Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 24 (12.6.1931)
- Date
- 1931-06-12
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seit« 6 (1KMKINDRMLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGKMBINDB ZU LEIPZIG Nummer L> Norderney (Nordaeebad), Kindererhotungshelm der Zlon-Loge, (i.-si.: Hannover, KUrneratr. 5. -Iii Klein- und Schulkinder (Kn. u. M<) 4. Mai bli L'. .luii. M. :i..'.o bli l— täglich. Oberstedten (Taunua), Eduard und Adelheid-Kanu Stiftung, est.: Frankfurt a. M.< Kaiseratr, 55. 80 Knaben un<i MIdchen ab is. Mali M. MO täglich. Baieeaderf, Jüd. Kinderheim, c. St.: R, A. Dr. Michaelia, Hamm i. VVeatf. U Klein und Bchulkinder (Kn. u, M.), 28. Mai bla SB. Juni, M. lim. einschl. Bolbfider, Höhensonne und 8retlicher Beaufsichtigung. Seesen (Hart), Jacobeonhelm, G.-St.: ReichaausschuB der JOd. Jugendverblnde, Berlln-Charlottenburg, Kantatr, lös. 10 mlnnl. Jugend). Iii weibl. Jugendl. Juni. B mlnnl. Jugendl., 8 weibl. Jugendl. Auguat, m. •>.-,:> taglich. Sulzbürg (Uberpfala), Landheim der E»ra-Gruppe, G.-BL: Dr. Klein, Nürnberg, Bauerngaaae 86. 80 Jugendl., 18. Juli bis IL Auguat, M, 8, Uglich. Werden a. d. IC 11 ■ r. Erholungshelm Roaenau, Daniel-Fleck-Stiftung. I Kleinkinder, ii Bchulkinder und Jugendl., 15. Mai Ins 1.1. Sept., M. 8.- tHglich, 10 Frauen, jederzeit M, 4.50 bia •">. tflglich, Binielaimmer M. 6. bia "•— täglich. Wyk a. Führ, Heim dea JOd. Frauenbundea, est.: Berlin N 84, Monbijouplata in. 10 Kinder :<I• 18. Mai, lmi Kleinkinder, SO Bchulmldchen, ■I Frauen, 15. Juli bia 11. s« |.t. M. 4.50 täglich. Kuraufenthalt in Und Kissingen. In Bad Kissingen hat sich ein Verein zur Hebung dei Jüdischen Fremdenverkehre gebildet. Dieaer teilt uns mit, «InLi die Beauchereahl der ittdiachen Kurgäate in den letaten Jahren sehr surflckgegsngen ist. Die jfldiachen Bewohner Bad Kiaaingena betrachten dieae Entwicklung mit größter Besorgnis, denn gerade dieae Kreiae werden hierdurch gana beaondera geschädigt. Der Verein hat aich zur Aufgabe gemacht, mit allen zu Gebote atehenden Mitteln dahin au wirken, dafl die Jfldiachen Qlaubenagenoaaen wieder In so reichlichem MaBe wie früher «Iiis Rad beauchen. Die leitenden Steilen iles Badeortea laaaen es sieh angelegen sein, für das Wohlbehagen jedes Kurgastes, gleich welcher Konfession, zu aorgen, so iluil der Antisemitismus so put wie gar nicht in Brechelnung tritt. Der Verein hält sic h Jedem Jfldiachen Kurgast mit Hat und Tat zur Verfflgung und garantiert jedem jfldiachen Glaubensgenossen, der das Bad besucht, dafür, daß er diejenige vollkommene Kühe Torfinden wird, die er für seine Brholungaaeit braucht und alch wünscht. Er weist ferner darauf hin. dafl die rituelle Fleischversorgung in auareichendem MaBe gealcherl ist. Br bittet unsere Qlaubenagenoaaen, das lind zahlreich au beauchen und hierdurch zur Stützung der dortigen jüdischen Qeachtftaleute belau tragen. I'ersonenslandsnarhrichten (i e Ii u r t e II : 17. Mai 1881 Abraham Gaidelmann und Hanna geb. Iii.it. RansUdter Steinwey 9, einen Sohn ..Gerhard". 20. Mal 1981 Aariel Rerknt und Silpa neb. Grit/.. Kohlgarlenatr. 29, eine Tochter ..Marianne". 22. Mal 1 il Aityk Najmann und /.isla geb. Lotrowski, Butritsacher Straße 12, einen Sohn „Willy Leo". 24. Mai M»:tl Morita Stotaky und Erna geb. Angrea, Berliner Str. 18, einen Sohn „Gunther". It a r in i 7. W :i : Am Sonnabend, 20. Juni 1981, Götz Pechenbach, Sohn dos Herrn Adolf Fechenbacb und Krau Gischt geb. Graf. Bleicherurtr. II. in der GeineindesynaL'otie. T r a u u n •_' e u : Am Donnerstag, 4, Juni 1981, Prlulein Hella Sideraky, Marienatr. 12, mit Herrn Georg Abramowita aua Halle. I odesf III e: 29. Mal 1981 Meileefa Koainer, Reiehastr. i-l. 1. Juni 1981 Marcus Bisenbruch, Gohliaer Str. 7. 3, Juni 1!Kll Oskar Richter, K.hroiisteinslr. :t'.'pl. Unsere Jugend Adolf Itottrrs Todestag. Bin Jahr ist es her, seitdem Adolf Kutter die Augen für immer schloß. Aber noch gegenwartsnahe lebt si'in Andenken in den Kreise n .* SCHREIBMASCHINE der Leipziger jüdischen .lugend. Kr war einer der wenigen, die Ver ■tflndnil für die .lugend hatten, die begriffen, daU nicht nur die Altei Und Kranken Förderung brauchen, sondern auch die Jugendlichen, Ii aeltener Tatkraft stellte er sieh daher den Loipliger Itar Kochba voi deaaen Gründling an zur Verfügung. Viele Jahre stand er an der Spitz, und schuf die Grundlagen, auf denen der Itar Kochba zu seiner jetzig, : Bedeutung gelangt ist. Ein unvergängliches Verdienst hat sieh Adol Kotier durch die Schaffung des Bar Kochba-Sportplataes, der nunmeh Jahr um Jahr vielen Hunderten von Jungem und Mädchens die Mö[ liebkeit zu iportlicher Betätigung gibt und damit zu körperlicher Et bolung unil Ertüchtigung. Das Werk und das Beispiel Adolf Rottet haben reiche Krib ble getragen, Dank und Anerkennung der Kar Kochbi Jugend ist ihm über sein Grab hinaus gewIB. Dns Gnutrelfen des ßrith llnolim. Pflngftaonntag war Gautreffen des Krüh Haolim in Würzen. V« Leipzig kamen 50 .Inngens und Miidids. von Chemnitz 40. von Plaue Gera, Dresden und Zwickau noch weitere 00 Leute, im ganzen 150 .1 genciliche, die sieh S Tage zu gemeinsamer Arbeit, Sport und Spiel trefft wollten. Die einzelnen Agudoth kannten sich schon vom Kundestag Ul früheren Treffahrten; so gab es überall ein herzliches Wiedersehet..... die Besiehung zwischen den Menschen war schnell hergestellt. Ks wi herrliches Sominerwetter, und so zog man am L Tage zum Schwimm, und Ballspielen und übte sich bereits für die Wettkämpfe, die am Uli steil Tage stattfinden sollten. Zwei Leipziger Kührer übernahmen il Leitung sämtlicher Jüngeren (bis zu 14 Jahren) beim Spiel, während .1 Aelteren und Mittleren sich zu Diskussionen lusammenfanden, K Ghawer hiell ein Referat Uber das Thema: Zionismus - Teillösung? Ii Redner verlrat die Meinung. daß für einen großen Teil der Judenle eine Losung der Judennot durch Assimilation möglich sei und nur I verhältnismäßig wenig Menschen durch Palästina. Die amleren Ghawer entgegneten ilarauf mit Recht, dafl überall eine verstärkte antisemilis. Welle sieli in allen Lindem erhoben hat, wo Juden in größerer Ansn zusammen leben, und eine Assimilation nur für einzelne in Krage komil dail die jüdische Masse von einem Lande zum andern wandert und ei in der allen Heimat eine Ruhestätte finden werde. Ks gab eine int, essante Diskussion über die Kragen der Kerilfsiimsehiehtniig, Clialuzin' und unsere Aufgaben in der Galuth und in Krez Jisrael, die sehr unserer Klärung beitrug. Ks folgte danach ein Referat über die All" terinnenbewegung in Palästina und über die Stellung der Krau im al gemeinen. Durch die schwersten äußeren und inneren Kämpfe und Wldi stände hindurch hat die OhalUSSh sich eine Stellung erkämpft, die reii au Aufgaben und Pflichten, Rechten und Verantwortungen ist. I Referentin wies danach auf die Gefahr hin. die in einer sogenannt' vollkommenen „Gleichberechtigung" liegt: daß die Krau in ihrem I rechtigten Kampfe oft weit über das Ziel hinaus schießt, in luBei Form und Wesen ganz vermäniilichen kann und die spezifisch weiblii 1 Aufgaben als Krau und Mutter, als vermittelndes Element in der hart' fjegensltalichkeil des Leiten» nicht erkennt oder oft sogar ablehnt. An hieran schloß sich eine lebhafte Debatte an. Inzwischen begann es zu dunkeln und ein eifriges Leben lieg;1 auf dem Platze vor der Jugendherberge. Hier werden eifrig Zelle gobn dort richteten die „Köche" das Abendessen, einige zähe Sportsleiite Ohl sieh noch im Kallspiel und in einzelnen Gruppen wurde die Nachtfeier ■prochen. Als es dunkel geworden war. sammelten sieh alle in ein großeli Kreis um die Fahnen und Wimpeln. Ks wurden Gedichte ' getragen. Reden gehalten und jene ernsten, sehnsüchtigen, hebrliscl Lieder gesungen, die so ganz im Kinklang mit der Natur und diel freiwilligen, feslverbundenen Zusammensein standen. Nach und n wurden die Lieder heller und freudiger und plötzlich bildete sich kleiner Kreis, um ihn ein großer, und cugvcrscliluiigcu tanzten Horrab, immer schneller und schneller: am Jisrael chai, ad bli i Nach und nach wurde es ruhiger, die Jüngeren schliefen im Schlafsack Mittleren in Zelten. Aber noch lange saßen einzelne Gruppen beisaini; Qruppenfragen wurden erörtert und alte Freundschaften wieder au frischt Der nächste Tag begann um 0 l'hr früh mit gemeinsamer Gyiima Danach wurde der traditionelle Fauxthallkainpf Leipzig Chemnitz den Jnngana ausgekämpft, während die Mädchen Völkerball spielten Jüngeren zogen auf die Spielwiee und hörten ein Referat über K.K.L. Die Mittleren und Aelteren sammelten sich um einen Ohawet Bundesleitung, der aus Kerlin gekommen war und über die Krzieliulu Kunde sprach. Im ganzen Krith Haolim ist jetzt eine Teilung i Atersklassen vorgenommen worden: die Jüngeren bis zu 12, die Mittli von l.'l 10, daran anschließend die Aelteren. Jede Altersklasse brat eine besondere Krziehungsforin, der besonderen Kigenart der Jug' liehen angepaßt. Auch die Stellung der Führer ist davon abhängig wandelt sieh vom absoluten Führer zum vollkommenen Kameraden, nur durch größere Kenntnisse und Krfahrungeii eine geistige Fühl besitzt. Alle t'hawerim waren sieh darin einig, daß die Hauptauf des Bundes dann liegt Mensehen zu bilden, ihnen die Kruft und die w Idee der Arbeit zu zeigen, die sittliche Forderung eines BOSjaUStisi Lehens im Gegensatz zu lein parteipolitischem Denken zu stellen. Referat konnte sich auf einem hohen Niveau halten, weil die Zuh' sieh durch das Aelterenbliitt des Rundes schon mit diesen Fragen ■chlflgt hatten.