Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 13 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/4876568-5968785-5968957--1061-4878758- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Se.te 6 HKMF.INDEßLATT HEB ISRAELITISCHEN RELIGiONSGEMEINDE. LEIPZIG 3 jahrRang Unsere Verein« n ffll die in dieter Rubrik erscheinenden Bericntc usw, übernimmt die Schiriftlnitung nur die prcBgesctz liehe Verantwortung. Chovra Kudischn zu Leipzig In der Generalversammlung vom 24. Marz wurde in Anbetracht der überaus ungünstigen Kassen- Verhältnisse der Cliewra Kadisdia einstimmig beschlossen, eine Umlage für das Jahr 1927 von 5 Mark für jedes Mitglied zu erheben. Unser Kassierer wird sich erlauban, den Betrag gegen Vorlegung einer Quittung in Lmpfang zu nehmen. Wil holten, datt aHe Mitglieder diesem einstimmigen Beschluß nachkommen werden. Der Vorstamt Reichsbund jüdischer Frontsoldaten,Ortsgruppe Leipzig- Unseie Ortsgruppe hat in den ersten drei Moraten diesrs Jahres die hrwarlungen, die anläßlich der Generalversammlung im Dezember vorigen Jahres zum Ausdruck gebracht wuiden, in reichem Maße erfüllt. Von dem Strel en geleitet, in den an jedem zweiten Montag eines Monats regelmäßig s attlincenden Versammlungen unseren Mitgliedern belehrende und unterhaltende V orträge aller Art zu bieten, war lür cie Versammlung am t> Januar Herr l'olizeihauptwachtmeister Henrig vom P< li^eipräsidium Leipzig gewonnen worden, der als sadikundigster Kachmann über das dem Uroßstädier hochwichtige Thema .Moderne \ eiKeh treeeiung" referierte. Obwohl das Thema außerhalb des Rahmens unserer eigentlichen Tltigk«il stand, bewies doch der Beilall, den die Avisierungen des Kefererten fanden und vor allem die sich daran anschließende sehr rege Diskussion, daß die angfschnitteren Fiagen von al gen einem Imetesse waten und autklärend gewirkt haben. f-ine gt seilige \ eranstaltung von ganz besonderem Reiz war unser erster Kar; eradschaltsaberd in diesem Jahre, der als Herrenabend am 2.">. Januar im Hotel Sichscrhof abgehalten wurde, und der sidi eines auBerordentlidi zahlreichen Besuches zu erlreuen hatte. Der Aberd war dem Humor gewidmet, und es herrschte von Anfang 8n eine gellber.e Stimmung im Saale Den Höhepunkt der Verarstaltung brachte das Auffielen der bekannten Kfbarettdiva Lotte Hart n it ihrem Gatten, unserem kar.eraden Siegbert Khilieh, die damals in eipzig gastiertm und sidh unserer Onsgruppe beieitwillitst lür diesen Abend zur Verfügung stellten. Die Vortlage dieser MeiatCtln der deutschen Kabarettkurst lösten den jubelnden Beifall aller Zrhtirer aus Dieser t'Sellive Abend war aber auch ein piopa^andistisdier Erl* Ig, dem er brachte unserer Ortsgruppe eire Anzahl Neu»nmeldurgen von Kameraden u'd I brderern. Dein langt gehegten Wunsche auf \\ iedereinrichtung einei Kegelgruppe innerhalb unserer Ortsgruppe, wie soldufrüher bereite bestard, k( nnte enclich Folge gegeben werden Das Krrjflmirg'kegeln land am 16 Februar im Schloß Dtadienlels statt, und diese Miltwod s Keeelabende eiirttien sich;anz besonderer Beliebtheit bei «inem tauen Stamm alter R.j.tv Kameraden. In der Mitgliederversammlung am 21. Februar hielt unser Kamerad Dr Oer rg Rotenbium*Leipzig einen Vortrag „JüdUdie Kroberer der Luit". In einem KeVat, das von auferordertlidier Fadikerntnis zeugte, bewies cer Redner, daß die Juden auch auf dem Gebiete der Luftschiff- D reiaphon Nr. 243-13 I21.S7 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche» Portieren Herrenu. Damengard. Nächste l'il'alc Salzgäüch^n Nr. 6 fahit, insbesondere auch als Kampllieger während des Wettkrieges, sidi Ruhm erworben haben. F.r nannte u. a. Lilienthal als den Vater der modernen Fliegerei und stützt sidi im übrigen auf das vorzügliche. Buch unseres Kameraden Dr. Theühaber .Jüdische Flieger Im Weltkriege", in dem zahlreiches Material nach amtlichen Quellen niedergelegt ist. Der Vortragende wünscht diesem Buche, das als Abwehrmaterial überaus werlvoll ist, weiteste Verbreitung. Im aweiten Teil seines Vortrages ging der Redner eingehet der auf die hervorragenden Leistungen der jüdischen Gelehrten, Proiessoren Haber, Frank und Garo ein, die er als die chemischen Kroberer der Luft kennzeichnete. Die Fntdeckungen dieser drei Gelehrten sind für unser Vaterland von unermeßlicher Bedeutung geworden, und es ist in der Hauptsache diesen Erfindungen mit zu verdanken, caß wir während des Weltkrieges, unabhängig vom Ausland, in der abgeschlossenen Heimat die notwendigen chemischen Produkte, wie Stickstofiverbindungen usw. herstellen konnten, die allein die Möglichkeit der Fabrikation der notwendigen Sprengmittel, vor allem aber der künstlichen Düngemittel zur Hervorbringung genügender Finten zur Ernährung der Heimat wählend des Krieges gewährleisteten. Die Auswertung der Kr'indung dieser drei Gelehrten, wie sie u a. in den bekannten Leunawerken bei Leipzig in großem Umfante betrieben wird, ist auch heute noch ein bedeutender Faktor im Wirtschaftsleben Deutschlands Der Vortrat? des Kameraden Dr. Rosen!>aum, der mit sichtlich großrm Wissen und Fleiß ausgearbeitet war fsrd den lebhaften Beifall der Versammlung, dem K:m Vorsitzender Dr. Jacoby mit herzlichen Worten des Dankes nrdi besonderen Ausdruck gab. Die Märzversammlung der Ortsgruppe mußte leider ausfallen, da an dem festgesetzten Tage die Bundesvorstandssitzung in Berlin abgehalten wurde. Dafür brachte un« der Märzmonat den traditionellen Messeabend, der aus Anlaß der Leipziger Frühjahrsmesse am Montag, dem 7 März, in den Festrannten des Sdiloßkeller abgehalten wurde. Daß unsere „Messeabende" sidi immer mehr steigender Beliebtheit erfreuen, bewies der außerordentlich große Besudi unserer traditionellen Veranstaltung. Weit über 500 Gäste, darunter sehr viele R.j.F.-Kameraden aus allen Gegenden Deutschlands, hatten sich zusammengefunden, und dt r Aberd nahm einen (heraus fibhlichen Verlauf. Zu den Klängen einer vo'züglidien Jazzkapelle wurde bis in die dritte Morgenstunde dem Tanze ausgiebig gehuldigt. Dazwisdien landen die Vorträge von Frau Markise, Ghansons heiterer Art, lebhaften Beilall. Der Höhepunkt des Abtnds .var wiederum die Wiedersehensfeier unserer Kameraden, die in lustiger Form eines Rj.fvAppells abgehalten wurde und von dem kamerai.sd.aftlid.eii Geiste zeugte, der alle unsere R j.F.-Kametaden beseelt. Fin abgehal ents Pieissdiießen war mit einig« n wertvollen Preisen aii'sestattet woiden, die den Siegern eine bleibende Erinnerung an diesen Messeabend sein werden. Auch das Likorzelt war an diesem Abend ein stark besuchter Anziehungspunkt. Den Scf.luß des Abends bildete eine gemeinsame Kaffeetafel, zu der sidi nodi eine stattliche Anzahl von Gästen und Kameraden zusammengefunden hatte, die bei dieser Gelegenheit ihrem Dank für den sdiönen Verlauf di'ses Me^eabends beredten Ausdruck gaben. Neben den geselligen Veianstaltungen hat die Ortsgruppe aber auch nidit ve'säumt, ernste Arbeit zu leisten. Vor allem wurde in diesen drei Monaten eine reie Werbetätigkeit entfa'let und eine Anzahl neuer Mitglieder iür unseren Bund gewonnen. Mit zahlreichen Kameradsdiaflsveieinigungen hat din Ortsgruppe we'tei guie Beziehungen aufrecht erhalten und war bei vielen ö''ent- Milien und gesellschaftlichen Veranstaltungen uns nahestehender Kreise oftiziell vertreten -- In der internen Arbeit war nadi wie vor die Bekämpfung des Antisemitismus das Hutiotziel unserer Aulmf ksamkeit ur.d in einigen Pillen hat die Ortsgruppe mit Erfolg eingegriffen. So kann unsere Tätigkeit im ersten Vierteljahrsabschnilt als eine erfolgreiche bezeichnet werdet- und bereditigt zu der Hoffnung, daß auch das weitere Wirken der Leipziger Ortsgruppe ein glückliches sein wird. ) K— m. Sally Lob, Leipzig C 1 ggggjjbtct gtefanoep. 7 9Mbg ftleifdigrptoft Sei. 21195 (für tflglchött ttnb Pribot ttie bisher!.?\b 3. APRIL befinbef fi* meine "USb FLEISCHEREI und WURSTFABRIK nur nod> RANSTÄDTER STEINWEG 7, Nähe Fleischerplatz i)urd. ecitibou Der Mtobcrttftctt öpc.sialmajd inen utiö einer großen ftiti)ll)anoan(nfle bermag id> ein gleid>- mfißicjcft, er|tB[a|jige» firseugnie - jelbit in ber bei'iMtcn ^afyMejeil - 3U liefern. 3<ri bitlc meine i>erebr(c SUinbichaff, bas mir in meinem bisb^ricicn ÖScjcbäff PACKHOFSTRASSE II jeil langen >ibren betniejone Vertrauen aud> in meinem jetzigen (ßejcbälf 3u bcbxtbwn- 3d) »erbe alles borcin KM", um es 3iir b<*blten i.'ei(tunc|&fcibig6eit 3U bringen nnb meinen Mürben bequemen, borfeilbeiffon CfinCouf 311 ermöglichen. 3um beborftebenben peßcd-?e(t<? empfehle Ohne Preisaufschlag fämtUdje Fleisch- und Wurstwaren, sowie Geflügel prompte Siefernng frei $au» in jebeo Stobtoiertel.