Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 28 (12.7.1929)
- Date
- 1929-07-12
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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,2. |u1l l'-»29 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 7 r TATT KARTEN! Jie anlaßlich unserer Verlnhuno erwiesenen 'merksamkeiten danken wir hierdurch herzlichst PAULA BUSLIK JOSEF ROSENBERG Neue Bücher r v A NA STA SIA ARIAN HEINRICH ZAJONS lr/.iac i VERLOBTE JULI lVlV seil ÜTZBNSTR. ft Pc sonenstandsnachrichten a) (i c b ii r t e n. 22 unl 1929 Arthur Stegmund Mundstock und Margarethe Irma geb. Wohrlzek, Insclstr. 19, eine Tochter „l:lga". iini 192«* Josef Manierka und Rebekka geb. Behr, Beethovenstr. 8, eine Tochter „Ellen Qloria Plorence". M ini 1929 Berisch Degen und Jente Reh. Erreich, Keilstr. 18, eine Tochter „üusti". h) Hur in izwa. \in Sonnabend, 13, Juli, Leo Lentschizkl, Sohn des Herrn Jakob Lentschlzkl und Hermine geb. Silbiger, Borna b. Leipzig, Roßmarktschestr. 19. c) '1' r u it u n g e ii. A Sonntag, 14. Juli, 5 Uhr nachmittags, Hirsch Hochmann, Kaiserstr. 34, mit 'Toni Moskowitz, in der Wohnung Berliner Sir. 11. \ Donnerstag, I«. Juli, Joel Baituch, Reudnitzer Str. 21, mit Miriam Naumann, Qellertplatz 2. vorm. II Uhr in der Wohnung des Merm Rabbiner Hr. Qoldmann. d) 'Todesfalle. 2. lull 1929 Klara Schanz aus Berlin. 4. lull 1929 Abraham Karger, Humboldtstr. 23. l iter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats stehen: a) Fleischereien: Moses Bild, (ierberstraße 48-50. Moses Frischer, NordstraBe II. Osias Kohn, Hofmeisterstraßc 6. Sally Löh, Ranstädtcr Steinweg 7. Jacob Schiißhciin, Plaucuschc Str. 3—5. Rudolf Zellner, Gerberstraße 5. Wilhelm Zellner, Nordstraße 13. Das Fleisch soll an demselben Tage, an dem es gekauft wird, I scher gemacht werden. Wer das Fleisch durch nicht jüdisches Per- 1 nal bringen läßt, muß fordern, daß das Paket durch den Schoner Kegelt wird. b) Geflügclvcrkauf: Die vorgenannten Fleischereien. c) Milch und Butter: J. Bartfcld, Yorkstraßc 9, Frdg. r. S. Ringelblum, Gerberstraße 43, Filiale: Lohmülilgassc, Ecke Ebcrhardstr. (Wohnung Nordstr. 24 Erdg. r.), Fernsprech- Nr. 234 10. Chaim Zipser, Nordstr. 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. 181V.) (Die Aufsicht erstreckt sich nur auf die ausdrücklich als osclur" gekennzeichneten Waren.) d) Backwaren: Salotnon Lotrowski, Berliner Straße 13. Schmeidler, Ratist. Steinweg 28—32. Fernsprcch-Nr. 255 68: Filialen: Ranstädtcr Steinweg 45 und Nordstraße 26. Für Schokolade besteht keine Aufsicht. e) Speise Ii ä u ser: Chmelnitzky, Reichsstraße 22. Manelis, Katharincnstraßc 20. f) Kolonialwaren geschälte stellen während des Jahres nicht unter Aufsicht. Die Verbraucher müssen deshalb selbst prüfen, ob die Waren koscher sind: dies gilt ganz besonders von Butter, Käse und Kakes. Der Jude in der europäischen Welt. Das Problem «einer Sendung. Von Karl (ilaser. AK Nr. 2 dir Schriftenreihe der Jodischen Rundschau liest letzt eine Broschüre von Karl (ilaser vor, „Her Jude In der europäischen W elt. Das Problem seiner Sendung." Her Verfasser Kellt von der These aus, daß nur lebendige politische und soziale Gebilde imstande sind, eine zur Führerschaft berufene und befähigte Schicht hervorzubringen. Die anormale Situation des jüdischen Volkes wird dadurch am stärksten charakterisiert, dali die jüdische Gemeinschaft des bestehenden Europa keine führende Schicht hervorzubringen in der Lage ist. trotzdem es eine Fülle von Juden |ibt, die zur Fahring auf allen Gebieten des geistigen und politischen Lehens geeignet sind. Der Verfasser macht es sich zur Aufgabe, nachzuweisen, daß auch die große Schicht assimilierter deutscher Juden, die als Künstler, Gelehrte und Politiker von Format Innerhalb des deutschen Geisteslebens wirken, innerlich und äußerlich dem allgemeinen Judcnscliicksal unterliegen, ja, daß sie »infolge größerer Sensibilität gefährdeter sind als andere Juden ". Die Broschüre beschäftigt sich im einzelnen mit dem Judenproblem Jakob Wassermanns, Walter Rathenaus, Heines, l.assalle. Georg Brandes, Bergson usw. „Niemand kann einsamer sein als diese Menschen, eine Kluft trennt sie von den Gebundenheiten des Judentums, eine Kluft von dem Leben der anderen Völker." Das Leben Lord Heaeonficlds wird zur Illustration für das Problem des Juden als Staatsmann. In der Opposition findet der Jude als Politiker vorübergehend Hctätigungsmöglichkcit. aber wenn der Jude sich nicht dauernd mit einer Scheinwirksamkeit abfinden will, wenn auch er zur Gestaltung des Lebens vordringen will, ereilt auch ihn das ludetischicksal. Die Möglichkeit einer Acnderiing dieser Situation erkennt Verfasser nur in einer Umkehr: Normalisierung der jüdischen Situation. Einordnung des jüdischen Volkes In die Familie dt/r Nationen, wie es der Zionismus erstrebt, können dem jüdischschöpferischen Menschen die Möglichkeit zur Erfüllung geben. Die Mroschüre, die mit einer kurzen Darstellung der Ideenwelt des Zionismus schließt, stellt einen interessanten Beitrag zu dem heute so umstrittenen Judenprobletn dar. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Heft 5/6. Das Juni-Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums liefert erneut den Nachweis, mit welchem Eifer diese Zeitschrift bemüht ist, ihre Leser über alle Erscheinungen auf dem Gebiet der jüdischen Wissenschaft auf dem Laufenden zu halten. So erschien vor wenigen Monaten ein Uuch von A. S. Yahuda, welches den Nachweis versucht, daß die Thora in weit höherem Maße, als seither angenommen wurde. Spuren des Einflusses des Ägyptischen verrät. Ist dies richtig, so erheben sich gegen die landläufige Meinung der kritischen Schule, daß das biblische Schrifttum erst lange Zeit oach dem Exodus begründet worden sei, van/ ungeahnte Bedenken. Der Ägyptologc der Budapester Universität. Professor Eduard Maliler. setzt sich eingehend mit dem Bache auseinander und gelangt trotz mancher Abweichungen im einzelnen zu dem Gesamtergebnis, daß Yahudav Forschungen doch wichtiges Licht auf die Grundfragen der biblischen Literaturgeschichte werfen. Im gleichen Heft geht Rabbiner Dr. Lewin den Neuerscheinungen auf dem (j e I) i e t e der OStltdlSChen Qe schichte nach. Eine Anzahl fachgelehrter Arbeiten über Grundfragen der Religionsgeschichte gibt auch dem Laien einen Hegriff davon, daß die Wissenschaft des Judentums über ihr engeres Fachgebiet hinaus ihren Anteil an den Aufgaben der Gcsamtthcologic nimmt. (Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von M. in. au diese Gesellschaft [Postscheckkonto Paul Veit Simon. Herliii 7030] oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in fast jedem tieft der Monatsschrift aufgezählt sind.) „Was muß Jeder von der Einkommensteuer wissen?" Von Albert Alliman, Bücherrevisor und StcuersachverstJndlger. Oft). Verlag Bichler & Cfe, Leipzig C 1. Zeitzer Sir. 5. 132 S. Preis M. 2.8(1. Trotz der vielen Bücher, die sich mit Steuerangelegenheiten befassen, fehlte immer noch ein praktischer allgemeinverständlicher Katgeber für den Laien. Das neue Much vom Steuersachverständigen Alliman füllt diese Lücke vortrefflich aus. Dieses außerordentlich klar, übersichtlich und allgemeinverständlich verfaßte Back gibt erschöpfende und zuverlässige Auskunft über alle bestehenden Fragen und Zweifel. Besonders wertvoll sind die Hinweise in bezug aut 'teuerfreie Einkünfte, abzngsfähige Ausgaben, Steuerermäßigung. Steuererlaß. Steuererstattung usw. Der Text wird durch mehrere praktische Beispiele sinnreich unterstützt. Dieser praktische Katgeber von Alliman kann allen Steuerpflichtigen als eine wahre Steuersparkasse empfohlen werden: der äußerst geringe Anschaffungspreis macht sich mehrfach bezahlt. Auch zur Nachprüfung der Steuerbescheide lind der festgesetzten Steuer leistet das Huch sehr gute Dienste, denn es gibt geeignete Anhaltspunkte, um gegebenenfalls gegen die festgestetzte Steuer Einspruch mit Frfolg erheben zu können.