Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 9 (4.3.1927)
- Date
- 1927-03-04
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 74% known words query
- IRI
…/4876568-5968785-5968952--1011-4878712- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 8 3. Jahrgang rm» Versicherungen aller Art Siegmund Colin Elslerslraße 2A Fernspr. 15000 » Trauringe Juwelen. Uhren, Schmuck, Kultns- und Gebiancbs Silbergegenßtände Silberne Tafelbestecke 8C0 gest. u. 90er snberauiuge Kompl. Ausladungen. Krgänzungcn, Einzelteile empiitlilt zu konkurrenzlos billigen Preisen M_„ C :n.DI< Uhnracha Flauensdie Straße Nr. 2 SA 9in|I«M u JlwcIici (gegenüb. d. Textil Gesellich»lt) Ruf 27327 - fcigene Werkstätte Gegr. 1906 Reparaturen 10 Uhren, Geld und Silbuwaren s&rgfältiq, preiswert und schnell Umarbeitungen und Neuanlert'gung von Schmuck- _ stücken nach eigenen und gegebenen Ertwürfen 'tt>. <&re&<&mGi**' "GadelloA Jj/a Obcrtiaxadetx u j&glicfre ÄcÄr.rvmveäjcJie naen eigenem ZXctoeLliy&icm Crau/Aiieu -;Z*3u/ieiien. , wiyhMemdeäffehrHii&i Seit?5 Bahnen am 7ftai<ht pponrtpt u. vorzüglich ST€(DP€L gtjr^p897 ALBERT OTTO LEIPZIG, Plauenschestr.2 Tel.25291 SCHILDER P U R A Telephon Nr. 24333 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche, Portleren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale: SalzgäJBchen Nr. 6 gtühling feine Knofpen bnrdjS genfter reichte, unb wenn ber Binter feine numöeilidien Scljnetflocfen an bie Scheiben brüdte: fie iang ihr Sieblein. Unb bamit »er» jagte fie auch i.u*e böfert Bebauten.?lus ben £önen be£ Siebes Hang immer bie Hoffnung: Sud) in böfen Zagen Sollft bu nidit oerjageit, Start fein im Vertrauen,?(uf bie 3«runft bauen: hinter Bollen ftrnl)lt Sonne, Rad) Üeiflen leuchtet Bonne! Bie eine Erfüllung iolrb febönen (Glauben* war es ihr corgefommen, als fie bie Webe beis JünglingS gewonnen hatte. Run ertrug fie bie (frabehrungen nuch leichter. 3n Jüfeen Iiäumen fah fie ihr Seben mit bem bes geliebten Scanne« pereint: er Dar ielber ein $änb» ler geworben, ber wohl nicht gerabe große Schäle be« fa% — baran mar ihr garniebt gelegen —, aber bod) bie brüdenben Sorgen oon ihr unb ihrer Boljltäterin — benn ohne fie mürbe fie nicht leben wollen — fern» halten tonnte. Äber ti blieben Iräume. ÜJionat auf SHonat Der« ging, ohne baß bes Sünglinge si>erbienfte reichlicher Würben. Schon maren 3ohre öerftrichen, 3ahre jugenb« lieber Sebenefreube unb Straft. Rirgenbfl wintte eine Äueficht, baß fidj bie Sage ber beiben günftiger geftal« tete. 3n ihrem Torfe gab e« feine wohlhabenbenSeute, bei benen ber Sungling größeren i'ohn hätte haben tonnen. 3n einen anberen Crt mochte er nicht gehen, im fieh nicht oon feiner Slnoerlobten trennen ju niüffen. §ie unb ba fchlid) fidj in bie Seele bes einft fo tapfe» ren unb frohen äJiäödjenS bie bange Sorge, ob fie je mit bem SWanne ihrer Webe oereirit fein fönnte. Unb aud) ber Jüngling jammerte bisweilen über ba« Seib feiner Seele. Äber er tat eS nur feinen ^reunben (jegen- Iber: bem SWäbcfcen mit feiner Klage wehe ju tun, wäre ihm nicht möglich g*wefen.-- JSon bem §«fleleib ber beiben jungen Seute erfuhr ftea Sabar. (fr fäuinte nicht einen Zag, um ihnen bat •Iii (u bereiten. (fr nahm golbene unb filbeine Bert» IMe, Sneijen unb ffletränfe, eine Saft für fünf SRaal* «feL nnb machte fidj auf ben Beg in baS Dorf, ti tnftt ein $auidjen mitfamt allem 3nbe|0r. Stil tteleav — 71 — ber Sorgfalt orbnele er alles $ausgerät. Sinen Raum wanbelte er in einen Sahen um, einen ftattlichen Vorrat an Baren, bi' er mitgebracht hatte, legte er in bie Xofterr unb Stapel. Tann fudjte er ben jungen Kameltreiber. Ber bejehreibt ben 3ufcel be« 3ünglingü, al« er erfuljr, baß biesj alleö ihm geljören fofle. ftaum tonnte er ben Slugenblid erwarten, baß er ber 58rout »on bem fo felinlid) erhofften, boch faft fdjon nicht mehr erwarte* ten W.iid Kunbe geben tönnte. SJalb wutbe bie $>ocbjeit gefeiert, bie oier glüd* lidje 3J»enfdjen begingen: mit bem jungen ^aare bie treue Pflegerin ber Brau! unb ben Sabar. — 3n bem feiigen Qkffitjf, 9)<Y.tfchenglüd begrünbet ju haben, macht fidj ben Sabar einige Jane fpäter auf bie ^»eimreife. So leicht ihm S>er hinweg gewefen war, fo befchwerltch war iljm nun bie Rjktftfbr. Rie hatte er bie üaft ber 3al)re gefühlt. Uber nun freien feine Straft gewichten. -t>atte iljn ber (Sebanfe an bie eble tat »erjüngt, fo baß er in furjen lagen ®roße* hatte be» wertfteQigen tönnen, fo fd)ien eo je$t wie eine üfilimung über ihn getommen: faum tonnte er auf bem Reittiere [ich halten. (£r ließ fidj jur (£rbe, um neben bem Ziere?u gehen. Äber bie ft-iiße wollten ihn nicht tragen, müh* am fchlepvte er fidj ootwörtd. (iine Anhöhe, bie ihm auf bei $>inreife feinerlei Änftrengung bereitet hatte, ti» fchien ihm wie ein hoher SBcrg. Unb olö er bie Sptye erreicht hatte, tarn c<? il)m oor, aW fähe er ein Unge« heuer nor fidj, bad feine Klauen nach ihm aueftreefte, um ihn ju paden, unb auö feinem Rachen eine flamme herauefpie, um ihn burd) bie @lut ju erftiden. Gr Aberwanb ben Serg, unb er atmete erleichtert auf, als wfirett ihm Slügel geworben, bie ihn über baß Ungetüm bin« Weggehoben hatten. (£r wanberte weiter. SBalb überfiel iljn »ieber eine Schwäche, (fr lief} fidj nieber, um ein wenig i* ruhen. Da fah er nor fidj eine büfterr ©eftalt, bie ihn burd)« bringenb betrachtete. „Grfennft bu midj nidjt?" f^red) fte ju ben Sabar. „3ch höbe bidj nie fejetje«," er» wiberte biefer in $erAen«angft. H3dj bin ber tnjel beö lobe«,* fpradj ber grrmbe; ,id) bi* getoamm, bidj abzuberufen. Der ^immel hat bein tnbe befHuwi" Da betete ben Sabar: ,4jerr ber Beltl $et|l *» «V^t in Deiner heiligen Sdjrift: Ber Cblel tat, »tob n*d»t»