Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 18 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSQEMEINDE, LEIPZIG Seile 11 (Schluß des Sitzungsberichts von Seite 2) 8. Betriebsmittel für die Dar 1 ehnskassc. Der Vorsitzende teilt mit, daß die Darlehnskasse weitere Mittel zu den ihr bis jetzt zur Verfügung stehenden 15001) Mark erbeten habe. Dir Vorstand empfiehlt, weitere 10000 Mark zu bewilligen. Herr Du bin er führt aus, die Darlehnskasse hta bisher Bedeutendes geleistet. Sie habe 130000 Mark ausgeliehen, wovon 00000 Mark zurückgezahlt seien. 10000 Mark stehena us und seien dureh ausreichende Sicherheiten gedeckt. Ein Verlust sei nicht entstanden. Da weitere Betriebsmittel dringend nötig seien, beantragt er die Bcwilligung von 20000 Mark. : Herr Stein und Herr Tumpowskv unterstützen diesen Antrag, desgleichen Herr Seiinger, der hinzufügt, die Darlehnskasse sei das einzig Produktive, was die Gemeinde bis jetzt geschaffen habe. Der letzteren Behauptung widerspricht Herr Joske und erklärt, daß Herr Seiinger über die seitherigen Leistungen der Gemeinde wohl nicht unterrichtet sei. Die Gemeinde müsse hier eingreifen, da private Hilfe fehle. Der Vorsitzende bemerkt, daß doch die Gemeinde bisher Vieles getan habe, worauf Herr Seiinger keine Rücksicht nehme. Er bemerkt ferner, daß der bewilligte Betrag nur allmählich ausgezahlt werden könne.. Der Antrag Dubiner auf Bewilligung von 20000 Mark wird einstimmig angenommen. Der Vorsitzende spricht den Leitern der Kasse den Dank der Gemeinde aus. 9. Antrag des Vereins Ahawas Thora auf nachträgliche Qewlhrung eines Beitrages für die Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 31. Marz 1928. Das Schreiben des genannten Vereins wird verlesen. Herr Dr. Wohrizek bittet aus denselben Gründen, wie die heim vorigen Punkt der Tagesordnung angeführten, über die Sache zur Tagesordnung überzugehen. Gegen diesen Antrag erklärt sich1 Herr Stein. Herr Tumpowiky bemerkt, der Beschluß sei nach eingehender Beratung gefaßt, er empfiehlt, nur über die formelle Präge der Aufhebung des Beschlusses, nicht über die Stellung der Genieindesitzung zur Ahawas Thora selbst, abzustimmen. Mit einem Beschluß in der Sache selbst soll bis zur Haushaltberatung gewartet werden. Herr Goldrci erklärt, die Verweigerung der Beihilfe sei nicht rechtmäßig gewesen, wozu Herr Stein hinzufügt, die Ahawas Thora müsse ihre Lehrer bis 1. April 1028 bezahlen; die Entziehung der Beihilfe sei nicht voraussehbar gewesen. Herr Dr. W*ohrizek erklärt, es solle keine Vergewaltigung erfolgen, aber endlich müsse bei gefaßten Beschlüssen Ruhe eintreten. In wenigen Wochen gel (lelegenheit zu sachlicher Behandlung. Der Fehler sei seinerzeit in der Kommission entstanden, die keine geeigneten Vorschlage gemacht habe. Letzteres bestätigt Herr Ciutmann. Herr Stein zieht daran? den Antrag der Ahawas Thora vom 20. 12. 1927 zurück. Nach persönlichen Bemerkungen der I Icrrcnl )iibincr,Tuinpowsky und Hodes wird die Sitzung geschlossen. Eine weitere Qemeindesltzung soll Montag, den 7. Mai stattfinden. Cemelndi Zutritt zur Einweihung des neuen Friedhofes Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß bei der Einweihungsfeier des neuen Friedhofes der Einlaß nur gegen Eintrittskarte gewährt wird. . Ostjüdische Literatur im Radio Ein sehr dankenswertes Experiment unternahm am Dienstag, den 24. April Herr Kantor Max Jaffe. Er suchte durch Rundfunk einem Publikum, zu dem zweifellos auch viele Nichtjuden gehörten, die ostjüdische Literatur nahe zu bringen und damit gleichzeitig das Vorurteil, das in weiten Kreisen dem Jiddischen entgegengebracht isiiiiiihiii^ PONTIAC- IäUTOMOBILE Ii Oakland Fabrikat General-Motors Ulli Iii nur Mk. 1000. mehr als der billigste amerikanische Vierzylinder jj| dafür aber ein H hervorragender Sechszylinder jjjj und noch dazu eine Ht Limousine von ganz wundervoller Eleganz und Schönheit |j| G ENER A L-VERTR ET U NG: Holmann Deuma ftutomoDi l-6esellsch. ■ m. b. H. H LEIPZIG C 1 j§ Nonnenmühlgasse 2-4 — Telefon 21699 u- 25350 B Aga - NSU - pontiac-Hupmobile Ü wird, zu bekämpfen. Dem sehr geschickt ausgewählten Programm, das einen Einblick in die Ligenart der ostjüdischeu Seele vermittelte, ging ein einleitender Vortrag voraus, dem die sehr schwierige Aufgabe gelang, im konzentrierst« Form Aufschluß über das Wesentlichste der ostjüdischeu Literatur und Sprache zu geben. 1 lerr Kantor Jaffe berichtete über die Entstehung des Jiddischen, das dem deutschen Sprachl'orscer ein wertvolles Quellenmaterial liefert und prägte den Satz: „Verlachen und Verachten des Jiddischen trifft die eigene deutsche Vergangenheit". Er schilderte die Entwicklung der jiddischen Literatur, die sich in ihren Anfängen auf das religiös intellektuelle Leben beschränkte, dann als im ersten Drittel des 18. Jahrhundert:;, die Verweltlichung der hebräischen Literatur einsetzte, zu einer imposanten Literatur wuchs. Er charakterisierte kurz, die jf Raus der Rüte 6. n. b. R. 0 2 Datnenbiite Kinderbüte 5! : * tirösstes $peziai*Unterncbmen Deutschlands Zentrale: Leipzig, Brühl 5 -1 t FILIALEN: Leipzig, Brühl 6 „ 6rimmai$cner Steinweg 15 ii (Uindmühien$tra$$e 24 „ €iWnbal>n$tra$$e i\ „ öundorfersuasse is Dresden» ebetimty, Stettin, Magdeburg, Stargard i. P. Erfurt, ]ena : i S : :