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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-02-25 · 8 (25.2.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
8 (25.2.1938)
Date
1938-02-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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25. Februar 1938 / Nr. 8 K.Ii.Li. BMchsenleerung6.und IS. Jiiirx tms beginnen. Um einen Oberblick über die Teilnehmerzahl zu gewinnen, r-inti umgehende Meldungen erbeten u die Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde, Abt. Arzte, Berlin N4, Oranienburger Sir. 29. Forihildungstagunp für Turn- und Sportlehrkräfte. Die Schulabteilung der Reichsvertretuno teilt mit: Es ist beabsichtigt, in der Zeit vom i. 13. April 1938 iu Stuttgart für eine begrenzte Teilnehmerzahl eine I ortbildungstagung für Turn- und Sportlehrkräfte zu veranstalten. Im den praktischen Unterricht sind vorgesehen: Leichtathletik, rurnen, Orthopädisches rinnen, Körperschule. Für den theoretischen Unterricht: Methodik des Turnens, Kampfregeln der verschiedenen Sportarten. Liste Hilfe bei Unglücksfällen (mit praktischen Obungen), Musik und Rhythmik im Rahmen des Turnbetriebes, Qegenwartskunde, Judentumskunde. Meldungen /ur Teilnahme sowie Anfragen sind ZU richten an den Oberrai der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Stuttgart, Königstr. S2. Jüdische Krankcnkasscnmitglieder und jüdische Kassenärzte. Vielfach herrscht in den Kreisen der judischen Krankciikasscinnitglieder noch Unklarheit darüber, inwieweit von ihnen jüdische Är/te aufgesucht werden dürfen. Alle Mitglieder der öffentlich-rechtlichen Krankenkassen, « ic Allgemeine Ortskrankenkasse, Landkrankenkasse, Betr.ehs- und Innungkrankenkassen, können nach wie vor judische Kassenärzte aufsuchen. Lediglich für die Mitglieder von Ersatzkassen, wie beispielsweise Kaufmännische Krankenkasse Malle a. Saale, Barmer Ersatzkasse, Werkmeister-I rsatzkaasen, sind jüdische Arzte nicht mehr zugelassen. Den Mitgliedern öffentlich-rechtlicher Krankenkassen stehl auch das Recht zu, jüdische Krankenhäuser und Privatkliniken in Anspruch /u nehmen. Die jüdischen Mitglieder der Mittelstandsversicherungen, wh Leipziger Verein „Barmenia", Vereinigte Krankenkassen E.V. Volksheil, Oeva usw. können sich nach wie vor von jüdischen Kassenärzten behandeln lassen. Lehrpläne für jüdische Volksschulen. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Die Schulabteilung der Reichsvertretung hat dem Reichscrzichungsministerium vor einiger Zeit „Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplanen Für jüdische Volksschulen" vorgelegt. Nunmehr hat der Herr Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, L'r/ichung und Volksbildung mit Lrlali vom 29. Oktober 1037 Elle Nr. 2l(i7.\\ sowohl den nachgeordneten preußischen Stellen als auch den Unterrichtsverwaltungen der anderen deutschen Lander die Richtlinien abschriftlich zugesandt und erkürt, er habe keine Bedenken dagegen, dali bis auf weiteres an den privaten judischen Volksschulen nach diesen Richtlinien verfahren weide, und sei damit einverstanden, dali der Einheitlichkeit halber die Richtlinien versuchsweise auch den Lehrplinen für die öffentlichen jüdischen Volksschulen zugrundegelegt werden. Es bandelt sich hierbei um eine neue Fassung der im Dezember 1933 vom Präsidialausschuß der Reichsvertretung beschlossenen Richtlinien /ur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen. Die Richtlinien bringen, wie es in der „Vorbemerkung4' zu ihnen heißt, erstens eine Klarstellung dei allgemeinen Ziele der jüdischen Schule, zweitem Hinweise für die Behandlung derjenigen Lehrstoffe, deren unterrichtliche Ausweitung im die!!<.- wältigung dir besonderen erzieherischen Aufgabe der jüdischen Schule bedeutsam ist. - Die Schulabteilung der Reichsvertretung versendet in diesen I agen den Text der Richtlinien an alle jüdischen Schulen. Seminar für technische Lehrerinnen. Auf Antrag der Reichsvertretung der Juden m Deutschland und des Indischen Frauenbundes ist wieder an der Jüdischen Haushaltungsschule, Frankfurt a. M;, die Einrichtung'eines Seminars für technische Lehrerinnen (Lehrerinnen tu Hauswirtschaft und Nadelarbeit) genehmigt worden. Der Lehrgang ist einjährig und schließ! mit staatlicher Prüfung, die da/u berechtigt, an jüdischen Volks-, Mittelschulen und Lvcccn in Hauswirtschaft und Nadelarbelt zu unterrichten und an jüdischen Betrieben hauswirtschaftliche Lehrlinge zu unterweisen. Zur Aufnahme kommen technisch und hauswirtschaftlich gut begabte Anwirterinnen, die eine pädagogische Ausbildung als wissenschaftliche oder Volksschullehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen, Sport- und Oymnastiklehrerinnen usw . besitzen oder über langjährige pädagogische Lrfahrung verfugen. Haldige Anmeldungen sind /u richten an die Jüd.stiic Haushaltungsschule, Frankfurt a. M., Quinckestr. 20. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Die moderne Chemie und physikalische Chemie. Am Dienstag, den 1. Mär/, findet 20.15 Uhr im Sozialamt ftumboldtstr. Ii, di r dritte Vortrug iIt Vorti agsreihe" B des Jüdischen 1 ehrhaiiscs statt Dr. Fritz Luft spricht über „Die moderne Chemie und physikalische Chemie". Neue Bücher J. L. Portz: Sonderheft der JWO-Blätter. In jiddischer Spracht erschien im Rahmen der JWO-Blättcr deiddisch-w issenschaftlichcn Instituts in Wilna ein ca. 400 Seiten star- ■- Sonderheft Über lizehok Lejbusch Perez, welches eine archivarisch mustergültige Verwertung des grofien handschriftlichen Materials bietet, das das Institut zusammengetragen hat. biographisch aufschlußreich ist ein Konvolut von Briefen an Perez' Sohn aus erster Ehe LuciiUI und an seine zweite Frau, die jüngst verstorbene Helena Perez. Dem bedeutenden und wohltätigen Einfluß, den letztere auf des Dichters l eben und Schaffen ausübte, wird iu diesen Briefen aus der Brautzeit und den ersten Lhejahren ein schönes Denkmal gesetzt. Weiter bringt das Heft Erinnerungen von Zeitgenossen, Aufsätze über einzelne Werke, unbekanntes Material über Jugendgerichte in polnischer Sprache, Über Perez' Sammeltätigkeit auf dem Gebiete des jiddischen Volksliedes, Variauten seiner ersten poetischen Erzeugnisse in Jiddisch, bibliographische Notizen über Übersetzungen seiner Werke ins Englische und Spanische, eine Sammlung von Nekrologen iu dir englisch-jüdischen Presse und vieles andere mehr. Die umfangreichste Arbeit ist eine Studie von M. Wakser über ein verschollenes autobiographisches Jugendwerk des Dichters „Chaje meschorer iwri" (Leben eines judischen Dichters), das hebräisch geschrieben ist und 1S77 in Warschau erschien. Das Heft ist vorzüglich gedruckt und mit Bildern und Faksimiles reich ausgestattet. Dr. R. Hebräische Schrifttafeln, Methode Kohn-Asulay. Die Bemühungen der erfahrenen Lehrer des Hebräischen, die Erlernung der Kursivschrift /u erleichtern, erfahren durch die nach besonderer Methode gestalteten Schrifttafeln eine bemerkenswerte Bereicherung. Sie unterscheiden sich von der Mehrzahl der anderen schon dadurch, daß sowohl die entsprechenden Buchstaben der hebräischen Druckschrift als der lateinischen Umschrift hinzugefügt sind. Besonderes Oewicht aber legt der Verfasser darauf, auch die Richtung anzuzeigen, iu der die Buchstaben geschrieben werden müssen. Die alte Gepflogenheit, in der ausgeschriebenen Handschrift Buchstaben miteinander zu verbinden, wird ausgeschaltet, wenn nicht richtungsgemäß geschrieben wird. Auf Grund reicher Unterrichtserfahrung bieten die Tafeln auch ein einheitliches System und erleichtern auch dadurch die Erreichung einer natürlichen und deutlichen hebräischen I landschrift. Wei/mann: „Reden und Aufsätze". 1901—1036. Wie uns der Judische Buchverlag Erwin Löwe mitteilt, hat er die Rechte an obigem Werk für Deutschland erworben und wird das Buch in bester Ausstattung am 1. April 1938 herausbringen. Das Buch winl einen Umfang von etwa 324 Seiten haben. Aus dem Inhalt können wir schon folgende Kapitel mitteilen: Um die Verwirklichung der zionistischen Idee Der Kampf um das Uganda-Projekt Die Hebräische Universität l)ie Balfourdeklaration Rede an die Araber Vor der Friedenskonferenz Der Beginn des Aufbaues /Die Haycraft-Konnnlssion Besuch bei Lmir I eisal Die Lntwicklung des zionistischen Gedankens, Die Krise in Lrez Israel Herzls Zionismus und die Verwirklichung Die Unruhen von 1020 und ihre politischen I olgen Die Bedeutung der jüdischen nationalen Heimstätte Prosperita in Palästina Nach den Unruhen von 1936 / Erinnerungen an lialfour Erinnerungen an Lawrence. Der Preis für das in I einen gebundene Buch beträgt RM. 5,80. Neuerscheinungen im Verlage Joachim Goldsteiii: Bei Joachim Goldsteiii, Jüdischer Buchverlag, Berlin, erscheinen in den nächsten Wochen: Herbert Friedenthal, Ein Schiff unterwega (Oesedichte e. uberfahrt); Dr. Kurt Sternberg, Philosophische Probleme im biblischen und apokryphen Schrifttum der Juden; Benno Kesstecher, Die Wunderleiter ((iedichte); Pult und Buhne, ein Almauach, herausgegeben vom Reichs Verband der Jüdischen Kulturbünde. Ferner veranstaltet der Verlag eine Subskription auf ein neues Buch von Hermann Sinsheimer, Shylock die (ieschichte einer ligur oder der Mythos vom Juden. Das im gleichen Verlage erscheinende „Mitteilungsblatt des Jüdischen Buchhandels" steht kostenlos jedem Interessenten monatlich durch jeden jüdischen Buchhändler zur Verfügung. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Spielfreie Sonntage haben in mancher Hinsicht doch ihr (iutes, die rückständigen Berichte IL a. erfahren ihre notwendige „Inventur" und schaffen damit freien Platz für kommende große Lreignisse. Der morgige Sonntag schon sollte eigentlich ein solches bringen, leider aber bekam Berlin das bereits nach hier angesetzte Wiederholungsspiel um die Deutsche Makkahi-I ußhallmcistcrschaft im letzten Augenblick zugesprochen, wo auch schon am vorletzten Sonnabend und Sonntag die Tisch - Tennismeisterschaft des Makkabikreises ausgetragen wurde, bei der die Vertreter des hiesigen „Rar Kochba" leider wenig erfolgreich sein konnten. Mit nur fünf Mann, also auch ohne Damen, so dal! au eine Teilnahme am Mixed von vornherein nicht zu denken war, traten die Hiesigen an, die zwar im Kampf um die Vcreinsnieisterschaft in der Vorrunde den Berliner „Tennisklub" glatt mit 5:0 schlugen, dann aber beim weiteren Vormarsch schon auf den späteren Lndsieger den „Bar Kochba-Hakoah"-Berlin stießen, dein sie mit 6: 1 unterlagen. Den einzigen Punkt holte sich Weber gegen Rolf Hermelin, dem Verantwortlichen dieser Meisterschaft. Bei den Spielen der Hiesigen zeigte sich so recht der Mangel an bisherigen Turnierkämpfen, so daß es eigentlich wunder nahm, daß sie noch so gut durchstanden. Am besten hielten sich Zucker Cesinsky in ihrem Doppel, die bei der Schlußabrechnung zu ersten;

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