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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-10-02 · 40 (2.10.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
40 (2.10.1931)
Date
1931-10-02
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 40 Allen Freunden, Verwandten und Bekannten machen wir auf diesem Wege die ergebene Mitteilung, daß die Barmizwahfeier ms» 13 unseres Sohnes Isi Sonnenschein s.G.w. am 10. Oktober, 9 Uhr in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße, stattfindet. Empfang Josef Schwarz und Frau nach dem Gottesdienst König-Johann-Straße 10 r> Meta Kuch Emanuel Suchestow Verlobte Oktober 1931 Empfang: Sonntag, den 4.Oktober 1931, 11—1 Uhr, Auenstr. 13 ptr. War «Ii«' erste Woche in der Hauptsache den Wertkämpfen gewidmet, die sieh auf <lie verschiedensten Gebiete der Pfadfindcrci, der jildiselien Geschichte und dei Sportes entrechten und dazu dienen sollten, die einzelnen Gruppen zunächst einmal in Kollektivarbeit das zeigen zu lassen, was sie wirklich leisten konnten, so war die zweite Woche des Camps, als dann bereits durch das Zusammenleben viele Freundschaften entstanden waren, der persönlichen Unterhaltung und dem persönlichen Gedankenaustausch gewidmet. Selbstverständlich konnte solch ein Lager nur unter der Voraussetzung einer ausgezeichneten Disziplin uml eines unbedingten Arbeitswillens durchgeführt Werden. Ks war ein ästhetischer Anblick, wenn man früh morgens bei der Zeltinspektion dabei war, die peinlichste Sauberkeit bei allen Zelten, die l>este Ordnung der Kleidung der Jungen sehen konnte, l ud das ist bei einem Lager mit Uber SU großen Zelten nicht immer leicht. Und dazu kam eine vollendete technische und geschmackvolle Ausgestaltung des Lagers. So legten z. B. die Jungen eine elektrische Lichtanlage durchs Lager, so daß. die Zelte abends in hellem Licht erstrahlten, dazu kam ein Lautsprecher, Feldtelefonanlagc usw. Und au den Tagen, au denen im Lager Besuch empfangen wurde. Besuch von Vertretern der Regierungen und Behörden. Desuch von Vertretern der verschiedenen jüdischen Organisationen Frankreichs, Besuch <les Obcrrabbiiiers von Frankreich, von etlichen Mitgliedern der Familie Rothschild, bot das Lager einen besonders festliehen Anblick uml blieb für unsere Freunde als eindrucksvolles Krlebnis im Gedächtnis haften. Nicht nur im Lager selbst herrschte jene Stimmung der Herzlichkeit und Brüderlichkeit, sondern auch überall, wo sich die jüdischen Pfadfinder zeigten. Sei es in Le Havre und Deauville, wo nicht jüdische Pfadfinder, wo Behörden und Bevölkerung in Gastfreundschaft miteinander wetteiferten, sei es in den Berichten der Zeitungen, die ausführliche Artikel über das Lager brachten. Während des Camps fand eine große Ausstellung statt, und zwar von ■ Velourhüte lEST. ^gjjrx m «KÄtSS-^JElÄ Auswahl I Fabrikate I Büchern, Zierschriften, Drucksachen, Abzeichen usw. in der besonders der jüdische Pfadfinderbund in Deutsehland, die französischen Pfadlinder und der Haschomer Hazair eine bemerkenswerte Zusammenstellung ihrer umfangreichen Arbeit zeigten. Die erhebendsten Augenblicke des Lagers waren die, wenn man sich zu gemeinsamen Feiern versammelte. So am Freitagabend, zum gemeinsamen Gottesdienst, so zu der Gedenkfeier für Theodor Herzl. Inmitten des Lagers war das Bild Theodor Herzls aufgerichtet und an ihm legten ihre Blumen und Fahnen nieder die Vertreter der Pfadfinderhünde der Welt aller Richtungen. Der Wettbewerb, der während der ersten Woche im Lager lief und der sich erstreckte auf: hebräische Lieder singen, palästinensische Tänze, erste Hilfe, Feuermaehen, Morse, Küche, Laufen, Springen. Staffel, Vorführungen, Gymnastik, LagcrfcuervorfUhrungen usw. wurde von Pfadfindern des Haschomer b'Transsylvanien (Rumänien) mit 07 Punkten gewonnen, vor dem jüdischen Pfadlinderbund in Deutsehland (I.P.D.) mit O0V4 Punkten, dem mit 07 Punkten die Croupe Josuf', Paris, weiterhin Zirenu (Oesterreich), Tunis, Griechenland usw. folgten. Dem Sieger wurde ein silberner Pokal, von Mitgliedern der Familie Rothschild gestiftet, überreicht, der bei künftigen Weltcamps als Wanderpreis weitergegeben werden soll. Die ersten 4 Sieger erhielten außerdem noch je ein großes Zelt und einen Wimpel. Wie sehr das Lager auf jeden einzelnen gewirkt hat, wie sehr der eine dem .■meieren nahegekommen ist, kann man z. B. aus der Herzlichkeit entnehmen, mit der man sich von der deutschen Delegation, dem jüdischen Pfadfmderbund in Dcutschand (I.P.D.) verabschiedete. Da brauste das gemeinsame Abschiedsied empor, da tanzte man, Horra, da umarmte man sich: ein jeder der anderen wollte noch einmal die Hand eines Jungen aus Deutschland schütteln und ihm so Reine Freundschaft zum Abschied ausdrücken. Und auch jetzt zeigen Briefe aus aller Herren Länder dasselbe. Der wichtigste Krfolg des Camps jedoch war die Gründung der Weltunion der jüdischen Pfadlinder, deren Programm, Statuten und Arbeitspläne am Abend von den Vertretern der Organisationen geschaffen wurden, ohne das Lager im mindesten störend zu beeinflussen. Die Notwendigkeit einer solchen Weltunion ist aus den verschiedensten Gesichtspunkten heraus gegeben. Die Pfadündererziehung stellt speziell für uns Juden eine ausgezeichnete Methode dar, so daß dieses Krzichnngssystem es verdient, in allen Ländern wo Juden existieren, angewendet zu werden. Besonders notwendig ist es, diese Pfadlindererziehung in ganz eigenem Maße jüdisch zu gestalten. Daß im Gegensatz zu den zahlreich gegründeten Verbindungen, die bald wieder eingingen, die Wcltunion ihrer Aufgabe gerecht werden wird, steht für die Mitglieder der Union außer Zweifel. Wir dürfen die Hoffnung auch liesomlers dadurch hegen, weil die Union erfreulicherweise von einigen Freunden durch Mittel unterstützt wird, die zur Durch fülirung einer solchen Organisation notwendig sind. Als Ziel der Union ist unter anderem aufgestellt worden die Zusammenfassung aller jüdischen Bewegungen, die als Basis ihrer Arbeil die Krzichuugsmethodcn von Baden-Powell haben und mit ihnen die Zusammenarbeit für die Renaissance des Judentums. Ks heißt im französischen Urtext: „FsToriser la pratique et ia renalssance du Judslsme et un travail aeth poiir le Palestine." Das bedeutet, daß die Union sich mit Ausarbeitung von Rraiehungs- Programmen für das Studium des Hebräischen, der jildiselien Geschichte für jüdische Arbeit im allgemeinen beschäftigen wird. Des weiteren is: an die Fixierung von Arbeitsmethoden der Pfadlinder- und BPOrtlichci Rndehunfi an die Aufstellung genauer Statistiken über Jiigeiidorganisa tinnen gedacht. Kin wesentlicher Progrnmmpiinkt ist auch die Arbo der jüdischer Pfndfindcrunion innerhalb der Weltpfadfinderschaft. I' den nächsten Jahren wird das Zeiitralbüro der Union, das seinen Sil bis auf weiteres in Paris hat. sich unter anderem mit den Vorbereitung? für die erste FUiirerkonferenz, die gleichzeitig mit der Makkabiah i Palästina stattfindet, beschäftigen, eine Wanderausstellung organisiere und das große Treffen der jüdischen Pfadfindcrschaft im Jahre IHK, dl jüdische JamborS, vorbereiten. Schon jetzt gehören der Weltunion über HO 00(1 jüdische Pfadfinder I und 'Pausende dürften in der nächsten Zeit ihr beitreten. In Deutschland wird ein besonderes Büro der Weltunion demnächst c öffnet werden, das unter der Leitung des Jüdischen Pfadfinderbundes Deutsehland steht und zur Aufgabe hat, die jüdische Pfadfinderarbeit Deutschland zu organisieren und zu unterstützen. Das Büro hat seile Sitz in Leipzig. Vereinsnachrichten .lud. Arbeitergemeinsrhaft Leipzig 0 1. Naundörfchen 12. S o n n a Ii e n den 3. Oktober findet die ■ in Wal h U Ii gl tc 1 r unseres neuen Hein Naundörfchen 12, statt. Das Programm umfaßt Balalaikakon7.er Ansprachen, Geigensolos, Rezitationen und ein Referat Uber das Thon Proletarische Kultur. Wir beginnen pünktlich 10,30 Uhr ui ersuchen alle unsere Mitglieder und Freunde um rechtzeitiges Erscheine da wahrend der Darbietungen die Türen geschlossen bleiben. Der V koatenbeitrag beträgt für BlWeihsiuaa M. 0.1.r>, für Vollarbeit;r M. 0.4 Wir bitten um recht rege Beteiiigang,

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