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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-07-13 · 28 (13.7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
28 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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«•Ite 0 LEMK1 Eintcsanit. In der Sitrung Je* erwotortea 1 ursorgeausschuase« vom 19.6.28 krachte Herr Solinger u. a. einen schwerwiegenden Punkt zur Strohe. Er beklage ea besonders, daß nicht in genügendem Maße jidische Arbeiter bei jüdischen Arbeitgebern Beschäftigung finden, und regt an, daß durch das OemdndebUtt den jüdischen Arbeitgebern eindringlich nanegelgt werde, in heutiger Zeit, in der ea dem Arbeiter so sehr erschwert werde, in nicht jüdischen Betrieben Austeilung » finden, den judischen Arbeiter vorzugsweise zu beruckaichuged. Bis hierher hat Herr Seiinger voll und gan* recht. Aber er hat ei neu ganz hervorragend wichtigen Punkt vergessen. Die Gemeinde ntüsste immer und immer wieder nachdrücklich durch das Gemeindeblatt darauf hinweisen, bei Vergebung von Arbeiten vor allen Dingen die jüdischen Unternehmer zu berücksichtigen. Wenn z. B. die Hälfte aller jüdischen Arbeiten an Jüdische Unternehmer vergeben würden, so würde sich wohl keiner von ihnen scheuen, vorwiegend jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Gebt erst dem Unternehmer Verdienst, so kann er auch den Arbeitern Brot geben. So lange er aber auf die Arbeit der Andersgläubigen angewiesen ist, muß er in erster Linie andersgläubige Arbeiter beschäftigen. Denn eine Hand wäscht die andere. Gleichzeitig möchte ich noch einen Punkt berühren, und zwar das Lehrlingswesen. Bis jetzt zählte der jüdische Handwerkerstand bei unseren Glaubensgenossen überhaupt nichts. Darum sollte jeder geistig zurückgebliebene Junge Handwerker werden. Wenn nun solch ein Junge mit Hangen und Bangen seine Lehrzeit beendet, und der Meister sich alle erdenkliche Mühe gegeben hatte, um aus dem Jungen einen tüchtigen brauchbaren Arbeiter zu macheen, so mußte er feststellen, daß es trotz aller Mühe ihm nicht gelungen war, weil es an der nötigen Intelligenz des Jungen gemangelt hat. Darum, jüdische Eltern, wollen Sie, daß Ihre Jungens tüchtige Handwerker werden, so geht nur die besten und intelligentesten zum Handwerk. Die heutige und die kommende Zeit verlangt, nur tüchtige und geistig hochstehende Arbeiter. Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen Kopf und Hand zusammenarbeiten Wenn dann so ein Junge die Lehre beendet, so wird auf beiden Seiten nur Freude herrschen, und ein solcher Arbeiter findet auch überall sein Brot. Vor allen Dingen wird au "h gegnerischer Seite das Geschrei aufhören, unter d.-n Juden gibt es ketie intcl igenten und tüchtigen Arbeiter. Also, in erster Linie gebt den jüdischen Arbeitgebern Arbeit, oder sorgt dafür, daß diejenigen Arbeitgeber, welche von jüdischem Oelde leben, auch jüdische Arbeiter beschäftigen, dann wird der Arbeitslosigkeit unter den jüdischen Arbeitern Abhilfe geschafft. Arnold Muscathlatt, Elcktromcister Versicherungen aller Art Siegmund Cohn Elslersfrafie 24 Fernspr. 15000 r •> v & Ccipii £ina DHlfdiDOt ixämi ßisenBerg UrfoBfe 5l3 3uft 1928 J ^0~.iC'C.iOC-C'~ CSa^Kft<»S><8NB«CS^COCMac'N~'C'Mi?ii'gNa» %i% Die Ueburt eir.es gesunden Knaben zeigen hoch- % fi erfreut an. il % Elias und Berta Solinger | 9 Leipzig, im Juli 1928 U- Z. Privatklinik Dr. Littauer •/ I Ii x««i^-J^j.j«iw-.aiii..-..ittB.-.,i.,i,.-........-............-......-......-......- -jirjimcjfl Juaandbeweaung Treffahrt der DJJG A« Sonntag, (tat 8. Juli, trafen sich dm' OrtefrupRan der Deut h- Jüdiscken Jugend-Oemeinschaft, die Dresdner, die Berliner ,<j unser« Leipziger, in Dresden zu einer gemeinsamen Fabrf in Ii« Sächsische Schweis. Den Verlauf dieser Fahrt will ich hier kura Irchildcrn: Unser, d. h. der Leipziger, Einzug in Dresden gestaltete »ich « nt eindrucksvoll (ganz wörtlich zu nehmen!); gerade aln wir j dem! Bahnhof traten, brach ein strömender Regellos, der unsere | >t Laune aber nicht im geringsten beeinträchtigte. Nach einer!b kurzen Stadtbesichtigung — mit Leipziger Verhältnissen verglicl n, sausten wir etwa vom Hauptbahnhof bis zum Markt und wir er zurück — setzten wir uns aufs neue in die Bahn und ful ■& bis Krippen bei Schandau. An der Station wurden wir von ein; n unserer Dresdner Kameraden erwartet. In tiefer Dunkelheit, t nur von dem flackernden Schein einiger Fackeln durchbrochen wui le, stiegen wir auf schmalen Pfaden zur Kaiserkrone hinan, auf a) wir schon von weitem das Lagerfeuer lodern sahen. Etwa ( ie Stunde lang saßen wir an dem flammenden Holzstoß — das Fe er leuchtete, in tausend Funken versprühend, hoch empor, an du Felswänden zuckten unsere Schatten, und über uns tief schw« z, weitete sich der Himmel. — Als das Feuer verglomm, stiegen vi» hinab in das Dorf, schweigend, ernst, erfüllt mit Begeisterung tr unser Werk; — die Flamme glüht in uns fort! Am nächsten Morgen begann die eigentliche Treffahrt. \ a Schöna aus, dem Dorfe, in dem wir übernachteten, gingen vir, nachdem wir über die Elbe gesetzt hatten, nach den Schrammst e£ nen, einer Gruppe von schroff emporragenden Felsen, wie Blockt, die wild von einer ungeheuren Faust umhergescMeudert sin!. Bald über Wege, die sich in die engen Felsenspalten schmiegtmi, bald über freie Plätze, die einen weiten Ausblick gestatteten, führten unsere Schritte. Die felsige Landschaft ging fast unvermitt!t in Ebene über, als wir an den Ufern der Elbe angelangt warci. Eine der Wiesen, von denen der Fluß umrahmt ist, erwählten wir u unserer Raststatte. Die Zeit, die wir noch bis zur Abfahrt unser et PONTIAC Dieser prächtige 6 Cylinder der General-Motors Berlin-Borsigwalde kostet Mk. 5500.- Probieren Sie ihn, kaufen Sie ihn * General-UertrelußD Hofmann Deuma LEIPZIG C I Nonnenmuhlgasse 2-4 (am neuen Rathaus) Tel.Nr. 21699 und 25350

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