Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 52 (25.12.1931)
- Date
- 1931-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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86. Dezember 1931 QEMEINDEBLATT DBB ISBABLITISCHEN KKLIciI(>\S(• KM]■:IN1 >K ZU LKll'ZUi Seite 7 Wochen-Zeittafel 25. bis 31. Dezember 1931 — 1J. bis 21. Tewes 5692 1931 Dezember Tewes 5692 Freitag 25. 15. ■ ii Sonnabend 26. lti. || S.Wajchi Sonntag 27. 17. u » Montag 2H. 18. Dienstag 2». 10. Mittwoch 30. 20. Donnerstag 31. 21. Genieindesynagoge, Gottschcdstralte 28. Sabbatgottesdienst: Freitag, 25. Dezember, Abendgebet 16,;i0 Uhr ni't Predigt (Rabbiner Dr. Qoldmannj; Sonnabend, 36. Dezember, Morgengebet 9,00 Uhr, Nachmittagsgebet 16,25 Uhr, .Tischließend Lehrvortrag (Rabbir.er Dr. Qoldmann): Erklärungen zu den Haftarot; Abendgebet 16,5(.» Uhr. Morgengottesdienst an Sonn-und bürgerlichen Feiertagen 8,00 Uhr, werktags 7,30 Uhr, Abendgottesdienst 16,30 Uhr. Synagoge Ez - Chalm, Otto - Schill - Str. 4; Talmud - Thora - Synagoge, Kellstr. 4; Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorf er Str. 4; Kolomea- Synagoge, Berliner Straße 4: Freitag, 25. Dezember, abends 16,15 Uhr; Sonnabend, 2t». Dezember, früh 8,30 Uhr, nachm. 16,00 Uhr, Ausgang 16,59 Uhr. Wochentags früh 7,00 Uhr (Talmud-Thora-Synagoge 7,15 Uhr) abends 16,15 Uhr. Chnnukn-Schulfrst der Höheren Israelitischen Schule. Bin überaus liebevoll und geschickt zusammengestelltes Programm präsentierte sieh einem ■um Bersten vollen Saale. Die Zusammenstellung war ausgezeichnet dazu angetan. IU /.eigen, welcher Geist in der Schule herrscht, und mit welcher hiebe die Kleinen und (.rollen an ihre mehr oder weniger schwere Arbeit gegangen sind. -• Die Beb.01er und Schülerinnen zeigten in ihren vielseitigen Darbietungen: einer gelungenen Opernparodie lunter der straffen Itegie von Kantor .1 a f f 0), der Aufführung des „Prozell von Tissa Uslar" nach Arnold Zweig (Itegie: Elans-Heina Kalmann vom Alten Theater), verschiedenen musikalischen Darbietungen teils für Orchester (Dirigent: Paul Nieder]and), teils für Klavier, und manchem anderem, daü sie außer Mathematik, Sprachen usw. noch allerlei andere Künste zu meistern verstehen, z.H. ein zahlreiches Publikum ausgezeichnet zu unterhalten. Mit viel Liebe hatten sich die verschiedenen Lehrer der guten Bache angenommen, die Arbeit der Herren M e i e r, W e r I b e r g e r, 1$ o C Ii n e r und .1 a f I t und der Damen Krl. S c Ii ä f e r, Frl. S i g a 11 und Frl. O II leb ■ C Ii erkannten die beifallsfreudigen Anwesenden gern an. Unbedingt hervorzuheben ist noch die erstaunlich sichere Begleitung von Bertel Knoblauch (sie spielte sämtliche Klavierstücke auswendig). Kantor J a f f 4 hat neben der BtnatUdiemng der Opernparodie für eine überaus reichhaltige Tombola in dankenswerter Weise gesorgt. Brfreulich zu hören, daü das Fest einen netten Ueberschufl brachte) der im ganzen den WohlfahrtaelnricfatHilgen der Schule aufließt Die Vereinigung ehemaliger Schüler und der Freunde der Höheren Israelitischen Schule brachte am Mittwoch, dem 18, Dezember, in der Aula der Schule eine sehr gut besuchte kabarettistische Abendveranstaltung im Rahmen ihrer geselligen Abende. Besonders gefielen Hans-Heins Kaiman in der Conference des Alltags: Biddl Bienenstock tanzte vidi Charme und sang ausgezeichnet: Lcni MsrkovicS Verriet in eiulgen Tfnaen ausgezeichnetes Können, und Weiser, StraU bürg. Heer und Frl. Freiberg ernteten für Ihren Sketsch ..Sekt" spontanen Beifall. Die Conference meisterte Leo Qarbatakjr. In der Kapelle Helen besonders die Itrüder Seelig durch ihre Vielseitigkeit auf. Alles in allem trug der Abend, welcher allgemein gefiel, dazu bei. neue Mitglieder /u werben, um die hohen Ziele der Vereinigung zu verwirklichen. Kuhn. Neues Theater. Don Carlos. Die Wiedererweckung dieser fast vergessenen Oper Verdis ist eine verdienstvolle Tat, wenngleich zu befürchten ist. dall das Werk kein Repertoirestück werden wird. Denn die musikalischen Kostbarkeiten, die die Partitur birgt, sind un einen Text gebunden, der beim breiten Publikum versagen muU. Die wundervolle Geschlossenheit, die Ihm Schiller Liebe, Politik und llofintrige zu einem idealistischen (icmäldc ballt, ist von den französischen Librettisten skrupellos zorma tischt, der Aufbau durch Verlegung der dramatischen Schwerpunkte zerstört, der Ablauf der Handlung wird durch Hineinllickeu von Massenszenen im Stile der ..(.rollen Oper" wie die hällliche Behälterbaufenaaene retardiert: so wird die Handlung vergröbert, unübersichtlich und unverständlich, wozu noch die Kinführung des mystischen Mönches, der als Spiritus ex machina emilich die Handlung zu Fnde führt, ihr gut Teil beitrügt. Dies ist um so mehr zu bedauern, als über diesen Text der ganze Reichtum Verdischer Musik ausgegossen ist. gleich grofl in den dramatischen wie in den lyrischen Bildern. Fiue großartige innere Spannung erfüllt die Szenen zwischen König und Posa und zwischen König und Großinquisitor; herrliche amitgeachwungene. gefühlstiefe Melodik blüht auf beim Abschied Posas von Carlos und in dem wundervollen (icsiing der Königin im BchluBbild; pompös die gewaltige Baßarie des Königs: Fils giammai m'amo (die Uebersetsung ist BD singwidrig wie möglich' Im Original: amor per UM non ha. mit dein Ton auf ..inor". in der l'ebersetzung: sie hat mich nie geliebt, betont auf »hat"!) Stilistisch steht die dem Vorwurf geinäli Vorwiegend dunkel gefärbte Musik um L'ebergang der KntWicklung Verdis vom Stil der Bekanntmachung! Aus Zweckmäßigkeitsgründen habe ich die Filiale Plauensche Straße 3—5 aufgegeben und bitte meine verehrte Kundschaft Ihren Bedarf weiter in meinen Filialen Nordstraße 26 und Ranstädter Steinweg 45 einzukaufen. Meine Geschäfte sind am Freitag von 11 bis 1 Uhr und am Sonntag, den 27. 12. von 8 — 1 Uhr offen. Am letztgenannten Tage werden frische Backwaren wie an jedem Tage zu haben sein. D Pnhmnirilnn Feinbäckerei u. Konditorei . Tel. 25568 II NI.IIIIIKIIIIKI Hauptgeschäft: Ranst. Stetnweg 28-32; 2. Geschäft: Iii UUIIIIIUIUIUI Norasltr.Bc 26; 3. Geschäft: Ranstadter Steinweg 45 grollen Oper zur Korni des Musikdramas und zeigt eine hohe Meisterschaft in beiden Stüarten. — Die Aufführung steht auf höchster StuTe. Brttgman n erstellt aus bescheidnen Mitteln prachtvolle Bühnenbilder und führt eine lockere, sinnvolle Itegie, die nach Möglichkeit die Schablone der grollen Oper zu vermeiden locht. Die musikalische Leitung Willi. Bchleuningl lällt keinen Wunsch offen. Vorzüglich ist die Besetsung bis in die Nebenrollen: Der etwas passiven, darum gesanglich und darstellerisch um so anspruchsvolleren Rolle der Königin lieh Fanny Cleve ihre kostbare, adelige Stimme und verililierltchte die leidumwitterte Cestait mit Ausdruck und Beseeltheit: Osterkamps breit hinströmender Hall, infolge einer Indisposition in der Höhe leicht zurückgenommen, in der grollen RoUe des Königs; der schöne Barlton Spilckori als Posa; Beinert ein vorzüglicher Carlos; ausgezeichnet Murga Dannenberg als K.boli und Hans MO Her als GroBlnqulsltor. die beide die dramatischen Höhepunkte ihrer Partien in großen] Stil herausarbeiteten; und in der kleinen Rolle dea geheimnisvollen Mönches zeigte Kreil Dalberg eine aiiUergewöhnlich schöne, grolle und schwebende Ha Lisi i iiiiue. der wir bald in grölleren Partien zu begegnen ho H ell. Dr. It. Jüdische Kleinkunst. Im Blauen Saal des Kristallpalastes stellte sich eine kleine Kunst lert nippe mit jüdischer Kleinkunst vor. Der l'sallu „An den Wassern Habylons" wurde von S heia so in einer unerhört ergreifenden Weise vorgetragen, wie sich überhaupt Shclaso als ein Künstler mit einer ungewöhnlich grollen Skala präsentierte. Die beiden anderen Künstler. Krl. Lehmann und Herr It a s u tu n y, erwiesen sich als durchaus gleichwertig. 1 Iit Repertoire gellt von der Tanzopcreltc und l'osse über das jüdische Volkslied bis zur Tragödie. Das Programm, das auUerordeutlich gos« hmackvoll gewühlt worden war. wurde in einer derartig künstlerisch vollendeten und menschlich ergreifenden Weise vorgetragen, wie man das nur in den seltensten Källen erleben darf. — Auf vielseitigen Wunsch haben sich die Künstler entschlossen, ein zweites Qsstspiel zu veranstalten, dei.i nach «lein grollen künstlerischen Erfolge weitere Kreise ihr Interesse entgegenbringen. Die Darbietungen linden am Sonnabend, dem -*>. Dezember. 20.30 Cht. im Volkswohl. I.öhrstr. 7. statt. Näheres siehe Anzeige in dienet Nummer! Herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Keligionsgemeinde zu Leipzig. Verantwortlich für die Schriftleitung: Ocmeinderabhiner Cohn. Das von der Ka. M. LottOW, Q, in. U.U.. Tauchucr Str. "Ja. in den Verkehr gebrachte medizinische I lu utpräparat zur Behandlung von Flechten Und Hauterkrankungen hat auch in den schwersten Fällen Heilung gebracht, worüber beglaubigte Dankschreiben der Patienten vorliegen. Jeder, der von solchen lästigen Leiden gequält wird, sollte dieses Präparat zur Anwendung bringen! K it und Auskunft erteilt gern die Her ■teilerTirma. »Man beachte die Anzeige in dieser Nummer!)