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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-12-14 · 50 (14.12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
50 (14.12.1928)
Date
1928-12-14
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite ii (,l Ml indi Hl \ I l IH K' ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummei die zur Gründung eines Eltern- und Freundeskreises des Bundes führte. Die sehr zahlreich erschienenen (laste füllten den festlich Bedeckten Saal, der auch durch die schmuck uniformierten Kadlmaner einen frohen Anstrich bekam. Es wurde, um ex gleich zu sagen, «.-in großer Erfolg, Hebräische Chorgesänge leiteten die Veranstaltung ein; dann begrüßte der Bundesleiter Manfred Hoffner die Gfiste. Es folgte ein Sprechchor, Lieder und Instrumentalmusik, vom Publikum mit starkem Beifall aufgenommen. Herr Leo Goldhaber gab dann In Inhaltsreichen Ausführungen Einblick In Wesen und Arbeit des Kadlmah, dos größten Jüdischen dbundea in unserer Stadt. Kurt London Überbrachte Grüße namens dt Bundesleitung des Gesamtbundes. Lied, Spiel und Seher/ verschönten den Rest des Abends. Niehl unerwähnt bleibe die virtuose Wiedergabe des Mozartscheu Konzerts in \-Mur. das II. Berlinski und S. Fogel auf zwei Klavieren vortrugen. sowie die lustigen Improvisationen der Gebrüder Fogel, die größte Heiterkeit hervorriefen. Mit einem Aufmarsch des Hundes und dein Absingen der Hatikwah schloß der gelungene Abend, der auch dein Außenstehenden zeigte, welche ernste und Intensive Arbeit der Kadlmah in der jüdischen Jugend leistet. Sie erzeugen das Qefühl für fair play und damit auch einen gewis sozialen Ausgleich. Die sportliche Erziehung ist eine Notwendig! für die jüdische lugend. Niehl nur. daß heute der vom Sport gefori Mensch, da er dem Zclttyp einspricht, die besseren Aussichten Lebenskampf hat: vor allein isi der Spurt wie nichts geeignet, indischen Jugend eine freie, selbstsichere Haltung /n geben, seelischen Schäden und Druckmerkmale des Qhetto aufzuheben i die Vorwürfe in den Worten „Jüdische Feigheit", „Naturlrenidln „Stubenhocker", „Ueberspitzung des Geistigen", zum Verstumn /u bringen. In Erkenntnis des großen, kaum zu überschätzen! Wertes einer guten körperlichen Kultur der jüdischen .lugend w; folgendes zu fordern: Schaffung von Hallen und Plätzen fm indische .lugend, auf denen unter Leitung jüdischer Sportüymnastiklehrer (auch ein znkunftsreichcr Beruf) und unter so fälliger ärztlicher Konirolle der Kampf für die Loslösung ans Fesseln des Ghettos, für die freie Persönlichkeitsgestaltung und c rakterbildung zum Siege geführt werden wird, So dient letzten En die körperliche Ertüchtigung der geistig-seelischen Bildung des |j sehen Menschen. Her Vortrag wurde mit großem Heifall am nominell. II. \ Jung'Jüdischer Club \in 24. November hielt Herr Lsriel Carlebach im Rahmen der Klubveranstaltungen einen öffentlichen Vortrag über Meiidcle Moch er Sforim und seine Dichtung „Die Reise Beniatn i n s III.". IK r Vortragende rollte au Hand der Dichtung und der Geschichte des Dichters ein buntes, von eigenem Erleben durchzogenes Bild vom i raunten und Treiben der .luden im Osten auf. Heu Zuhörern vermittelte er eine klare Vorstellung von diesen im Vergleich /um Westeuropäer so naiven, ja fast primitiven Menschen, die anderseits ans aber in ihrer Qlaubeiisfreudlgkeit, Herzensbildung und gescheiten Selbstironie weit überlegen sind, deren Lins und Alles das Wissen und Lernen ist und denen alles und jedes Problem ist. nur nicht ihr Judentum, weil sie es leben, weil ilir ganzes Dasein in ihm aufgeht. ' Ihne ihre Schwächen zu übersehen, schilderte Herr Carlcbach diese unsere armen und doch wieder so reichen Bruder im Osten, und sein Vortrag, der von Liebe zu diesen Menschen durchstrahlt war. ist ein schöner Beitrag zur Aufklärung über das wahrt tiesicln des Ostjuden, das mit der in der Vorstellung gehässiger oder zumindest falsch unterrichteter Leute spukenden Fratze eines kleinlichen Shylock aller auch gar nichts zu tun bat. (i. Amtl. Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde,Leipzi (iemeindesitzung am Montag. 17. Dezember 1928, 0 Ihr abends, i Sitzungssaal des israelitischen G e III e 1 II d e a in t c I. o Ii r s t r a II c 10, I. Das israelitische Gemeindeamt. Iagesordnungi i Fcstsetznnz <ks Steuersatzes. .'. Bewilligung iler Mittel tum Bau eines Ritualbades. t. Aaswhag tin eine Priedliudurduuni. Anschließend: Nichtöffentliche Sitzung. Ha die Haustür des (i e in e i u d e h a u s e s um s Ul a bciids geschloss e n w i rd, w c r d e n die später k ont in e ii d e ii H e s u c h e r d e r 0 Ifentltchen Sitzung g . beten, stark / u klingeln, worauf i Ii n e n g e ö f f ■ > w i r d. I nserc Stellungzur Körperkultur Meldung von Sterbefällen Vortrag von Herrn Privatdozent Dr. med. >. Rosenbaum am X Dezember vor dein Leipziger Jüdischen Jugendring. Der Vortragende inline in höchst anregenden Darlegungen etwa folgendes aus; Nicht nur Kunst und Wissenschaft wandeln sich im Ablauf der Geschichte, nichl nur der geistige Mensch - auch der Körper des Menschen wird vom Kulturideal geformt. Die Allgemeinheit, mit der das Ideal der Körperkultur beute wirkt, ist kaum zu vergleichen mit der Wirksamkeit des hellenischen Ideals, dessen Wirksamkeit sieb auf die herrschende Schiebt allein erstreckte und die Sklaven ausscbloß. Heute hat die Körperkultur drei besondere Ausdrucksformen. I. Gymnastik: Arbeit im Gewände der Freude. 2. Sport: Höchstleistung bei geringstem Kr.«ft\erbrauch (nach dem Vorbild der Maschinentechnik) und Wettbewerb der einzelnen. X Spiel: Spielgemeinschaft gegen Spielgemeinschaft. Die Ausübung dieser Formen der Körperkultur führt vor allem zu drei Hingen: zur Selbstsicherheil in allen Situationen, zum Zusammenraffen im WcHkampf der Leistungen, und zur Unterordnung des einzelnen unter eine Gemeinschaft. im HÖH & HAHNE Grüßtci Lager in allen Marken-Kameras: A q4 o Kodak / Voigtländer / Zeiss- Ikon MglCl Projektions - Apparate / Kinos leder Stcrbcfall ist unverzüglich dem Gemeindeamt, wenn dies, geschlossen ist. dem Bcslatttingsordncr, Herrn Bratide, Möcken sehe Straße -'. Fernsprechnummer 532 41, zu melden: sollte dies, ausnahmsweise nicht erreichbar sein, so nimmt die Meldung, solang die Stelle des Sy nagngcuiiispektors nicht besetzt ist, der Friedhol \erwalter des neuen Friedhofes an der Delitzscher Landstraße, Hei s i in o ii . Fernsprechnummer 53889, entgegen. Leipzig, den 7. Dezember I Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde tu Leipzig. Barinizwa-Vorbereit unx Zur Barmlzwa-Vorbercitung werden seitens der Gemeinde ui entgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. PUr die in der Zeit VOI I. lull 1916 bis 30. September 1916 geborenen Knaben beginnt d( Lehrgang am I. lantiar 1^29. Nur wer daran teilgenommen ha wird als Barmizwa In der Qemeindesynagoge zugelassen. Fabrik u. Handlung photogr. Apparate 2f ff££ ul":: Leipzig, Kamarinensir. 16 Kommen Sie! Vergleichen Sic! Sie braueben nicht zu kaufen! Kostenloser Unterricht durch hervorragende Fachkräfte!

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