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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-12-06 · 49 (6.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
49 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Saite 12 lil-MFINDFBI.A'IT ULK* ISRAELITISCHEN RELIQIONSQEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 4«> fcrbell des Leiters der Bibliothek und der Kunststammlung l>r. Stern und dos Kustos der Kunstsammlung Karl Schwan stark bereichert und vermehrt. Der Redner umschrieb Rahmen und Inhalt des zu schaffenden Museums, das sielt nicht allein aui Kunstgegenstände beschränken, Mindern auch ein Archiv synagogaler Baukunst, der Schrift-, der Buchdruck- und Buchkunst, der Qraphlk und der Bildnisse bedeutender .Inden sein soll. Das Museum soll die jüdischen Daseinselcmente anf/eik'en. wie sie sieh in dem Schaffen eines Max I lebermann, eines Joseph Israels und anderer genialer Künstler dokumentieren. Langsam und organisch wird das indische Museum wachsen, Dr. Karl Schwarz hielt einen durch Lichtbilder unterstützten u sselnden Vortrag über die Ku n s t sa m m Inn« d e r Be r 11 n e r IQdlsche n 0 e m e 1 n d e, die seit 25 Jahren besteht und gepflegt wird. Er gab eine Charakteristik der Persönlichkeil des ersten Stüters Albert Wölfl und wertete dann die einzelnen Kunstschätze und ihre Epochen. Kr lud zum stärkeren Besuch der Kunstsammlung ein. Im Namen des Vorstandes der Berliner Jüdischen Qemeinde erkürte der Dezernent für Bibllotheks- und Kunstwesen Dr. Aron Sandler, dal! die Jüdische Qemeitide, die ungeachtet ihres Zehn-Millionenetats bei einer jüdischen Bevölkerung von über 200000 Seelen doch ungeheure Aufgaben zu erfüllen hat, nicht übermäßig hohe Mittel für das Museum zur Verfügung stellen kann. Die Gemeinde hat ihre Bibliothek zu einem Institut von internationalem Watt« ausgebaut und fürs Gesamtarchiv der deutschen .luden Opfer gebracht; sie hat auch beträchtliche Mittel für ihre Kunstsammlung verwendet und dadurch auch lebende Künstler unterstützt. In den letzten drei Jahren hat sich die Kunstsammlung so stark vergrößert, dal! ihre Schätze nur in Spezialausstellungen gezeigt werden können. Wenn der Museumsverein an die Verwirklichung seines Planes schreiten wird, wird die Gemeinde sich anstrengen, dem jüdischen Museum ein würdiges Heim zu schallen. Neben dem Kunstinteresse besteht hier auch ein stark jüdisches Interesse. Ein jüdisches Museum wirkt erzieherisch in jüdischem Sinne. So dient der Museumsverein nicht allein der Kunst, sondern auch dem Judentum. Hauptversammlung der Vereinigung für das liberale Judentum Die satzungsmäßig in diesem Winter fällige Hauptversammlung der ,,\'creini«un« für das liberale Judentum e. V." wird am Sonnabend. dem i.. und Sonntag dem 2. Februar 1930, stattfinden. Als Tagungsort ist diesmal Breslau gewählt worden. Die Tagesordnung und andere Einzelheiten werden bei späterer Gelegenheit bekanntgegeben werden. 125 jähriges Bestehen des Philantropin in Frankfurt a. M. Am 1. Dezember ll>2'> beging das Philantropin in Prankhirt a. M. die Leier seines I25jlhrigen Bestehens, Zur Zeit Umfaßt das Philantropin (Schalwerk der Israelitischen Gemeinde) ein Reformrealgymnasium mit Realschule nebst Lyzeum und Prauenschule und einen Kindergarten. L'ntcr demselben Patronat. aber gesonderte? Leitung, stellt eine vollausgebaute Realschule. Die Qesamtschülerzahl beträgt über B0O, die höchste seit Bestehen der Anstalt. In einer Würdigung des Philantropin. die Prot. Dr. Hugo Sehaumherger veröffentlicht, heißt es: ..Sein Name und sein Wahlspruch („Für Aufklärung und Humanität") bezeichnen den Gedankenkreis, dem es entsprungen ist. Dankbar erinnert es sich seiner geistigen Minen und verbindet mit der eigenen Feier das Gedenken an die .'oii. Wiederkehr des (ieburtsta«es von (iotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn.-. Was Mendelssohn für seine Person erreicht und iür seine Glaubensgenossen erstrebt hat. die Verschmelzung der unveränderlichen Werte des Judentums mit der deutschen Kultur, hat ■ :s Philantropin an Generationen von Schülern und Schülerinnen in, Laufe von ein und einein Vierteliahrhundert zu verwirklichen sich Wasserwellen Dauerwellen von nur ersten Kräften //ClCl/*f QV/)©/1 Richard Lorenz, Brühl 4 bemüht. Ein Strom von deutscher und jüdischer Kultur ist von ihm ausgegangen, der das geistige Leben der Frankfurter Qemeinde befruchtet, sich aber auch über ganz Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus ergossen hat Die Schule verdankt ihre Entstehung der Tatkraft eines hochstehenden Mannes, Sie«mund Q e I se n h e I m e r , der selbst noch im Ghetto geboren war und sich aus eigener Kraft moderne Bildung angeeignet hatte____ Unter der umsichtigen Leitung seiner Direktoren Michael Hess, Sigismund Stern, Hermann Baerwald, Salo Adler und Otto Driesen verstand es das Philantropin stets, sich den Erfordernissen der Zeit anzupassen und die mannigfachen polltischen und finanziellen Schwierigkeiten, die sich seinem Aufstieg entgegenstellten, zu überwinden. Aus der Privatschule wurde eine Öffentliche Lehranstalt mit den gleichen Berechtigungen wie die entsprechenden staatlichen und städtischen Lehranstalten. An dem Philantropin wirkten hervorragende Gelehrte, wie Michael Crelzenach, Jakob Auerbach und Markus Jost, im Religionsunterricht, die Mathematiker Gustav Wertheim und Hermann Dobriuer, der Astronom Theodor Epstein, der Naturwissenschaftler Isaak Blum, der Historiker Harry Breslau und der Literarhisto;ker Albert Bielschowsky. Von ehemaligen Schülern seien erwähnt der Astronom Karl Schwarzsehild und der Dichter Ludwig Fulda. Unsere Gemeinde Frau Alexandra Eitingon gestorben Von einem schweren Verluste ist die Familie Eitingon durch den nach langem schwerem Krankenlager erfolgen Heimgang der Frau Alexandra Eitingon betroffen worden. Mit der Familie vereinig! sich in aufrichtiger I raner so manche Wohlfahrtsinstitution innerhalb unserer (ietneinde. unter ihnen «anz besonders das Israelitische Krankenhaus (Eitingon-Stlftung). Gerade diese großzügige Stiftun« bot der Heimgegangenen ein dankbares Betätigungsfeld für den bei ihr so stark entwickelten Sinn für jüdische Wohltat. Mit hingebender Liehe hat sie au dem Aufbau und der Einrichtung des Hauses mitgewirkt und ihre ganze Person in den Dienst der «rolien Sache «estellt. Wie die Verwaltung des Krankenhauses, so beklagen auch zahlreiche Wohlfahrtsvereine den Verlust der edlen Wohltäterin. Der in so tiefe Trauer versetzten Familie möge diese allgemeine Teilnahme eine Linderun« ihres Schmerzes gewähren, Ctiinuchfeier des Sefer Thauroh der Agudas Jisroel Jugendgruppe Leipzig W ie wir erfahren, findet n^K am 2(>. Dezember 1929 im «rolien Saale des Künstlerhauses, Nickischplatz I. der Chinuch der von der Agudas Jisroel Jugendgruppe Leipzi« zu schreiben begonnenen Sefer Thauroh. F.s sollen bei dieser Gelegenheit verschiedene auswärtige Redner sprechen; auch für musikalische Darbietungen und Aufführungen ist gesorgt und Versprich! diese Feier eine «roße Teilnahme der Leipziger Orthodoxie, insbesondere, da diese Feier von der Jugendgruppe der A«udas Jisroel. die sich in den letzten Monaten eines besonders «rollen Aufschwunges erfreuen kann, veranstaltet wird. Dringende Chanukka-Bitte des isr. Wohltätigkeitsvereins zu Leipzig, Nordstr. 15 Ein altes, jüdiches Sprichwort sagt: ..Eine (ietneinde ist niemals arm.*' Denn sie ruht auf den Kräften vieler. So hat die Erfahrung gelehrt, dali immer dann, wenn die Not wuchs, die Kraft zu helfen in gleichem Malle sielt Steigerte. Au diesen altbewährten indischen Solidaritätssinn appelliert der Israelitische W'ohltäti«keitsverein zu Leipzig, wenn er au alle Qemeindemitglieder die herzliche Bitte richtet zu helfen, den Kindern des Kinderhorts und den Alten des Altersheimes auch in diesem Jahre eine Channukkafreude bereiten Färberei und diemische Reinigung HUGO ifÜDERS r abritt u laden I uppenstr 4/ lei.4 Jz jo Eigene Läden: Zentrum: Nordstraße 29 Lindenau: Henricistr. 2, Ecke Markt y Leutzsch : Friedrich-Ebert-Str. 32 Kleinzschocher: Zschochcrsche Str. f] / Erstklassige Ausführung

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