Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 3 (18.1.1929)
- Date
- 1929-01-18
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG INGER Nähmaschinen in altbewährten Güte Weitestgehende Zanlungserieidüerun^eti Mäßige Monatsraten SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT 1H Hj Singer Läden überall wärtige man sich, daß der Hilfsverein aus seinen Mitgliedsbeiträgen und den regelmäßigen Spenden seiner Freunde und Gönner ein ausgedehntes Hilfswerk an seinen Mitgliedern zu leisten hat, daß dieses Werk in den immer schwieriger sieh gestaltenden wirtschaftlichen Verhältnissen immer steigende Anforderungen stellt, — und mau wird begreifen, daß die Kinderbeschenkung, außer der ungeheuer groBen Mühewaltung der Beschaffung aller notwendigen Gegenstände, die Anspannung auch aller finanziellen Kräfte bedingt. In früheren Jahren konnte immer eine kleine Reserve als Grundstock für die Beschenkung zurückgehalten werden. Im letzten Jahre iedoch waren die Ausgaben so beträchtlich, daß ein namhafter Betrag noch ungedeckt geblieben ist. Wir haben in unserem Blatte bei unserem Bericht über die Ausstellung schon darauf hingewiesen und die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß es ein leichtes sein w ürde, den Verein dieser Sorge zu entheben. Das ist leider noch nicht gelungen, wir hören, daß der Fehlbetrag sich auf noch fast 12000 Mark belauft. Mit seinem Fest möchte der Hilfsverein deshalb in den Schichten unserer Gemeinde, die bisher noch der so gewaltigen Leistung ferngestanden haben, neue Freunde werben. Sie sollen aufmerken und sich fragen, ob sie recht daran tun, sich der Verpflichtung der tatkräftigen Förderung dieser so wichtigen Auftrabe zu entziehen. Zu dieser gewiß alle angehenden, aber doch schließlich inneren Angelegenheit kommt jedoch noch ein anderes, was dieses Lest zu einer Veranstaltung für die breiteste Oeffentlichkeit macht: Die wohl nicht w i e d e r k e h r e n d e Q e I e g e n h e 11, einen der bedeutendsten Künstler kennenzulernen, der wie selten einer die berufensten Kenner zu hellster Begeisterung entflammt, Gelestino Sarobe, erster Bariton der Mailänder Seala und der Pariser Großen Oper, hat Herliii wie im Sturm gewonnen. Nur eine Stimme erklingt, seit er in Deutschland auftritt. In ttberschwänglichen WOrten spricht man von diesem Bariton, der von sj'icr unendlichem Atem getragen, aller Abstufungen fähig, Überall Kraft, Kultur, Feinheit zeigt. „Sein Ton ist konzentriert und doch uner außerordentlichen Weichheit fähig: so weich und sinnlich er in der Kantilene wird, so gewaltig, schier unheimlich in seiner Gewalt, wird er in der Höhe, zum Fortissimo geführt." Dem Vorstand des Hilfsvereins gebührt der aufrichtige Dank, daß - seinen Bemühungen gelungen ist, uns mit diesem offenbar hc- Sänger bekannt zu machen. Sein Lest gewinnt dadurch den Charakter einer hochkünstlerischen Veranstaltung, als solche geeignet, dem Verein zahlreiche Freunde zuzuführen, die damit zugleich auch sei: ._ gemeinnützige Arbeit fördern werden. Aufruf! Am 21 Januar veranstaltet der Indische Studentenverein zu Leipzig im Großen Saale des Zentraltheaters sein diesjähriges Winterfest. An alle Schichten der Leipziger Judenheit wenden wir uns mit der herzlichen Bitte, der schweren Arbeit und der hohen Ziele des Studentenvereins eingedenk zu sein und das Lest zu besuc he n. 11 e Lage der jüdischen Studenten ist heute in der ganzen Welt eine außerordentlich traurige. Viele Staaten verschließen ihre Hochschulen ihren eigenen Landeskindern, sofern sie jüdischen Glaubens sind, und der N U m e r n s clausus zwingt Lausende von jüdischen Studenten, in der Fremde zu studieren. Auch hier in Leipzig gibt es eine große Anzahl solcher Hochschüler, die mit allem Eifer ihren Weg zu gehen entschlossen sind, die aus ihrer Heimat nur schwach unterstützt werde i können, die aber zu stützen und deren Lebensweg zu erleichtern Pflicht der jüdischen Gesamtheit ist. Dazu kommt noch. daß bei der wirtschaftlichen Not auch hier in Deutschland eine i von großen Intelligenzen nicht den ihnen zukommenden Weg Studium würde gehen können, wenn nicht die Allgemeinheil e höchste Pflicht ansähe, ihnen den Weg zu bahnen. Der Jüdische Studentenverein zu Leipzig hat in langen I eine außerordentlich segensreiche Rolle gespielt. Fr hat im \ mit der Studentenhilfe Hunderten von Studenten über die clemci Lebensschwierigkeiten hinweggeholfen. Fr hat durch die Elnricl eines Mittagstisches, durch die Erhaltung eines Heimes, in wel insbesondere die auswärtigen Studenten sich zusammenfinden, t Gewährung von Stipendien und Studienbeihilfen unendlich vi( leistet, nicht für den engen Kreis seiner Mitglieder, sondern füt gesamte .1 u d e n t u tu. Der Überschuß des Festes ist ganz und gar ftir die Wohlfi zwecke des Vereins bestimmt. Vor allem kommt er der Stlpet kasse zugute. Wir richten daher an alle, die für die Nöte und S der heranwachsenden studentischen .lugend Verständnis habet herzliche Mitte, das Fest zu besuchen. Dr. Felix Gold in a n n. M. N u s s e n o w. i en ein engen die Amtl. Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde,Leip ig Gemeindesitzung am Dienstag, 22. .1 a n u a r 1929, d Uhr abends, im i s r i - I i tischen Gemeindeamt, Löh r s t r a ße 10,1. Das israelitische (iemeindeai Tagesordnung: 1. Beitrat zur Fortführung des jetzigen Ritualbades Ins zur Inbel Inahme der Qemeindeanstalt. 2. Antra« der Sparkommissioii auf Einsetzung eines Ausschusses tut lewinnung von Beiträgen für die Wohlfahrtspflege. .t. Einsetzung eines AttSSCilHSSCS zur Änderung der WahlbCSthnmui n ■t. Verschiedenes. Da die Haustür des Gemeinde h a USes u m 8 I abends geschlossen wird, werden die später ki inenden Besucher der öffentlichen Sitzung beten, stark zu klingeln, worauf Iib. n e n g e ö f t w i r d. Aufsicht zu Pessach Kolonialwarengeschäfte, die ZU Pessach 1928 nicht unter i sieht des Qemelnderabblnats gestanden haben, aber zu Pessach 1 2! Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 25. Januar 1 2 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Ob und unter weh Bedingungen die Aufsicht erteilt werden wird, wird den Am:? stellern schriftlich bekanntgegeben. Nach dem 25. Januar 1929 eingehende Anträge werden unter a Umständen abgelehnt. Leipzig, dem 21. Dezember 1928. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzi Aus dem Gemeindeamt Wochen-Zeittafel 18. bis 24. Januar 1929 — 7. bis 13. Sch wat 5689 1929 Januar Sch'wat 5689 Freitag 18. 7. Sonnabend 19. 8. S. Bo Sonntag 20. 9. Montag 21. 10. Dienstag 22. 11. Mittwoch 23. 12. Donnerstag 24. 13.