Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 43 (21.10.1931)
- Date
- 1931-10-21
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite « QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 43 für Parkettfußböden sowie alle neuzeitl. Artikel zur Pflege des Haushaltes Lager samtLmod. Kosmetik Reichsstraßen- Parfümerie Dr. N. Feinstein Raichtttr.36.Ttl. 14487 BOhne, und auf der Bühne aufeinander lein abgestimmte Gestaltung der Einseldarsteller laben eine geschlossene Leistung, wie sie selten begegnet. mit viel Temperament, Klan und geschickter Unterstreichung der Momente dramatischer Spannung, deren es tuanehe in dein Libretto gibt. Ilse Thomson zeigte sich der Aufgebe, die Titelheidin iu verkörpern, in jeder Hinsicht gewachsen; Ihr stimmliches Können wurde durch die Darstellung ausgezeichnet nnterstOtst; die bewegten Momente, wenn sie iiiii das I.elien des von ihr su heißgeliebten Gatten zitiert, uder wenn sie sich di's zudringlichen Boldaten erwehren muB, verrieten eine starke Künstlerin. Günther Fischer (Graf Adrian Bcltramit gab den gräflichen (Satten, der um das Wohl iler schönen Grälin eifersüchtig besorgt ist, mit viel Wärme: vielleicht könnte er hie und da seine Stimme vor Unfreihelten bewahren, Hermann Wolder war gesanglich wieder auf ganzer Höhe: und nicht minder gelang ihm die Rolle des harten Soldaten, der Unerbittlich streng an militärische Pflicht und Gehorsam gewöhnt war und nun auch das begehite Weih zur Liehe zwingen zu können meint, l ud nehen diesen 1 lauptfiguren standen die vortrefflich gelungenen Typen des Silhouettcrischncidors (Karl W a t e r s t r a d t), eine gut abgewogene Mischung von gutmütiger Treue und unwissender Ungeschicklichkeit! nur immer durch Schlauheit (Hier schlimme Situationen hinweghelfend, der immer tänzelnde, in Gang. Haltung und Sprache gezierte, in seine Diva verliebte Intendant (Leo W an a tl s) der robuste Wachtmeister Dostal (Paul Borgelt), Gestalten, von Darstellern gezeigt, die sich in kurzer Zeit die Liebe der Leipziger gewonnen haben. Ihr ganzes Können im Ballett und Im Solotanz konnte Gitta Mira entfalten, die .ils immer um die Gunst der Männer bemühte Tanzdivn durchaus überzeugte. Hervorgehoben werden muU noch die bemerkenswerte Höhe von Chor und Ballett denen das Textbuch dankbare Aufgaben im Kähmen der Handlung stellt, und die deshalb so ganz natürlich wirken. Die musikalische Leitung war bei Walter Bttl gut aufgehoben: dem Orchester gelang die schwungvolle Führung. Bernhard Dleta zeigte anziehende Bühnenbilder. Intendant Martin Friedmann ist nuf dem rechten Wege. (»,.. Erstes Gewandhauskonzert. Kiu ausverkauftes Haus und ein dem Kunst genuQ willig aufgeschlossenes beifallfreudiges I'uhlikum war die Signatur des ersten Konzertes dieses Jubilliumswinters. und es gewährt freudige Genugtuung, daß das altehrwürdige Kunstinstitut alle Hemmungen und Schwierigkeiten, die sein Fortbestehen in Frage stellten, sieghaft über wunden hat. T'nter dem Motto: ..Ehrt Euro deutschen Meister" werden die ersten 10 Konzerte eine Auslese des köstlichsten deutschen Kulturgutes bringen und fern jeder Problematik eine Fülle weihevollen Genusses vermitteln, dessen positive und aufrichtende Kraft in diesen Zeitläuften nicht hoch genug zu veranschlagen ist. Orchester und Dirigent, ein wundervolles Instrument in der Hand eines wundervollen Künstlers, bedingen Eindrücke von solcher Schönheit und Geschlossenheit, daO jede Kritik füglich zu schweigen hat: was bleibt, ist eine tiefe Dankbarkeit für soviel Schönheit. Der Ruf von Oberons Zauberhom (Oberon-Ouver töre) Öffnete diese tönende Walhalla. Symbol und Auspizium zugleich: ist doch die Romantik nicht nur die deutscheste unter den Gcistesrichtungen, sondern auch heute mehr denn je Wunschtraum und selige Insel h der wirren Flucht der Erscheinungen. So hatte auch die Romantik in Schuberts C-Dur Symphonie das letzte Wort. Nicht weniger glücklich gewühlt stand in der Mitte des Programms das königlich-majestätische Es Dur-Klavierkonzert Beethovens, gespielt von Elly Ney, die den grandiosen Pomp des ersten Satzes, die firnenklare Schönheit des Adagio iind das kraftvoll-männliche, bejahende Finale in altbewährter Meister- Schaft erklingen ließ. Dr. R. Das Weitzmann-Trio (Weitzmann. Mlynarczyk. Schertet! gab einen gut besuchten Kanimcrmusikabetid mit einer feinaiisgearbeiteten Darstellung des selten gespielten Ks Dur-Klaviertrios (op. 70, Nr. 2) von Beethoven und dem unverwüstlichen dmoll-Trio Mendelssohns, dem der überragende Pianist furioses Tempo gab. Zwischen den Trios sang der stimmgewaltige Heldenbariton unserer Oper. Walther Zimmer. Gesänge von PURA Sern ruf BBS SS u. B300T Finalem Wlttenberger etr reinigt und tarnt schnell und preiswert Teppiche, Portleren Me>rre»n- und Damengarderobe Kostenfreie Abholuno und Wlsderiustsllung 88 / Balis*Ochan e, Farnruf 14414 Beethoven, Brahma und einige aus dem Manuskript aufgeführte Liodl r von Wilhelm Rettich, tiefe und leidenschaftliche Vertonungen erlesener Texte, die mit Recht starken Beifall fanden, und denen baldige Drucklegung zu wünschen ist. Dr. K. „Pro und unti", das zeitgemäße Kabarett des jüdischen Jugendbundes ..Franz Rosenzweig", Leipzig, veranstaltet seinen nächsten Abend am 7. November IIKI1. Der erste Abend, der durch seinen unerwartet grollen Krfolg die Richtigkeit der Idee solcher Veranstaltungen bewies, wird diesmal hei weitem übertloffen werden. Es haben sich junge jüdische Künstler zur Verfügung gestellt, die mit großem Idealismus hier etwas Neues — nämlich zeitgenössische Kunst zeigen wollen. Das Programm weist durchgehend neue Namen auf. Zwar ist es diesmal nicht, wie es dem Grundsatz dieses Kabaretts entspricht, rein zeitsatyrlsch, sondern es wird Kleinkunst aller Art gebracht. Genauere Mitteilungen über die einzelnen Darbietungen werden in der nächsten Nummer dieses Blattes au derselben Stelle erscheinen. Herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde KU Leipzig. Verantwortlich für die 8ehriftleltung: Gemeinderabbiner Cohn. Anzeigenverwaltung: August Pries, Leipzig, Stadtvertreter J. Kühne. Leipzig, Bauhofstraße 0, durch Fernruf 208 25. Schluß der Anzeigenannahme: Dienstag abends. Platzvorschriften werden nach Möglichkeit berücksichtigt. „Kleine Anzeigen" und Fsmiliennnzeigen zu ermäßigtem Preistsrif. Annshme für kleine Anzeigen bis Dienstag mittags: Buchhandlung M. W. Kaufmann. Leipzig C 1. Brühl 8. Willy Rosen, wohl gegenwärtig der bekannteste Schlagerkoinponist. gleichzeitig aber auch ein ganz hervorragender Interpret seiner selbst verfaßten Vorträge, gastiert ah Mittwoch in Rden-Arkadia. Es ist geradezu ein Wunder, daß es der Direktion gelungen ist, diesen Künstler - wenn auch nur für ein kurzes Gastspiel - - zu Verpflichten, denn Rosen dürfte derzeit der gesuchteste Mitarbeiter des Tonfilme, des Berliner Rundfunks, der Grammophongcscllschaftcn und der Berliner Kabaretts sein. Wenn er also sein Haiiptbetätigungsfehl „Berlin" verläßt, dürfte der Grund hierzu nicht nur ein verlockendes Gegenangebot, sondern auch die persönliche Freundschaft zu Direktor Mielke sein. Bemerkt sei, daU trotz (iastspiel Willy Rosen die Eintrittspreise nicht erhöht werden. Mit dem neuen Programm am 16. N. geht das Variete Drei Linden wieder dazu über, nur ein reines Variete-Programm zu bieten. Zwei II 0 v y n s eröffnen das Programm und Borgen dafür, daß der Kontakt mit dein Zuschauerraum sofort hergestellt wird. In ihrer lustigen Backstube geht es toii zu. Gloria Gardde ist eicheriieh zu den besten Vertreterinnen ihres Faches zu zählen. Ihre .Tongleurdarbietungeu sind verblüffend und in ihren Tänzen zeigt sie eine stark persönliche Note. Das Ohnyo- T r i o , Gäste aus dem fernen Osten, sind Kqiliiibrieten wie man Solche nicht oft zu sehen bekommt. Ihre Arbeit zeichnet sieh durch Akkuratesse aus und mehrere der gezeigten Uebungen sahen wir in Leipzig zum ersten Male. Du nio und sein Partner, zwei StraUeumusikauteii. brachten auf Geige und Cello mehrere Musikstücke zu Gehör und mnfiten sich zu einer Zugabe verstellen. Die Familie Perezoff ist nicht Unbekannt in Leipzig, und trotad..... verfolgen die Zuschauer die vielseitigen Jongleurkunststüeke mit angespannter Aufmerksamkeit. Eine aufrichtige Freude bereitet auch allen Zuschauern wieder Schieb Iis Marionettentheater. Eine Soubrette, wie sie sein soll, verkörpert BS r u a Hausen- W e h n e r t. Die Natur hat ihr Grazie, Elan und eine beachtliche Stimme verliehen, und sie versteht es von diesen Gaben den richtigen Gebrauch zu machen. Vier Houstons lehren uns das Gruseln lernen, wenn sie Ihre Uebungen an einer in Balance gehaltenen Stange absolvieren. Ganz entzückend ist Tl ra u a . eine jugendliche und charmante spanische Tänzerin. Es dürfte ebenso schwer sein als Komiker etwas Neues zu zeigen und doch bringen Pilz und N a u m a n n dieses Kunststück fertig. PARKETTREINIGEN abhobeln, «btpineo, «echten und bohnern, Linoleumrelniiten,Staubsaugen, gensterrelnlajen uch in Prlvstwohnungcn. Koetenloier Vertreterbetuch. „SAXONIA tt LEIPZIG. Max Loose BluchemnOe 4 Telefon 10749 Ab d'*"^ Woche frische Hazzofh and üazzofiimch! Eiernudeln aus allerbestem Harf- 'X'eizep.grie!*! und frischen Eiern.