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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-08-19 · 33 (19.8.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
33 (19.8.1927)
Date
1927-08-19
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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S«ite rj GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3. Jahrgang Personenstandsnachriditen Geburten: 29. Juli Louis Paul Mayer und Thekla Augusta geb. Kunkel, L.-Go., Klciststr. Jä, eine Tochter „Irene-Eva" 5. August Paul Krämei und Czarna geb. Vogel, Hainstr. 8, Zwillinge „Susi und Mali" b. August Salomon Qruschmahn und Bertha geb. Kochmann, Humboldtstr. 23, eine Tochter „Judith" 7. August Mendel Bernard Mandel undC haue geb. Plattner, Brühl 11, eine fochter „Mirjam" 9. August Selig Scheinowitz und Gitel geb. Müller, Blucherstr. 19, eine Tochtei Barmizwah: 2t). August Hans Berthold Aronsohn. Sohn des Herrn Willi Aronsohn und I ran Gertrud geb. Baruch, Amdtstr. bb. 2t). August Oskar Trachtenberg, Sohn des Herrn Kuben Trachtenberg und Frau Sara geb. Jossclowitsch, Plagwitzer Str. 19. 27. August Heini W ittner, Sohn des Herrn Alfred Wittner und Frau Irene geb. Pick, Kaiser-Wilhelm-Straße 84. 27. August Albert Lufi, Sohn des Herrn Hugo Luli und Frau Henny geb. Schnurraann, Kaiser-Wilhelm-Str. 28 27. August Leopold Orünbaum, Sohn des Herrn Josef ürünbaum und Frau Bertha geb. Michlewitsch, Lutherstr. 18 Trauungen: Am Sonntag, den 14. August Fräulein Fanny Nebenzahl (Kornmehl), Eberhardstr. 3 mit Herrn Israel Blum, Gerberstr. 56 Am Dienstag, den 16. August Fräulein Martha Forschirm, Löhrstr. 1 mit Herrn Baruch Lindes, König-Johann-Str. 5. Todesfälle: 11. August Kind Leo K/epkowicz, Eberhardstr. 10 15. August Kachel Kosa Neudörfer, Gerberstr. 52 Austritte aus dem Judentum: 4. Juli Rechtsanwalt Dr. jur. Kurt Hammer, Elsterstr 3 4. August Franz Neuwald, Leipzig-Go., Bhunenstr. 62. Neue Bücher F. He m a n , (leschichtc des judischen Volkes seit der Zerstörung JcrusalenM in /weiter gekürzter und bis auf die Gegenwart fortgeführter Auflage, herausgegeben von O. von Harling. Stuttgart 1927 (Calwer Vereintbuchhandlung). Aus dem Bedürfnis heraus, den Nichtjuden, denen die unter ihnen lebenden Juden trotz des langen Beisammenseins so fremd gebliehen sind, durch das Bild di r jüdischen (ieschichte die Juden näherzubringen, veröffentlichte der Basler Professor Heman 1908 seine „Geschichte des jüdischen Volkes". Oer Leipziger O. von Harling hat bei der Neuherausgabe des Werkes die Darstellung bis in die jüngste Gegenwart hinein fortgeführt. Nicht ohne Befriedigung darf gerade zu diesem letzten Stück festgestellt werden, dall es den gröbsten Entstellungen, mit denen der Antisemitismus arbeitet, energisch entgegentritt. Die Bereitwilligkeit, mit der die Juden im Weltkriege dem Vaterlande Gut und Blut geopfert haben, wird voll anerkannt; die „Cieheimnisse von Zion" werden als das bezeichnet, als was sie erwiesen worden sind: als ein „Pamphlet", eine „geschickte BeartKfJH tung obskurer Machwerke aus früherer Zeit"; gcgeillelt werden die Bestrebungen« „im Bewußtsein des Volkes, das Christentum von aller Verbindung mit dem Jüdischen ZU lösen, und sodann den jüdischen Anteil am deutschen Geistesleben als minderwertig oder schädlich nachzuweisen" und in Verfolg solcher Oedanken auch das Alte Testament für das Christentum abzulehnen (Houston Stewart Chamberlain, Friedrich Delitzsch, .und in gewissem Umfange auch Adolf Harnack): „so wenig sich jemals wieder das jüdische Volk aus der Sclücksalsgcmeinschaft mit der christlichen Kulturwelt lösen lällt, so wenig kann es gelingen, seine Bedeutung als des Volkes der Offenbarung und der Bibel auszulöschen, ohne dem Christentum selbst den Bollen zu entziehen." Und in einer ahschlicHcnd-z.usammenfassenden Würdigung der jüdischen Geschichte wird u. a. betont, dal) „der Juden internationales Dasein eine Tatsache geworden ist, mit welcher die Kulturvölker rechnen und nach den Prinzipien der Gerechtigkeit sieh abfinden müssen." Und gleicherweise befinden sich auch in dem (von dem Neuherausgeber gekürzten) älteren Teile des Werkes immer wieder Worte ernsten Tadels für jene, die für die ungerechten Leiden des jüdischen Volkes in den Jahrhunderten der Zerstreuung verantwortlich zu machen sind. Dm so schmerzlicher berühren dann aber, durch das (ianze sich hinziehend, alle jenen Aeullerungen, aus denen hervorgeht, daß weder Heman noch v. Harling völlig dem Linflult der antisemitischen Schlagworte entgangen sind, AculScrungcn, die in vollem Widerspruch zu anderen Urteilen der Darstellung stehen. Beispielsweise die Behauptung, daß den Juden „alle Bindungen nationaler, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Art im Leben der Völker fremd und zuwider sind" und das, nachdem die Darstellung deutlich gezeigt hat, auf will die Schuld fallt, wenn diese Bindungen nicht so fest geworden sind, wie die Bindungen der nichtjiidischen Teile der Bevölkerung. Oder wem: von Weltherrsehaftspläuen der Juden, von dem Ilasse der Juden gegen das Christentum, von der Unterdrückung des in das Land ihres Wohnsitzes eindringenden Feindes oder vielem anderen gcsproch/4* wird, was aus der (iiftkammer der Judenfeinde herausgebracht wird. Wie wohltuend alle jene Verurteilungen der an den Juden geübten Roheiten und Ungerechtigkeiten wirken: es wäre zu wünschen, daP. bei einer weiteren Neuherausgabe des Werkrs auch nach dieser Richtung eine Reinigung geschähe, und dall dann auch der Leistungen Iniweiterem Umfange gedacht würde, die die.Juden für die Kultur der Völker aufzuweisen haben; erst dann wird das Werk seine Aufgabe erfüllen können: Uber die Juden wahrheitsgemäße Aufklärung zu verbreiten und zur verständnisvollen Annäherung beizutragen. G. C. I Reichsbund jücl. Frontsoldaten e. V. Ortsgruppe Leipzig Der berühmte MESSE-ABEND der Ortsgruppe Leipzig findet am ig ^i<vs*tHBoiain$». S!K August, alicinl« <S Hin* 5 in sämtlichen Räumen des ScliloBkellers, L-Rcudnüz, Dresdner Str. 56 statt § Kameraden aller Ortsgruppen des R. j. F, u. B j. F. mit ihren Damen sind herzl. eingeladen I Uorträge, Konzert, Tanz, UUiedersehensfeier, Preisschießen I Straßenbahnen 3, 5, 6, 13, 20 I

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