Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 14 (8.4.1938)
- Date
- 1938-04-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JODISCHES OEME1NDEBLATT LEIPZ1Q 8. April 1938 / Nr. 14 schalt Württembergs im Anschluß an ilas orthopädisch-gymnastische Institut von Frau Alice Bloch veranstaltet worden war. Die Aufnahmeprüfung für den neuen Lehrgang 1) wird voraussichtlich am i. Mai ds. Js. stattfinden, und zwar in Stuttgart. Alle Anmeldungen und Anfragen sind ZU senden an die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Berlin-Charlotten bürg 2, Kantstr. 15$. Der Anmeldung sind beizufügen: polizeiliches Führungszeugnis, sportärztliches Zeugnis, Nachweis der Obersekunda-Reife (Mittlere Reife), Nachweis der bisherigen sportlichen Betätigung mit Diplomen, Lebenslauf mit Angabe der Staatsangehörigkeit. Zugelassen werden mannliche und weibliche Bewerber, die das 10. Lebensjahr vollendet haben. Kursgebuhr monatlich R.W. 50. . Den zur Aufnahmeprüfung zugelassenen Bewerbern geht rechtzeitig eine Aufstellung der Sportlichen Mindestleistungen für die Aufnahmeprüfung zu. Neue Bücher Das Buch Gleichsprüche. Verdeutscht von .Wartin Buber, Berlin 1W38] (Schocken Verlag). Jeder neue Band der Bibelübertragung Martin Buhers darf das ungeteilte Interesse aller Bibelleser beanspruchen. Jeder weist neue Wort- und Oedankenzusammcnhänge auf. Das gilt bei diesem letzterschienenen Teile schon für die Verdeutschung des Begriffes mischte durch „(ileichsprüche"'. Die jahrhundertelange Fbung, das Wort durch „Sprüche'1 wiederzugeben, gibt Buber preis; der eigentliche Sinn des hebräischen Wortes niischle, so legt Buber in einer beigefügtes Erklärung dar, weist auf das ParaUelistiscbe in den einzelnen Stücken hin; daran darf die Wiedergabe des Wortes nicht vorübergehen. Darum setzt er dafür „(ileichsprüche'' und will damit zugleich das Dialogische des biblischen Buches andeuten: es handelt SKfl um den „Kampf zwischen der ,Weisheit', die die Erkenntnis der Wege üottes ist, und der .Torheit', als die das Abirren von diesen Wegen erscheint": eine bestechende Auffassung, die aber doch für das Buch als Ganzes nicht voll zuzutreffen scheint; für nicht unwesentliche Teile der Sammlung wird nicht so sehr das (leistige wie das Sittliche in den Vordergrund gerückt, mehr die „Bewährung'' gefordert als die „Weisheit", (iewil) soll auch die Erfüllung des ethischen Gebots als ein Wandel in den Wegen Gottes „erkannt" werden. Dann aber ist das Dialogische kein Sonderkennzeichen dieses einen Buches, es trifft in solchem Sinne auf die Gesamtheit der heiligen Bucher zu. Wie immer aber man auch zu der Deutung des Begriffes „Mischlt"' stehen mag: auch dieser Band interessiert und fesselt den Bibelleser und zeigt ihm viele treffende Entdeckungen an Satz- und Wortdeutungen._C Sportverein ..Schild" liCipy.ig Kl. Fleisclurgasse8, All r. Wir gliedern ab Mai 1938 unseren Sportabteilungen eine Kiiirierahtc'iluiig («ytasnaastlk - Spiel«) für Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren an unter der Leitung unserer Tum- und Sportlehrer Anmeldungsanträge Kiitir.nianii und Inge Tolin an unsere Geschäftsstelle Näheres Montags von 18 bis 10 Uhr Alle Bücher ins Ausland .judische Bücher ins Inland durch M. W. Kaufmann . Leipzig C 1 . Brühl 34-40 der Elf war. Beim Sieger ist's wirklich schwer, einen aus der Mannschaft herauszuheben, bis auf den Linksaußen spielt die l Ii in ihrer Gesamtheit besser wie manche erste Garnitur, was aber nicht dazu verleiten sollte, die Jungens allzu früh dort einzureihen, Die Fuß- und I laudhallmamischaftcii der Herren hatte man mit einigen auswärtigen Spielern verstärkt, SO (lall sie sieh als Mitteldeutsche Verbandsmannschaften präsentierten. Schild konnte durch mehrere Absagen nicht in der bestmöglichsten Besetzung antreten, wahrend der „Makkabi" in der Lage war, bis auf Hirachberger- Dresden die gesamte „B.K."-Elf ins Feld zu stellen. Mit 0: i blieb sie verdienter Sieger, nicht allein, weil ihr Sturm mehr Durchschlagskraft besaß, sondern auch die Verteidigung, im Gegensatz zum Schild, die größere Routine aufwies, und zw ei I} m-Würfe gingen zum (duck für „Schild" noch daneben, Im Kuriosum dieser Begegnung, auf die beiden „feindlichen Lager" verteilt, standen sich drei Brüder Blonski gegenüber, zwei davon hüteten das Tor ihrer Mannschaft. Im Fußball setzte sieh die Schildelf mit einem recht glücklichen 2: 1 über den „Makkabi" hinweg, nachdem sie bis zur Pause mit 2:1) in Front lag und auch nach dem W echsel manche Chance zum Erhöhen hatte, aber mit Technik allein kann man nichts erreichen, ein Sturm muH schießen können, und damit haperte es beim „Schild", vielleicht aber noch mehr beim „iL K.", der in der II. Halbzeit nicht wenig druckte, aber mehr als einen Treffer auch nicht unterbringen konnte. Die Leistungen beider Mannschaften, sicherlich auch durch den recht heftigen Wind beeinflußt, ließen manche Wunsche offen. I lütterer vom Schild und J. Feldmann vom B.K. waren die erfolgreichsten Spieler. Dali die Kämpfe mit der j.i au sich selbstverständlichen Ritterlichkeit ausgefochten wurden, war nicht minder das Verdienst der Unpartei- - Jüdischer Kulturbund jlÄ1^Ädj nontaje, den 11. April 10SH. *©" im Kulturbimdtlicatcr — Kur für Mitglieder Rezitationsabend: Edith Herrnstadt-Oettingen Bevorstehende Veranstaltungen 11. April: Jüd. Kulturbund: Edith Hcrrnstadt-Oettingcn: Rezitationen. IS. April: Sportverein „Schild": (iroße Handballspiele. '24. April: Sportverein „Schild'': Zw ischcnrundciispiele um die Reichsmeisterschaft im .Wanneru. Frauenhandball, Sportpl. Thekla. 25. April: Jüd. Kulturbund: Opern- und Opcrcttcnabcnd. Mitwirkende: Rita Atlasz und Frnö Garay, am Flügel: Erna Klein. 2. Mai: Sportverein „Schild": Endspiele um die Tisehtcnnisvereinsmeisterschaft im Indanthren ha us. 5. Mai: Konzert des Collegium musicuni. 19. Mai: Jüd. Kulturbund: Berliner Theaterspiel „Das Extemporale". Konzert und Theater Das CoUegium musicum hat zu seinem Konzert am 5. Mai Tanja Zunser-Urv zur Mitwirkung gewonnen. Außerdem tritt die vorzugliche Geigerin Miriam Zun s er zum letzten Male \or ihrer Auslandsreise mit einem Violinkonzert auf. Sport vom Sonntag (Von unserem .ständigen Berichterstatter Deka.) Das eine muß der Beurteilung der sonntägigen Spiele zwischen dem hiesigen ,.Bar Kochba" und „Schild" zugunsten wohltätiger Zwecke und des „K.K.L." unbedingt vorangestellt werden, daß die \ier augesetzten Kampfe, allen Befürchtungen und Unkenrufen zum trotz, in äußerst fairer und sportlicher Weise durchgeführt wurden, und damit durften nunmehr alle Bedenken hinfallig werden, die einem regulären Sportbetrieb zwischen den beiden Vereinen bisher im Wege gestanden haben. Zuerst traten sich die Madeis gegenüber, und das wird den beiden Mannschaften nach Schiuli wohl selbst eingeleuchtet haben, daß ihr Spiel, das mit einem gerechten 2.2 ausging, nicht restlos begeistern konnte, allerdings machte ihnen ein ziemlich heftiger Hagelschauer in der II. Hälfte tüchtig zu schaffen. Ilse Urbach und Rotel Kauber waren die Besten ihrer Mannschaft. Im Jugendspiel hätte man anfänglich fast an eine Überraschung glauben können. „Sdiild" hielt sich wider Erwarten gut, und die „B. K."'-Elf brauchte geraume Zeit, um in ihr gewohntes Spiel zu kommen, und das zeigte sie dann nach dem Wechsel, sb ihrem Gegner durch den starken l insatz doch die Puste ausgegangen war. Mit 10: 1 blieb sie schließlich überlegener Sieger, wobei noch Wittner im „Schild''tor mit Lugen Simon die Stutze ischen, Horst Abraham und Sternheim leiteten mit viel Umsicht die lugendspicle; Epstein vom Berliner B.K. und unser Leipziger Moritz l uchs amtierten bei den Herrenmannschaften in alter gewohnter Sicherheit. Ein sportlich erfolgreicher Tag, dem nur mehr Sonne und dadurch mehr Zuschauer hätten besclüeden sein müssen._ Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Kcligionsgcmcimlc /u Leipzig. Redaktion: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C I, Waltcr-Bliimcl-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Lisa üoldfreund Leipzig C 1. Kcichsstralle 30/32, Fernsprecher 167*22. Anzeigenleiter: Lrnst Ooldtreund, Cichoriusstraßt 2a Fernsprecher 60771 Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen, telefonisch und nach Anzeigenschlutl aufijegebene Anzeigen wird keine (iewähr übernommen. Druck: lordan 8t Oramherg, Leipzig. Brüderstr. 19 D. A. I. Vj. 3S. 3IKHI. Pr. L. Ni.7. Vereinsnachrichten Jüdischer Kulturhund. Zur glatteren Abwicklung au den Ver- Snstaltungsabcnden bitten wir unsere Mitglieder, die JO Pfg. für Programmheft und Oarderobe abgezählt bereitzuhalten. Sportverein „Schild" Leipzig. Geschäftsstelle: Kl. Fleischerg. 8, Aufg. A,II. Tischtennis: Vereinsmeisterschaften im Indanthrenhaus, Grimmaische Str.: Montag, 25. April, Vorspiele; Montag, 2. Mai: Endspiele. Jugendspiele jeweils von 18 2(1 Uhr, Damen- und I leri etispiclc jeweils von 20 22 Uhr. McUlcgehiihr 10 Pfg. Meldeschluß: April. Freitag, 13. L, vorm. 10 Uhr Jugendhandball-1 raining. Da am 24. April die Zwischenrunden für die Reichsmeisterschafl Frauen- und Herrenhandball stattfinden, verlegen wir unsere Stunde I Umschau". im NluTl ItlMlaUtiOIIMfM-rilllMN Sudte 3- bis 4 Zimmer-Wohnung bis 65.— RM. per sofort. Off. u 276, Anz.-Verw.. Reichsstr. 30. Jüdische Hausgehilfin sucht für sofort Israelitisch. Wohltätigkeitsverein Nordstraße 15 Srfabnes, gre-Bes, inöbl. Zimmer i. gepfl. Haushalt zu vermieten. Wettiner Str. 10, II, Ruf 232 67. eingegangene Anzeigen: SumehUbsme,tUmtige jüdisttie Ehekameradin aus guter Familie mit ca. 10 Mille Vermögen. Bin 35 Jahre (Jd.), mittelgroß, symp. Erscheinung. Existenz vorhanden, ebenso Möglichkeiten evtl. späterer Auswanderung. Ausführt. Bildoff. unter 275, Atu.-Verw., Reichsstr. 30-30.