Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 46 (15.11.1929)
- Date
- 1929-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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15. November 1929 ÜEMhlNUliULAH DEN iSkALLI IISCHIN RtLKIIONSClLMLINDL ZU LhlPZIC Seite 'i Sonnabend,den 16. Novemb. 1929 pünktlich 2030 Uhr in d. Räumen des KARTEN: KaufhausHiuhl, (. I -Telefon-Ccmrale, Gebr. I'clber,Ecke Brühl u.Nikolai- -iraltc, Jost, Klemm, l'rcismann und Sohn, Nikola'- siraUc 53, Winterfest des Jüdischen Studentenvereins Es sinijen Dimitri Smirnoff Frau Lydia Smirnoff-malzeuia ehern.lU Staatsoper Petersburg) Am Flügel: Dr. 0. Dudkewitsch ehemals StMUOpfl Moskau' Ferner Klavierkonzert von J. Nussenow Spanische u. russ VolksUnxc von Frl, Q. Goldfein, MeittenchQlerin der Mary-Wigman-Schule Anschließend Ball mit 3 Kapellen u. a.: Weintraub - Syncopators Inda?TT Sieh t B < i I I l< u n U Vt t9lnIn i C h f1C h 1 I n I So ii lila«, den 24. November, 5 Ihr nachm.: Künstlerische i tarbietungen, Montag, den .'5. November, 5 Ihr nachm.: Referat: Frau Hadassah Chamizer „Warum Ich Jude hin ". (Veranstaltung des Jadischen Frauenbundes, Ortsgruppe Leipzig.) Mittwoch, den 27. November, 5 Uhr nachm.: Rezitation. An allen Nachmittagen iccmfltliche Teestundc mit Gelegenheit /um Bridgespielen. Hie zum Verkaul gelangenden Handarbeiten sind dem Zeitgeschmack entsprechend vielfach Gebrauchsgegenstände, die sieh zur Anschaffung für eigenen Bedarf wie für Qcschenkzwecke besonders ■•uu eignen, Ks wird hui recht zahlreichen Besuch gebeten. Abnahme der Handarbeiten Montag, den is. November, vormittags von in '•! I hr Arndtstraße I. Jüdische Kandidaten für die Stadtverordnetenwahlen Für die;un Sonntag, dein 17. November, stattfindenden Wahlen kandidiert in der Deutsch-Demokratischen Partei Herr Josef Frank; die Sozialdemokratische Partei schlägt Herrn Julius Krause an sicherer Stelle als Stadtrai vor, Aufruf! Am S o n n a b e n d . d e II Ii'. Noxe in I) e i . finde) a h e II d s 8.30 L' h r. i m uro i! u n s a a I e d es Central! h e u te rs sowie in sämtlich e ii W ä u m e n ein. Festkonzert mit anschließendem Festball statt, dessen Frirag den W'ohlfaliriscinrichtungeu des Indischen Studentenvereins restlos zufällt. Die Not inner den jüdischen Studierenden isi eine außerordentlich große. Die antisemitischen Maßnahmen in vielen fremden Ländern zwingen eine «rolle Anzahl der wegen ihres Judentums verfolgten Studierenden, in Deutschland um Gastfreundschaft zu bitten. Die Armut freilich In ihren Heimatländern mach) es last unmöglich, daB ihnen die genügenden Mittel zur Aufrechterhaltung ihres Studiums gesandt werden. Sie sind daraui angewiesen, dal! indische Brüderlichkeit ihnen ihren dornenreichen Weg ein wenig ebnet. Her Weltantisemitismus, der die luden von den Quellen der Bildung ahsehlieUcu möchte, darf nicht triumphieren, und so ist es unsere Pflicht, soweit es irgend möglich isl, den indischen Studierenden, die der Judenhaß in die Fremde treibt, zu hellen. Aber auch in unserem Land ist die wirtschaftliche Not eine ungeheuerliche, und viele wertvolle innue Menschen, die dereinst durch ihre (iahen eine Zierde für die Wissenschaft und ein Stolz iiir das Judentum werden können, würden nicht Ihr Lebensziel erreichen können, wenn mau ihnen nicht hülfe. Ihnen Förderung zuteil werden zu lassen, ist nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, sondern auch der Voraussicht für die Zukunft unserer Gemeinschaft. Der Jüdische Studenlenvcrcin. der durch die Unterhaltung einer Mensa, durch eine Stipendienkasse und durch sonstige Wohlfahrtseinrichtungen außerordentlich viel zur Linderung der Not beitrügt, wendet sich nur einmal im Jahre au die grolle jüdische Öffentlichkeit Er ladet die gesamte Gemeinde zu dem Festkonzert und dein Pestball, über den alles Nähere in dieser Nummer der Zeitung zu finden ist. ein. und richtet an alle Freunde der akademischen .lugend das herzliche und dringende Ersuchen, durch den Besuch des Festes seine edlen Zwecke zu fördern. M. Nussenow. Hr. Felis Goldmann. Kauft Wohlfahrtsbriefmarken! Auch in diesem Jahr werden wieder \\ ohlfahrtsbriefmarken Zugunsten der Deutschen Nothilfe herausgegeben. Der F.rlös derselben ist zur Linderung wirtschaftlicher Notstände im ganzen Reichsgebiet unter besonderer Berücksichtigung der Erholungsfflrsorgc für noch nicht schulpflichtige Kinder und ihre Mütter, sowie für schulentlassene Jugendliche bestimmt. Im Gegensatz u\m vergangenen Jahre sind die Aufschläge erheblich herabgesetzt worden, damit die Wohlfahrtsbricfmarken eine grö- Bere Verbreitung finden, Ls sind Marken hergestellt worden zum Pranklerungswert von 5, 8, 25 und 50 Pf., die mit durchschnittlich 50%igcm Aufschlag verkauft werden, so beträgt z. B. bei der s-Pf.- Markc der Aufschlag -i Pf. Außerdem ist eine amtliche Bildpostkarte mit eingedruckter N-IM.-Marke zum Preise von I-' Pf. herausgegeben worden. Auch Markenhefte, enthaltend sechs 5-Pf.-Marken, vier S-Pf.-Markcii und drei I5-Pf.-Marken gelangen zum Verkaufspreise \<iu M. 1.50 zur Ausgabe Amtl. Bekanntmachungen der Israelitischen Relig-ionsgemeinde, Leipzig: Zweiter Freitagabend-Gottesdienst Am Freitag, dem 15. November i«'.'". abends 19,30 Uhr findet in der (i e tu e indcsynagogc, (i o t t s c Ii e d s I r. .'S, ein zweiter Freitaga bciid-Gottesdietlsl mit Predigt statt. Dieser Gottesdienst soll den Bedürfnissen der werktätigen Kreise entgegenkommen, welche den Hatiptgottcsdiensl wegen geschäftlicher Verhinderung zu besuchen nicht imstande sind. Leipzig, den 28. Oktober 1929, Bei Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Eingesandt (Für diesen Teil der Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung mir die preßgesetzliche Verantwortung.) Achtung! Jüdische Hauswirte! Ich. in meiner Eigenschaft als Wohnungstausch-Beamtin bei einei größeren, hiesigen Möbeltransport-Firma, halte es im Interesse der gesamten Leipziger jüdischen Einwohnerschaft für gegeben, die Uidisehen Grundstücks-Besitzer über folgendes aufzuklären: In meiner zirka dreijährigen Praxis passiert es mir in zahlreichen Fällen, dali die mühsam perfektionierten lausche, bzw. die Wohnungszuweisungen, scheitern, weil christliche Hausbesitzer keine jüdischen Herrschaften in ihrem Qrundstfick aufnehmen wollen; das geschieht nicht nur bei Ostluden, sondern auch bei deutschen luden. Einwandfreie Mieter werden von christlichen Hauswirten abgelehnt, weil sie ...luden" sind. Wieviele Fälle sind mir bekannt, in denen ich selbst froh war. dall ich Glaubensgenossen, die wirklich dringend untergebracht werden mußten, eine Wohnung nachweisen konnte: doch was nützte das? Sie wurden abgelehnt. Wäre es nicht ratsam, wenn wir .luden uns in geeigneter Weise dagegen Wehren? Iis gibt ja auch genügend Hausbesitzer in unsere! Gemeinde. Miese sollten es sich zur Pflicht machen, aus den sicherlich auch von vielen anderen festgestellten Tatsachen, die ich oben geschildert habe, die entsprechenden Lehren zu ziehen. M. M. Jüdischer Frauenbund. Ortsgruppe Leipzig Montag, den 25. November, 16 Uhr in den Räumen der Leipzig- Loge, Arndtstraße I, anläßlich der Handarbcitsausstcllung des Schwesternbundes): Tee-Nachmittag Anschließend s Uhr Ref erat: Frau Hadassah Chamizer „Warum ich Jude bin'*