Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 44 (1.11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 44 Dr. smlfl'sdie Tötti.crsdiule jacoDslr. 2, am nosenlal, Nähe naunlbatinhoi in kl>i»üifcc l.chr/.iclc der höheren Mädchenschule Obersekundareife Prüfung für mittlere Keife Werkunterricht! rhythmisches Turnen, Sienngraphic (irundschulkbsK'ii ab 6. 1 cbensjahr. Aufnahme in alle Klassen Jederzeit Sprechstunden werktags 10 11 uhr. Fernspri 24081 D free!«*•»■* W.Kurih K I .1 k c det Rl Ii l> i Mcir jus H 111 Ii e n hur»; Iber d i c V t T b r e m n 11 n!s des l .11 m u d . auf Beachtnni aller LeMf rechnen. Von den Beitrügen /nr KrklaruiiK hebräischer Worte, die mehrere (jclelirte nelgesteuerl Naben, v erden namentlich die Ableitungen der N1 m en Israel » u d /. i 0 n sufmerktanikeit finden. (Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft /ur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von M. 10. an diese Gesellschaft [Postscheckkonto Panl Veil Simon, Berlin 7030] oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in ledern Hell der Monatsschrift aulgc- /.ililt sind.) Aus dem Geistesleben Rudolf Kittel gest. Am 20. Oktober ist der Leipziger Alttestamentier Rudolf Kittel Im Alter von 76 Jahren gestorben. Bekannt geworden ist sein Werk: „Geschichte des Volkes Israel", von dessen drittem Bande Im vergangenen Jahre der erste Teil herausgekommen ist. Ein selir nützliches Werk isi auch die von Ihm herausgegebene hebräische Bibel, die eine sehr sorgfältige Bearbeitung des Textes (mit mit ausgewählten Varianten und mancher verständigen Korrektur) aufweist. Kittel stand durchaus auf dem Huden der Wcllhausenschen Bibclkritik, wenn er auch der gemäßigten Richtung angehörte, die hinsichtlich der Geschichtlichkeit der biblischen Gestalten erheblich weiter geht als die Strenge kritische Schule. In seinem Buche ,.Gestalten und Qedanken in Israel" kommt dieser konservativere Standpunkt des Gelehrten deutlich /ur Qeltung, Kittel hatte frühzeitig die heute schon nicht mehr selten als notwendig erkannte Methode gefördert, dal! die protestantische Theologie zum Verständnis des Neuen Testamentes sich des rabbinischen Schrifttums, vor allem Mischnah und Talmud, bedienen müsse. Aus diesem Qedanken heraus gab er die Anregung /ur Schaffung eines Lektorates für rabbinisches Schrifttum, das bekanntlich viele Jahre Prof. Kahan s. A. bekleidete und seit dessen Tode durch den Privatdozentcil Hr. Qu Ikowicz versehen wird. Kittels Tod ruft auch das Gut- Lichten in Erinnerung, das er 1914 über die Schmähschrift von Theodor Pritisch ..Mein Beweismaterial ■ ■ •" erstattete und linier dem Titel „Judenfeindschaft oder Gotteslästerung" veröffentlichte, h.is Gutachten wurde seiner Zeit als sehr eigenartig in seinen Folgerungen empfunden. Es mußte die ungeheuerlichen Behauptungen, mit denen Pritzsch jüdische Qlaubensgütcr beschimpfte, als durch und durch unwahr erweisen, und kam trotzdem in recht gequälten Qeütikengängen zu dem Ergebnis, dall ihm keine Gotteslästerung zum Vorwurf gemacht werden könne. Kittel machte sich jene, Pritzsch mehrmals zugutegebrachte, Anschauung der Gerichte zu eigen, dalj dieser nur aus vermeintlich edelsten Beweggründen seinen Kampf las Judentum führe. F.r bewirkte damit, dall zu Frftzsch's und seiner eigenen Preunde Uebcrraschung das Verfahren gegen ihn eingestellt wurde. Franz Werfet aus dem Judentum ausgetreten In einer Austrittsliste der Wiener Kultusgemeinde war der Name des Dichters Franz Werfet zu lesen. Warum wir an dieser Stelle besonders darauf hinweisen? Heim Erscheinen seines Dramas „Paulus unter den .luden" hatten wir nachdrücklich betont, dall der (damals noch) indische Dichter die Antwort für den „tragischsten Vorwurf de jüdischen Historie" nicht von der Warte des Judentums aus gesucht, sondern „sich offensichtlich vom Standpunkte des Neuen Testamente aus an seine Betrachtung begeben hat". Wir wiesen rein sachlich dlt Abwegigkeiten und Unmöglichkeiten dieses Zeitromanes nach, „du hätten vermieden werden können, wenn die jüdischen Quellen, län^s: als notwendiger Kommentar zum Neuen Testament anerkannt, aus reichende Beachtung gefunden hätten". Auf diese, auch an anderen Stellen «eiibte scharfe Ablehnung seines Dramas antwortete damals Werfel mll einem entrüsteten Schreiben au die jüdische Presse, in dem er nicht nur betonte: „Ich bin Im Fühlen und Denken bewußter .lüde", sondern auch versicherte: „Ich bin nicht getauft! Ich werde mich niemals taufen lassen! Ich habe niemals vom Judentum fortgestrebt." Das war im Februar 1927. Wir haben ihn damals wohl besser durchschaut, als er sich selbst verstand. Amtl. Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde, Leipzig Zweiter Freitagabend-Gottesdienst Am Freitag, dem 15. November 1929. abends 19,30 Uhr finde! in der (i e m e i n d e s v n a goge, Q 011 sc h eds I r. 2N, ein / w c11er Freitagabend-Qottesdl e n s t mit Predig! statt. Dieser (ioltesdienst soll den Bedürfnissen der werktätigen Kreise entgegenkommen, welche den Hauptgottesdienst wegen geschäftlicher Verhinderung zu besuchen nicht imstande sind. Leipzig, den 28. Oktober 1929. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Wochen-Zeittafel 1. bis 7. November 1929 — 28.Tischri bis 4. Chcschwan 5690 1929 November Tischri 5690 Freitag 1. 28. Sonnabend 2. 29. S. B'reschis Neumondsweihe Sonntag 8. 30. I. Neumondstag Chcschwan Montag 4. 1. 2. Neumondstag Dienstag r». O 0a Mittwoch ü 8s Donnerstag 7. 4. Eugen Keltoei t er ■ SB ■■ «S Cor Peierssiraße 20 im Meßhaus-Neubau „Petershof" Elegante Herrenwäsche, stets dos Neueste In vornehmen Krawatten