beigetretenen, notwendig sei, damit durch Zusammenfassung aller interessierten Kreise und einer wahrhaften Opferwilligkeit die erforderlichen Mittel für die Propaganda bereitgestellt werden können. Das Sozialamt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig sei bereit, helfend einzugreifen, müsse aber daraut bestehen, dall keiner der jüdischen Handwerker sieh von der Organisation ausschließt und jeder das in seinen Kräften Liegende an Beiträgen leistet. Für die Arbeit sei es unbedingt erforderlich, es nur mit einem einzigen Faktor zu tun zu haben; das wäre der Vorstand des Handwerkervereins, der die Interessen aller vertritt. Angebracht wäre auch die Schaffung einer Schiedsstelle, bei der etwaige Beschwerden vorgebracht werden können, falls es einmal zu Beanstandungen von Leistungen oder Berechnungen kommen könnte. So wäre eine sachverständige Stelle geschaffen, durch die eine Prüfung und eine alle befriedigende Abhilfe möglich wäre. Erstklassige Ausführung und billigste Preisnotierung sind die beste W erbung, nicht nur für den einzelnen Handwerker, sondern für den gesamten stand. Als Ergebnis der Aussprache lällt sich feststellen, daß zwei Aufgaben zu lösen sind, um dein Handwerkerstand ilie notwendige Unterstützung zu gewahren. In erster Linie ankämpfen gegen ein hier und da noch bestehendes Mißtrauen gegen Leiistungeii und Konkurrenzfähigkeil unserer Handwerker, in zweiter Linie systematische Erziehungsarbeit des jüdischen Publikums; dies soll durch Zusammenwirken des neugewählten Vorstandes mit dem Sozialamt durchgeführt werden. Jüdisches Kinderballett. Jüdische Kinder im Alter von *» bis 14 Jahren, die an einer Kindcrhallcttauffuhruug teilnehmen wollen, werden gebeten, sich Sonntasr. den II. März von II I Uhr bei Ballettmeister Willy Markise, Leipzig i. i, Berliner Stralle 581 M., zu melden.

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