Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 46 (16.11.1928)
- Date
- 1928-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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GEMF1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Fraftf dw Rcichsorganisation. Gegen den vorliegenden Verfassungsentwurf wandte Rieh Rechtsanwalt Dr. Klee als Vertrete r der Volkspartri mit der Erklärung, daß er ihn für völlig undemokratisch halte daß aber darüber hinaus der Rcfchsverband alt Kostgänger der Landesverbände zu einem Scheindasein verurteilt sei. In einer Zeit, in der bei den Lindern in Deutschland verheißungsvolle Unifikaoonsbestrebungen im Gange seien, erscheine es viel zweckmäßiger, mit der Begründung des Reichsverbandes nodi zu warten, als schon jetzt ein unzweckmäßiges Scheingebilde zu schaffen. Dieser Auffassung schlössen süh die Herren Dr. Sandler und Ministerialdirektor Dr. Badt an. Die Annahme der Verfassung der Reichsorm i gtion in der vorliegenden Form erfolgte gegen die Stimmen der Mdischen Volkspartci, des Herrn Dr. Freund und des Konservativen Fromm-Frankfurt a. Main. » Der Hauptstelle für jüdische Wanderfursorgc wurde zur Gründung einer jüdischen Arbeiterkolonie ein Betrag von 30000 Mark bewilligt, weiter auf Befürwortung des Herrn Direktor Kareski dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten für Sicdlungszwecke ein Betrag von 5Ü00 Mark. Aus den weiteren Bewilligungen sind Interessant die folgenden Posten, die bereits den Wohlfahrtsausschuß beschäftigt hatteen: Zentralwohlfahrtsstelle 15000 Mark, Hatiptstelle für Wandcrfürsorge 15000 Mark, Tubcerkulosenfürsorge 15000 Mark, KechahlZ 3000 Mark, für Vorarbeiten auf dem Gebiete der Bevölkcrungspolitik 5000 Mark an Stipendien für soziale Ausbildung 5000 Mark, für Gefangenenfürsorge 3000 Mark U. a. 1 s wurde auch die Frage der Unterstützung der staatlichen Sektion der Akademie für die Wissenschaft des Judentums behandelt. Bei dieser Gelegenheit wies Professor lurk darauf hin, daß demnächst bei der Berliner Gemeinde ein statistisches Büro errichtet werden wurde, das die Mitvertretung der Interessen des Preußischen I andesverbandes, wenn das möglich wäre, übernehmen sollte. Im übriuiii müsse eine größere Vereinheitlichung der statistischen Aufnahmen erzielt werden, die Bearbeitung eines einheitlichen Fragebogens, der allen jüdischen größeren Gemeinden für statistische Zwecke zugehen werde, sei in Vorbereitung. I ine besondere Schwierigkeit bildete die Frage des Kölner Lehrerseminars. Da in Berlin ein liberal gerichtetes Institut für Lehrerausbildung existiert, wünschen die Konservativen in Preußen, das Kölner Seminar als konservatives Seminar zu erhalten. Auf der anderen Seite verpflichten die neuen Bindungen mit den süddeutschen Verbänden zur Erhaltung des konservativen Würzburger Seminars. Es wird weiterer Erörterungen darüber, ob der preußische Verband das konservative Seminar In Köln erhalten kann, trenn er auch die Verpflichtung übernimmt, den Grollteil zur Erhaltung des Würzburger Seminars beizusteuern. Aul einen Antrag Dr. Freunds hin wurde eine Kommission eingesetzt, die die Fragen der Religionsichrer-, der Schächlcr-, der Kantoren-Ausbildung und ihre Unterbringung in organischem Zusammenhang studieren und prüfen soll. Die Frage der Einberufung einer Konferenz, die die Mischehe-Frage behandeln soll, wurde vertagt. Vor Eintritt in die. eigentliche Tagesordnung hielt der Vorsitzende dem verstorbenen ersten Vorsteher der Könttgtberger Gemeinde, Justizrai Holz, einen warmen Nachruf. I9na«ps» GsBirtsBlncI« Chewra Kadisdia-Fasten Entsprechend dem seit langen Zeiten In vielen Gemeinden geübten Brauche, daß einmal im Jahre die bei dem heiligen Dienste der Chewra Kadischa tätigen Mitglieder einen Fasttag veranstalten, soll nach einem Beschlüsse unserer hiesigen < hewra KadLscha von nun an alljährlich am 15. Kislew ein Chewra-Fasten abgehalten werden, erstmalig an dem bevorstehenden 15. Kislew, das »9t am Mittwoch, den 28. November 1928. In diesem Jahre linden die Gottesdienste in der Talmud-Thora- Synagoge (Kcilstr. 4) — in den späteren Jahren abwechselnd in den anderen hiesigen Synagogen — statt. Die Mitglieder versammeln sich morgens um 7,15 Uhr in der Synagoge zum (lebet, bei welchem der Bedeutung de i Tages entsprechende Selichos eingeschaltet werden und wie am Fasttage Thoravorlesung stattfindet. Im Anschluß daran begeben sich die Teilnehmer nach dem Friedhof Berliner Straße, um auch dort die entsprechenden Gebete zu verrichten. Am Nachmittag findet um 4 Uhr der Mincha-Gottesdienst statt, bei welchem wiederum wie am Fasttage Thoravorlesung gehalten wird. Im Anschluß an den Mincha-Gottesdienst wird durch Herrn Gemeinderabbiner Dr. Carlebach die Predigt gehalten, bei welcher das Seelengedächtnis für alle im Jahre verstorbenen Gemcindemitglieder geleiert wird. Die Chewra Kadischa erwartet, daß viele QemeindemitgUcder, vor allein diejenigen, die in diesem Jahre einen Angehörigen verloren haben, sich an diesem Gottesdienste beteiligen. Aus Anlaß dieses Fastens wird alsdann am Donnerstag, den 20. November 1928 19,30 Uhr im Hotel Sachsenhof, Johannisplatz 1, eine C h e w ra - S'u d a stattfinden. Zu dem l ssen sind außer den Mitgliedern der Chewral Kadischa (Männer und Frauen) auch alle Gemcindemitglicdcr herzlich willkommen. Oedeckkarten zum Preise von M 150 (kein Wein/wang) sind bis zum 23. November 1928, in der Buchhandlung M. W. Kaufmann, Bri'ihl S. während der Oeschäftsstunden, sowie im Israelitischen Gemeindeamt, I Öhrstraße 10 ptr. bei Frl. Hanna Potlak, von 14—17 Uhr zu entnehmen. ( hewra Kadischa-Fasten und S'uda bestehen in anderen Gemeinden seit langen Zeiten als ein Ausdruck der innigen Schätzung, die den heilig ernsten Aufgaben der ( hewra Kadischa zuteil wird. Es darf die Hoffnung ausgesprochen werden, daß recht weite Kreise innerhalb unserer Gemeinde gerne daran mithelfen werden, auch hier die Einrichtung, ihrer tiefen Bedeutung entsprechend, einwurzeln ZU lassen. Verk;-uf von Hnnda.neiien jüdischer Frauen (veranstalte! vom SchwesternOUnd der i eipzig-l.oge Der vom Schwesternhund der Leipzig-Loge alljährlich vcranstalteete I landarheitsverkauf ist in unserer Gemeinde schon zu einer © Ziojai^il^clar V^ie8w3g«r..r £ 1 T^ig' # iiimiiiiiiiiiniiiiniirwmwKHw^ ' J^wmiimmimm^ f% Unser MI ll,,M"U"l"![i:"'lll '! :il,,||",t"ii!l Iii I III II I "IIII "! j| i.y JH. JiUh. JiiLllsuJILlL! laiim III tili lllllll I "1 I •>■! Im jmn jinaii H pn» mmä I Li findet statt in sämtlichen Sälen des CentraUTheaters mit Festversteilung im Operettentheater Sonnabend, den 8. D«acember