Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 34 (26.8.1927)
- Date
- 1927-08-26
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Saite 1 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3. janrßai.g Auf Dosen, welche Speisen enthalten, die am Pessachfest nicht gegessen werden, wie Erbsen u. dgl., steht das Wort nct nicht, g) Kolonialwarengeschäfte stehen während des Jahres nicht unter Aufsicht. Die Verbraucher müssen deshalb selbst prüfen, ob die Waren koscher sind; dies gilt ganz besonders von Butter, Käse und Kakcs. JUdlsche Verbände u. Gemeinden Vom Heim des Jüdischen Frauenbundes in Wyk. Am J. August war die erste Kurperiode abgeschlossen. 20 Kiiuler kehlten erfrischt und gebräunt in i.lire Heimatorte zurück. Das ärztliche Resultat ist durchaus xulriedenstellend; es ist EU hoffen, daß die nachgehende ärztliche und soziale ortliche Fürsorge mit dazu helfen wird, diesen Befund zu einen dauernden zu machen. 5 Knaben sind zu einer weiteren Kurperiode in Wyk zurückbehalten worden, i Jugendliche und ein 7-jiihriges Mädchen müssen mindestens i Monate jm Heim bleiben. Frau Brenner, die jetzt mehrere Wochen in Wyk war, berichtet darüber: 3 Wochen in Wyk sind mir wie im Fluge vergangen, denn taglich brachte das Leben im Heim neue Arbeit, neue Freuden. Ich konnte beobachten, dal! die erste Kurperiode von der Oberin unter denkbar schwierigen Verhältnissen durchgeführt wurde, da alles erst ganz allmählich, u.nil durch die Frachtbeförderung nach dieser Insel erschwert, fertiggestellt werden konnte. Hie ausgezeichnet und aufopferungsvoll arbeitenden Beamtinnen, sowie unsere erfahrene Köchin ermöglichten unter Leitung der Oberin, datt für unsere Pfleglinge alles am Schnürchen ging, daß man immer strahlende üesichter bei den Kindern, groll und klein, sah, und dafl zum Schlull der Abschied ein warmer und herzlicher war, wie wenn nächste Familienmitglieder sich trennen müssen. Nun hat unsere zweite Kolonie, die Mädchen, ihren Einzug in Begleitung Frl. Pappenheims und Frl. Karminskis gehalten. Auch Frau Landau war zur Abreise der ersten Kurperiode gekommen. Es lädt sich schon jetzt feststellen, dal! unser Ar/t, der die Kinder fäglich sieht und individuell behandelt, recht hatte^ wenn er uns von Anfang an riet, unsere Kurperioden auf 8- <) Wochen zu bemessen, wie es in der Anstalt der Stadt Berlin, die «I-Wochen-Kurperiodcn hat. der Fall ist. Die speziell für das hiesige Heim und für Wyks einzigartige Heilfaktoren ausgesuchten Kinder Bedürfen einer geraumen Zeit, bis sie sich an das Klima gewöhnen, und sie sind mitten im Begriff, sich sichtlich von Tag zu Tag zu erholen und aufzublühen, wenn man sie nach 6 Wochen entlassen muß, um anderen Platz EU schaffen. So geht unser Bestreben dahin, baldmöglichst unsere Kurperioden auf 3 Wochen auszudehnen, und wir erhoffen von allen verantwortlichen Fntsendestellen die Einsicht, dal! diese Mehrkosten im Interesse des gewünschten Erfolges bewilligt werden. Fließen uns aus allen Teilen des Reiches Beiträge für Freistellen zu, so können vir selbst in allen den Fällen nachhelfen, wo es nicht am Willen, sondern am Können der Fntsendestellen fehlt, um möglichst allen dafür bedürftigen Kindern die Segnungen eines 2-monatigen Kuraufenthalts in Wyk zukommen zu lassen. Wer die eiste Kolonie gebraunt, rundlich-rosig und frisch abreisen und nach wenigen Tagen die blassen, zarten, milden, welken Kinderchen ankommen sah, der kann ermessen, was es heißt, hier eine Stätte zu haben, die gerade diesen zart jungen Menschlein die Forderung für ihre Gesundheit bringt, die für ihr ganzes Leben mitbestimend ist. Es ließen sich Bogen berichten über alle Einzelheiten des wohljjelungenen, ebenso zweckmäßig wie geschmackvoll eingerichteten Heims, doch fehlt es hierin Kaum dazu. Nur noch so viel, daß eine in den letzten Tagen stattgefundene Besichtigung der Wyker Behörden und Aerzte bei allen dafür Sachverständigen großen Beifall und einmütige Anerkennung und Bewunderung gezeitigt hat. Man war erstaunt, was aus dem unscheinbaren Haus, das noch voriges Jahr Läden und Wohnungen enthielt, geworden ist. — Viele Besucher aus unseren Reihen haben unser Heim schon gesehen, jeder mit Freudemud der Genugtuung, auch mit dazu verholfeit zu haben. Ein demnächst erscheinender Prospekt wird in Wort und Bild allen erwünschte Auskunft über vieles geben können. Von besonderem lokalen Interesse wird es sein, daß gegenwärtig sich 1 Leipziger Kinder im Wyker Heim befinden und für die kommende Kolonie 7 vorgemerkt sind. Neue Bücher F m i 1 Lud w i g, Bismarck. Geschichte eines Kämpfers. Berlin 1027. (Ernst Rowohlt-Verlag). Die Geschichtsschreibung bahnt sich gegenwärtig neue Wege. Sie muß es, weil die früher so oft mumienhaft trockene Art der Darstellung die Freude an dem Versenken in die Schilderungen vergangener 4«&Ä"i*.B'i~iiCO'S^ •3 _ . ..... *J (l ■ fl; Raben Sie $(bon meinen beendigten | $&aufen$teru. Cadenumbau beliebtet?f ■ '/ fasf alle j/euerscheinungen in moderner §' g JCiferatur anj Hager n ft Ritualien und Gebetbücher wie befaqnt M.W.Kauf mann, Brühl s ■ es LEIPZIG TEL. 23009 f P =1 ^>C^Mfc^N8^^ft<N&^&^n>^NS^^ft<NfcWS^8J<>ejfc<»ati# PffCy IHIiHIiiiiIiILmit^ wiiiilkiiiuliVv^il^^ (MÜS* MlMi isu» ■ v . wiy^^V'iii'Jii^ Bäi!'.Ml'':M,iiiih'''!l!ii§wi m&Mi, m ■ramuM B wt^n I*J i «1. «Sil ■ *Ä* f ^d^s I ] 1 1 J * 1 flDT GßS2l,scha^ zur Förderung des Handwerks OßT 1 yri 1 und der Landwirtschaft unter den Juden In I 1 Abt.: Deutschland E. V. WII 1 [ZI L _J Iflessdieiistaff, :tO. August 30,30 Uhr im Saale der Allen Handelsbörse am Naschmarkt LICHTBILDER-VORTRAG „Neue Formen wirtschaftlicher Aufbauarbeit durch „ORT" Redner: II r. JI i <» Ii a «> 1 Trau R» Eintritt frei! Eintritt frei! \ Ä: I [# ffll^ L 1 ^m'nW' 1^....../'Ml'!* "«Ith*....... s% m "'IHNUIUI JT 1 '"'IIHIllliH