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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-08-12 · 32 (12.8.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
32 (12.8.1927)
Date
1927-08-12
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3. Üabrgang, Hr. 32 12 Huausi 1927 kz l igionggc mzindz mUichesNädriMmUaKk, A * . y*r fc««Wmrw//^ AU XtftJ^tCf Das Gemeindeblfttt erscheint wöchentlich am Freitag. Den Mitgliedern der Retigionsgemeinde wird es unentgeltlich durch die Post zugestellt. Be7ugspreis für Nichtmitglieder monatlich 60 Pfennige. Änzeigeii annähme: W. Teirher. Clockenstraße 11, Telephon 14449. Schnftleiiunq. Cemeinderabb. Gustav Cohn, Leipzig, Löhrstr. 10, Telephon 29641. :: Druck und Verlag; W. Teicher, Leipzig, Glockenstr. II, Telephon 14449. An zeigenpreise; Die 4 gespalten« mm-Zeile 20 Pfg- Fa mifien- und kleine Anzeigen 10 Pfg. Umschlagseiten und Teitinserate nach besond. Tarif. - Für den Inseratenteil: J. Kühne. Reichelstr. 7 (Telephon 14449).' Die Schriftleitung übernimmt für die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Beiträge und die Vereinsnachrichten nur die preßgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Quellenangabe und Genehmigung des Verfassers gestattet. Amiliche Bekanntmachungen der Israelitischen Relisionsgemelnde zu Leipzig Wählerliste Gegen Ende dieses Jahres findet die gattungsmäßige Wahl zur Gemeindevertretung statt. Wahlberechtigt sind alle männlichen und weiblichen Gemeirderritglieder, die im Wahltage das 20. Lebensjahr vollerdet haben und in der Wählerliste aufgeführt sind. Um eine vollständige und richtige Wählerliste zu erhalten, geben wir schon jetzt den Gemeindoritgliedcm Geleget hei), werktäglich ven S—16 Uhr;m Gen eir de; ml, LöhrsiraEe 10' Einsieht in die vorläufige Wählerlitte zu nehmen und Berichtigun).sar.trcige zu stellen. Wahlberechtigte Gemeinderritglieder, die in der vorigen Wählerliste gar nicht oder nicht richtig aufgeführt waren, oder bis zum neuen Wahltage 20 Jahre alt werden oder innerhalb des Gemeindebezirks neu zugezogen oder umgezogen sind oder duich Verehel chung einen anderen Familiennarren angenommen haben, haben besondere Veran'assurg n; dm prüfen, cb fie richtig in der Wählerliste stehen, und erforderlichenfalls die Berichtigung zu beantragen. Der Vorstand Leipzig, den 27. Juni 1927. der israelitischen Reiigionsgemeinde zu Leipzig. «Jüdische Emigration •••••••«•*••. "I as Problem jüdischer Wanderung ist so alt wie die Tat- : T"V : sache der Zerstreuung — '-'IKHI Jahre. Lieber die Wanderung ■ Ml '^cr Jl|den S',H' hl den letzten Jahren einige interessante \M-^J\ Studien gemacht worden. Das Problem ZU lösen, ist sehr :..........t schwer. In dankenswerter Weise haben in den Nachkriegszeiten einige judische Organisationen es unternommen, insbesondere die Auswanderung der jüdischen Massen in geordnete Hahnen zu lenken. Vor mir liegt ein Bericht über die Tätigkeit des „Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung lEmigdirekf", der die Z.eit von 1921 bis 1925 umfallt. Dieser ist ein interessantes Dokument, das uns zeigt, was bei Zusammenfassung von Arbeitskraft geleistet werden kann. Dem Bericht entnehmen wir, dall in den letzten 45 Jahren etwa 3000000 Juden ihre Heimat in Osteuropa verlassen haben und nach den überseeischen Ländern ausgewandert sind. In den letzten Jahren vor Ausbruch des Krieges betrug die Durchschnittszahl der jährlich nach den verschiedenen Ländern Amerikas auswandernden Juden etwa 100000 Seelen. Während des Weltkrieges selbst schrumpfte die Emigration gewaltig zusammen. In den ersten Jahren der Nachkriegszeit setzte der gewaltige Strom der jüdischen Massenwanderimg wieder stark ein. Das war aber keine normale Auswanderung, wie wir sie in den Vorkricgsjahrcn kannten, sondern eine panikartige Flucht der Juden aus der Ukraine und Rußland. Gro- ■e Schwierigkeiten hatte die Emigration auf ihrem Wege zu überwinden. Zahlreiche neue, nach dem Kriege entstandene Welt grenzen ■ußten passiert werden. Ost- und Südeuropa waren von den Emigranten überfüllt. In den Jahren 1921/1922 erreichte die jüdische Emigration aus Rußland und den Oststaaten ihren Höhepunkt. 1'm der Emigrationsmasse schnelle I lilfe leisten zu können, wurden von jüdischen, auf dem sozialen Qebiete tätigen Pcrsönlickciten in Polen und den kandstatean I lilfsorganisationen geschaffen, die sich ausschließlich mit Emigrationsfragen befaßten, außerdem dehnten amerikanische Einwanderungsorganisationen ihre Tätigkeit auf Europa aus. Sie eröffneten eine Anzahl Bureaus in Polen, Rumänien und den Randstaaten. Die Bureaus wurden nicht nur in den Hauptstädten der betreffenden Länder, sondern auch an den Orenzpunkteq eröffnet. Die Flüchtlinge wurden mit ihren Verwandten in Amerika in Verbindung gebracht. Das Nebeneinanderstellen vielei Organisationen führte aber oft zu einem (legeneiiiaiiderarbeiten. Um diesen Zustand zu beseitigen, wurde im September 1021 in Prag durch die „Welthilfskonferenz" und „Hias" eine Vereinigung aller Jjnigrationsorganisationen herbeigeführt und ist unter dem Namen „End« grationsdirektorium" kurz „Emigdirekt" bekannt. In Deutschland arbeitet mit dieser Organisation der „I lilfsvcrein der deutschen Juden" I Luid in Hand, da er sich in der Nachkriegszeit zur Aufgabe gestellt bat, die Auswanderung, soweit sie Deutschland berührt, mit zu regeln. Zur Aufklärung erscheint von Zeit zu Zeit ein Korrespondenzblatt, das hauptsächlich über ilie Aussichten in den überseeischen Ländern übersichtliche Mitteilungen macht. 1 Kl es manchen unserer Leser interessieren wird, auch darüber lieh zu informieren, lassen wir über einige Aiiswandcninslaiidcr. wie Kanada, Mexiko, Argentinien, Brasilien und Uruguay Berichte folgen. Kanada. Es sind nach Kanada nur Farmer. Landarbeiter, weihliche Dienstboten und bestimmte Kategorien naher Verwandter zugelassen. Die kanadischen Einreisebeschränkungen für deutsche Reichsangehörige sind aufgehoben. Es sind deutsche Reichsahgehörige samt-

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