Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 18 (6.5.1927)
- Date
- 1927-05-06
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3. Jahrgang Das hier bestehende Ortskomitee (Rabbiner Dr. Goldmann, S. Hodcs, Max Joske) fördert mit warmem Eifer das Gedeihen der Anstalt und hofft, daß die Zahl der Freunde der so erfolgreichen Schule sich angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage, in der sie sich befindet, vergrößern wird. Chauffeurkursus der Gesellschaft „Ort" in Berlin. Die Gesellschaft „Ort", Abt. Deutschland hat am 1. April in Berlin einen Kursus zur Ausbildung jüdischer Chauffeure errichtet. Hank einem mit dem Verbände der Droschkenbesitzer abgeschlossenen Vertrage, ist die Anstellungsmöglichkeit der den Kursus absolvierenden und einen entsprechenden Führerschein erlangenden Chauffeure gesichert. In dem eisten Kursus sind II) junge Leute aufgenommen worden. Bei der Wahl der Kandidaten, sind in erster Linie Schlosser und Mechaniker berücksichtigt worden Ihrer Staatsangehörigkeit nach zählt man unter den Kursusteilnehmern: 4 Preußen, 3 Staatenlose, 1 Russe, 1 Palästinenser und 1 Tschechoslowake. Die Dauer des ersten Kursus beträgt 6—8 Wochen. Die Abhaltung weiterer Kurse ist vorgesehen. Mitgliederversammlung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Am Sonntag, den 3. April fand im Repräsentanten-Sitzungssaal der jüdischen Gemeinde zu Berlin die Mitgliederversammlung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden statt, die aus allen Teilen des Reiches zahlreich besucht war. Erschienen waren insbesondere Vertreter von Landesverbänden jüdischer Gemeinden, Landes- und Provinzialwohlfahrtsstellen. Großorganisationen, Gemeinden, Vereinen und Anstalten. Die \ erhandlungen wurden am Vormittag von Herrn Sanitätsrat Dr. Seeligsohn-Berlin, am Nachmittag von Herrn Prof. Dr. Seligmann-Berlin und Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher-Düsseldorf geleitel und wurden durch eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Vorstands der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Herrn Kammergerichtsrat Wi Iff, eingeleitet. Der Geschäftsführer Herr Dr. Ollen- [ irff erstattete den Tätigkeitsbericht; den Rechnungsberich, legte für den Vorstand Herr Otto Eckeles-Berlin vor. Dem bisherigen geschäfsführenden Vorstand wurde Entlastung erleilt. Die neue Salzung der Zentralwohlfahrtsstelle für die die 'eingegangenen Abänderungsvorschläge verwertet waren, und deren Beratung durch eine Vorbesprechung am Vormittag vorbereitet war wurde einstimmig enommen. Zum Vorsitzenden der Zentralwohlfahrtsstelle wurde Herr Rabbiner Dr. Leo Baeck-Berlin gewählt. Wahl einer Anzahl Sachverständiger zu Mitgliedern - Gesamtvorstandes folgte. \n die Mitgliederversammlung schloß sich eine eben- - /ahlreich besuchte Sitzung des neuen Gemtvorstandes an. der sich konstituierte und einen Schöne Geschenke in hochwertigem modernen Kristall von Fahle im Laubenjang des alten Rathauses geschäftsführenden Vorstand von zunächst 13 Mitgliedern Bestimmte. Nachdem auch dieser engere Vorstand zu einer kurzen ersten Beratung zusammengetreten war, vereinigten sich die auswärtigen und die Berliner Teilnehmer an den Verhandlungen am Abend zu einem geselligen Zusammensein in den Räumen des Logenhauses. Hier wurden die Gäste durch eine Ansprache von Herrn Dr. Meier Hildesheimer, Berlin, begrüßt; namens der Auswärtigen dankte Herr Justizrat Dr. Eli Strauß-München. Ein ausführlicher Bericht über die für die Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege bedeutsamen Verhandlungen bleibt für später vorbehalten. Das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Wyk a. Führ für tuberkulös gefährdete Kinder und weibliche Jugendliche wird, nachdem die notwendigen Umbauten vollendet sein werden, voraussichtlich am 15. Juni eröffnet werden können. Für eine Wyker Kur geeignet sind Kinder mit überstandener Tuberkulose, Skrophulose, mit Drüsen- und Bronchialkatarrh usw. Von der Aufnahme ausgeschlossen sind tuberkulosekranke Kinder, Kinder mit ansteckenden Krankheiten sowie nur erholungsbedürftige. Das Heim steht unter fachärztlicher Leitung (des Herrn Dr. Gundermann, leit. Arztes der Schöneberger Heilstätte der Stadt Berlin in Wyk a. Föhr) und wird alle modernen Kurmittel zur Anwendung bringen; es trägt daher den Charakter einer Heilstätte. Der Pflegcsatz (einschließlich Kurtaxe, Arzt, Kurmittel) beträgt für alle Insassen 4 Mk. täglich. Es können etwa 28 Kinder von 4 bis 14 Jahren (Knaben und Mädchen in getrennten Kolonien) gleichzeitig aufgenommen werden. Außerdem ist das Heim dafür eingerichtet, auch 4 bis b' weibliche Jugendliche bis zu 18 Jahren für mindestens drei Monate aufzunehmen. Man hat diese neue Maßnahme vorgesehen, um solchen Mädchen, die nach beendeter Schulzeit und während der ersten Berufsjahre durch eine geschwächte Konstitution der Tuberkulosegefahr leichter ausgesetzt sein können, durch mehrmonatigen Aufenthalt an der See bei geeigneter Ernährung, sonstiger Kurbehandlung und unter ärztlicher Aufsicht stehender Beschäftigung die notwendige Gesundungsmöglichkeit zu bieten, die ausschlaggebend für das ganze spätere Leben sein kann. Jede Kurperiode ist auf sechs Wochen berechnet; in Ausnahmefällen kann sie auf Wunsch des Arztes verlängert werden. Zur Anmeldung erbitte man Fragebogen, die alle notwendigen Angaben enthalten, bei der „Anmeldestelle für Wyk a. Föhr per Adresse Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Berlin C 2, Rosenstr. 2—4". Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme liegt in den Händen des Vertrauensarztes Herrn Dr. Rudolf Neumann (Berlin). Nach Eingang der Anmeldungen wird entschieden werden können, ob die erste Kurperiode für Mädchen oder für Knaben eingerichtet wird. Die besondere Station für weibliche Jugendliche bleibt durchgehend geöffnet. Hnrrenhutf JULIUS MÜLLER u Oohin -mihitht Ttr, Hermihiile - Mützen Julius Müller Leipzig, Petersstr. 30 L.-Gohlis, Hallische Str. 87-89 * In Gohlis auch Wäsche, Cravatten und andere Herrenartikel