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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-12-04 · 49 (4.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
49 (4.12.1931)
Date
1931-12-04
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LKU'Zlli Nummer 4!t 1781, iplelte Günther Ramin beaaubernd auf dem Cembalo, sang „Madame" Quistorp, ließ Btraube Mint Thom&ner auf marsch lereni und <"ii> Stück hellklingender, ruhmvoller Geschichte schlug die Hörer in Bann, Musikalisch war von stärkstem Bindruck das Cembalo-Konserl D-Dur von Philipp Bmanuel Bach, weiches nicht nur in Satsbau und in der Verteilung von Soli und Tutti auf 'ins klassische Konserl hinweist, sondern auch in jedem Takl verrät, welch ein virtuoser Meister auf dem Cembalo dieser zweite Sohn des großen Sebastian war. Die streune Stilreinheit, der besaubernde Zusammenklang von Cembalo und Streichern, welcher bei Aufführungen mit «lern modernen Konsertfidgel verloren geht, vertiefte den künstlerischen Eindruck ungemein. Die Symphonie von Mittel s v. Dittersdorf und die Gesangsnummern Recitativ und Aria von Joh.Christ,Bach, Reichardta Hymne „An die Musik" für Soloquartett, Chor und Orchester - ein recht schwaches Qelegenheitawerk und die noch recht frisch wirkende Kantate ..Der Morgen" von Adam Hiller, dem eisten Gewandhau8-„Musikdirector" waren mehr aus historischen als aus künstlerischen Qrtlnden aufs Programm gesetsl worden. Den Beschluß bildete Haydm Abschieds-Symphonie in Pia- Moll: der feine Humor des bekannten musikalischen Scheries kam in dieser intuitionsgetreuen Ausführung voll zur Geltung. Im Mittelpunkte iles eigentlichen Festkonsertea standen zwei im edelsten Sinne repräsentative Werke deutscher Musik, die von wahrhaft göttlicher Heiterkeit erfüllte Bs-Dur-Symphonie von Mozart und Beethovens gewaltige Fünfte. Ueberwfiltigend, wie Bruno Wnltoi diese Wi rke dirigiert; unerhört schön diu feinen Klangachattierungen Im Mozart, das beseligte Bingen des Orchesters im Andante, der Humor im Menuett und Trio, das Sprühen und Glitsern im dahinhuschenden Finale: unerhört spannend, geradezu ins I)ainoiiiscli-l{omantische iresteigert der dritte Satz der Fünften, wie das geistert im Dämmerlicht und hindrängt adastra. wie «las sieghafte C-Dur aufbricht wie der junge Tag uml die königliche Trompete das All durchdringt. Und dann zog das barocke Gepränge der Festwiesenszene »us den Meistersingern auf, diese prunkvolle Apotheose deutscher Musik, Hans Sachsens Ansprache (Hans Hermann Nissen) und der SchluuYhor: Khret eure deutschen Meister! Programmatisch und richtungweisend stand dieses schöne Wort am Schluß der weihevollen Spiclfolge, die Hruno Walter und sein Orchester in nicht zu überbietender Grüße und Vollendung zeigte. Ks hatte etwas tief Religiöses, wie dieser entrückte Dirigent, des heiligen Oeistes voll, gleichsam als Pontifex maximus der Musik urbi und orbi sich darbrachte. l'ns Hörern bleibt die beglückende Gewißheit, daß hier triumphierend eine Macht waltet, die gute Heister bannt — trotz allem! Unmittelbar an den Pestabend schloß sich das siebente Konzert an. Ks zeigte Orchester und Dirigenten trotz der anstrengenden Aufgaben der Festwoche in vidier Frische. Mendelssohn. Schumann und Brahmi, Jeder mit der Geschichte dos Gewandhauses aufs engste vor knüpft, sind die Marksteine der musikalischen Romantik, und es war von höchstem Reit, zu hören, wie fein Walter die stimiiiungsmäUigon und charakterlichen Unterschiede dieser drei Subjektivisten heraus arbeitete. Der BommernachtStraum-Ouvertüre, diesem unbegreiflich genialen Wi rk eines Siebsehnjährigen, bei aller schweifenden Phantastik künstlerisch zuchtvoll gebunden und gebaut, gibt er die Leichtigkeit und unmittelbare Frische ihrer (leburtsstiinde, jener Zeit, in «leider neuentdeckte Bhskespesre die Geister mächtig anregte. Im Gegentat! hierzu wird das titanenhafte Hingen und Sin heu, der jahrelang währende schwere Kampf um Form und Ausdruck in Krahms Krster Symphonie geradezu erschreckend sichtbar gemacht — eine Höchstleistung sinnfälliger Verbildlichung der Geburt der Tragödie. Dazwischen spielte Kdwin Fischer Schumanns Klavierkonzert A-Moll meisterlich im Stil, der bei dieser romantischen Symphonie mit obligatem Klavier ein Zurücktreten der virtuosen Pianistik hinter die poetische Idee fordert, und berückend schön in Ton und Anschlag in den zahlreichen Qesangsstellen des Klavierparts. Das Publikum zollte dem Dirigenten und dem Solisten, der zwei Zugaben spenden muLlte, jubelnden Dank. Dr. lt. llrrauHgegrbeo vom Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Verantwortlich für die Sehrif tleltung: Gemeinderabbiner Cohn. Die Fa. Jucob Sihußheim, Plauensche Straße It'5 hat endlich einem fühlbaren Mangel abgeholfen. Sie eröffnete anschließend an ihre Klei ■cherei einen Imbißraum, wo schon zu ganz billigen Preisen zu jeder Tagesseil gespeist werden kann. Ks empfiehlt sich von dieser Einrichtung ausgiebig Gebrauch zu machen. Variete „Drei Linden". Das kommende Programm für die erste Hälfte des Weihnachtsmonats bringt eine Fülle von QusliUltsdarfoietUngen, wie sie in einem Programm wohl kaum wieder zu finden sind. Als erste ist zu nennen: der besonders uns Leipzigern ans Herz gewachsene, ausgezeichnete Komiker R u d o I f M liier in seinem Soloropcrtoirc. Geber die I U rb an i s, „die equilibristische Weltattraktion" erübrigt sieh jedes weitere Wort. Wir sehen ferner: Celis Brandt, das Genie an 'J Flügeln. Kapitän II Illing mit seinem Seelöwen Charlie, die M U t i •Bros., komisch' Elisen ileurc, II u n t e r und Ii a b e t t e , in ihrer Szene „Der betrunkene. Gast", Original Li vier s, ein Kugel-Lauf Akt in höchster Vollendung und Ben Zoltana. den gefeierten Tanzitar. Die Preise sind wie immer die alten. DI ID A peln|9iund m »hneil und preiswert \M l\lal Teppich«, Portieren Hs)rre)n- und Oamsngardsrob« rtrnruf BBItt u. IIOSI Koatentrele Abholuno und WlederaustaHui a Plllaleni Wlttenbergsr Str. 38 / SkligkOchan o, rare uf 144 94 Großer Schlager? Solinger 6a»alithbestecke 24- und 25teiiig Günstigste Bezugsquelle für Händler u.Wiederverkäufer lewu. KellsfraOe 4. Hl. Hol Eugen Bornmüller NlkolalstraDe 88, Eingang Brühl empfiehlt Parf ümerie, Toilette-Artikel Toiletten- und med. Seifen, Drogen PARKETTREINIGEN abhobeln, abspanen, wachten und bohnern, Linoleumreinii.'en, Staub- •auiten, Fensterreinigen auch in PriTatwohnunxcn. 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