Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 35 (2.9.1938)
- Date
- 1938-09-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHES QEMEINDEBLATT LEIPZIO Lehrgang am 1 Oktober 10 j8. Nur wer daran teilgenommen liat, wird als Barmi/ua in der Geiuciudesv nagogc zugelassen. Anmeldungen bis 15. September 1938 im Gemeindeamt, Walter- Blümel-Str. 10,1. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der üemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 2<). August 1938. I )er Vorstand der israelitischen Religionsgemcindc zu Leipzig. Im Anschluß an den Unterricht in unserer Religionsschule II ist ein Barmizwa-VorbereihtngsUnterricht eingerichtet worden. In diesem Unterrieht sollen vor allem das Erlernen der Ton/eichen (Neginoth) für die Thora- und Prophetenvorlesung geübt und die praktisch-religiösen Vorschriften (T'fillin usw.) behandelt werden. Der nächste Lehrgang beginnt am 1. Oktober 1938 und findet im Gebäude der Höheren Israelitischen Schule. (iustav-Adolf-Str. 7, statt. Er ist für Knaben bestimmt, die vom I. April 1026 bis 30. September 1926 geboren sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen bis 15. September 1938 im Gemeindeamt, Waltcr-Blümcl-Str. 10,1. Leipzig, den 20. August 1938. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Für Auswandernde w ird eine Matratze für ein Kinderbett benötigt. Freundliche Spender werden gebeten, unter Nr. 213 82 (Wohlfahrtsamt) um Abholung zu ersuchen. Das Wohlfahrtsamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Jüdische Schulen zu Leipzig. Betr.: Aufnahme der Schüler (-innen) in die I.Klasse (Sexta) der höheren Schule und Aufnahme der Kinder in die unterste Klasse der Volksschule. In der Zeit vom 29. August bis 12. September 10J8, 11 bis 13 und 16 bis 17 Uh r, sind im Geschäftszimmer der Jüdischen Schulen, (iustav-Adolf-Str. 7, anzumelden: 1. ) die Schüler und Schülerinnen, die im Schuljahre 1030/40 die 1. Klasse (.Sexta) der höheren Schule besuchen wollen; 2. ) die Kinder, welche im April 1030 volksschulpflichtig werden, d. h. bis 30. 6. 1030 das 6. Lebensjahr vollenden. Es können zu Anfang des nächsten Schuljahres auch Kinder aufgenommen werden, die in der Zeit vom 1. 7. bis 30. 0. 1030 das 6. Lebensjahr vollenden, sofern sie die erforderliche geistige und körperliche Reife besitzen. Hei der Anmeldung sind vorzulegen: das let/te Schulzeugnis, der ( ieburts- und Impfschein. Leipzig, den 23. 8. 1038. Der Direktor der Jüdischen Schulen: Dr. W'cikersheinier. Jüdische Berufsschule zu Leipzig. Die Klasse: Kaufin. Bernte — Jungen hat am Dienstag, den 0. 0. 38, 15 Uhr, Unterriehl im Gebäude der Jüdischen Schule, Gustav- Adolf - S t r. 7 (nicht in der Schule — Alexanderstr. 35/37). I ripzig, den II. 8. 1038. Der Direktor: Dr. Weikersheiiner. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 0. 0. 103S, Abendgebet 18.15 Uhr mit Predigt. Sonnabend. 10. 9. 1038, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 18.50 Uhr, ansehl. Lchrvoitrag, Abendgebet 10.20 Uhr. Qottesdienst au W erktagen in der Lz-Chaim-Synagogc. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Stralle. Freitag, 0. 0., Abendgebet 18 35 Uhr. Sonnabend, 10. 0., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, ansehl. Schulehan-Aruch-Frklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang 19.20 Uhr. Wochentags: früh 7 Uhr. alxls. 10 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. I. Freitag, 0. 0., alxls. 18.30 i Ihr. Sonnabend, 1<». 9., früh 8.30 Uhr, Mincha 17 Uhr, ansehl. Mischnajit, Ausgang 19.20 Uhr. — Wochentags: früh 7 Uhr, ansehl. Mischnajit, abds. 18.30 Uhr, ansehl. Cliaje-odom. Bevorstehende Veranstaltungen 15. September: Ifid. Kulturbund: Heitere Stunden mit Camilla I isner- Spira und Fritz Tachauer, am Flügel: Erna Klein. 22. September: Kaunna luusikabend des Mendelssohn-Trios Leipzig. 20. Oktober: Theatergastspiel: ,.Arm wie eine Kirchenmaus" Personenstandsnachrichten Oeburt: 17.August 10*8: Jose Elias Zuker und Frau Ellen geb. Ormam, Leipzig. Richterstr. 2, ZwilingSSÖhne: „Mario Marcel" und „Rene' Raimond". B a r in i z w a: Sonnabend, ) September 1938: Detlef Zellner, Sohn des Herrn Alfred Zellner und Frau Helene geb. (iuliseh, Leipzig, Theodor- Fritsch-Str, 38, in der Qemeindesynagoge, Gottschedstraße. I odeafäMe: i August 1938: Max Moses, Grimma. 13.August 1038: Max Eliinelcch (ioldmann, Berliner Str. 21. 10. August 1038: Rosa Kalb, Auenstr. 14. 24. August 103S: Wolf Zederbaum, Ranstädter Steinweg 33. 25. August 1038: Abraham Walltuch, Eutritzscher Str. 2, III. Neue Bucher Ludwig Basnitzki: Entstehung und Aufhau des jüdischen Kalenders, gemeinverständlich dargestellt. Frankfurt a. M. 1038 (J. Kauffmann, Jüdischer Buchverlag). Auf dem jüdischen Kalender beruht die Berechnung unserer Feste und der für den einzelnen Juden bedeutungsvollen; Tage wie Barmizwah, Jahrzeit usw. Er geht also jeden Juden an. Die Gesetze seines Aufbaus sind nicht so einfach wie die des bürgerlichen Kalenders. Sic sind daher nicht so bekannt, wie sie es verdienten. Darum ist es ein verdienstliches Unternehmen, daß der Verfasser den vielfältigen Stoff in einer volkstümlichen Form darbietet und dabei nicht etwa nüchtern nur die rechnerischen Regeln aneinanderreiht, sondern auch die tieferen Gedanken, die sie zum Ausdruck bringen, herausleuchten läßt. Dieser Kalender fesselt gewiß den mathematischen Rechner und stellt ihm manche interessante Aufgabe. Er ist jedoch auch religionsgeschiditlich äußerst interessant: wahrt er doch, wie kaum ein anderer, den lebendigen Zusammenhang mit den Vorgängen der Natur. Die Schöpfung als Ganzes, der Kreislauf der Natur, Jahreszeiten, Mondumläufe, Wechsel von Tag und Nacht geben dem jüdischen Kalender sein Gepräge. Selbst heute, da die Berechnung nach feststellenden Regeln erfolgt und nicht mehr, wie in alten Zeiten, von der unmittelbaren Beobachtung der Naturvorgänge bestimmt wird. IHes alles wird in dem kleinen Büchlein in anziehender Darstellung verdeutlicht. Es ist als eine gediegene Einführung in ein nicht unwichtiges Gebiet jüdischen Geistesguts dankbar zu begrüßen. C. „Der Morgen", Monatsschrift der Juden in Deutschland. Der Leitartikel des „Morgctr-Augusthcftes ruft die tieferen menschlichen Kräfte dazu auf, gerade im Umbruch des Lebens, wie ihn die Gegenwartssituation bei so vielen bewirkt, den Sieg über äußere Schwierigkeiten sichern zu helfen. In einer kurzen einprägsamen Studie weiß Leo Baeck „die Ferne", die uns heute wieder zum Schicksal geworden ist, in die bergende Nähe unserer QetUeiflsehaftsgeschichte zu rücken. M. Y. Ben-Gavriel zeichnet ein Bild vom Wachsen und Sein des „Reichs Gottes in der Wüste", d.i. des Saudi-arabischen Reiches und seines an der Schwelle von grandioser Beharrung zu bahnbrechender Neuz.eitlichkeit stehenden Herrschers Ihn Saud. Suse Michael setzt ihre Betrachtungen über d e Beziehungen des einzelnen zu sich und seiner Umwelt in einem Autsatz „Umgang mit andern" fort. Eine Besprechung des neuen Buches von Leo Baeck „Das Evangelium als Urkunde der jüdischen Glaubensgcschichtc" erweitert Ludwig Feucht wanger zu einer gdstesgeschichtlichen Abhandlung über die Stellung der jüdischen Forschung zum Neuen Testament. Das Feuilleton bringt neben dem Schluß von Herbert Fricd ent hals Novelle „Salomon Maimon" vier sehr schöne Gedichte von Marianne Rein und einen Beitrag „Da Pontes Abenteuer" zum 100. Geburtstag von Mozarts Librettisten aus der Feder von Lutz. Weltmann. Es folgen in anziehender Abwechslung die üblichen Glossen und Buchbesprechungen. Konzert und Theater Konzert im Kulturbund. Wieder einmal wurde den Anrechtleru ein wertvoller, ernster Konzertabcnd geboten. Das Programm hatten die Künstler geschmackvoll zusammengestellt. Neben den Altklassikern Georg Friedrich Händel, Domenico Scarlatti, Baldasare Galuppi kamen auch Werke der Alt- und Neuromantiker Chopin, Rubinstein, Saint-Saens, Tschaikowsky, Verdi und der modernen Meister Grctschaninow, Szymanowski und Labunski zu Gehör. — Unsere einheimische Pianistin Haiina Sc hu I s i n ge r spielte mehrere Preludcs von Chopin mit feinem Vortrag und das b-Moll Scherzo sehr graziös. Die Etüde Op. 4 Nr. 3 von Karol Szymanowski ist ein ganz ausgezeichnetes Werk, dem Haiina Schulsinger mit poetischem Spiel gerecht wurde; im „Danse fantasque" von Labunski brillierte sie als Virtuosin. — In Paula Sa I o mo u - L i nd - berg hörten wir eine unserer besten Konzert- und Oratoriensängerinnen. Die Händel-Arien aus „Samson" und „Esther" sang sie mit künstlerischer Vollendung und tiefem Erleben. In den Liedern von Alexander Gretsehaninow und Peter Tschaikowsky verstand sie es durch ihre hohe Vortragskunst, jedem Lied eine besondere Note zu geben. Erna Klein am Flügel war wie immer ein Glanzpunkt, tt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka) Der Sport der letzten 14 Tage stand hier vollständig im Zeichen der jüdischen Schulen, der am vorletzten Mittwoch mit den von der Schulabtcilung der Reichsvertretung zur Ermittlung der Bezirksbesteu für die Schulmeisterschaft am 12. September in Berlin ausgeschriebenen Dreikämpfen begann und mit dem Sportfest der ganzen Schule am letzten Sonntag seinen Abschluß fand. Entsprechend den allgemeinen Bestimmungen waren die Schüler nach ihrem Alter (je zwei Jahrgänge bildeten eine Gruppe) eingeteilt und in den dadurch gebildeten fünf Klassen konnten sich Schüler der hiesigen Höheren