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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-11-22 · 47 (22.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
47 (22.11.1929)
Date
1929-11-22
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 8 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 47 Nach Mjahrigcr Tatiskcit an verschiedenen UnivcrMtatsklinikcn und Medizinischen Univcrsitats-Instituten (Med. Unlv.-KUn. Prankfurt a. M.i Dir. Cieh. Kai Prof. Quincke, Cieh. Rai Prof. von Norden, Prof. Schwc nkenbecher, Univ.- Iraucnklinik Frankfurt a. M., Prof. Waithard, Neurologisches Insiiiut Frankfurt a. M., lieh. Rat Prof. Hdingcr, Prof. Goldstein, Med. Univ. - Klinik Leipzig, Geh. Rat Prof. von Strümpell. Prof. Morawitz) habe ich mich hier als Fodiani lUr Inner« KranhheUen niedergelassen. Meine Sprechstunde befindet sich Hosestraße ji,part. (Montag bis l-'reitag y—10 Chr. Montag bis Donnerstag 15—16 Uhr, sowie nach telcphonischcr Vereinbarung. Telephon 12879. Klinische Behandlung in Privatklinik Dr. Bckmann, Ditmchring 20 a. Dr. med. ßk. Adler Facharzt für innere Krankheiten, Leipzig (.1, Philipp-Rosenthal-Str. M, pt. Tätigkeil des Vereins dem sicheren Verderben in kleinen Gemeinden, Jiioftmals kaum noch bestellen, entrissen wurden. Besonders kostbar ist ein Exemplar der Rndimenta von Johannes Reuchlln, gedruckt zu Pforzheim 1506. Dieses Buch stammt aus dem Besitz des Breslauer Reformators Johann Heß. Wir finden in diesem Buche, das sieb mit den Elementen der hebräischen Sprache befaßt, Musik mit hebräischem Text, wobei auch die Noten von rechts nach links zu lesen sind. Mit dieser Erwerbung hat der Verein Jüdisches Museum E. V. ein iür die Renaissance der hebräischen Sprache in Deutschhuld bedeutsames Much in seineu Mesitz gebracht. Ein Weltkongreß für die Wissenschaft des Judentums. Hie zum Jubiläum des Jüdisch-Theologischen Seminars in Breslau erschienenen Vertreter jüdischer wissenschaftlicher Institute verschiedener Länder kamen nach einer Aussprache, die am 4. November unter Vorsitz des Rektors der Laiidesrabbinerschule, Prof. Dr. L Miau (Budapest) stattfand, zu folgenden Beschlossen: I. Die Anwesenden erklären es als eine dringende Aufgabe, daß möglichst bald ein Zusammenschluß aller bestehenden jüdischen wissenschaftlichen Institute herbeigeführt werde, 2. daß die bestehenden indischen wissenschaftlichen Institute von Zeit zu Zeit zu einer Aussprache über die allen gemeinsamen Aufgaben zusammenkommen, daß die von anderer Seite bereits angeregte Einberufung eines Weltkongresses für die Wissenschaft des Judentums in die Wege geleitet werde. Die sonntagslose Woche Die Sowjet-Regierung hat für einige Metriebe der Schwerindustrie die Sonntagsruhe aufgehoben. Jeder Arbeiter hat nach wie \nr wöchentlich einen 24stßndlgen Ruhetag, nur ist dieser nicht der Sonntag oder, wie bisher verschiedentlich eingeführt, der Donnerstag. Die Metriebe sind also ununterbrochen in Tätigkeit Die russische Regierung rechnet damit, daß die Produktion sich durch den Portfall der Sonntagsruhe nicht nur um ein Siebentel, sondern so'^ar am ein Fünftel erhöhen wird, weil die Aushilfsarbeiten am Sonnabend und die Anlaufsarbeiten am Montag wegfallen. In der offiziellen Dresse ist davon die Rede, daß durch die sonntagslose Woche die Zahl der Arbeitslosen um 15% vermindert werden kann. Dieser Qedanke hat in Amerika sofort vielfach Anklang gefunden, and eine Reihe Zeitungen machen schon Propaganda dafür, die Fflnftagebeschäftigung der Arbeiter mit der Siebentagebeschäftigung der Maschinen zu verbinden. Der Weltverband der Schomre Schabhos befallt sich bekanntlich gleichfalls mit der Verbreitung dieser Ideen und erzielte auch in Deutschland bereits propagandistische Erfolge. So argumentier) das „Tagebuch" für die Einführung der sonntagsloscn Woche und führt Tür den Pefz der Dame sorgt das Ateficr des erfesensten Geschmacks EMANUEL BECKER KEILSTRASSE 16 ■ RUT 161 ol undet (au fit sich darauf aufmerksam zu mad>en, daß es fetzt Zeit ist an Ihren Pefz zu Jenken! Erste Referenzen Teinste Maßanfertigung / Modernisierung ' aus, daß sie gleichbedeutend wäre mit der Wiederbeschäftigung von hunderttausende!! Arbeitslosen, Verkürzung der Gesamtarbeit für jeden Einseinen, Verbllllgung aller Waren dank der besseren Attsnutzung der Anlagen, Stelgerung der Erzeugung und des Exports und dementsprechender Erleichterung des Reparation*- und Steuerdruckes. (Sako.) Professor Dubnow hat seine „Weltgeschichte des jüdischen Volkes" beendet Herr Professor Simon Dubnow, der seit einer Reihe von Jahren in Merlin lebende, jüdische Geschichtsschreiber, hat vor einigen Wochen den Schlußpunkt hinter sein großangelegtes Werk „Weltgeschichte des jüdischen Volkes", an welchem er seit 30 Jahren arbeitet, Besetzt. Professor Simon Dubnow, dr 18MI in Mstislawl (Qouv. Mohilew), geboren wurde, vollendet im Jahre 1930 sein 70. Lebensjahr, Fr begann mit Studien über Sabbataj Zewi und Jakob Frank, sowie mit quellenmäßiger Darstellung der Dogmatik und Geschichte des Chassidismus. Vom Beginn der "Oer Jahre wandte er sich de.r Geschichte der Juden in Polen, Litauen und Rußland zu und gab ferner Geschichtswerke jüdische] Gelehrter aus Deutschland (Macck und Mrann) in russischer Sprach heraus. Er verfaßte die In mehrfachen Auflagen erschienene „Allgemeine Geschichte des Jüdischen Volkes", gleichfalls in russischer Sprache. Dieses Werk unterzog er in den letzten Jahren, die er in Merlin verlebte, einer sehr gründlichen quellenmäßigen Durcharbeitung und Erweiterung auf Grund der neuesten Forschungsergebnisse. Das Werk erscheint gegenwärtig unter dem Titel „Weltgeschichte des jüdischen Volkes" im Jüdischen Verlag Merlin (deutsche Ucbersetzung von Dr. Steinberg) in zehn Bänden, von denen neun bereits gedruckt vorliegen. Die erste Auflage dieser Bünde in 5000 Exemplaren war kurz nach deren Erscheinen vergriffen. Das Werk erscheint gleichzeitig in englischer Sprache (in der Jewish Publication Society of America), in hebräischer Sprache in der Uehersetzung von Dr. Krupnik, in dem von Blalyk redigierten Verlag „Dwir" in Tel Aviv und in jiddischer Uebersetxung im Verlag der Warschauer Kulturliga. Line dreibändige spanische Ausgabe erschien in Buenos Aires. Professor Dubnow, der auch eine überaus fruchtbare publizistisch-kritische Tätigkeit entfaltet, begründete 190f> in Rußland die „Jüdische Volkspartei" (Polkisten) und gab ihr Programm und Ideologie. Diese Partei hat in den neugebildeten Staaten In Ost- und Mittel-Europa eine starke Anhängerschaft. Von dem .ITA-Vertreter über seine Zukiinftspläne befragt, sagte Dirtmow, daß er bereits mit der Abfassung einer für zwei Münde berechneten Geschichte des Chassidismus in hebräischer Sprache beschäftig! sei. Unsere Gemeinde Berichtigung. Durch ein bedauerliches Versehen, iür das die Schriftleitung keine Verantwortung trifft, ist bei dem in der vorigen Nummer unter der Überschrift „Von Winkeln der Zerstreuung" erschienenen Artikel Herr Gemeinderabbiner Dr. Carlebach als Verlasser bezeichnet worden. Wir stellen fest, daß der Artikel aus der Feder des Herrn Hermann IJIuinenthal, Preßburg, stammt. Die Schriftleitung. Warnung! Wie schon zu wiederholten Malen, so muß auch letzt wieder vor Schwindlern gewarnt werden, die mißbräuchlich die Namen der Herren Gemeinde-Rabbiner, wie auch den des Herrn Dr. P. J. Kohn. Wettiner Str. 10, benutzen, um betrügerischer Weise Geldbeträge zu erlangen. Es wird im Besonderen empfohlen, in allen den Fällen, in denen Gemeinde-Mitglieder namens der Gemeinde-Rabbiner telefonisch mit solchen lütten angerufen werden, durch sofortige telefonische Rückfrage bei dem betr. Herrn festzustellen, ob in der Tat von diesem ein Anruf erfolgt ist Kinderbeschenkung des Hilfsvereins Der Hilfsverein Israelitischer Gewerbetreibender zu Leipzig wird wie in den Vorjahren, so auch dieses Mal Kinder Bedürftiger mit warmer Winterkleidung versorgen. Hierzu liegen schon jetzt eine unendliche Anzahl von Gesuchen vor, die der Hilfsvereiu nach Möglichkeit alle berücksichtigen möchte. Leider reichen die hierfür vorli.iiideiieü Mitcl bei weitem nicht aus. der Hilfsverein sieht sich daher

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