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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-03-18 · 11 (18.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
11 (18.3.1927)
Date
1927-03-18
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Aufruf! Moaus Chittim v - Das Peßachfest stellt an den frommen und gewissenhaften Juden die allergrößten Anforderungen. Wie bei keinem anderen Feiertage tritt an jeden Juden die heilige Verpflichtung heran, daß er allen seinen jüdischen Brüdern und Schwestern zu einer würdigen Begehung der Festestage verhelfe. Und so ist es alte, überlieferte Sitte, gerade am Peßachfeste dafür zu sorgen, daß auch der Arme und Bedürftige das Fest der Freiheit in erhobener Stimmung feiern könne, daß es ihm und den Seinen nid t nur an den beiden Sederabenden, sondern während aller acht Tage des Festes an nichts fehle. Auch in unserer Gemeinde ist das Bewußtsein dieser Pflicht stets lebendig gewesen. Stets wurden Sammlungen veranstaltet, aus denen man allen Armen, insbesondere den Verschämten, die Mittel gewährte, sich das Notwendige zur würdigen Feier des Festes zu kaufen. Und auch heu e ergeht an alle Glieder unserer Gemeinde der dringende Aufruf, sich dem heiligen Werke nicht zu entziehen. Besbnders groß wird in diesem Jahre die Verpflichtung sein, denn die wirtschaftliche Not lastet mit unendlicher Wucht auf großen Teilen unserer Gemeinde. Sehr viele Familien, die früher st Iber in reichem Maße zu dem Moaus Chittim Fond beigetragen haben, leben jetzt in größter DUtftigkeit und sehen mit unendlicher Besorgnis den kommenden Feiertagen und den gesteigerten Anforderungen, die sie mit sich bringen, •entgegen. Unsere Pflicht ist es, für sie zu sorgen; und wer noch .jüdisch fühlt, wem noch Wohl at und soziale Fürsorge heilige, religiöse Verpflichtung bedeutet, darf sich der Mitarbeit nicht entziehen. Keiner wiid den Mut haben, sich zum Sederabend fröhlich mit den Seinen an den. festlich geschmückten Tisch zu se'zen und zu genießen, wenn er weiß, daß andere Juden in seiner Gemeinde an diesem Tage hungern. So muß denn, trotz der Schwierigkeiten der Zeit, frisch ans Werk gegangen werden, und die Unterzeichneten richten an einen jeden die dringende und herzliche Bitte, nicht nur den Betrag, den er im vorigen Jahre gegeben hat, der guten Sache wiederum zu gewähren, sordern ihn unter allen Umständen zu erhöhen. Zum letzten Peßachtest sind 500 Personen, meist Familienväter, unterstützt worden, und die Unkosten betrugen etwa 24000 Matk. Dabei ist nur das Aliernötigste geleistet worden, und füi dieses Jahr ist schon festzustellen, daß di s Zahl der wirklich bedürftigen Petenten weit, weit höher ist. So sind denn die Mittel, deren es in düsem |ahre bedürfen wird, kider fast doppelt so hoch ah im vergangenen Jahre. Moaus Chittim ist höchste und heiligste jüdische Pflicht. Wir vertrauen darauf, daß kein Leipziger jut'e sich ihr entziehen wird und bitten Sie, Ihren Beitrag einem der unterzeichneten Herren;u übermitteln. Gesuche sind bis zum 10. April zu richten an Herren: F. Kestenbaum, Keilstr. 5 / S, Rothenslein, Dresdner Str 33 I. B. Sachs. Humboldtslr. 23 / M. Tager, Löhrstr. 13. Wer s:att Geldunterstützung Verpflegung will, wende sich bis 10. April an Herren: E. Kestenbaum, S. Rothenslein, A. Schumer,!. Sternheim, M. Tager. Ch. Eitingon I J. Felsenstein! E. Kestenbaum I Dr. Nobel I M. Pfefferblüth S. Rothenstein I. B. Sachs I A. Schumer I /. Sternheim i M. Tager l L. Unger t-\ Hypotheken auf Wohngrundstücke und Geschäftshäuser, Sanierungen, Gründungen von Firmen und Gesellschaften durch V Flnanzlerungs- und immoDiilenoeseiiscnaii 1.1. H. Hainstr. 16/18 Fernspr. 13279 Zu? esNMtittti verleihe rituelle Tafeloefdjine, GHfifer, öeftede. Sierfauf (SmtUdjer Raus- und Küchengeräte. Rosa Wölfl Frankf. Eck« König JohannStraBe 2 Telefon 29508 Parkottrain igen, abhob., abspan., wachsen u. bohnern UnoltumrtlnlJtn,S!aub*au|tn, f tnsterrtlnhjtn a. I. Privatwohn. KeinigungtReeellachaft iSlXODl» , I«M« 1074. 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