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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-11-13 · 46 (13.11.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
46 (13.11.1931)
Date
1931-11-13
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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13. November 1931 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 6 LOE5ER &UJOLFF Niederlagen in Leipzig: PeterSStr. 20, Meßhaus Pelershof Halnstr. 1, Ecke Markt 8 Am Brühl 59 - Parkhotel Deutschlands erfolgreichste Zigarrenfabrik empfiehlt: 4 e*0*'* « 1** «0* Rekord 10 Pf. Coronas Nr. 2 IS Pf. Boycre 25 Pf. Zigarillos in großer Auswahl lichkeit kennzeichnete das Referat. — In der Mitgliederversammlung vom 0. Februar stand die „Jag" (Jtid. Arbeitsgemeinschaft! im Vordergrund der Aussprache, eine Ncugründnng zur Verstärkung aktiver Abwehr. Die Beratungen wurden hervorragend gestutzt dureii Ausführungen des Gauführera des Reichsbanners, Lehrer Otto Lauten dach, in seinem Keferat: ..Wie erhalten wir Ruh« und Ordnung in Leipzig aufrecht". Itczciclincnd war in der dem Referat folgenden Aussprache die (ieiUelung des Teiles unserer Ghiubensgenossen, der die uns feindliche Ortspresse dauernd unterstützt und dadurch Ahwehrarheit illusorisch macht. Hier halte der (Sprecher, Kam. Dr. Brandl, die einmütige Zustimmung der Versammlung. — Das Hauptthema der Mitgliederveraa m m In n g vom fi. März lautete: ..Der S o z i a 1 i s m u s d e r m o 8 a 18C h e u G e s e t z g e l> u n g" und wurde von Kam. Kantor .1 a f f e in einem tiefgründigen, fesselnden Heferat entwickelt. Die Grund- und Hodengeselze, Kapitalwirtschaf tsgcsotzo und Fremdengesetze des alten mosaischen Schrifttums wurden in der überzeugendsten Weise an Hand eines überwältigenden Quellen materisls als hochmodern nachgewiesen. Die Auasprache bezeichnete das Heferat als die beste Waffe für die Aliwehrarbeit, die seit langem im H. j. F. geschmiedet Worden sei. — Von besonderer Bedeutung war die Versammlung vom IS. April, die zugleich als (J e - me Inde ve r sa mm 1 u n g in größerem Kähmen aufgezogen war. Der gute Itesueh gab dem großen Programm der Versammlung einen erwünscht wirkungsvollen Verlauf. Der Hauptredner! Kam. Dr. Freund- Berlin, eindringlich und begeisterungsvoll, wie man ihn keimt, streifte in seinem Vortrag „Sturm Uber Deutschland" durch die Nöte der Zeit im weiten Vaterland und umriU klar und bildhaft Aufgabe und Forderung des Bundes an seine Gefolgschaft und an die ganze jüdische OcfTcntlichkojt. Dr. Kreund riß seine Hörer zu stürmischen Beifallskundgebungen hin. Das Korreferat des Vorsitzenden. Dr. Alfred Jucoby, ergänzte den Hauptredner innerlich und üußerlich sehr glücklich und Hell hochinteressante Strcifhildcr auf die intimen Verhältnisse in der hiesigen Nazibeweguiig fallen. Kine wertvolle Aussprach)' SChloB sich an. ilie in hohem Malle die Treue zum Hunde stärkte und dem H. j. F. sicher in weiteren Kreisen der Gemeinde Achtung and Anhang brachte. — Wir registrieren noch eine Mitgliederversammlung am 11. Mai, in der Kam. Dr. H. Brandl- Leipzig in seiner groUcn Sachkenntnis das Thema „Tempo des in o d e r n e n X n ch r i c h t e n dienst e s" erörterte und nachwies, dal) Fixigkeit und Hichtigkeit oft genug nicht im Einklang ständen. — Vor der Sommerpause fand am 8. Juni ein U n te r h a 11U D gS• abend statt, au dem Kam. Kantor Ja ff 4 in seiner bekannten glänzend bewährten Art aus den Geschichten von „Mordelio und Real" von Knkoiis rezitierte. Line Meisterleistimg und eine Stunde jüdischen Humors, die den Krnst der Zeit für diesen Abend ganz vergessen machte. Am 21. Juni fand in .Ulenburg 'las traditionelle Bachaentreff S n statt; dies war aus Sachsen und Thüringen vorzüglich beschickt und wurde durch die interessierte Arlteit des Kam. Albert Lery-Altenburg zu eil........rinnerungsreicheu Zusammensein. (Bericht wird in nächster Nr. fortgesetzt.! Rsra. Unser diesjähriges Fest findet s. G. w. am Sonnabend, den III. Dezember im Blauen Saal des Kristall-l'alastes statt. Wir gestatten uns. Schon heute unsere Freund.....ld Gönner darauf aufmerksam zu machen, und bitten diesen Abend für uns zu reservieren. Jüdischer Jugendring, Leipzig. L In der Sitzung des Fiihrcrrats vom 4. November Ml wurde für das Winterhalbjahr HM/U folgende Leitung liestätigt: Leiter und Bportressort: Max Weiser. Leipzig OL Berlinentr. 00. Tel. 132 42; 1. Stell vert r. Leiter: Hans Fein. Leipzig 0 L, Leibuitxstr. M/18, Ted. •.'."hl 12; 2. s te 11 ve r 1 r. Lei I e r u n d Kassenführer: st ad. med. David Bon nsn schein, Leipzig c 1. König-.loliann-Sir. in. i g*M>O^T*, d,-. |Trita Grübel, Leipzig N 22, Gohliscr Str. IS. Tel. K4M; Heimleiter: Dr. Fritz Grübel und für Angelegenheiten der Heimordnung außerdem David Sonnenschein.— 2. Der Jüdische Scout-Trnpp, Leipzig, ist dem Jugendring beigetreten. Max Weiser. Keren Kajrmeth Lejixrael (Jüdischer Nalionalfonds) e. V„ Leipzig, Keil str. 4, Tel.: 102 11, Postscheckkonto: SM 4L A 11 g e m e Ine S p e n - den: Döbeln: Lnclunaun 20. Krenter 10. Totscheck 5, Bernhard Hieß/Manfred Hoffner Wette L W 11 he Im 1) u b ine r H a | n : Zur Vermählung von Melanie Dubiner/Dr. II. Hasak gratulieren (Teilausweis) Hermann Bromberg, Jacob Bromberg, L. Tumpowsky, W. Zellner, M. Pfefferblüth, I. H. Sachs. W. Wlhdorsscsyk, Dr. Bracinsky, B. Bodowies. Jüdische Volkspartei Leipzig je 6. Farn. Kalzemdlenbogen S. D r. Moritz Mord e c h n i un d A g n e s Chamlser-Hain; Dr. Ephraim Ohamiser und Frau gratulieren zur Vermählung Dubiner •>. Isaak H e p n e r - G a r t e n : II. Schwadron und Frau gratulieren zur Verlobung Hepner/Giiisburg S. M a s k i r - S p e n d o u : B. Budowiei Jaum Kippur fi, Schmini Azereth ">, T e I e g r a m in e : IS. B ü c h Ben : Krgebnis des 2. Hauptsammeltages SIH). Theater und Konzert Viertes Gewandhauskonzert. Ks erscheint uns ein müßiges Unterfangen zu versuchen, die ungeheure Wirkung and das tief ergreifend"' Erlebnis dieses Abends in Worte zu kleiden, als Hriino Walter Mahlert Auferstehungssyinphonie aufführte, dieses gewaltige Werk des letzten Romantikers, des Gottsuchers, dessen faustischem Wesen keiner vertrauter war als er. Nie erschien uns Walter liebenswerter als in dieser Stunde, da er in Uberirdischer Verklärtheit dieses tönende Hild von Künstlers Krdenwnllen und Himmelfahrt zu überwältigendem Klingen brachte, gleichsam als ein weihevolles Requiem für den toten Freund. Völlig hingegeben seiner suggestiven Gewalt, verschmolzen die Ausführenden, das riesige Orchester, die Solisten (Maria Oebotari, Sopran, und Knid Szautho. Alt) und der Ohor zu einem Instrument, und als der letzte Ks-dur-Akkord in höchster Kraftentfaltung, unter Glockengeläut und foltern Werk der Orgel, verklungen war. Verharrte der Saal sekundenlang im Schweigen atemloser Ergriffenheit, Ins sich die unerhörte Spannung und das Glücksgefühl des Friedens in einem einzigen Schrei aus tausend Kehlen entlud. - Voraus ging eine frische Symphonie von Haydn (H-Dur, Nr. 12). in deren Menuettsgtschen Walter alle guten Geister des Humors entfaltete. Dr. H. Jarno: Förstcrrhristel (Operettentheater). Jarnos Neigung, seine melodiöse Musik au Stoffe anzulehnen, in deren Mittelpunkt volkstümliche Persönlichkeiten stehen, erweist auch heute noch die Hichtigkeit seiner Beurteilung des Publikums: er gewinnt die Zuschauer und reißt sie zu stürmischem Heifall fort. Selbst gelegentliche .Momente von Sentimentalität werden noch immer gerne hingenommen vielleicht gerade sie? —, wenn im übrigen das frohe Lachen in so ungehemmtem Strome sieh entladen kann. Das „Försterchristel". dessen Inhalt sich um die beliebte Gestalt des Kaisers Josef 11. gruppiert, leistet beiden Kichtmigen Genüge: dieser gütige, allein nach Hcglilckung seines Volkes strebende Monarch ist die rechte Figur, um «las Gran rührseliger Stimmung auf das ganze lustige Spiel zu legen: und das Christel, diese Mischung von derber Kcsnluthcit und mädchenhaftem Liebreiz ist die geeignete Gegenspielerin, um mit gleichem Erfolge Tränendrüsen und Zwerchfell in Hewegung bringen zu lassen. Intendant Friedmann handelt durchaus folgerichtig, daß er bei der Armut au neuerem wirkungsvollen Operettenmaterial auf diese bewährten älteren Werke zurückgreift: und der Erfolg, den er erzielt — infolge mancher I'nzeitgeniäßheil des Werkes ein wenig verwunderlich - . gibt ihm recht. Der stür mische Heifall galt aber auch wesentlich der Aufführung, die trotz - oder vielleicht auch wegen mancher Uebertreibung recht ansprechend war. Mar» Jakisch (Försterchristel) lernten wir als eine Darstellerin kennen, die die gar nicht leichte Aufgabe vortrefflich zu lösen

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