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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-11-16 · 46 (16.11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
46 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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•EMEINDLBLaTT der israelitischen relioionsoemeinde zu leipzio 5 »on Propheten Elia, die 22 Buchstaben des jüdischen Alphabets der träumenden Mutter vor und gewinnt dadurch sogar eine im besten Snoe des Wortes lehrhafte Note. Die Verse übersteigen die Fa»- gungskraft von Kindern nicht und sind leicht einprägsam. Mit diesem Spiel ist nicht nur eine wertvolle Ergänzung des recht begrenzten Repertoires an Kinderstücken jüdischen Inhalts gewonnen; sondern es ist «uch zur Lektüre für alle jüdischen Frauen und Mütter geeignet, die es mit ihren Pflichten ernst meinen. Man wünsche dem Büchlein deshalb gerne viele Freunde und zahlreiche Aufführungen. Felix Saiten, Simson. Das Schicksal eines Erwählten. Roman. Berlin, Wien, Leipzig 1928. (Paul Szolnay Verlag). Den Simson des Alten Testaments stellt man sich als einen „auf Kraft pochenden Abenteurer" vor, der sich in allerlei Raufereien mit den Philistern als stets zu grobem Scherz und Schabernack aufgelegt trwdtt Als einen Naturmenschen, der nicht als Richter, für das .Wolilcrgehen seiner Volksgenossen besorgt, in innerlich empfundener Feindschaft gegen den Erbfeind einen ernsten Kampf führt, wildern sich aus Lust an Händeln zu allerlei Untaten treiben läßt. Und selbst der, der die Wurzel seines Heldenmuts in aufrichtiger Frömmigkeit erkennt, sieht im Widerspruch dazu die leidenschaftliche Sinnlichkeit, die sich bis zur leichtfertigen Schrankenlosigkeit steigert Den Erwählten, den Edlen, den Richter in Simson macht uns Felix Saltens packende Dichtung begreiflich. Die biblische Darstellung füllt sein Roman mit all dem, worüber die BTbel schweigt; er gestallet ein Lebensbild von erhabener Schönheit, in dem all das Rohe, das Bloß-Gewalttätige abfällt. Simson ist der Berufene, dem eine geheimnisvolle göttliche Kraft alles zur Größe erhebt: groß an ihm ist nicht allein die Stärke der Glieder, die ihn zur Kühnheit, Selbst gewi&hdt, zur Hoheit wachsen läßt. Groß ist er auch an Reinheit, Zartheit des Gefühles, an Echtheit seines Wollens. (iroß ist er auch im IJeben, im Glauben. In all dem, was er den Philistern antut, treibt ihn nur eines: der gerechte Zorn über die Untreue, die ihm seine Liebe, sein Vertrauen zerstört ihm die Augen über den unüberwindlichen Haß gegen sein Volk geöffnet hat. Gegen diesen Haß kämpft er, um seinen Glauben, um eine reine l iebe ringt er. Und er findet sie in Delila. Wir kennen die buhlende Delila, deren sieh die phlüsfäischen Fürsten bedienen, um den Unüberwindlichen zu ver- •^^ssmmmmms^ssm^. nichten; wir kennen jene hinterhältige Delila, die aus Liebe zu Ihrem Volke Simson in ihr Netz zieht und dann frohlockend ruft: „Philister über dich, Simson!" (wie sie u. A. Max Liebermann gemalt hat). Aber Saiten sieht eine dem reinen Simson an reiner Uiebe ebenbürtige Delila, die nicht von ihm läßt, auch als die Schwester, aus Habgier, in Erwartung großer Belohnung, ein gefügiges Werkzeuj für den ohnmächtigen Haß des Fürsten, für die geile Gier der Fürstin geworden, die Erniedrigung Simsons herbeigeführt hat. Die tiefe Tragik in dem Schicksal des Helden bringt der Dichter nahe, indem er die Blendung, die nie wieder gut zu machende, als eine Rachetat auffaßt, nicht gewollt von dem Fürsten, die stillen Wünsche der Fürstin zerstörend, nicht einmal im Augenblick des Geschehens von der Urheberin der tückischen Vernichtung geahnt. Die Rachetat eines, der durch Simsons Richterspruch gedemütigt, gerade eben sich wieder die Freiheit verschafft ihat. So wird durch dichterische Umstellung die Erzählung der Bibel aus zeitlicher wie aus räumlicher, und vor allem aus gedanklicher Ferne in unsere Nähe gerückt. Kaum je hat ein Dichter es so vortrefflich verstanden, eine allen bekannte Gestalt, mit der wir aber immer nur wenig anzufangen wußten, lebendig zu machen und uns zu zeigen: In der alten Bibejl ist noch viel Schönheit zu entdecken. Die gewaltige dichterische Kraft dieses Simsonromanes macht das Buch zu einem dauernden Quell ästhetischen Genusses und wird auch die l iebe zur Bibel steigern. G. C. >m Schtrfy ver Ansteckung una frei SrUatttingsgefahr &kamaxM VitlUustndfidt von Jen Anten anerkannte« SAatf und Desir» ftktionsmitttl für Mund u. Rachen. .AS Mf^ 'SO TABLETTE* MK l.TJ ^Ä^^^^^M« Montag, den 19. November 1928 spricht im großen Festsaal desCentral-Theaters (Eingang üottsehedstraße) Nahtim Sokolow UUWnilHIIIIIIIIIIIIIilllUllllllllllllllllilliilllilllllllllH Präsident der Executive d. Zion. Weltorganisation Einlaß 7.30 Uhr Beginn präzis 8.30 Uhr ♦ Zionistische Vereinigung Leipzig ♦ Kartenverkauf: Budih\iJji^' NL W. Kaufmann, Brüh' 8 - Zigarreageschäfte Gebr. Felber, Brühl 54, Preismann, Nikolaistra&e 53 — Sekretariat, Keilstrafie 4 und an der Abendkasse. mmm^mmmm: w^^mtmmmm

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