Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 18 (3.5.1929)
- Date
- 1929-05-03
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968790-5969092--2433-4880025- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3, al 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 7 ,a! KntfaltuiiK unterbunden hat. und beweinen durch Ihren Willen, dali sie Ii in als ihre Heimat empfinden. Beweisen dies besonders im Weltkriege, i rite in den statistischen Uebersichten das Material Uber die Teilnahme der jm ii am Weltkriege, die Auszeichnungen und Iber die Gefallenen wohl iast ig( Hin-, zusammengetragen haben. Die Gefallenen wie die Ausgezeichneten w, icn namentlich angeführt, s<> daB die Angaben ohne weiteres nachgeprüft vu hu dürften. Dadurch gewinnt die Schrift die Bedeutung einer Urkunde von Di, zu unterschätzendem Werte. Sie ist aber auch ein Denkmal, das das An- ,:, ii an die Gefallenen lebendig erhalten wird. Möchte die Arbeit de Vi .^sers die erwarteten Früchte tragen: beisteuern zur Belehrung derer, U/h leicht dem demagogischen Schlagwort erllegen; aulklärendes Mali auch den .luden au die Hand geben, damit sie Angriffen mit dem Hinu, auf die wahren Tatsachen entgegentreten können. Und nicht CUletZl hc n, daU das Andenken an die fürs Vaterland Gefallenen hochgehalten wird. —n. Mi ( Brod, Zaubcrrcich der Liebe. Roman. Berlin-Wien-Leipzig 1928 (Paul Zsolnay-Verlag). Erfinderisch wählt der Dichter eine ungewöhnliche Form für seine Idee: tt Ißt uns die Vorgänge nicht in ihrer wirklichen Folge mitleben, sondern SO ue sie im (leiste des in ihrem Mittelpunkte leidenden und kämpfenden M -.heu sich eingegraben haben. I»as mag in manchen Teilen der Lebendig- I» Abbruch tun; bietet aber reichere Möglichkeit, die Wirkung des l!rlel iis aus dem Augenblick herauszuheben und seine Nachhaltigkeit um so St ker erkennbar ZU machen. Und dem Problem, um das hier in seinem II den der Dichter ringt, kommt das zueilte. Der Irrtum NowyS, des Melden, j ihn Jahre zerquülender Grübelei gekostet, |a Ihn ganz lebensuntauglich acht hat, gewinnt dadurch besondere Deutlichkeit. Zwei Lebenstypen a den gegenübergestellt: drei Männer, die mit dem liüseu im Leben fertigin erden suchen: der eine überläßt sich dem Bösen; der andere strebt unvegl nach restloser Reinheit, und der dritte, /.wischen ihnen, «reift zum Ki npromil) Dieser dritte. Nowy, zerreibt sich au den beiden anderen: ei in chtc sein wie der Keine, zumal nachdem dieser, früh in die Ewigkeit gelt: gen, in der Verklarung des Indes fast zum Heiligen geworden; aber der dl I bösen verfallene Erste läßt ihn nicht zur Ruhe kommen; und dazu drnht ei starke Liebe Ihm zu entgleiteil, wenn er nicht „ein Wenig vnm Hosen" i stellt. Und diesen dreien stellt ein Weib gegenüber, dem das Böse nie Pt >blem gewesen ist, weil es in unbefangener Natürlichkeit sein eigenes S st lebt; und ein Mann, der sieb in die Natürlichkeit hinein gewandelt hat. Ii Zauberreich der Liebe, das Nowy einmal durch Sclhstzeriuartcrung unterwühlt hat. wird ihm das andere Mal der Klick freier. Der wirre Knäuel von S icksalSVerwicklungen bist sich. Und er gewinnt Verständnis für d e ii M tischen, der sich dem Manne seelischer Unsicherheit entzogen hat, indem n im natürlichen Lebensaufbau aufgeht. Als den Typ dieses frohen, zlel- [i bissen, innerlich festen Menschen zeichnet Mrod den Chaluz in Palästina. I ni in Alexandria einen Zeugen zu finden, der ihm zur Wache au dem Störer M lies Lebens verhelfen soll, hat Nowy die Reise angetreten: in Lrcz Israel . tindet er. Diese Wochen in Crez Israel. äiiUcrlieh im Rahmen des Romans n eine Episode, gewinnen nach Mrod eine richtunggebende Bedeutung: nur von seelischen Hemmungen freie Mensch kann cas Möse, das nicht zu Ii Ignen ist, wandeln zum Guten; der alte jüdische Weg! „Aus dem bösen Dieb einen Wagen für (iott machen." n. Martin Beradt. Leidenschaft und List. Roman. Berlin 1928. Verlag Ems! Rowohlt Martin Meradt hat die Gabe, in knappen, bnmer das Wesentliche treffend b raushebenden Strichen Menschen und Menschcnschlcksale zu zeichnen. I lere Sicherheit lallt ihn das Menschenleben mit einer ebenmüßigen Ruhe h trachten und überall da. wo die Wogen sich hochtürmen, doch auch all i kommenden Moment denken, in dein die I"lache sich wieder glatt und 'ig dem Bücke darbietet. Von dieser Scclenhaltung aus entwickelt er im rlieganden Roman ein Menschenschicksal, das durch „Leidenschaft und I I" gestaltet w ird, durch Leidenschall und List, die nur zum Teil i u der I Idin am Werke sind; weit mehr greifen andere, deren LebenslinicU die ihre 'meiden oder auch mir berühren, in ihr Leben ein. machen es schwer und ruhig, wühlen es auf und lassen es nicht zur Ruhe kommen. Leidenschaft dient sich anaufrichtiger Listen, um. ohne sich zu verraten, zum Ziele zu mmen. Listenreiche machell sich Leidenschaftliche zu Werkzeugen, um rc niederen Zwecke zu erreichen. Leidenschaften stehen gegen Leidenhaften, WO sie zueinander finden sollten. List übellistet Listige, die da einen, den Listen der andcr«.;i gewachsen zu sein. Die Verwegenheit der ciischcuschicksalc. durch Leidenschaften und Listen, diese Stürme dir eele und der Sinne, oft zur Verworrenheit gesteigert, wird entknotet; der ■ garten des Menschenlebens, die IrrgtUIC der Menscheiiseeleii werden so Her sicherer Führung von allein Beängstigenden befreit. Und nicht zum enigsten dadurch, daß das AugC auch auf die Sondcrhchkcit der Menschen lenkt wird. Beradtl neuer Roman wird dem geschützten Erzühler viele ue Freunde zuführen. gc lidisches Jahrbuch 1939. (Verlag Scherbel & Co.. Berlin-Charlottenburg -I.) ÄuUerer und innerer Aufbau der Krollten jüdischen Oemeüldt Deutschnds bieten viele Momente, all denen auch der Judisch-Intcrcssicrlc aulieraib Berlins nicht vorübergehen sollte. Nicht alle Möglichkeiten der Eni- Itung, die einem so großen Organismus eignen, können aal andere Oeeiudeu Olicrtragen werden. Aber vieles, was in ihm Gestalt gewinnen .IttH.M KONDITOREI KAFFEEHAU/ Bestellungen für feine Ko nd i to r e i wa r e n unter Tel. ^02 1 4 oder im I..\dcn Augustusplatz erbeten lnh.i F. R N S T FISCHER früher UngjAhriBK rechter du KondMetd , Tür-a RttchikAWElcr" konnte, sollte Beachtung finden, um je nach den örtlichen Verhältnissen ausgewertet zu werden. Unter diesem Gesichtspunkte ist die Herausgabe des Jüdischen Jahrbuchs aufs freudigste zu begrüßen. Wie seine beiden Vorgünger bietet auch diese dritte Ausgabe viel des Interessanten. Der erste (literarische) Teil des Jüdischen Jahrbuches wird wieder durch einen Aufsatz eingeleitet, der das verflossene Qeschüfts|ahr der Berliner Jüdischen (i etil ei Ilde behandelt. Es lolgt aus berufener Feder eine ausgezeichnete informatorische Darstellung über den Preußischen Landes v e r I) a u d jüdischer Q e in e I u d e n; a) I IründungSgeschichte, b) Verlassung, c) bisherige Tütigkeit. Ein Aulsatz über „Die jüdische F r a u in der W o Ii I i a Ii r t s p f 1 c g e" bietet wertvolles Material. In eiller erschöpfenden Abhandlung über „Die Mischehe" beleuchtet Univ.-Prof, Dr. H a n a a e r - Frankfurt ( Main) in acht Teilen dieses für die Gegenwart und Zukunft der jüdischen Gemeinschaft so wichtige Problem. Diese Abhandlung erhält besonderen Wert durch bisher unveröffentlichte Tabellen sowie durch ein außerordentlich umfangreiches Quellenmaterial. Des .'im. Geburtstages Moses Mendelssohn. (6. September 1929) ist durch Wort und Mild gedacht winden. Der erste (literarische) Teil des Jüdischen Jahrbuches 1929 schließt mit einer Würdigung des zu früh verstorbenen Sanitütsrat Dr. Gustav liradt. des Mitbegründers und Vorkümpfers der Akademie für Wissenschaft des Judentums. Der zweite Teil, „Organtsatlo n u n d VereI ii e". hat gegenüber dem vorigen Jahrgang insofern eine Verbesserung erfahren, als die Adressen von Vorstandsmitgliedern, die sich häufig verändern, fortgelassen sind. Dieser Teil gewinnt hierdurch an Übersichtlichkeit. Der dritte Teil behandelt wie in den früheren Jahrgängen die ..< > r g a n e ii n d E inr ich I u n g e n der Berliner lüdischen Gemeinden". Durch den (netten) vierten Teil erfahrt das Jüdische Jahrbuch 1''."' eine wesentliche Bereicherung. Hier sind in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Adressenanglben der jüdischen De n einde i In ganz Deutschland zusammengestellt. Wir können das Jüdische lahrbuch 1929, das wieder vorzüglich ausgestaltet ist und auch schöne Abbildungen enthalt, bestens empfehlen. Vereinsnachrichten Jüdische sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale-Zion. Ortsgruppe Leipzig. Sonnabend, den -I. Mai. pünktlich 20,30 Ihr. veranstalten wir eine Krolle Maifeier. Aus dem Programm: Mitglied des Reichstages, Genosse Richard Lipinski, Minister B.!>.. spricht über: „Die Bedeutung de- I. Mai für das Proletariat." Genosse Schrors. AMI., tragt proletarisch« Gedichte (Toller. Herne u.a.) vor und bringt Lieder zur Laute. Qenosse Elieser Schiebt er spricht über: ..Die Bedeutung des sozialistischen Feiertags für die jüdische Arbeiterschaft.". Den musikalischen Teil bestreiten die in Leipzig so rasch beliebt gewordene Sängerin Frau Gutta Baumhoiz. Frl. sidy Bienenstock (Klavier). Herr Katzenellenbognn (Cello). (>. QraU (Rezitation) und der Arncitcrchor. Mittwoch, den s. Mai. 20,30 Uhr. spricht Genosse E. SeIinger über: „Unsre Tätigkeit m der indischen Gemeinde." Freie Aussprache. Sämtliche Veranstaltungen finden im Borochow-Heim, Eberhardstr. 13 (Eingang Lohmühlgasse), statt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Die Verwaltung. Dienstag. 7. Mai: I' Jutig-judisciicr Club Wochen Programm. Montag. 6. Mai: Englisch. IltiSChc Rundschau: Italien. Jüdischer Jugendring. Leipzig Mädchenressort: Am Mittwoch, dem 8 Mal 1"-'". abends 8 Uhr. findet im Saal des Jüdischen Jugendheimes. UaivcrsitütSStr. .'.'IV. die Lröftiiungssitzung für die Mldcbenarbeil statt. Jede Jugendringvereinigung, die Manchen zu Mitgliedern hat. mochte zwei Vertreterinnen dazu abordnen, lagcs- »rdiiunis: 1. Besprechung der besonderen Müdchenaufgaben im Jugendring. 2. Organisation der Ressortarbeit. 3. Allgemeines. P.O. I.C.